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Ich will jetzt nicht behaupten, dass die katholische Definition von gut und böse absolut stimmt. Aber das ist schon eine sehr seichte Version davon, vor allem weil Gut nur als „Lied verhindern“ definiert wird.
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@BaeckBlog Ja, natürlich ist das seicht. Es ist ein Meme, keine Summa Theologiae. Es behauptet nicht, die katholische Lehre über Gut und Böse in ihrer ganzen Komplexität abzubilden, sondern verdichtet ein sehr altes philosophisches Problem auf Meme-Format.
Der Punkt ist ja nicht, dass „gut“ einfach nur mit „Leid verhindern“ identisch wäre. Der Punkt ist, dass ein allmächtiger, allwissender und allgütiger Gott die Existenz von massivem Leid, Grausamkeit und sinnlos erscheinendem Schmerz erklärungsbedürftig macht. Genau dort beginnt seit Jahrhunderten die Theodizee-Debatte.
Natürlich gibt es dazu anspruchsvollere religiöse Antworten: freier Wille, Sündenfall, Prüfung, Heilsgeschichte, die Begrenztheit menschlicher Erkenntnis und so weiter. Aber das Meme zielt auf etwas viel Einfacheres: Keine dieser Antworten hebt den Widerspruch einfach auf, sondern versucht ihn nachträglich zu verwalten. Und genau deshalb bleibt das Problem bestehen.
Mit anderen Worten: Ja, theologisch ist das verkürzt. Aber philosophisch trifft es trotzdem einen wunden Punkt. Dass man für eine ernsthafte Diskussion präzisere Begriffe von Gut, Böse, Freiheit und Leid braucht, stimmt. Nur verschwindet das Grundproblem dadurch eben nicht.
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