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Bankenabgabe und Blödheit

Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Bankenrettung, Budgetloch, Arbeitslosigkeit - und wie geht's weiter?

Moderation: Gerald König

Bankenabgabe und Blödheit

Beitragvon Gerald König » 8. November 2010, 15:06

RZB-Chef Rothensteiner "schockt" die Politik mit der Aussage, dass diese Abgabe ohnehin die Kunden zahlen (frei interpretiert, aber so gemeint) werden - es folgt ein lauter Aufschrei aller Parteien...

Sind diese Damen und Herren nun tatsächlich so naiv - oder hat jemand tatsächlich gedacht, dass sich 0,055 bis 0,085 Prozent der Bilanzsumme bei Banken nicht leicht abwälzen lassen?

lgg
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Gerald König
 

Re: Bankenabgabe und Blödheit

Beitragvon Peter Thomas Suschny » 8. November 2010, 16:13

Was schlägt der Geldexperte vor?

Wären nicht alternative gemeinnützige Banken zumindest teilweise sinnvoller?

Der nachstehende Text meint den Ruf heimischer Großbanken in den Medien und der Öffentlichkeit, ich bin was ich hier gerne betone, als Kunde der Ersten Bank durchaus zufrieden.

Sogar die gerne verschriene Erste Bank hat wenigstens mit der seit rund einem halben Jahrzehnt (oder habe ich da schlecht aufgepasst, was den Start betrifft) laufenden Zweiten Bank ein Projekt, Langzeitarbeitslosen und ehemals oft Obdachlosen die Möglichkeit eines Kontos zu gewähren, was ja heute oft ein Um und Auf ist, wer zahlt noch Geld direkt wöchentlich auf die Hand? Natürlich mit Lohnabrechnung, will nicht jeden/r unterstellen, schwarz zu beschäftigen, im Taxi und Botendienstgewerbe wird öfters noch wöchentlich abgerechnet, könnte mir das in der Nicht-Top-Gastronomie ebenso vorstellen, natürlich nicht bei diversen Starkoch-Betrieben.
Peter Thomas Suschny
 

Re: Bankenabgabe und Blödheit

Beitragvon Gerald König » 8. November 2010, 17:28

Peter Thomas Suschny hat geschrieben:Was schlägt der Geldexperte vor?

Wären nicht alternative gemeinnützige Banken zumindest teilweise sinnvoller?


Möchte hier gar keine Steuerdiskussion bzw. Diskussion über die Eigentümerstrukturen von Banken vom Zaun brechen - vielmehr möchte ich nur auf die Scheinheiligkeit der Politik hinweisen. Denn so blöd kann ja niemand sein, dass man nicht erahnen kann, wer die Bankenabgabe dann zahlen wird...

lgg

PS: Die Zweite Bank ist eine sehr tolle G'schicht!
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Gerald König
 

Re: Bankenabgabe und Blödheit

Beitragvon Brigitte Grohmann » 8. November 2010, 17:32

die Zweite Bank halt ich für einen PR-Gag. Was hindert die Erste daran, diesen Kunden auch einfach so ohne Trara ein Basis-Konto aufzumachen? Die bösen kleinen Mikrofilme?


brigitte
If some cunt can fuck something up, that cunt will pick the worst possible time to
fucking fuck it up because that cunt's a cunt.
- Tucker's Law
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Brigitte Grohmann
 

Re: Bankenabgabe und Blödheit

Beitragvon Michael Suda » 8. November 2010, 18:13

Peter Thomas Suschny hat geschrieben:[hier gekürzt] Wären nicht alternative gemeinnützige Banken zumindest teilweise sinnvoller? [hier auch]

Wie sollte das Kapital für eine solche Non-Profit-Bank aufgebracht werden? Mit dem Betrieb einer Bank ist es wie mit dem Kriegführen (laut Feldmarschall Raimondo di Montecuccoli, 17. Jahrhundert), man benötigt dazu drei Dinge: Geld, dann wieder Geld und vor allem nochmals Geld.

Jede Steuer, die man bei einem Unternehmen einhebt, schlägt mehr oder weniger heftig auf dessen Kunden durch. Das könnte höchstens mehr Wettbewerb einigermaßen abfedern, aber damit haben die geistigen Mütter und Väter der "Die-Banken-sollen-zahlen-Steuer" eigentlich auch nicht sooooo viel am Hut, oder....?
Ich kann es nicht sagen, ich sage es nie,
bleibt auch mein Himmel versperrt.
(aus Lehárs Operette "Das Land des Lächelns")
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Michael Suda
 

Re: Bankenabgabe und Blödheit

Beitragvon Peter Thomas Suschny » 8. November 2010, 18:15

Brigitte Grohmann hat geschrieben:die Zweite Bank halt ich für einen PR-Gag. Was hindert die Erste daran, diesen Kunden auch einfach so ohne Trara ein Basis-Konto aufzumachen? brigitte


Oder das Bankwesen-Gesetz? Erinnere mich nur, dass wir 1979 in der HAK lernten, dass es da gerade Reformen dazu gegeben hat, damals hatte gerade das Kabinett Kreisky 4 begonnen, in der Zwischenzeit haben wir 2010.
Aber nachdem ich nur einfaches Fachgruppen Ausschuss-Mitglied gewesen bin, bis im März niemand von der Grünen Wirtschaft hineingewählt worden ist, bin ich kein Bank-Experte, wohl aber gibt es den Betreiber eines Sonnenstudios bei uns, Hans Arsenovic, Wiener Landessprecher, der war zuvor auch längere Zeit in einer Bank tätig, vielleicht kann der sachdienlichere Hinweise geben, als ich mit meinem HAK-Wissen aus den Late Seventies.
Peter Thomas Suschny
 

Re: Bankenabgabe und Blödheit

Beitragvon Peter Thomas Suschny » 8. November 2010, 18:20

Michael Suda hat geschrieben:Wie sollte das Kapital für eine solche Non-Profit-Bank aufgebracht werden?


Die Idee stammt von Attac, weil ich das gestern auf einer der Wirtschaftsseiten der vergangenen Woche von meinem Lieblingsblatt gelesen habe, dort kannst Du sicher konkretere Antworten erhalten

OT - aber nur so zum Nachdenken

Attac, wo auch Heiner Geißler von der CDU ist, ist also kein linker Privatverein, wie das manche gerne noch immer sehen, ist ja immerhin schon ein wenig mehr als z. B. in der Waldheim-Affäre der World Jewish Congress, der zwar viel böses Blut in Österreich erzeugte, aber in Wahrheit ein 7-Personen-Büro dem Vernehmen nach zumindest damals gewesen sein soll.
Diese etwas "strange people" haben wirklich einen denkwürdigen Namen, wo vor allem vor einem Vierteljahrhundert noch sehr viele mehr lebten, die immer vom "Weltjudentum" sprachen.
Peter Thomas Suschny
 

Re: Bankenabgabe und Blödheit

Beitragvon Michael Suda » 8. November 2010, 18:20

Brigitte Grohmann hat geschrieben:die Zweite Bank halt ich für einen PR-Gag. Was hindert die Erste daran, diesen Kunden auch einfach so ohne Trara ein Basis-Konto aufzumachen? Die bösen kleinen Mikrofilme?

Nein, gierige Aktionäre, so wie ich zum Beispiel, die eine Schmälerung ihrer Dividende durch zu viel Gemeinnützigkeit fürchten.

Im Ernst: Ich halte es schon für sinnvoller, das kommerzielle Bankgeschäft sauber von karitativen Aktivitäten zu trennen. Und die "Zweite" ist eine reine "Charity-Bank".
Ich kann es nicht sagen, ich sage es nie,
bleibt auch mein Himmel versperrt.
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Re: Bankenabgabe und Blödheit

Beitragvon Michael Suda » 8. November 2010, 18:24

Peter Thomas Suschny hat geschrieben:
Michael Suda hat geschrieben:Wie sollte das Kapital für eine solche Non-Profit-Bank aufgebracht werden?


Die Idee stammt von Attac, weil ich das gestern auf einer der Wirtschaftsseiten der vergangenen Woche von meinem Lieblingsblatt gelesen habe, dort kannst Du sicher konkretere Antworten erhalten [hier gekürzt]

Wer ist Attac? Ein Consulting-Unternehmen für Finanzdienstleister? Welche Referenzen haben die? Außer das evidenten Wissen darüber, dass man mit einer Strumpfmaske überm Kopf oder mit dem Titel eines "Bundesministers für Finanzen" ans Gerschtl kommen kann (erstere Methode aber riskant!).
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Re: Bankenabgabe und Blödheit

Beitragvon Gerald König » 8. November 2010, 20:19

Brigitte Grohmann hat geschrieben:die Zweite Bank halt ich für einen PR-Gag. Was hindert die Erste daran, diesen Kunden auch einfach so ohne Trara ein Basis-Konto aufzumachen? Die bösen kleinen Mikrofilme?


Solche Kunden hatten oft schon ein Basiskonto - aufgrund einer negativ verlaufenden Geschäftsverbindung (= die sind ziemlich im Eck) hat keine Bank mehr (kaufmännisches) Interesse an solchen Menschen und verschließt die Türen.

Hier eine Hintertür zu öffnen (da soll ruhig auch ein wenig PR-Gag dabei sein) ist tatsächlich wichtig und kann so manches Comeback erleichtern.

Vielleicht möchte man ja "dieses Geschäft" auch außerhalb der klassischen Verkaufseinheiten erledigen...

lgg
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Gerald König
 

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