Finanzwirtschaft: Vorwärts, in den Abgrund?
Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Bankenrettung, Budgetloch, Arbeitslosigkeit - und wie geht's weiter?
Moderation: Gerald König
Finanzwirtschaft: Vorwärts, in den Abgrund?
von Stefan Mackovik » 10. Mai 2011, 09:53
In den vergangenen Tagen machten mich zwei Wirtschaftsnachrichten rasend, weil sie zeigen, dass die Wirtschaft, genauer: die Finanzwirtschaft und mit ihr leider auch die Poltik nichts gelernt haben:
Einerseits wird wieder einmal über die Finanzkrise Griechenlands diskutiert - und dabei fallen ernsthaft Begriffe wie "Umschuldung" oder "Wiedereinführung der Drachme" - weil einige privatwirtschaftliches Unternehmen - nämlich die so geannten "Ratingargenturen" die gesamte Finanzwelt - indem Fall "Standard & Poor's" in Geiselhaft haben.
Andererseits dann die Nachricht, dass sich die Gehälter der Manager von ATX- Unternehmen letztes Jahr um 19% gestiegen sind - bei der einschlägig bekannten Immofinanz waren es gar sagenhafte 209%. Und Österreich ist wohl nicht das einzige Land in dem es so aussieht.
Da frag ich mich: haben (Finanz-) Wirtschaftstreibende und Politiker denn gar nichts gelernt? Während die breite Masse der Bevölkerung in Europa die Zeche für verantwortungsloses wirtschaften zahlen dürfen, stopfen sich die Verursacher der Krise längst wieder die Taschen voll?
Und bei den Sozialleistungen wird gekürzt - damit man beispielsweise im Falle Griechenlands hauptsächlich die Investitionen großer europäischer Banken sichert.
Was muss noch passieren, bis "die da oben" umdenken?
Es ist zum Schreien.
Einerseits wird wieder einmal über die Finanzkrise Griechenlands diskutiert - und dabei fallen ernsthaft Begriffe wie "Umschuldung" oder "Wiedereinführung der Drachme" - weil einige privatwirtschaftliches Unternehmen - nämlich die so geannten "Ratingargenturen" die gesamte Finanzwelt - indem Fall "Standard & Poor's" in Geiselhaft haben.
Andererseits dann die Nachricht, dass sich die Gehälter der Manager von ATX- Unternehmen letztes Jahr um 19% gestiegen sind - bei der einschlägig bekannten Immofinanz waren es gar sagenhafte 209%. Und Österreich ist wohl nicht das einzige Land in dem es so aussieht.
Da frag ich mich: haben (Finanz-) Wirtschaftstreibende und Politiker denn gar nichts gelernt? Während die breite Masse der Bevölkerung in Europa die Zeche für verantwortungsloses wirtschaften zahlen dürfen, stopfen sich die Verursacher der Krise längst wieder die Taschen voll?
Und bei den Sozialleistungen wird gekürzt - damit man beispielsweise im Falle Griechenlands hauptsächlich die Investitionen großer europäischer Banken sichert.
Was muss noch passieren, bis "die da oben" umdenken?
Es ist zum Schreien.
Alfons Haider hat recht.
Re: Finanzwirtschaft: Vorwärts, in den Abgrund?
von Susanne Ofner » 10. Mai 2011, 12:34
Stefan Mackovik hat geschrieben:Da frag ich mich: haben (Finanz-) Wirtschaftstreibende und Politiker denn gar nichts gelernt? Während die breite Masse der Bevölkerung in Europa die Zeche für verantwortungsloses wirtschaften zahlen dürfen, stopfen sich die Verursacher der Krise längst wieder die Taschen voll?
Fest steht: es geht. Sie könnens und sie kommen damit durch.
Ob sie das vorher schon wussten oder jetzt neu gelernt haben, kann ich nicht beurteilen.
Su
Re: Finanzwirtschaft: Vorwärts, in den Abgrund?
von Livia Rohrmoser » 10. Mai 2011, 13:48
Stefan Mackovik hat geschrieben:Was muss noch passieren, bis "die da oben" umdenken?
Es ist zum Schreien.
Warum sollten sie umdenken? Solange es reingeht, ist es für sie ja nur gut.
Wann denken "die da unten" um??
Livia
Männer sind Schweine. Aber jede will doch ab und zu mal Schwein haben.
Re: Finanzwirtschaft: Vorwärts, in den Abgrund?
von Brigitte Grohmann » 10. Mai 2011, 14:22
"Die da unten" sind damit beschäftigt, Ausländer, Sozialschmarotzer und sonstige Sündenböcke zu hassen.
brigitte
brigitte
If some cunt can fuck something up, that cunt will pick the worst possible time to
fucking fuck it up because that cunt's a cunt.
- Tucker's Law
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Re: Finanzwirtschaft: Vorwärts, in den Abgrund?
von Stefan Mackovik » 10. Mai 2011, 15:54
Leider nur all zu wahr. Die Eliten haben es erfolgreich geschafft, der breiten Masse Glauben zu machen, dass der "Feind" diejenigen sind, denen es gleich oder noch schlechter geht als ihnen selbst.
Andereseits scheint sich dann wieder die sogenannte Mittelschicht zu glauben, sie gehörten zu den Reichen - anders ist nicht zu erklären, warum die ÖVP mit der Angstmache vor Vermögenssteuern (z.B. Erbschaftssteuer) Erfolg hat, obwohl doch Vermögenssteuern zB nach den Vorstellungen der SPÖ nur jene treffen soll, die mehr als eine Million im Jahr verdienen.
Die Eliten lehnen sich also derweil gemütlich zurück und stopfen sich die Taschen voll, dabei wäre es doch so einfach: die da oben geben etwas mehr her, dann bekommen alle "da unten" etwas mehr.
Aber nein, lieber heißt's InländerInnen vs AusländerInnen vs StudentInnen vs BeamtInnen vs Angestellte vs...
Stefan
Andereseits scheint sich dann wieder die sogenannte Mittelschicht zu glauben, sie gehörten zu den Reichen - anders ist nicht zu erklären, warum die ÖVP mit der Angstmache vor Vermögenssteuern (z.B. Erbschaftssteuer) Erfolg hat, obwohl doch Vermögenssteuern zB nach den Vorstellungen der SPÖ nur jene treffen soll, die mehr als eine Million im Jahr verdienen.
Die Eliten lehnen sich also derweil gemütlich zurück und stopfen sich die Taschen voll, dabei wäre es doch so einfach: die da oben geben etwas mehr her, dann bekommen alle "da unten" etwas mehr.
Aber nein, lieber heißt's InländerInnen vs AusländerInnen vs StudentInnen vs BeamtInnen vs Angestellte vs...
Stefan
Alfons Haider hat recht.
Re: Finanzwirtschaft: Vorwärts, in den Abgrund?
von Susanne Ofner » 10. Mai 2011, 18:33
Stefan Mackovik hat geschrieben:Aber nein, lieber heißt's InländerInnen vs AusländerInnen vs StudentInnen vs BeamtInnen vs Angestellte vs...
Ja. Altbewährtes Prinzip, von den alten Römern erprobt und unter dem Slogen divide et impera vermarktet.
Su
Re: Finanzwirtschaft: Vorwärts, in den Abgrund?
von Andreas Serloth » 11. Mai 2011, 00:42
Susanne Ofner hat geschrieben:Ob sie das vorher schon wussten oder jetzt neu gelernt haben, kann ich nicht beurteilen.
Wenn ich mich recht entsinne, wurden schon in der "Globalisierungsfalle" ähnliche Szenarien aus den 80ern/90ern beschrieben, wonach "Sie wussten es" gilt.
as
Re: Finanzwirtschaft: Vorwärts, in den Abgrund?
von Susanne Ofner » 11. Mai 2011, 08:06
Ja, würde mich nicht wundern.
Auch steigende Arbeitslosigkeit bei gleichzeitigem Wirtschaftswachstum wurde bereits in den 1980ern prognostiziert - damals ein Schreckgespenst.
Aber es wurde nicht (richtig) gegengesteuert, das Szenario trat ein, und heute finden wir es ganz normal.
Auch steigende Arbeitslosigkeit bei gleichzeitigem Wirtschaftswachstum wurde bereits in den 1980ern prognostiziert - damals ein Schreckgespenst.
Aber es wurde nicht (richtig) gegengesteuert, das Szenario trat ein, und heute finden wir es ganz normal.
Su
Re: Finanzwirtschaft: Vorwärts, in den Abgrund?
von Gerald König » 11. Mai 2011, 09:21
Stefan Mackovik hat geschrieben:Andererseits dann die Nachricht, dass sich die Gehälter der Manager von ATX- Unternehmen letztes Jahr um 19% gestiegen sind - bei der einschlägig bekannten Immofinanz waren es gar sagenhafte 209%. Und Österreich ist wohl nicht das einzige Land in dem es so aussieht.
uups - das sehe ich wohl ein wenig anders:
ich hätte nichts dagegen, wenn auch politiker nach erfolgen bezahlt werden - auch wenn die leistungskriterien hier wohl schwerer festzulegen sind.
(wenn ich z.b. gerne ein nulldefizit hätte, klingt da für andersdenkende wohl wie ein reizwort; insbesondere nach grasser;-)
und bei der immofinanz wäre ich besonders vorsichtig mit neidaussagen: ceo zehetner hat nämlich "nur" ein fast insolventes unternehmen wieder in die gewinnzone geführt und damit auch abertausenden privatanlegern einiges an kohle gerettet. ich halte erfolgsprämien nicht für unmoralisch - die frage ist nur, was man als erfolg definiert und wie man diesen erfolg erreicht. bei der immofinanz stelle ich mir diese frage derzeit nicht - beim flughafen wien (hochpolitisch besetzt und dauerfehlleistungen) durfte man diese frage aber wohl stellen...
die gewinne der besagten unternehmen (atx) sind größtenteils übrigens deutlicher gestiegen als die besagten 19% (kein wunder, man verglich ja mit dem bescheidenen jahr 2009).
bei den vermögenssteuern bin ich wieder bei euch - um die kommen wir (leider) nicht herum.
lgg
Re: Finanzwirtschaft: Vorwärts, in den Abgrund?
von Wrtlbrnft » 29. Mai 2011, 00:11
Die haben sehr gut daraus gelernt, nämlich:
Es gibt immer einen, der zahlt - nämlich der Staat; und der lässt die Blöden für die Reichen bluten.
Es gibt immer einen, der zahlt - nämlich der Staat; und der lässt die Blöden für die Reichen bluten.
Susanne Ofner hat geschrieben:Stefan Mackovik hat geschrieben:Da frag ich mich: haben (Finanz-) Wirtschaftstreibende und Politiker denn gar nichts gelernt? Während die breite Masse der Bevölkerung in Europa die Zeche für verantwortungsloses wirtschaften zahlen dürfen, stopfen sich die Verursacher der Krise längst wieder die Taschen voll?
Fest steht: es geht. Sie könnens und sie kommen damit durch.
Ob sie das vorher schon wussten oder jetzt neu gelernt haben, kann ich nicht beurteilen.
- Wrtlbrnft
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