ÖBB-Lohnrunde als Beispiel
Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Bankenrettung, Budgetloch, Arbeitslosigkeit - und wie geht's weiter?
Moderation: Gerald König
ÖBB-Lohnrunde als Beispiel
von Gerald König » 27. September 2010, 15:29
Die Eisenbahner haben schon verhandelt - und siehe da, nicht einmal eine Streikdrohung...
http://derstandard.at/1285199329751/OeB ... er-Manager
Mir gefällt die Einigung einigermaßen, der ÖVP scheinbar nicht...
Und Euch?
lgg
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lgg
Re: ÖBB-Lohnrunde als Beispiel
von Harald Silvio Frassine » 27. September 2010, 16:01
fixsätze sind an sich eine uralt-forderung der unabhängigen gewerkschafterInnen (ug). aber eur 35 ist schon ein bissi wenig... - was können denn die hackler für das schwarzblaue missmanagement???
Re: ÖBB-Lohnrunde als Beispiel
von Brigitte Grohmann » 27. September 2010, 16:18
Fixsätze, gerade wenn sie so lächerlich sind wie diese, sind eine Frechheit. Mit 2100 brutto ist man wirklich kein Grossverdiener, der die Inflation mit links schnupft.
brigitte
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If some cunt can fuck something up, that cunt will pick the worst possible time to
fucking fuck it up because that cunt's a cunt.
- Tucker's Law
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Re: ÖBB-Lohnrunde als Beispiel
von Gerald König » 27. September 2010, 16:23
rot solltest du hier keinesfalls vergessen.
den begriff "hackler" finde ich bei der öbb nicht mehr sehr zutreffend (zumindest für das gros der beschäftigten) - kohle schaufelt nämlich da schon lange niemand mehr...
das prinzip "fixbetrag für geringe gehälter" und "nulllohnrunde" für die manager finde ich in wirtschaftlich engen zeiten durchaus in ordnung.
der herr lopatka (vp) hätte wohl allen etwas weggenommen...(siehe artikel).
könnte von mir aus auch bei den beamten und pensionisten ähnlich laufen.
lgg
den begriff "hackler" finde ich bei der öbb nicht mehr sehr zutreffend (zumindest für das gros der beschäftigten) - kohle schaufelt nämlich da schon lange niemand mehr...
das prinzip "fixbetrag für geringe gehälter" und "nulllohnrunde" für die manager finde ich in wirtschaftlich engen zeiten durchaus in ordnung.
der herr lopatka (vp) hätte wohl allen etwas weggenommen...(siehe artikel).
könnte von mir aus auch bei den beamten und pensionisten ähnlich laufen.
lgg
Re: ÖBB-Lohnrunde als Beispiel
von Gerald König » 27. September 2010, 16:26
Brigitte Grohmann hat geschrieben:Fixsätze, gerade wenn sie so lächerlich sind wie diese, sind eine Frechheit. Mit 2100 brutto ist man wirklich kein Grossverdiener, der die Inflation mit links schnupft.
Die aktuelle Inflation ist damit abgegolten.
Mehr ist derzeit wohl nicht drin.
Wenn ja: Wer solls bezahlen?
lgg
Re: ÖBB-Lohnrunde als Beispiel
von Brigitte Grohmann » 27. September 2010, 16:57
Grad bei der ÖBB würd mir da einiges einfallen. Aufgeblasene Managmentebenen, deren Qualifikation hauptsächlich in der richtigen Parteibuchfarbe besteht. Dubiose Spekulationsgeschäfte. Beraterverträge mit Anwaltskanzleien, die fürs Nichtstun Millionen einstreifen. Nur so spontan.
Das Fiese an Fixbeträgen ist, dass damit allen, die nur ein bissl mehr verdienen, alle zukünftigen Gehaltssteigerungen gedrosselt werden, und sie im Endeffekt bis ans Lebensende daraus weniger bekommen, weil auch die Pensionsbeiträge nicht steigen. Letzteres bedeutet natürlich auch, dass das Pensions- wie Krankenversicherungssystem aktuell weniger Geld zur Verfügung hat, aber dafür wird dann wieder über den bösen Bundeszuschuss und die KV-Defizite gejammert.
brigitte
Das Fiese an Fixbeträgen ist, dass damit allen, die nur ein bissl mehr verdienen, alle zukünftigen Gehaltssteigerungen gedrosselt werden, und sie im Endeffekt bis ans Lebensende daraus weniger bekommen, weil auch die Pensionsbeiträge nicht steigen. Letzteres bedeutet natürlich auch, dass das Pensions- wie Krankenversicherungssystem aktuell weniger Geld zur Verfügung hat, aber dafür wird dann wieder über den bösen Bundeszuschuss und die KV-Defizite gejammert.
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Re: ÖBB-Lohnrunde als Beispiel
von Gerald König » 27. September 2010, 17:37
Natürlich gibt es noch einen Haufen an Einsparungsmöglichkeiten...
Diesen Betrieb zu sanieren, ist wohl eine Lebensaufgabe, welche wohl auch der neue Chef Kern (trotz guten Ansätzen) politisch nicht zu lösen vermag.
Höhere Steuereinnahme durch 10% mehr für alle Beamten,
Pensionisten und ÖBB-ler? (frei abgeleitet)
Nicht mein Weg.
Ich glaube nämlich nicht, dass die Deutsche Bahn die ÖBB dann irgendwann in Konkursnähe aufkaufen will - ein ähnliches Beispiel (AUA) hatten wir schon einmal...
Und 1,27% mehr (ÖBB-Schnitt) sind immerhin 25 Millionen Euro Mehrkosten für ein eigentlich marodes Unternehmen...
In der Privatwirtschaft gab es da zuletzt andere Verhandlungsrunden (und jede Menge Kündigungen).
lgg
Diesen Betrieb zu sanieren, ist wohl eine Lebensaufgabe, welche wohl auch der neue Chef Kern (trotz guten Ansätzen) politisch nicht zu lösen vermag.
Höhere Steuereinnahme durch 10% mehr für alle Beamten,
Pensionisten und ÖBB-ler? (frei abgeleitet)
Nicht mein Weg.
Ich glaube nämlich nicht, dass die Deutsche Bahn die ÖBB dann irgendwann in Konkursnähe aufkaufen will - ein ähnliches Beispiel (AUA) hatten wir schon einmal...
Und 1,27% mehr (ÖBB-Schnitt) sind immerhin 25 Millionen Euro Mehrkosten für ein eigentlich marodes Unternehmen...
In der Privatwirtschaft gab es da zuletzt andere Verhandlungsrunden (und jede Menge Kündigungen).
lgg
Re: ÖBB-Lohnrunde als Beispiel
von Michael Suda » 27. September 2010, 18:58
Harald Silvio Frassine hat geschrieben:fixsätze sind an sich eine uralt-forderung der unabhängigen gewerkschafterInnen (ug). aber eur 35 ist schon ein bissi wenig... - was können denn die hackler für das schwarzblaue missmanagement???
Genau nix, aber diese Erkenntnis bleibt leider ohne Auswirkungen auf die betriebswirtschaftlichen Kennzahlen des ÖBB-Konzerns.
Der Witz an kollektiven Lohnverhandlungen war/ist ja, den Arbeitenden einen höheren Anteil am im Unternehmen geschaffenen Mehrwert zu sichern (in Relation zum Kapitalgeber). Wenn keiner geschaffen wird, versagt dieses Instrument aber naturgemäß. Und die ÖBB werden, wenn sie unter den gegebenen Rahmenbedigungen weiterfahren müssen wie bisher, demnächst nicht nur ihr Kapital verheizt haben sondern vielmehr dringend frische "Kohlen(n)" brauchen. Außerdem dringend benötigt werden Schmieröl, funktionierende Injektoren und Zylinderhähne, sonst dauert's nicht mehr lang bis zur Rohrschmelze oder zum Wasserschlag[1].
[1]Begriffe aus der Dampfloktechnik <Da-fällt-mir-ein-Mode>
Injektor: Dampfstrahl-Speisepumpe, dient zum Füllen des unter Druck stehenden Lokomotivkessels, eine Lok hat im allgemeinen zwei (links und rechts unterm Führerhausboden), vergisst der Heizer sie rechtzeitig einzuschalten, kommt es mit etwas Pech zur
Rohrschmelze: die freigelegten Rauchrohre überhitzen, wenn nicht mehr von Wasser bedeckt, und schmelzen --> Totalschaden am Kessel. Um dies zu verhindern, ist in die Rohrwand der Feuerbox ein Schmelzpfropfen eingesetzt, der bei Überhitzung in Folge Speisewassermangels schmilzt, eine Öffnung für Wasser und Dampf zum Kesselfeuer schafft und so das Feuer löscht (der Kessel ist nachher aber so und so fällig für eine Generalreparatur und der Heizer für ein paar Tage Strafexerzieren).
Wasserschlag: bei der Dampfmaschine das Gegenstück zum gefürchteten "Kolbenreiber" beim Verbrennungsmotor. Plötzliches Blockieren der Kolben in Folge übermäßiger Kondenswasseransammlung in den Zylindern (Dampf = Gas = komprimierbar; Wasser = Flüssigkeit = nicht komprimierbar). Daher muss der Lokführer beim Anfahren die Zylinder "ausblasen", in dem er die nach unten ablassenden Zylinderhähne öffnet (macht er nur für ein paar Hübe, denn es unterbricht den Saugzug des Auspuffs und kostet daher Leistung). Außerdem sorgt eine Sollbruchstelle ("Wasserschlagplatte") bei den meisten Maschinen dafür, dass der Wasserschlag nicht zu irreparablen Schäden an Lagern und Gestängeteilen führt.</Da-fällt-mir-ein-Mode>
Ich kann es nicht sagen, ich sage es nie,
bleibt auch mein Himmel versperrt.
bleibt auch mein Himmel versperrt.
(aus Lehárs Operette "Das Land des Lächelns")
Re: ÖBB-Lohnrunde als Beispiel
von Michael Suda » 27. September 2010, 19:28
Brigitte Grohmann hat geschrieben:Grad bei der ÖBB würd mir da einiges einfallen. Aufgeblasene Managmentebenen, deren Qualifikation hauptsächlich in der richtigen Parteibuchfarbe besteht. Dubiose Spekulationsgeschäfte. Beraterverträge mit Anwaltskanzleien, die fürs Nichtstun Millionen einstreifen. Nur so spontan. [Rest gekürzt]
Wie immer in solchen Fällen geht der Senf aber nicht wieder zurück in die Tube. Selbst wenn man die Verantwortlichen vor Gericht stellt und zur lebenslänglichen Zwangsarbeit verdonnert: Das Gerschtl is weg und kommt nicht wieder!
Das einzige, was geht, ist den Schaden zwischen Steuerzahler/inne/n und Arbeitnehmer/inne/n der ÖBB aufzuteilen. Oder man beginnt die Privatisierung (was, wie schon erwähnt worden ist, im Klartext heißen würde: der Laden wird an die Deutschen verklopft).
Ich kann es nicht sagen, ich sage es nie,
bleibt auch mein Himmel versperrt.
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(aus Lehárs Operette "Das Land des Lächelns")
Re: ÖBB-Lohnrunde als Beispiel
von Brigitte Grohmann » 27. September 2010, 20:57
Och, da sitzen IMO schon noch genügend weiße bzw. schwarzblaue Elefanten herum. Und besagte Anwälte sind auch noch nicht bezahlt, AFAIK.
brigitte
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