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„Büchersammeln ist .. eine individuelle Form der Innenarchitektur.
Denn was einem mit vielen Büchern um sich herum bald gelingt, ist: Man
wohnt in ihnen. Man richtet sich eine Schindelhütte ein, in der statt
der Holzschuppung und ihres Behagens eine feinere Form der
Holzverarbeitung aufgeschichtet wird: Papier, gebunden zu Büchern. Oft
weiss man etwas von den Büchern, die man besitzt und nicht gelesen hat.
Umschlag und Titel, dazu der Grund der Erwerbung, eine Wissbegier,
Neugierde, Erwartung formen sich zu einer Verheissung. Und eine
Verheissung ist immer eine kleine Welt, die sich gross anfühlt durch
ihre Unbestimmtheit. So lebt man mit vielen Büchern nicht einfach
zwischen Regalen, sondern zwischen Welten, in denen Erinnerungen und
Ideen ankern.“ – schrieb der von mir hochgeschätzter Peter Glaserhttps://www.nzz.ch/meinung/kolumnen/nachgedanken-zu-umberto-eco-das-buecherhaben-ld.6125
nzz.ch
Noch gibt es sie, die passionierten Büchersammler, wie Umberto Eco einer war. Sie blicken aus dem Gehäuse ihrer Bibliothek auf die Welt. Doch zehrt das Digitale an ihrer Substanz.
