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Sensationalismus
Es scheint wie eine Kleinigkeit, aber ich finde die Tendenz und den Zwang, alles mit möglichst emotionalen (und möglichst negativen) Titeln zu bewerben, um möglichst viele Klicks und „Engagement“ zu generieren, ziemlich destruktiv.
Wenn etwas nicht stimmt, muss es eine „Lüge“ sein. Wenn jemand etwas entdeckt zu haben meint, ist es „was die Spezialisten euch verschweigen“. Jeder Versprecher ist Faschismus und jeder Widerspruch wird zu Gaslighting.
Ich bin für eine Welt, in der man sich auch mal irren kann. Auch mal eine etwas holprige Formulierung verwenden. Vielleicht sogar mal gedankenlos etwas „Problematisches“ sagen, ohne dass es bedeutet, dass man durch und durch widerlicher Abschaum ist und für immer bleibt. In der auch Fachleute nicht alles wissen, aber deshalb nicht gleich bösartige genozidale Verschwörer sind.
Mit anderen Worten, ich bin dafür, dass wir dem Gegenüber ein bisschen gelassen entgegenkommen und eher davon ausgehen, dass jemand mal einen schlechten Tag hat, als dass sie eine grundwiderliche und unverbesserliche Unperson ist.
Diese Einstellung hatte ich schon zur Zeit der alten Blackbox. Die Notwendigkeit für Clickbait hat das Problem verschärft, aber nicht erst kreiert.