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Bankenabgabe und Blödheit

Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Bankenrettung, Budgetloch, Arbeitslosigkeit - und wie geht's weiter?

Moderation: Gerald König

Re: Bankenabgabe und Blödheit

Beitragvon Peter Thomas Suschny » 9. November 2010, 06:34

Michael Suda hat geschrieben:Wer ist Attac? Ein Consulting-Unternehmen für Finanzdienstleister? Welche Referenzen haben die? Außer das evidenten Wissen darüber, dass man mit einer Strumpfmaske überm Kopf oder mit dem Titel eines "Bundesministers für Finanzen" ans Gerschtl kommen kann (erstere Methode aber riskant!).


Wieso kommst Du darauf zu glauben, dass dort nur Ahnungslose sitzen? Aufgabe von Banken kann ja nicht nur das riskante Geschäft mit hochspekulativen Papieren sein.
Die Städtische war noch Ende der 80er ein großer Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, das ist noch heute gestattet (daher der langjährige Namen: Wiener Städtische Wechselseitige, die Grazer Wechselseitige trägt es heute zumindest noch im Namen), also wieso nicht ähnliches im Bankwesen? Die Raiffeisen war mindestens genauso lange als Genossenschaft aufgebaut, so lernten wir es noch in der Schule.
Der Zwang, nicht pleite zu gehen bedeutet ja nicht gleich, Cash um jeden Preis zu lukrieren.
Der Waldviertler Schuhfabrikant (so, Namen des Inhabers vergessen, aber nicht den seiner Produkte) "GEA" mit den berühmten klobigen, aber beliebten Schuhwerk hat vor 30 Jahren begonnen und ist wohl auch von vielen belächelt worden, heute hat er 5 Filialen in Wien lt. einem Sackerl, das ich neulich sah.
Er selber war jedenfalls im April bei einer Veranstaltung genau über alternative Finanzierungen, ein Schwabe, dessen Vater schon in den 60er Jahren mit Biolandwirtschaft begann und der damit quasi aufgewachsen ist (* 1961) war anwesend, der konnte sogar schon die lokalen Banken überzeugen, dass er da hoch profitable Sachen macht und der Herr von der Schuhmanufaktur hat - zu meinem Staunen - erzählt, dass er sein Geld über die mehr als originelle Weise eines Sparvereins lukriert.
Genau solche Denkweisen, wie er die hat, bringen sicher mehr Arbeitsplätze, als nur dazu sitzen und zu jammern, wenn die Banken ihre Gebühren abzuwälzen versuchen.

Ich hätte finanzielle Zuwendungen an Banken viel mehr davon abhängig gemacht, wie die selber damit umgehen, es ist viel unverschämter, sich hohe Boni zu genehmigen, wenn ein Quartal wieder positiv ist, als das zu machen, was jeder Unternehmer wenigstens probiert, zusätzliche Kosten an die Endverbraucher überzuwälzen.
Peter Thomas Suschny
 

Re: Bankenabgabe und Blödheit

Beitragvon Michael Suda » 9. November 2010, 08:08

Peter Thomas Suschny hat geschrieben:
Michael Suda hat geschrieben:Wer ist Attac? Ein Consulting-Unternehmen für Finanzdienstleister? Welche Referenzen haben die? Außer das evidenten Wissen darüber, dass man mit einer Strumpfmaske überm Kopf oder mit dem Titel eines "Bundesministers für Finanzen" ans Gerschtl kommen kann (erstere Methode aber riskant!).


Wieso kommst Du darauf zu glauben, dass dort nur Ahnungslose sitzen? Aufgabe von Banken kann ja nicht nur das riskante Geschäft mit hochspekulativen Papieren sein.[hier gekürzt]

Vielleicht könntest du uns ja, statt irgendwas über bösennotierte Versicherungsgesellschaften, die einst Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit waren, Biolandwirte und mittelständische Birkenstockmanufakturen zu erzählen, etwas darüber mitteilen, wie Attac das Kapital beschaffen möchte, um eine leistungsfähige gemeinnützige Bankenszene zu schaffen?

Ich wäre sehr gespannt!
Ich kann es nicht sagen, ich sage es nie,
bleibt auch mein Himmel versperrt.
(aus Lehárs Operette "Das Land des Lächelns")
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Michael Suda
 

Re: Bankenabgabe und Blödheit

Beitragvon Peter Thomas Suschny » 9. November 2010, 13:02

Michael Suda hat geschrieben:Vielleicht könntest du uns ja, statt irgendwas über bösennotierte Versicherungsgesellschaften, die einst Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit waren, Biolandwirte und mittelständische Birkenstockmanufakturen zu erzählen, etwas darüber mitteilen, wie Attac das Kapital beschaffen möchte, um eine leistungsfähige gemeinnützige Bankenszene zu schaffen?

Ich wäre sehr gespannt!


1. Lederschuhe sind auch Manufaktur mäßig gefertigt sicher nicht aus Birkenstock, was immer das im Detail ist.
2. Bin ich nicht bei Attac
3. Attac schafft das ja nicht im Alleingang.
Du hast auch schon heute Spezialbanken - denke an den Herren aus Bangladesh - leider habe ich den Namen jetzt vergessen, der 2006 oder 07 für seine auf Mikrokredite spezialisierte Kleinbank den Friedensnobelpreis erzielt hat, den (und falls er schon verstorben ist) und seine Mitarbeiter/innen kann man befragen.

Ziele der Grünen Wirtschaft oder Attac oder auch der Caritas oder der evangelischen Diakonie oder eines jüdischen/muslimischen was immer Wohlfahrtsvereins oder auch der SPÖ-Volkshilfe ist ja nicht, die ganze Welt umzukrempeln, es gibt neben der Grünen Wirtschaft auch eine kleine Abspaltung, die Alternative Wirtschaft rund um den Weinhändler & Pressefotografen, Kinderbuchautor & Grün-Aktivisten aus 1210, Michael Schmidt, der erst vor 1/2 oder 3/4 ja in Wien.Direkt von den Grünen so ein Syndikat in Frankreich vorgestellt hat (oder war es Spanien? Eher letzteres), das schon seit den 1930ern erfolgreich tätig ist.

Niemand erwartet bei einer möglichen Regierungsbeteiligung von Grün in Wien oder an einer Bundesregierung, die Stadt oder das Land in den nächsten 3 bis 5 Jahren umzukrempeln.

Und wohl die meisten bei Attac werden ebenso "Realos" sein.
Zuletzt geändert von Dieter Henkel am 10. November 2010, 00:14, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zitat repariert
Peter Thomas Suschny
 

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