Von der "Haschtrafik" zur Fahrradprohibition?
Diskussionen zur Politik in der Bundeshauptstadt.
Moderation: Susanne Ofner
Re: Von der "Haschtrafik" zur Fahrradprohibition?
von Andreas Beer » 16. Juni 2011, 10:03
Das ist jetzt kein Vorwurf gegen die Radfahrer, aber sie werden ja eigentlich gezwungen näher an den parkenden Autos vorbeizufahren als eigentlich in der STVO vorgeschrieben; also auch keine wirkliche Reaktionszeit wenn einer rausschiebt.
Egal, ändern werden wir es nicht, bleibt also nur die Hoffnung, dass nix passiert...
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Re: Von der "Haschtrafik" zur Fahrradprohibition?
von Kurt Radowisch » 16. Juni 2011, 10:14
Ich meinte eigentlich Längsparken am linken Rand einer Einbahnstraße. Da hier der Lenker näher zum Gehsteig sitzt, hat er einen schlechten Blick auf Fahrzeuge, die auf der Fahrbahn von vorne kommen. Der rechte Spiegel ragt aus der Parkzeile hinaus, aber mit dem sieht man ja nur nach hinten.
LG Kurt
LG Kurt
Re: Von der "Haschtrafik" zur Fahrradprohibition?
von Susanne Ofner » 16. Juni 2011, 13:38
Andreas Beer hat geschrieben:Das ist jetzt kein Vorwurf gegen die Radfahrer, aber sie werden ja eigentlich gezwungen näher an den parkenden Autos vorbeizufahren als eigentlich in der STVO vorgeschrieben; also auch keine wirkliche Reaktionszeit wenn einer rausschiebt
Ja, und das ist eben eine der vielen Unzulänglichkeiten der Verkehrsflächen-Organisation in Wien.
Es ist extrem unlustig, sehr knapp an parkenden Autos vorbeifahren zu müssen, und da sind längsparkende Autos am schlimmsten (Stichwort: plötzlich aufgehende Autotür). Schrägparkende, die im Retourgang die Parklücke verlassen, sind eh halbwegs auffällig.
Su
Re: Von der "Haschtrafik" zur Fahrradprohibition?
von Stefan Mackovik » 16. Juni 2011, 14:56
Um wieder ein bissl zum Thema zurück zu kommen, möchte ich hier mal klar stellen, dass ich durchaus verstehen kann, wenn die Grünen bei den aktuellen (Fahrrad, Zigarettenautomat) zurückkehren.
Wie ich schon anderenorts erklärt habe, scheint der Ruf nach Verboten dort notwendig, wo einstmals funktionierende gesellschaftliche Gepflogenheiten einfach nicht mehr funktionieren.
Gerade beim Thema Radfahren, und das sage ich als Alltagsradler, der fast alle Wege in Wien mit dem Rad zurücklegt, sehe ich tägliche zig (offenbar ganz bewusst begangenen) Verkehrsübertretungen durch meine MitradlerInnen begangen, dabei ist Gegen- die Einbahnfahren noch das geringste Übel, schlimmer finde ich Rotfahren, Schneiden und das Befahren von Ein-Richtungs-Radwegen in der falschen Richtung (oft zu sehen bei der Babenbergerstrasse) - da würd ich mir echt mal eine Aktion scharf wünschen, weil das für rücksichtsvolle RadlerInnen wie mich, aber auch für alle anderen Verkehrsteilnehmer teilweise sogar gefährlich ist.
Selbe Sache bei den Zigarettenautomaten - wie oft wurde ich von Halbstarken schon gefragt, ob ich Ihnen meine Bankomatkarte mal "borgen" dürfte? - und ich wette, es gibt genug die sie gerne her borgen...
Wäre die Gesellschaft verantwortungsbewusster und fähig, dass quasi "selbst" zu regeln, bräuchten wir
gar nicht erst über Verbote diskutieren...
Interessant zum Thema auch dieser Blogeintrag von Marco Schreuder
Wie ich schon anderenorts erklärt habe, scheint der Ruf nach Verboten dort notwendig, wo einstmals funktionierende gesellschaftliche Gepflogenheiten einfach nicht mehr funktionieren.
Gerade beim Thema Radfahren, und das sage ich als Alltagsradler, der fast alle Wege in Wien mit dem Rad zurücklegt, sehe ich tägliche zig (offenbar ganz bewusst begangenen) Verkehrsübertretungen durch meine MitradlerInnen begangen, dabei ist Gegen- die Einbahnfahren noch das geringste Übel, schlimmer finde ich Rotfahren, Schneiden und das Befahren von Ein-Richtungs-Radwegen in der falschen Richtung (oft zu sehen bei der Babenbergerstrasse) - da würd ich mir echt mal eine Aktion scharf wünschen, weil das für rücksichtsvolle RadlerInnen wie mich, aber auch für alle anderen Verkehrsteilnehmer teilweise sogar gefährlich ist.
Selbe Sache bei den Zigarettenautomaten - wie oft wurde ich von Halbstarken schon gefragt, ob ich Ihnen meine Bankomatkarte mal "borgen" dürfte? - und ich wette, es gibt genug die sie gerne her borgen...
Wäre die Gesellschaft verantwortungsbewusster und fähig, dass quasi "selbst" zu regeln, bräuchten wir
gar nicht erst über Verbote diskutieren...
Interessant zum Thema auch dieser Blogeintrag von Marco Schreuder
Alfons Haider hat recht.
Re: Von der "Haschtrafik" zur Fahrradprohibition?
von Kurt Radowisch » 17. Juni 2011, 00:09
Kurt Radowisch hat geschrieben:
Ich meinte eigentlich Längsparken am linken Rand einer Einbahnstraße. Da hier der Lenker näher zum Gehsteig sitzt, hat er einen schlechten Blick auf Fahrzeuge, die auf der Fahrbahn von vorne kommen. Der rechte Spiegel ragt aus der Parkzeile hinaus, aber mit dem sieht man ja nur nach hinten.
LG Kurt
Heute war ich zufällig dort (meine Eltern wohnen da), ich habe extra nachgeschaut: diese bewußte Einbahn ist NICHT für den Radverkehr in der Gegenrichtung freigegeben.
Aber wenn man links (längs) parkt, muß man trotzdem beim Ausparken aufpassen, ob nicht von vorne einer kommt und meint, er dürfe ja.
Und er fühlt sich dabei voll im Recht.
LG Kurt
Re: Von der "Haschtrafik" zur Fahrradprohibition?
von Livia Rohrmoser » 17. Juni 2011, 00:28
Kurt Radowisch hat geschrieben:Aber wenn man links (längs) parkt, muß man trotzdem beim Ausparken aufpassen, ob nicht von vorne einer kommt und meint, er dürfe ja.
Und er fühlt sich dabei voll im Recht.
Niemand hier hat bestritten, dass es unter Radfahrern Trotteln gibt. Vermutlich im Prozentsatz etwa genauso viele wie unter Autofahrern - und Fußgängern - und Busfahrern - und Bimfahrern - und Motorrad-/Mopedfahrern ...
Livia
Männer sind Schweine. Aber jede will doch ab und zu mal Schwein haben.
Re: Von der "Haschtrafik" zur Fahrradprohibition?
von Martin Polak » 18. Juni 2011, 11:22
Livia Rohrmoser hat geschrieben:ach, du meinst Schrägparken. Okay, da hast du das Problem aber genauso mit anderen Autos.
Und die fahren echt so häufig GEGEN die Einbahn, wie in dem Skizzierten Fall? Abgesehn davon, dass man Autos eher hört als Radler.
Und das sag ich, der sicher mehr mit dem Rad und zu Fuß in Wien unterwegs ist als mit dem Auto... aber ich versuch, mich dabei selbst am Leben zu lassen.
Martin
Re: Von der "Haschtrafik" zur Fahrradprohibition?
von Kurt Radowisch » 18. Juni 2011, 14:01
Livia Rohrmoser hat geschrieben:
Niemand hier hat bestritten, dass es unter Radfahrern Trotteln gibt. Vermutlich im Prozentsatz etwa genauso viele wie unter Autofahrern - und Fußgängern - und Busfahrern - und Bimfahrern - und Motorrad-/Mopedfahrern ...
Livia
Wenn ein Kraftfahrer zB gegen die Einbahn oder auf dem Gehweg fährt, schreiben sich dutzende Leute sein Kennzeichen auf.
Radfahrer sind aber so gesehen in einer besseren Situation als Diplomaten, denn sie sind völlig anonym und können machen, was sie wollen. In meiner "Wilden Zeit" habe ich nicht nur einmal die Funkstreife abgehängt.
LG Kurt
Re: Von der "Haschtrafik" zur Fahrradprohibition?
von Georg Kraml » 19. Juni 2011, 23:49
Livia Rohrmoser hat geschrieben:Niemand hier hat bestritten, dass es unter Radfahrern Trotteln gibt. Vermutlich im Prozentsatz etwa genauso viele wie unter Autofahrern - und Fußgängern - und Busfahrern - und Bimfahrern - und Motorrad-/Mopedfahrern ...
Da gibt's aber einen Unterschied, der mir hier zu kurz kommt: ein Autofahrer hat selber in der Hand, ob's in derklatscht, ein Radfahrer nicht. Ich biete mich selber als Beispiel an, mich bzw. die drei bösen Unfälle und die zwei anderen akut lebensgefährlichen Situationen, in die ich bisher verwickelt war:
* Als Radfahrer auf der Triesterstraße über den Haufen gefahren worden. Autofahrer schneidet mich in genau dem Augenblick ("Schleich di am Radelweg, Oaschloch!"), als ich gerade die regennaßen Schienen der Badner Bahn unter den Reifen habe. Lustig.
* Аls Fußgänger auf der Kreuzung Wienzeile-Getreidemarkt über den Haufen gefahren worden. Brütende Sommerhitze, alle sind geladen, Taxifahrer hat sich im Nachmittagsverkehr in der Kreuzung eingekastelt, wird angehupt, schmeißt die Nerven weg, pflügt aus dem Stand heraus über einen Zebrasteifen voller Fußgänger.
* Аls Radfahrer am Gürtelradweg über den Haufen gefahren worden. Autofahrer hat sich an der Kreuzung Josefstädter Straße beim Abbiegen vertan.
* Reifenplatzer zwischen Ashburton und Methven. Mein Fehler; der Reifen war um Etliches zu alt und ich hatte mehrere entsprechende Warnungen ignoriert.
* Sekundenschlaf auf der Rakaia River Bridge. Auch niemand außer mir dran schuld.
Ich wage zu behaupten: an tödlichen oder sonstwie schlimmen Unfällen von Autofahrern sind im Allgemeinen die Autofahrer selber schuld. Zu schnell, zu besoffen, zu schlecht gewartetes Auto, zu müde. Ein Autofahrer kann sich entsprechend selber recht effektiv schützen. Ein Radfahrer oder Fußgänger ist ihm de facto schutzlos ausgeliefert, selbst wenn er alles richtig macht.
Wir wissen alle, dass Autofahrer in Österreich keinem ernsthaften Erziehungsdruck ausgesetzt sind. Die Überwachung ist ein Scherz, die Strafen sind lächerlich. Ich als Radfahrer soll mich ohne Rücksicht auf Gefahr für mich selbst an "die Regeln" halten, nachdem mir jahrzehntelang alle hämisch grinsend erklären, dass es auf Österreichs Straßen kein Recht außer dem Recht der Stärkeren gibt? Sicher nicht.
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