• Fortgesetztes SPÖ - Harakiri

      Ich hab noch nie SPÖ gewählt, aber als jemand der sich links der Mitte einordnet und der sich prinzipiell SPÖ-Wählen vorstellen könnte tut es mir weh, der fortgesetzten Selbstzerstörung zuzusehen.

      Damit meine ich nicht Babler, dessen Wahl zum SP- Vorsitzenden mich sehr gefreut hat und den für für einen integeren Sozialdemokraten halte, sondern all die anderen Zündler innerhalb der Partei.

      Das Problem ist aus meiner Außensicht nicht wie der Bundesvorsitzende heißt, sondern dass die Partei noch immer nicht weiss, wofür sie steht bzw. stehen will – das gilt ja leider auch für die meisten anderen Sozialdemokraten in Europa, die vor Jahren den falschen, fatalen „dritten“ Weg eingeschlagen hatten und seither orientierungslos herumtorkeln.

      Aus meiner Sicht müsste Sozialdemokratie für „die kleinen Leute“ da sein, ungeachtet dessen, wo sie herkommen. Eine Sozialdemokratie muss darauf schauen, dass niemand urückgelassen wird und alle zu Ihrem fairen Anteil kommen können.

      Wohin wollen denn SP- Mitglieder wie Niessl, wenn sie verächtlich von der „Links-linken Babler-SPÖ“ sprechen? Und was ist aus deren Sicht links-link? Realpolitisch konnte ich bei Babler nichts erkennen, was ich als „links-llink“ bezeichnen würde. Oder ist die Forderung nach einem menschrechtskonformen Asylrecht oder einer Millionssteuer schon links-link? Oder etwa die Forderung, dass die Medienförderung endlich an qualitative Stanrads gekoppeltw erden sollen?

      Und warum gründen dei Herrschaften, die „links-link“ innerhalb der SP schrien nicht einfach eine neue Parei? Etwa die „Rechts-Sozialisten“ oder so?

      TG Gergely Teglasy und Romana
      5 Kommentare
      • Karin Fauland (bearbeitet)

        ich denke dass seine ankündigung, die medienförderung auf „neue beine“ zu stellen bewirkt hat dass krone, heute und oe24 ihn schlechtschreiben wo es nur geht. und er selbst ist halt nicht klassisch medienwirksam wobei ich gerade das noch sympatisch finde.

        mich stört er nicht, aber gscheit finde ich ihn auch nicht. wenn einer aus seiner truppe den begriff „links-link“ benutzt um einen kollegen runterzumachen sagt das für mich 2 dinge: 1. „links-link“ ist negativ-framing, als frau kennt man das sehr gut, entspricht in etwa dem hysteriebegriff. sagt nichts aus, ist aber gemein und herabwürdigend. 2. der typ ist ein looser und will von sich ablenken. die spö besteht halt auch zu einem großen teil aus einer riesigen mauschlerpartie und das ist vielleicht auch der kern der misere – wir haben zuviele leute an wichtigen politischen positionen (vom bürgermeister bis zum minister) die für ihre ämter nicht oder nicht ausreichend qualifiziert sind. und da das vor allem männer sind gibts keine spur von selbsteinschätzung, die halten sich doch alle miteinander für supertoll (achtung: pauschalisierung, leider aufgrund lebenserfahrung).

        es ist ja schon fast romantisch über den freien fall der spö zu sprechen. in einer globalisierten wirtschaft, in der eu deren mitglieder nach hunderten jahren kolonialisierung als moralische weltinstanz auftreten und jetzt doch wieder aufrüsten, erst verbal und jetzt militärisch. trump ist das sahnehäubchen auf diesem shitcake.

        oder anders gefragt: wie stellst du dir denn die ideale spö vorsitzende vor? was soll die können? welche frau würdest du als vorsitzende annehmen?

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        • Mich macht es fertig, dass offenbar als beste Taktik gilt, sich an die FPÖ anzunähern, sprich, grauslich zu den Benachteiligsten und Rechtlosesten im Land zu sein. Heute schikanieren sie Geflüchtete (Stichwort kein Familiennachzug, keine Grundversorgung, schlechtere Medizinversorgung), morgen sind es Langzeitarbeitslose, dann Pensionist:innen mit Ausgleichszulage usw.
          Sozialdemokratie hieße für mich, Schritte zu setzen, damit die am Rand nicht unter die Räder kommen. Insofern ist einer wie Niessl für mich letztklassig.

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          • Auf der einen Seite ist die Annährung natürlich grauslich, auf der anderen Seite auch nicht erfolgversprechend – bis auf den unseeligen Basti hat noch keiner der FPÖ Stimmen weggenommen mit der Strategie….

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            • Ich hab tatsächlich schon ein zweimal SPÖ gewählt, aber ich fürchte die Zeit der SPÖ ist abgelaufen. Mittelfristig, wird sich die SPÖ zu einem reinen Wiener Phänomen entwickeln. Ich denke da ist der Point of no Return schon erreicht.

              Zu oft wurden vollmundige Versprechen gemacht, um sie gleich zu brechen, zu konservativ hält man an einer altbackenen Industriepolitik fest und zu blind ist man in der SPÖ jenen gegenüber, die heute wirklich die Working Poor sind. Und da hat die Gewerkschaft ebenfalls einen gewaltigen Anteil daran.

              • Ich wähle aus Prinzip die SPÕ, einfach weil mir deren Programm am besten gefällt