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Tribes, Foren und Diskussionen
Einer meiner großen Schmerzpunkte bei Online-Foren ist, dass sie meistens gläubige Communities sind, bei denen es darum geht, einander auf die Schulter zu klopfen. Ich beschäftige mich u.a. mit ziemlich abseitigen Themen – Yoga, Tantra, westliche Esoterik usw – und mich interessieren die kulturgeschichtlichen Zusammenhänge.
Nur ein Beispiel: Mich interessiert, wie “Yoga” im 19. und frühen 20. Jhdt. in den Westen importiert und dabei umgewandelt wurde. Was Mme Blavatsky und später Crowley damit gemacht haben etc.
Leider kann man online fast nur Foren finden, in denen Yoginis sich darin bestärken, wie toll Yoga nicht ist. Oder Christen, die Yoga für dämonisch erklären. In den seltenen Fällen, in denen es wirklich Diskussion gibt, verkommt sie sofort zu einem Fäkalienweitwurfwettbewerb.
Nun verstehe ich, dass Leute einen Tribe brauchen. Das ist völlig legitim. Das brauche ich ja auch. Gerade wenn es darum geht, zum Beispiel eine stabile Yoga-Praxis aufzubauen, braucht man echt niemanden, der dauernd rumnörgelt, dass das ja gar nicht wirklich Yoga ist. Das ist nicht meine Beschwerde.
Ich würde mir nur wünschen, dass es die sachlichen Diskussionen auch noch gibt. Und ich tue mir schwer damit, zu verstehen, dass das offenkundig niemanden interessiert.
Schon klar, dass es ein Minderheitenprogramm ist? Aber in einem Netzwerk, das Milliarden Menschen verbindet, müsste es doch ein paar geben…
11 Kommentare-
Ich mach jetzt seit 25 Jahren Yoga und habe fast alle Varianten probiert. Rumgenörgelt hat eigentlich nie jemand. Ich verstehe nicht, was du meinst.
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@lovion Was ich meine, ist: Mir ist schon klar, dass man in einem Forum, das für Yoga-Enthusiasten ist, besser nicht einsteigt mit “Aber die Asanas sind alle moderne Erfindungen und haben nichts mit der 2500 Jahre alten Lehre zu tun”. Foren für Yoga-Enthusiasten sind etwas anderes als Foren für akademische Diskussionen der Kulturgeschichte des Yoga. Vom ersteren gibt es 1000e, die letzteren gibt es praktisch nicht.
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@xian die akademischen Diskussionen werden nicht sachlich geführt? In der Praxis habe ich eigentlich noch nie unsachliche Diskussionen mitbekommen. Sollte es nicht eigentlich umgekehrt sein – je weniger Grundsatzinformation über ein Thema vorhanden ist, desto unsachlicher, je tiefer ich in der Materie drinnen bin, desto sachlicher? Oder ist das der Beweis dafür, dass Yoga-Praxis – egal welche – wirklich hilft, das Ego im Zaum zu halten? Ich hab im Rahmen meiner Praxis so ziemlich alle Varianten probiert, war unzählige Male auf Yoga-Retreats von Indien bis Island und habe NIE abfällige Bewertungen anderer Yogastile gehört. Es war immer ein “if this is what you need, go for it – just be careful, that you do not harm yourself”. Unabhängig davon gibt es natürlich gute und schlechte Yogalehrer*innen.
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Ich bin ja auch Team Aleister Crowley und von mir aus auch Team Blavatsky und Colonel Olcott (haben wir letzterem nicht die Buddha-Fahne zu verdanken?). Du weißt, ich bin immer für abseitige Diskussionen zu haben, die Kulturgeschichte des Yoga gehört leider nicht dazu. Vielleicht sollten wir eine Sammelgruppe “Seltsame Hobbies” oder sowas in der Art gründen…
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@mikeemesser die Kulturgeschichte des Yoga wäre sicher eine spannende Gruppe. @xian do it!
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@lovion
“Studiengruppe Religion und Esoterik”. Nur Yoga war mir denn doch ein bisschen klein, gruppenthemenmäßig.
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@mikeemesser du meinst wohl den Tarot-, Okkult- und sonst noch alles “”Satanist””- Aleister Crowley.
Der ist in Wikipedia “Rezeption” doch eh ziemlich ausführlich “abgelichtet”, oder?
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@mikeemesser hach ja das buch thoth war auch so eine jugendlektüre …
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@heidihu Und das Necronomicon erst!
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Schon wieder Crowley. Eine Synchronizität. https://taz.de/Ivan-Novak-von-Laibach-im-Gespraech/!6176182/
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