Mariahilf: echt grün?
Diskussionen zur Politik in der Bundeshauptstadt.
Moderation: Susanne Ofner
Mariahilf: echt grün?
von Harald Silvio Frassine » 5. August 2010, 21:51
ich geb nachfolgend die selbstdarstellung des facebook-accounts "echt grün" - http://www.facebook.com/home.php?#!/echt.gruen?ref=ts - wieder - - - kennt sich da wer aus? und was ist davon zu halten???
Wir sind MariahilferInnen, die sich für eine grüne Politik im sechsten Bezirk engagieren – manche von uns schon seit über 30 Jahren. Bis jetzt waren wir die Bezirksgruppe der Wiener Grünen und haben lange erfolgreiche politische Arbeit geleistet: Von der Erkämpfung des Grünwald-Parks bis hin zur Verhinderung von Tiefgarage und Hochhaus am Naschmarkt.
Leider war man in der grünen Landespartei der Meinung, dass eine Berufspolitikerin aus dem Rathaus für die kommende Wahl wichtiger wäre als jene Menschen, die sich im Bezirk grünpolitisch engagieren. Weil wir es gewagt haben, mehrheitlich gegen die Installierung der Gemeinderätin Susanne Jerusalem als Spitzenkandidatin zu stimmen, wollte man uns mittels einer gesteuerten Wahl aus der Bezirkspolitik verdrängen.
In einer konzertierten Aktion wurde eine ganze Reihe neuer Parteimitglieder im Bezirk angemeldet. Und in aller Eile wurde eine zusammengewürfelte Truppe neuer KandidatInnen rekrutiert: Parteiangestellte, aber auch x-beliebige Personen aus dem Bekanntenkreis der DrahtzieherInnen – ohne politische Erfahrung und ohne jeden Bezug zu Mariahilf.
Durch diesen Putsch von oben wurden nicht nur grüne Grundwerte verraten, sondern auch unsere langjährige Aufbauarbeit gefährdet. Wir wollen aber nicht einfach klein beigeben, sondern unsere bewährte und erfolgreiche Arbeit im Mariahilfer Bezirksparlament fortsetzen. Daher verlassen wir die grüne Landespartei und treten bei den Bezirksvertretungswahlen am 10. Oktober in Mariahilf als eigenständige grüne Gruppe an.Lieblingszitate
Hätten die Grünen untereinander eine Umgang miteinander, wie er von den Grünen gegenüber AsylwerderInnen und Minderheiten gefordert wird; würden die Grünen annähernd Entfremdung und Ausbeutung von freiwilligen Mitarbeiterinnen in dem Maß hinanhalten, wie sie es von den InhaberInnen der Produktionsmittel fordern; würden die Grünen auch intern ein Menschenbild praktizieren, das sich von dem der Multis und Banken unterscheidet, und ihnen eben Erfolg etwas anderes bedeuten würde als Verschleiß von Menschenmaterial bzw. Humankapital, dann hätten wir jetzt einen Zwist über Alexander van der ex machina gar nicht erst anfangen müssen.
Werner Rotter
Re: Mariahilf: echt grün?
von Peter Thomas Suschny » 5. August 2010, 22:11
Ja, Susanne Jerusalem, bisher Wiener Grüne Gemeinderätin, wurde in einer Art Nacht- und Nebelaktion mit einer gesamten Riege an Damen und Herren zur Spitzenkandidatin für die BV-Wahlen am 10. 10. 10 gewählt, der Mariahilfer Klubchef Werner Haslauer soll sie dabei unterstützt haben; der für Verkehrsagenden im Bezirk tätige Manfred Rakousky wollte gerne den Spitzenkandidaten machen und soll durch diesen "Putsch" von oben nicht einmal mehr als Nr. 15 gereiht worden sein, weshalb es zu einer Abspaltung in einem Bezirk gekommen ist, der zuvor jedenfalls reelere Chancen gehabt hätte, es dem Neubau und der Josefstadt gleichzutun; in der Josefstadt gab es zwar keine Spaltung, aber die bisherige BV-Stellvertreterin Doris Müller hat den durchaus auch bei bürgerlichen Wählerkreisen beliebten Heribert Rhadijan abwählen lassen, ein 47-jähriger, bisher in Kärnten tätiger Neo-Wiener soll neuer Spitzenkandidat werden, weshalb die Chancen der ÖVP, den Bezirk wieder umzudrehen, gestiegen sind.
Vermutlich sollte Frau Maria Vassilakou des öfteren in den Bezirken schärfer durchgreifen, um solche knapp vor Wahlen nicht gerade für grüne Mehrheiten werbende Aktionen zu unterbinden; in den anderen Bezirken, wo es gute Chancen gibt, stärkste Partei zu werden (vor allem 1040 und 1090 bzw. den 2. Platz von 2005 auszubauen, 1020 und 1050) wurde so was bisher Gott sei Dank nicht gemeldet.
Vermutlich sollte Frau Maria Vassilakou des öfteren in den Bezirken schärfer durchgreifen, um solche knapp vor Wahlen nicht gerade für grüne Mehrheiten werbende Aktionen zu unterbinden; in den anderen Bezirken, wo es gute Chancen gibt, stärkste Partei zu werden (vor allem 1040 und 1090 bzw. den 2. Platz von 2005 auszubauen, 1020 und 1050) wurde so was bisher Gott sei Dank nicht gemeldet.
Re: Mariahilf: echt grün?
von Brigitte Grohmann » 5. August 2010, 22:42
Klingt für mich nach schlechtem Verlierer.
http://derstandard.at/1277336653485/Gru ... -Mariahilf
brigitte
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If some cunt can fuck something up, that cunt will pick the worst possible time to
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- Tucker's Law
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Re: Mariahilf: echt grün?
von Harald Silvio Frassine » 6. August 2010, 10:56
recht aufschlussreich die diskussionen dazu im standard!
ja, werner haslauer kenn ich schon aus den 1980ern als machtpolitiker, er wird sich nicht geändert haben...
aber was ich nicht versteh, ist dass die das nicht einfach über vorzugsstimmen austragen!
ja, werner haslauer kenn ich schon aus den 1980ern als machtpolitiker, er wird sich nicht geändert haben...
aber was ich nicht versteh, ist dass die das nicht einfach über vorzugsstimmen austragen!
Re: Mariahilf: echt grün?
von Brigitte Grohmann » 6. August 2010, 11:32
Na zuerst musst ja mal eine Liste erstellen. Wenn die Verlierer sich dann nicht per Vorzugsstimmen den Wählern stellen, sondern vorher abspalten, kannst nicht viel machen.
brigitte
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Re: Mariahilf: echt grün?
von Peter Thomas Suschny » 7. August 2010, 15:51
Habe kürzlich mit einer Kollegin aus der Grünen Wirtschaft darüber gesprochen, die neben der Grünen Wirtschaft auch bei den Grünen ist und genau in Mariahilf (sogar ums Eck, wo ich als Kind wohnte, ihre Wohnung hat), wie erwähnt kam Susanne Jerusalem mit einer fertigen Liste an Leuten, die nicht wirklich in Mariahilf verankert sind, der Manfred Rakousky, den ich von Verkehrsverantwortlichen Treffen kenne (an denen ich als interessierter und aktiver Gast seit November 2005 teil nehme), ist hingegen ganz typisch von der Basis, hätte am Liebsten wohl den Denzel ganz aus Gumpendorf draußen, äußerte sich kritisch, als die APA, die jahrzehntelang in der Gunoldstraße 14 gegenüber der Kronenzeitung in einem Hochhaus residierte, ab ca. 2005 nach Gumpendorf siedelte (wegen befürchtetem dichten Verkehrsaufkommen, die APA wiegelte ab) und auch schon im Kampf für jenen Park stand, der auf der Wienzeile bald nach der Girardigasse ist (der Denzel hat nach einigen Jahren Widerstand Teile seines Firmengeländes abgegeben).
Mit dem Bruder eines Schulfreundes, der Anfang der 80er auf der Mariahilfer Straße wohnte und sich damals bei den Grünen in Mariahilf engagierte, habe ich gestern gesprochen und der persönlich meint halt, dass ein "Zugpferd" wie die Susanne Jerusalem besser ist, weil bekannter, umgekehrt hätte man wohl Manfred Rakousky und Freunde/innen in die Liste integrieren sollen, dann wäre das ohne Streit abgelaufen.
Mit dem Bruder eines Schulfreundes, der Anfang der 80er auf der Mariahilfer Straße wohnte und sich damals bei den Grünen in Mariahilf engagierte, habe ich gestern gesprochen und der persönlich meint halt, dass ein "Zugpferd" wie die Susanne Jerusalem besser ist, weil bekannter, umgekehrt hätte man wohl Manfred Rakousky und Freunde/innen in die Liste integrieren sollen, dann wäre das ohne Streit abgelaufen.
Re: Mariahilf: echt grün?
von Manfred Rakousky » 8. August 2010, 00:19
Nicht Werner Haslauer sondern meine Person-Manfred Rakousky-war und ist der Klubvorsitzende der grünen Alternative Mariahilf. Nach einen langen Dikussions,-und hearingsprozess in der BG 6 kam es zu einer Abstimmung,unter Aufsicht von Teilen des Landesvorstandes, ob wir eine externe Kandidatur wünschen. Die Abstimmung ging 8:5 gegen eine externe Kandidatur aus.Jerusalem hatte während ihres Hearings versprochen die Entscheidung der Bg 6 zu respektieren, nachher wollte sie nichts mehr davon wissen und bereitete eine typisch grüne Autobusdemokratie vor mit einer vorgefertigten Personenliste damit ja keiner falsch wählt. Natürlich war keine ihrer GegnerInnen auf dieser Liste Statutngerechte K-Gruppenmanier die sicherlich niemand von uns akzeptieren wird.
Manfred RAKOUSKY:Klubobmann Grüne Alternative Mariahilf Mobil: 0676/712 77 22 m.rak@gmx.at http://echt-gruen.at/
Re: Mariahilf: echt grün?
von Michael Suda » 8. August 2010, 07:01
Manfred Rakousky hat geschrieben:Nicht Werner Haslauer sondern meine Person-Manfred Rakousky-war und ist der Klubvorsitzende der grünen Alternative Mariahilf. Nach einen langen Dikussions,-und hearingsprozess in der BG 6 kam es zu einer Abstimmung,[hier gekürzt]
Ja, aber wen, außerhalb der Aktivist/inn/en- und Insider/innen/kreise, interessiert es, wie dieser "Atomkrieg im Zwergenland" ausgeht, und wer im Recht war? Die Öffentlichkeit hört nur das laute "Bumm!", findet's nicht schön, und wendet sich ab.
Ich kann es nicht sagen, ich sage es nie,
bleibt auch mein Himmel versperrt.
bleibt auch mein Himmel versperrt.
(aus Lehárs Operette "Das Land des Lächelns")
Re: Mariahilf: echt grün?
von Peter Thomas Suschny » 8. August 2010, 10:17
Manfred Rakousky hat geschrieben:Nicht Werner Haslauer sondern meine Person-Manfred Rakousky-war und ist der Klubvorsitzende der grünen Alternative Mariahilf.
Aha, habe ich nicht genau gewusst, mir hat die Christa Muhr die Woche erzählt, das es eben alles andere als friktionsfrei zugegangen ist und haben wir ähnliche Zustände in der UBIT-Fachgruppe in Erinnerung.
Ich gebe hier genau keine Empfehlungen ab, ich finde es nur schade, dass man und frau sich nicht einigen konnten, das eventuell mit einem Zugpferd (muss nicht notwendiger Weise Susanne Jerusalem heißen, um das eben so klar zu stellen) und Dir als 2. Platzierten eine Lösung dahingehend gefunden werden konnte, die Chancen im 6. zu erhöhen, ich habe mich schon so gefreut, dass auf der Mariahilfer Straße 2 grüne Bezirke miteinander "Shared Space" zu realisieren, ganztägige Wohnstraße und trotzdem für uns Lieferanten möglich, im Schritt-Tempo zu den Geschäften (Architekten, Ärzten, ...) so nahe wie möglich zufahren zu können.
Re: Mariahilf: echt grün?
von Peter Thomas Suschny » 8. August 2010, 10:19
Michael Suda hat geschrieben:Ja, aber wen, außerhalb der Aktivist/inn/en- und Insider/innen/kreise, interessiert es, wie dieser "Atomkrieg im Zwergenland" ausgeht, und wer im Recht war? Die Öffentlichkeit hört nur das laute "Bumm!", findet's nicht schön, und wendet sich ab.
Bist Du journalistisch vorbelastet? Formulierungen sind oft so treffend.
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