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Wiener Verkehrspolitik

Diskussionen zur Politik in der Bundeshauptstadt.

Moderation: Susanne Ofner

Wiener Verkehrspolitik

Beitragvon Stefan Mackovik » 14. September 2010, 17:35

Wien ist, ohne Frage, eine lebenswerte Stadt.

Was mich aber, neben anderen Dingen, doch ärgert ist die herrschende Wiener Verkehrspoltik.

Die scheint nämlich, wie ich es irgendwo mal so treffend gelesen habe, tatsächlich von "Männern jenseits der 40" gemacht zu werden. Das heißt: zu allererst kommt das Auto, dahinter dann Prestigeprojekte wie U- Bahn oder (Haupt-)Bahnhof.

Weit dahinter liegen dann die eigentlich umweltfreundlichsten Fortbewegungsformen, sprich: Fahrradfahrer und Fußgänger.

Das sieht man daran, wie weltfremd diverse Radwege in Wien (beispielsweise am Ring, oder konkretes Beispiel am Schwarzenbergplatz) angelegt sind: viel zu schmal, gemeingefährliche Schwenker etc.

Nach außen hin will man sich als fahrradfreundlich verkaufen, in dem man mit zig neuen Radwegekilometern prahlt (an Stellen, wo es oft unsinnig ist), oder Fahrradständer in der Pampa aufstellt (z.B. mitten unter der Nordbrücke in Floridsdorf, wo weit und breit sonst nix ist).

Andererseits aber werden jährlich zig neue Atobahnkilometer und -abfahrten gebaut - Beispiel Verlängerung der Südostangente zum Landstraßer Gürtel.

Die herrschende SPÖ handelt da - wieder einmal nach dem Motto "verwalten statt gestalten": Wir haben mehr Autos? Wir brauchen mehr Straßen - und das ist mir ehrlich gesagt zu wenig.

Mutige Politik wäre der massive und sinnvolle Ausbau alternativer Verkehrsmittel bzw. -wege, auch wenn dies auf Kosten des PKW- Verkehrs gehen sollte.

Leider ist das Auto und sein Fahrer aber - abgesehen von den Grünen - die Heilige Kuh fast jeder Partei. Dabei zeigen internationale Beispiele, dass sich Mut oft lohnt: in London zum Beispiels wurde gegen allgemeinen Widerstand die Citymaut eingeführt, heute ist die Mehrheit der Bevölkerung FÜR die Maut.

Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann dass Wien im Hinblick auf den Verkehr Kopenhagen oder Amsterdam wird.

Aber so lange die SPÖ allein regieren kann, wird das wohl ein Wunschtraum bleiben...
Alfons Haider hat recht.
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Stefan Mackovik
 

Re: Wiener Verkehrspolitik

Beitragvon Andreas Beer » 14. September 2010, 17:43

Stimme dir zu, dass zwar Wien viel an Radwegkilometern vorzuweisen hat, diese aber manchmal ziemlich hirnrissig geplant und verwirklicht wurden.
Aber ich sehe keine Besserung in Sicht: auch manche Radwege, die von den Grünen geplant bzw. durchgesetzt wurden, sind um keinen Deut besser und teilweise genauso dämlich und gemeingefährlich.
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Re: Wiener Verkehrspolitik

Beitragvon Peter Thomas Suschny » 14. September 2010, 17:49

Rate allen, auch Leuten, die oft aus welchen Gründen immer, Auto fahren: http://www.radfalle.at - eine Einrichtung von Christoph Chorherr, da können sämtliche Probleme mit bestehenden Radwegen gemailt werden; falls die Seite nicht mehr aktiv ist: am 25. 9. um 16h00 ist Radsternfahrt und Ch. Ch. spricht dann beim Treffpunkt Parlament und da können Ideen alle deponiert werden und da das ein Samstag ist, sind auch Selbständige eher in der Lage, hinzuschauen.

Zum Beispiel gelang es den Grünen, den berüchtigten Radweg am Gürtel bei der U 6-Alserstraße zu entschärfen, leider musste erst ein Toter beklagt werden, seit dem haben die links einbiegenden Autos eine eigene Ampelphase vulgo "Spurpfeil".
Peter Thomas Suschny
 

Re: Wiener Verkehrspolitik

Beitragvon Andreas Beer » 14. September 2010, 17:58

ist jetzt anscheinend nur mehr auf Salzburg fokussiert
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Re: Wiener Verkehrspolitik

Beitragvon Peter Thomas Suschny » 14. September 2010, 18:11

Nachtrag: momentan ist das nur Salzburg betreffend, also
fällt mir noch der "Pedalritter" an, wie er es immer wieder als T-Shirt trägt: Wolfgang Kamptner, der hier ebenfalls gelegentlich schreibt.
Peter Thomas Suschny
 

Re: Wiener Verkehrspolitik

Beitragvon Michael Suda » 14. September 2010, 19:44

Stefan Mackovik hat geschrieben:Wien ist, ohne Frage, eine lebenswerte Stadt.

Was mich aber, neben anderen Dingen, doch ärgert ist die herrschende Wiener Verkehrspoltik.

Die scheint nämlich, wie ich es irgendwo mal so treffend gelesen habe, tatsächlich von "Männern jenseits der 40" gemacht zu werden. Das heißt: zu allererst kommt das Auto, dahinter dann Prestigeprojekte wie U- Bahn oder (Haupt-)Bahnhof. [hier gekürzt]

Wie wir alle wissen, ist die Wiener Verkehrspolitik Gefangene ihres eigenen Golems, der U-Bahn.

Die U-Bahn funktioniert gut, sie ist ungeheuer populär - sogar bei eingefleischten Autofahrern, weil sie nicht mit denen um Straßenraum konkurriert -, also ist sie das Liebkind der Politik.

Ihre "kleinen Nachteile" (Mega-Planungs- und Mega-Baukosten, starre Achsenbildung, hohe Fixkosten ["Betriebsbereitschaftskosten"], horrende Ineffizienz bei der Erschließung von Stadtrandgebieten - die dennoch vorangetrieben wird) sind bekannt. Die U-Bahn ist der große Geldstaubsauger; das Geld, das sie aufsaugt, fehlt beim Tramway- und Busnetz, das technisch und organisatorisch nur Mittelmaß ist.

Trotzdem wird das auf absehbare Zeit so bleiben, sogar wenn die Grünen mitregieren sollte. Auch ein/e grüne/r Vekehrsstradtrat/rätin würde sich wohl ins von der Rathausbürokratie und den Wiener Linien gut aufgeschüttelte U-Bahn-Faulbett legen. Ganz einfach, weil es der bequeme kleinste gemeinsame Nenner ist.

Oder gibt es da Gegenstimmen?
Ich kann es nicht sagen, ich sage es nie,
bleibt auch mein Himmel versperrt.
(aus Lehárs Operette "Das Land des Lächelns")
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Michael Suda
 

Re: Wiener Verkehrspolitik

Beitragvon Peter Thomas Suschny » 14. September 2010, 20:31

Michael Suda hat geschrieben: Auch ein/e grüne/r Vekehrsstradtrat/rätin würde sich wohl ins von der Rathausbürokratie und den Wiener Linien gut aufgeschüttelte U-Bahn-Faulbett legen. Ganz einfach, weil es der bequeme kleinste gemeinsame Nenner ist.

Oder gibt es da Gegenstimmen?


1. Kommt es darauf an, wieviel % die Grünen erreichen, bei theoretischen 50 % wäre der Blödsinn sofort aus, dass die bereits geplante U 1-Süd kommt, kann noch passen, die geht dann aber zur Therme und nicht nach Häupls künftigen Austria Wien Platz in Rothneusiedl mitten in den Äckern.
2. Ein positiver Aspekt der U-Bahn ist der Ausbau von diversen Kabelnetzen, wenn dort schon gebohrt wird, das wäre genau für die PHO, die dann angebunden ist, sicher nicht nur nachteilig.
3. Ein grüner Verkehrsstadtrat/eine grüne Verkehrsstadträtin würde sich einsetzen, die U 6 als Bim Richtung Wolkersdorf zu verlängern.
4. Ebenso wäre eine Umlegung des geplanten U 2-Ausbaus Süd zum Südbahnhof klüger - 1987 (!) meinte noch der Vorgänger vom Prof. Sebastian Kummer als Transportbetriebswirt, Prof. Peter Faller, die U 1 fährt am Südtiroler Platz, weil ein geplanter Zentralbahnhof dort liegen würde, die Planungen eines Zentralbahnhofs (die U 1 wurde ja 1978 eröffnet und 1969 im November in Angriff genommen) sind also wohl bereits kaum später als ein Jahrzehnt nach Fertigstellung des Süd-(Ost-)Bahnhofs angegangen worden.
5. Was ein grüner Verkehrsstadtrat bzw. eine grüne Rätin sofort abbrechen würde, ist Häupls tatsächlich an die frühen 1950er erinnernder Bubentraum eines Cable-Liners für den Hauptbahnhof zur U-Bahn, gegen das in den 60ern bei der USTRABA am Matzleinsdorfer Platz eingesetzte Laufband hingegen hätte kaum ein/e grüne/r Politiker/in was zu sagen.
Peter Thomas Suschny
 

Re: Wiener Verkehrspolitik

Beitragvon Dieter Henkel » 14. September 2010, 22:14

Peter Thomas Suschny hat geschrieben:5. Was ein grüner Verkehrsstadtrat bzw. eine grüne Rätin sofort abbrechen würde, ist Häupls tatsächlich an die frühen 1950er erinnernder Bubentraum eines Cable-Liners für den Hauptbahnhof zur U-Bahn

Dies hat auch unter rot kaum noch Chancen, wie zuletzt zu lesen war.
Dieter Henkel
 

Re: Wiener Verkehrspolitik

Beitragvon Markus Finster » 15. September 2010, 12:49

Michael Suda hat geschrieben:Trotzdem wird das auf absehbare Zeit so bleiben, sogar wenn die Grünen mitregieren sollte. Auch ein/e grüne/r Vekehrsstradtrat/rätin würde sich wohl ins von der Rathausbürokratie und den Wiener Linien gut aufgeschüttelte U-Bahn-Faulbett legen. Ganz einfach, weil es der bequeme kleinste gemeinsame Nenner ist.

Oder gibt es da Gegenstimmen?


Innerhalb der Grünen jede Menge! ;-)
Das U-Bahn-Netz ist ganz ok (wenn man von diversen Schwachsinnigkeiten wie Südbahnhof ohne U-Bahnanschluss mal absieht), aber was viel wichtiger wäre sind mehr Straßenbahnen, kürzere Intervalle grade vom Stadtrand ins Zentrum, damit die Pendler nicht bis ins Zentrum fahren (müssen).
Markus Finster
 

Re: Wiener Verkehrspolitik

Beitragvon Andreas Beer » 15. September 2010, 13:06

Bin für die Installation einer Einschienenbahn (Marke Vieweg) in Wien.
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