• Geldwäsche mit Bargeldtransport?

      Eine Frage an die Auskenner•innen hier: Die vereinigten Freunde Russlands und Ungarns trommeln ja seit Wochen, dass der in Ungarn hops genommene Geldtransport zum Zweck der Geldwäsche unterwegs war. Ich frage mich, wie das theoretisch funktionieren könnte.

      Normalerweise funktioniert ja Geldwäsche so, dass große Mengen illegal erworbenen Bargelds (z.B. aus Drogenhandel) dadurch legalisiert wird, dass man es irgndwo investiert (oder in die Buchhaltung eines Dienstleisters als Scheingeschäft einbringt) und damit zu legalen Bankguthaben umwandelt. Und die Richtung geht dabei oft von ost nach west, also illegales Geld aus Osteuropa wird im Westen gewaschen und nicht umgekehrt.

      Aber wie würde Geldwäsche funktionieren, wenn eine österreichische Bank große Mengen Devisen und Gold an eine ukrainische Bank schickt (weil die das eben gekauft hat)?

      Habe ich einen Denkfehler? Gibt es irgendein denkbares Szenario, dass Orbán und die Schwurbler recht haben? Oder ist das einfach von vornherein völliger Blödsinn?

      TG Gergely Teglasy, Andreas Leszkovsky und 2 andere
      2 Kommentare
      • In der Tat ist die normale Vorgangsweise im Land „schwarz“ erwirtschaftetes Cash z.B. in ein Unternahmen nach Zypern zu bringen und dann von dort aus eine „weiße“ ausländische Direktinvestition in der Heimat per Bank-Transfer zu tätigen… wozu es da Cash in die andere Richtung braucht ist mir nicht ganz klar…

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        • Einen Denkfehler hast du eher nicht.

          Geldwäsche funktioniert normalerweise so: Illegales Bargeld soll unauffällig ins Bankensystem gelangen. Deshalb nutzt man Bars, Casinos, Scheinfirmen oder Immobilien und nicht ausgerechnet einen offiziell dokumentierten Geldtransport zwischen zwei Banken, der von Aufsicht, Buchhaltung und Behörden begleitet wird. Das wäre ungefähr so, als wollte man gestohlene Fahrräder legalisieren, indem man sie mit Polizeieskorte ins Rathaus liefert und eine Rechnung dazu legt. Theoretisch könnte natürlich jede Bank Teil eines riesigen kriminellen Komplotts sein. Praktisch wäre ein international protokollierter Banktransport aber einer der schlechtesten Orte der Welt für Geldwäsche. Kurz gesagt: Als politisches Schlagwort funktioniert „Geldwäsche“ hervorragend. Als finanztechnische Erklärung eher weniger.

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