Von der "Haschtrafik" zur Fahrradprohibition?
Diskussionen zur Politik in der Bundeshauptstadt.
Moderation: Susanne Ofner
Von der "Haschtrafik" zur Fahrradprohibition?
von Michael Suda » 14. Juni 2011, 21:05
Michael Völker im "Standard" trifft den Nagel auf den Kopf - danke (leider): Die neue grüne Spießigkeit
Das macht man also so als neue grüne Vizebürgermeisterin:
Doch auch hier gilt: der Ton macht die Musik. Natürlich sind die Radler/innen eine undisziplinierte Rasselbande. Aber muss ich mir quasi vor den Augen der Krone-Reporter selbst in Law-and-Oder-Pose an den Colt greifen und dazu streng dreinschauen? *Grrrr, keiner wird verschont!* Die macht sich so doch nur zur Hampelfrau des Boulevards ("Sie wissen doch, viele Krone-Leser ärgern sich über undisziplinierte Radlfahrer; was gedenken sie zu tun?")!
Danke, damit ist es amtlich: Radler/innen sind Desperados, vor denen sich der gesetzestreue Krone-Bürger mit Recht fürchtet. "Sogar die Grünen geben das selber zu!" Also her mit Radargeräten, Nummerntafeln, Trillerpfeifen und Strafzettelblocks!
Eine jedenfalls wirklich beschissen kommunizierte Prioritätensetzung für eine Grünpolitikerin!
Das macht man also so als neue grüne Vizebürgermeisterin:
- Restriktionen für Radlfahrer/innen ankündigen (in der "Krone"),
- über Wahnsinnsprojekte der Vorgänger (Südosttangentenverlängerung bis zum Belvedere samt Gürtelverbreiterung) mit den Zähnen knirschen und
- moralinsaure Anti-Drogen-Politik promoten - dann was Anderes ist das Verbot von Tschickautomaten auch nicht.
Doch auch hier gilt: der Ton macht die Musik. Natürlich sind die Radler/innen eine undisziplinierte Rasselbande. Aber muss ich mir quasi vor den Augen der Krone-Reporter selbst in Law-and-Oder-Pose an den Colt greifen und dazu streng dreinschauen? *Grrrr, keiner wird verschont!* Die macht sich so doch nur zur Hampelfrau des Boulevards ("Sie wissen doch, viele Krone-Leser ärgern sich über undisziplinierte Radlfahrer; was gedenken sie zu tun?")!
Danke, damit ist es amtlich: Radler/innen sind Desperados, vor denen sich der gesetzestreue Krone-Bürger mit Recht fürchtet. "Sogar die Grünen geben das selber zu!" Also her mit Radargeräten, Nummerntafeln, Trillerpfeifen und Strafzettelblocks!
Eine jedenfalls wirklich beschissen kommunizierte Prioritätensetzung für eine Grünpolitikerin!
Ich kann es nicht sagen, ich sage es nie,
bleibt auch mein Himmel versperrt.
bleibt auch mein Himmel versperrt.
(aus Lehárs Operette "Das Land des Lächelns")
Re: Von der "Haschtrafik" zur Fahrradprohibition?
von Livia Rohrmoser » 15. Juni 2011, 00:28
Hmm, also der Krone ist nicht zu trauen. Wer weiß, was sie wirklich gesagt hat. Ich kann dir aus einem einstündigen Interview jede beliebige Richtung in den Mund legen - und zwar aus deinen Zitaten, geschickt zusammengeschnitten.
Allerdings habe ich das angesprochene Problem der zunehmenden Spießigkeit, Angepasstheit, Regierungsfähigkeit der Grünen schon länger. Bloß was ist die Alternative zur ehemaligen Alternative? Blassrosa, die den Schwarzen schon längst zum Verwechseln ähnlich sind? Stimmen für Exoten wegschmeißen? Gar nicht wählen und das Feld denen überlassen, die dann eben den ganzen anderen Dreck wählen?
Livia
Allerdings habe ich das angesprochene Problem der zunehmenden Spießigkeit, Angepasstheit, Regierungsfähigkeit der Grünen schon länger. Bloß was ist die Alternative zur ehemaligen Alternative? Blassrosa, die den Schwarzen schon längst zum Verwechseln ähnlich sind? Stimmen für Exoten wegschmeißen? Gar nicht wählen und das Feld denen überlassen, die dann eben den ganzen anderen Dreck wählen?
Livia
Männer sind Schweine. Aber jede will doch ab und zu mal Schwein haben.
Re: Von der "Haschtrafik" zur Fahrradprohibition?
von Georg Kraml » 15. Juni 2011, 10:29
Livia Rohrmoser hat geschrieben:Hmm, also der Krone ist nicht zu trauen. Wer weiß, was sie wirklich gesagt hat.
Die Grünen selber scheinen allgemein davon auszugehen, dass ja:
Aufstand bei Grünen gegen Verbotspolitik
Ich persönlich glaub's auch. Weder Glawischnig noch Vassilakou haben jemals besondere Anstrengungen unternommen, sich als Angehörige des liberalerеn Flügels zu profilieren.
Re: Von der "Haschtrafik" zur Fahrradprohibition?
von Kurt Radowisch » 15. Juni 2011, 11:52
Es braucht nichts verboten werden, was bereits verboten ist.
Radfahren auf dem Gehweg ist schon lange verboten. (StVO § 8, Abs. 4 und § 68, Abs. 1)
Und wenn mich (als Fußgänger) ein Radfahrer auf dem Gehweg anfährt und dabei zu Sturz kommt, hat er sich die Folgen selbst zuzuschreiben.
LG Kurt
Radfahren auf dem Gehweg ist schon lange verboten. (StVO § 8, Abs. 4 und § 68, Abs. 1)
Und wenn mich (als Fußgänger) ein Radfahrer auf dem Gehweg anfährt und dabei zu Sturz kommt, hat er sich die Folgen selbst zuzuschreiben.
LG Kurt
Re: Von der "Haschtrafik" zur Fahrradprohibition?
von Livia Rohrmoser » 15. Juni 2011, 12:59
Kurt Radowisch hat geschrieben:Radfahren auf dem Gehweg ist schon lange verboten. (StVO § 8, Abs. 4 und § 68, Abs. 1)
Und wenn mich (als Fußgänger) ein Radfahrer auf dem Gehweg anfährt und dabei zu Sturz kommt, hat er sich die Folgen selbst zuzuschreiben.
Würdest du dann bitte den Trotteln von der Wiener Stadtregierung erklären, was für ein Humbug es ist, Fahrradwege als Schlangenkurs auf den Gehsteig am Ring zu malen?
In Floridsdorf war es äußerst erfolgreich, eine ganze Menge Straßen für Radfahren gegen die Einbahn zu öffnen. Was übrigens der Kooperation von den Grünen und eines äußerst aktiven Mitglieds der ARGE Fahrrad (Andrzej Felczak) zu verdanken war. Klar, Floridsdorf hat den Vorteil, dass es viele relativ neue und damit relativ breite Straßen gibt. Und dass es flach ist.
Livia
Männer sind Schweine. Aber jede will doch ab und zu mal Schwein haben.
Re: Von der "Haschtrafik" zur Fahrradprohibition?
von Kurt Radowisch » 15. Juni 2011, 13:24
Ich stimme in allen Punkten zu.
Aber was hat das mit Radfahren auf Gehwegen zu tun?
LG Kurt
Aber was hat das mit Radfahren auf Gehwegen zu tun?
LG Kurt
Re: Von der "Haschtrafik" zur Fahrradprohibition?
von Susanne Ofner » 15. Juni 2011, 14:48
Kurt Radowisch hat geschrieben:Aber was hat das mit Radfahren auf Gehwegen zu tun?
In den Jahren, in denen ich wirklich alle meine Wege mit dem Rad fuhr, wurde mir erst so richtig bewusst, wie Straßen bzw. Einbahnen (in Wien) organisiert sind: Es wird versucht, die Verkehrsströme auf bestimmten "leistungsstarken" Straßen zu bündeln, also etwa dem Gürtel, der Triester Straße und wie sie alle heißen.
Als Radfahrerin wollte ich *nicht* ausgerechnet auf diesen Straßen fahren, und es war sehr oft so gut wie unmöglich, das auf legale Weise zu vermeiden, weil die Einbahnführung halt so angelegt war, dass man ständig auf diese großen Straßen hingeführt wurde.
Da half es oft nur, etwas Illegales zu tun, nämlich kurze Strecken auf dem Gehsteig oder gegen die Einbahn zu fahren. Ich hab das nie gern getan, und auf Gehsteigen/Gehwegen fuhr ich grundsätzlich sehr langsam (wenn Leute dort gingen, dann bremste ich auf Schritttempo ab).
Zum Glück ist es inzwischen viel öfter als früher erlaubt, gegen die Einbahn zu fahren. (Und inzwischen gibt es auch einen Radweg den Gürtel entlang.)
Das verringert die tatsächliche Notwendigkeit von Ausweichmanövern auf Gehsteige.
Allerdings gibt es nach wie vor einen Haufen Stellen, die regelkonformes Radfahren schwer machen. Die Strecke von "meinem" Fahrradreparaturgeschäft zu mir nach Hause etwa lässt sich kaum meistern, ohne ein Stück auf dem Gehsteig zu fahren (die Alternative wäre eine sehr große Schleife auf Durchzugsstraßen).
Pauschal lässt sich natürlich wenig sagen - selbstverständlich gibt es RadfahrerInnen, die sich undiszipliniert aufführen und sich nix um Verbote/Gebote pfeifen. Genauso, wie es bekanntlich AutofahrerInnen gibt, denen die StVO nicht sooo rasend wichtig ist, dass sie sich immer dran halten und denen z. B. das Blinken beim Abbiegen zu anstrengend ist.
Su
Re: Von der "Haschtrafik" zur Fahrradprohibition?
von Andreas Beer » 15. Juni 2011, 16:48
Vor allem bei den teuren Autos ist anscheinend der Blinker oft "kaputt" ;).
--
Die einzige Buchhandlung mit Tiefstpreisgarantie! http://www.meinebuchhandlung.at
Die einzige Buchhandlung mit Tiefstpreisgarantie! http://www.meinebuchhandlung.at
Re: Von der "Haschtrafik" zur Fahrradprohibition?
von Brigitte Grohmann » 15. Juni 2011, 17:51
Ich krieg übrigens immer die Krise, wenn mir ein radfahrer in der Einbahn entgegenkommt. Solche Strassen sind nämlich oft aus gutem Grund Einbahnen, weil sie verdammt schmal sind.
brigitte
brigitte
If some cunt can fuck something up, that cunt will pick the worst possible time to
fucking fuck it up because that cunt's a cunt.
- Tucker's Law
fucking fuck it up because that cunt's a cunt.
- Tucker's Law
Re: Von der "Haschtrafik" zur Fahrradprohibition?
von Susanne Ofner » 15. Juni 2011, 18:07
Brigitte Grohmann hat geschrieben:Ich krieg übrigens immer die Krise, wenn mir ein radfahrer in der Einbahn entgegenkommt. Solche Strassen sind nämlich oft aus gutem Grund Einbahnen, weil sie verdammt schmal sind.
Ein paar Parkplätze weg, und schon gingert es sich supergut aus.
Ich finde ja auch, dass viele der aufgepinselten Radstreifen gegen die Einbahn viel zu schmal ist. So dermaßen knapp an (parkenden) Autos vorbei zu müssen, ist unlustig.
Su
29 Beiträge
• Seite 1 von 3 • 1, 2, 3
- Foren-Übersicht
- Alle Cookies des Boards löschen • Delete style cookies • Time zone: Europe/Vienna [ Sommerzeit ]

