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Ich habe einen Mini- Ausflug in die rechte Bubble gemacht: Österreicher:innen(!) hoffen so sehr auf den Sieg von Orban, darauf, dass wir von dieser „schrecklichen EU befreit“ werden.- Wollen die alle in einer Autokratie leben?- Ich halte diese Kommentare fast nicht aus. Und ich schreibe das aus einer Stadt mit einem blauen Bürgermeister, wo man sich das auch gerne im Kaffeehaus erzählt. Weil, „wir leben ja in einer Diktatur!“-🤨 Ah ja, Trump und Putin sind auch super, warum wird nicht genau erörtert, aber sie sind immerhin gegen Schwule, Dunkelhäutige, Andersdenkende, Zuwanderer, Veganer, etc.- Gebt mir bitte gute Tipps, wie man da noch Zuversicht bewahren soll…
Alexander Kalab, Peter Ducret-Novacek und TG Gergely Teglasy10 Kommentare-
Lass dich davon nicht demotivieren. Orban ist, so hoffe ich doch sehr, in eineinhalb Wochen zumindest als Präsident weg. Putins Wirtschaft rasselt talwärts und Trumps Umfragewerte sind desaströs. Ich kämpfe auch sehr damit, dass sich große Teile der Gesellschaft und der Welt zurück entwickeln, aber bei mir weckt das eher meinen Kampfgeist. Der alte Punk ist immer noch in mir präsent. Und je mehr rechten Gegenwind es gibt, umso mehr halte ich meine Queerness entgegen. Ich bin und bleibe Optimist. Alles wird gut.
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@Tom Danke Tom, das tut gut.- Ich bin nach der letzten desaströsen Ergebnis bei der EU- Wahl den Grünen beigetreten und mache als Bezirkssprecherin in der Südsteiermark so nette kleine Projekte, die der Aufklärung dienen sollen, kümmere mich um Zusammenhalt, auch um die Jugend.- Ich lasse mich nicht leicht fertig machen, werde aber zB grad von einem FPÖler höchstpersönlich immer wieder attackiert, Spaß macht es mir wenig. Manchmal hab ich sogar Angst. Ich bleibe engagiert, weil ich es für enorm wichtig halte gerade jetzt Rückgrat zu zeigen, aber wenn selbst die Friseurin dir sagt, dass Ö eine Diktatur ist und wie gefährlich es ist, sich gegen Masern impfen zu lassen, dann braucht man halt manchmal wirklich gute Nerven.
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Es sind zu viele, die so denken, aber es ist die klare Minderheit. Gelassen bleiben und niemals den Dialog mit Andersdenkenden reduzieren. Freundlich bleiben und wertschätzend im Gespräch. Und dass ein paar Österreicher:innen sich starke Männer wünschen, sollte uns nicht verunsichern. Gehört zur Vielfalt dazu.
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@Moorfred Lieber Manfred, ich habe leider nicht den Eindruck, dass das die Minderheit ist. Der Diesel- Preis geht grad hoch, die Lebensmittelpreise werden hochgehen, ich fürchte, dass das der FPÖ extrem zugute kommt. Aber ich freue mich total über deinen Optimismus und mag mich da gerne anschließen. Deshalb bin und bleibe ich ja weiter sehr aktiv und engagiert. – Wie oben geschrieben: In meinem Bundesland- der Steiermark- ist es bereits gekippt. Da reden wir von einem blauen Landeshauptmann und einer Mehrheit. Und die zerstören grad die Kulturlandschaft u ganz viel mehr.
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@Antje Liebe Antje, ja, in der Steiermark hat die FPÖ bei der Landtagswahl ca. 35% der gültigen Stimmen gewonnen. Und ja, sie stellt den Landeshauptmann, weil die ÖVP mit ihr koaliert. Aber gekippt ist da auch in der Stiermark nichts. Finde zumindest ich. Und dass Teile der ÖVP gut mit der FPÖ können, ist jetzt auch keine Überraschung. Sollte zumindest keine sein seit Schüssel I (1999). Und 1983 hat eine der rechten Bubble nicht als zugehörig zu verdächtigende SPÖ auch schon mit der FPÖ koaliert. Alles im Rahmen einer Demokratie ok.
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@Moorfred Lieber Manfred, dein Wort in „Gottes Ohren“, ich würde mich riesig freuen, wenn du recht behältst. – Hier ist die Stimmung grad sehr unschön, sehr hostil, es kostet Kraft sich zu engagieren und nicht drauf zu pfeifen. Die ÖVP ist meiner Ansicht nach auf dem „history repeating“ Trip und ebnet den extrem Rechten wieder die Felder.- Aber vielleicht irre ich mich ja, das wäre zu schön.- Gekippt ist hier leider doch viel: im Bereich Jugend, Kultur und Frauen.
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@Antje Es ist auch wirklich toll, dass Du Dich engagierst. Die Alternative wäre, das Feld den Andersdenkenden diskussionslos zu überlassen.
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@Moorfred Das mache ich ganz sicher nicht. Ich bleibe selbstverständlich dran.
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dem nat.
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meiner Meinung nach hängt vieles von dem weltweiten rechts-drift damit zusammen, dass es – vor allem seit Corona – einen grossen Vertrauensverlust in die Institutionen gab. Die Angst vor der Zukunft wird dann noch geschürt, von vielen, wenn nicht den meisten Medien, von den Algorithmen – und von tatsächlich berechtigten Ängsten, wie der Veränderung des Arbeitslebens und der Verdienstmöglichkeiten. Positive Lösungsmöglichkeiten werden von diesen Ängsten verdeckt, und man sehnt sich nach dem „Papa, der es richtet“ = Autokratischen Herrschern.
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