Diesel- und Benzinsteuern
Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Bankenrettung, Budgetloch, Arbeitslosigkeit - und wie geht's weiter?
Moderation: Gerald König
Diesel- und Benzinsteuern
von Gerald König » 8. April 2011, 16:53
Auch wenn Diesel die letzten Wochen an den Tankstellen fast gleich teuer war wie Benzin - in Summe ist Diesel ob der geringeren Steuerbelastung nach wie vor leicht im Preis- und Steuervorteil.
Auch wenn die EU hier nun an den Mindeststeuern drehen will - in Österreich wird sich wohl nicht viel ändern:
http://derstandard.at/1301874174688/Ang ... e-erhoehen .
Gibt es eigentlich irgendeinen sinnvollen Grund (außerhalb der Begünstigung von Landwirten), Diesel günstiger anzubieten?
lgg
Auch wenn die EU hier nun an den Mindeststeuern drehen will - in Österreich wird sich wohl nicht viel ändern:
http://derstandard.at/1301874174688/Ang ... e-erhoehen .
Gibt es eigentlich irgendeinen sinnvollen Grund (außerhalb der Begünstigung von Landwirten), Diesel günstiger anzubieten?
lgg
Re: Diesel- und Benzinsteuern
von Kurt Radowisch » 9. April 2011, 17:24
Ja: die Begünstigung des Transportgewerbes! Die armen Frächter ächzen doch auch unter den hohen Treibstoffpreisen.
LG Kurt
LG Kurt
Re: Diesel- und Benzinsteuern
von Gerald König » 9. April 2011, 18:22
Tatsächlich - wie konnte ich auf die Frächter/Speditionen/LKW's vergessen;-)
lgg
lgg
Re: Diesel- und Benzinsteuern
von Brigitte Grohmann » 10. April 2011, 00:44
Wo sie ihre Kosten ja eh aus eigener Tasche bezahlen und nicht an ihre Kunden weitergeben :-)
brigitte
brigitte
If some cunt can fuck something up, that cunt will pick the worst possible time to
fucking fuck it up because that cunt's a cunt.
- Tucker's Law
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Re: Diesel- und Benzinsteuern
von Michael Suda » 12. April 2011, 10:24
Gerald König hat geschrieben:[hier gekürzt] Gibt es eigentlich irgendeinen sinnvollen Grund (außerhalb der Begünstigung von Landwirten), Diesel günstiger anzubieten?
Hat eigentlich in Bezug auf den Primärenergieeinsatz (Liter Rohöl/100 Kilometer bei angenommen gleicher Motorleistung) Benzin oder Diesel die besseren Werte?
Ich kann es nicht sagen, ich sage es nie,
bleibt auch mein Himmel versperrt.
bleibt auch mein Himmel versperrt.
(aus Lehárs Operette "Das Land des Lächelns")
Re: Diesel- und Benzinsteuern
von Livia Rohrmoser » 12. April 2011, 19:45
Michael Suda hat geschrieben:Hat eigentlich in Bezug auf den Primärenergieeinsatz (Liter Rohöl/100 Kilometer bei angenommen gleicher Motorleistung) Benzin oder Diesel die besseren Werte?
Ich bin mir nicht sicher, ob sich diese Frage überhaupt beantworten lässt. Könnte mir vorstellen, dass es auf die Modernität der Raffinerie, die Art des Benzins (Super/Superplus/Normal) usw ankommt. Ganz abgesehen davon, dass etwa die Fahrweise alleine angeblich schon einen Unterschied von bis zu 20 % im Verbrauch ausmachen kann - bei gleicher Motorleistung.
Livia
Edith sagt, dass Aral sagt: "Die Ausbeutestruktur ist stark abhängig von der Raffineriestruktur und den jeweils eingesetzten Rohölen/ Rohölmixen. Für eine moderne Raffinerie mit integrierter Petrochemieerzeugung sieht die Ausbeutestruktur in etwa wie folgt aus: Bei einem Rohöleinsatz von 1to werden ca. 0,165to Ottokraftstoff und 0,250to Dieselkraftstoff produziert."
Also deutlich mehr Diesel als Benzin aus einem Liter Erdöl.
Männer sind Schweine. Aber jede will doch ab und zu mal Schwein haben.
Re: Diesel- und Benzinsteuern
von Dieter Henkel » 13. April 2011, 07:18
Normalerweise haben bei vergleichbarer Leistung und Autogröße Dieselmotoren einen geringeren Verbrauch pro 100 km.
Re: Diesel- und Benzinsteuern
von Gerald König » 13. April 2011, 08:11
lt. livia's recherche (aral) bezüglich rohöleinsatz und dieters aussage zum verbrauch würde ja wirtschaftlich betrachtet alles für den diesel (und somit auch für niedrigere steuern) sprechen.
aber diesel ist (so ich mich nicht täusche) dafür deutlich umweltschädlicher?
lgg
aber diesel ist (so ich mich nicht täusche) dafür deutlich umweltschädlicher?
lgg
Re: Diesel- und Benzinsteuern
von Livia Rohrmoser » 13. April 2011, 09:55
Gerald König hat geschrieben:aber diesel ist (so ich mich nicht täusche) dafür deutlich umweltschädlicher?
Weniger Verbrauch und damit weniger Abgase sind umweltfreundlicher. Andererseits gibt's die Feinstaubpartikel und die sind im Diesel mehr. Dafür gibt es bei den moderneren Dieselfahrzeugen Partikelfilter, aber ehrlich gestanden weiß ich erstens nicht, ob sie vorgeschrieben sind oder nicht, und zweitens auch nicht, ob sie so viel taugen wie sie sollten.
In meinen Augen ist die Diskussion Benzin oder Diesel aber absolut zweitrangig gegenüber der Frage, wie die Autos verwendet werden. Nur notwendige Fahrten oder "Zigaretten holen" mit dem Auto? Gesittete, sparsame Fahrweise oder Tempobolzerei mit Kavaliersstart? Hummer oder Drei-Liter-Fahrzeug? Usw usf.
Männer sind Schweine. Aber jede will doch ab und zu mal Schwein haben.
Re: Diesel- und Benzinsteuern
von Kurt Radowisch » 13. April 2011, 10:35
Benzin (Fahrzeugbenzin) ist ein Produkt, das relativ aufwendig hochtechnologisiert hergestellt werden muß.
Diesel hingegen ist eigentlich eine Art Resteverwertung. Die Raffinerien sind froh, daß sie das Zeug loswerden und noch Geld dafür kriegen.
Noch vor 100 Jahren wurde dieser Erdölanteil wegen Unverwendbarkeit entsorgt (das Wort gab es damals noch gar nicht).
Die Destillationsfraktion zwischen ca. 160°C und ca. 350°C kann man grob gesagt in jedem Dieselaggregat verheizen. In dieser Fraktion liegen auch zahlreiche Erdölprodukte wie etwa Lampenpetroleum, Spindelöl, Heizöl (gefärbt!), und viele andere.
Wenn einer ein Scheißminix ist, kann er all das in den Dieselmotor füllen.
Ein Diesel säuft normalerweise auch Speiseöl. Die Probleme, die dabei auftreten, liegen weniger am Motor selbst, sondern sind in der Treibstoffaufbereitung begründet. Tanks, Schläuche, Dichtungen etc. vertragen die Bio-Suppe schlecht und müssen dann gegen Beständige getauscht werden.
Außerdem neigen unaufbereitete Pflanzenöle zum Altern und Verharzen. Das kann bei länger stillgelegten Motoren die Anlage richtiggehend verkleben.
Zudem muß der Kraftstoff gründlich von festen Partikeln gefiltert werden. Brösel vom Schnitzel panieren machen sich nicht gut in der Einspritzpumpe.
Außerdem verlangen viele moderne Einspritzsysteme Kraftstoffe mit einer definierten Viskosität. Das heißt, man muß den Kraftstoff eventuell vorwärmen.
Die Dieselloks der Liliputbahn fahren auch mit übrig gebliebenem Frittieröl aus den Langosbuden. Die haben aber ein Zweitanksystem. Zum Starten und Warmfahren wird normaler Diesel verwendet, sobald die Maschine warm ist, wird auf Speiseöl umgeschaltet. Der Fahrer darf allerdings nicht vergessen, zehn Minuten vor Feierabend wieder auf Diesel umzuschalten, denn sonst geht am nächsten Morgen die Maschine schwer an.
LG Kurt
Diesel hingegen ist eigentlich eine Art Resteverwertung. Die Raffinerien sind froh, daß sie das Zeug loswerden und noch Geld dafür kriegen.
Noch vor 100 Jahren wurde dieser Erdölanteil wegen Unverwendbarkeit entsorgt (das Wort gab es damals noch gar nicht).
Die Destillationsfraktion zwischen ca. 160°C und ca. 350°C kann man grob gesagt in jedem Dieselaggregat verheizen. In dieser Fraktion liegen auch zahlreiche Erdölprodukte wie etwa Lampenpetroleum, Spindelöl, Heizöl (gefärbt!), und viele andere.
Wenn einer ein Scheißminix ist, kann er all das in den Dieselmotor füllen.
Ein Diesel säuft normalerweise auch Speiseöl. Die Probleme, die dabei auftreten, liegen weniger am Motor selbst, sondern sind in der Treibstoffaufbereitung begründet. Tanks, Schläuche, Dichtungen etc. vertragen die Bio-Suppe schlecht und müssen dann gegen Beständige getauscht werden.
Außerdem neigen unaufbereitete Pflanzenöle zum Altern und Verharzen. Das kann bei länger stillgelegten Motoren die Anlage richtiggehend verkleben.
Zudem muß der Kraftstoff gründlich von festen Partikeln gefiltert werden. Brösel vom Schnitzel panieren machen sich nicht gut in der Einspritzpumpe.
Außerdem verlangen viele moderne Einspritzsysteme Kraftstoffe mit einer definierten Viskosität. Das heißt, man muß den Kraftstoff eventuell vorwärmen.
Die Dieselloks der Liliputbahn fahren auch mit übrig gebliebenem Frittieröl aus den Langosbuden. Die haben aber ein Zweitanksystem. Zum Starten und Warmfahren wird normaler Diesel verwendet, sobald die Maschine warm ist, wird auf Speiseöl umgeschaltet. Der Fahrer darf allerdings nicht vergessen, zehn Minuten vor Feierabend wieder auf Diesel umzuschalten, denn sonst geht am nächsten Morgen die Maschine schwer an.
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