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Bettelverbot?

Diskussionen zur Politik in der Bundeshauptstadt.

Moderation: Susanne Ofner

Re: Bettelverbot?

Beitragvon Michael Suda » 6. September 2010, 09:52

Michael Eisenriegler hat geschrieben:Hmm, offensichtlich hat sich auf dem Sektor doch etwas getan, wenn man der heutigen Meldung orf.at Glauben schenken darf: http://wien.orf.at/stories/467613/

OMG! Wenn das wahr wäre, könnte man endlich Musterexemplare der Gattungen "gewerbsmäßiger Bettler" und "Bettel-Mafioso" näher studieren! Ein Fest für Soziologen und Rechtspolitiker (nicht nur rechte solche!). ;o)

Aber im Ernst: eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, eine Bande ist noch kein Beweis für die mafiose Unterwanderung der Gesellschaft oder einer sozialen Gruppe.
Ich kann es nicht sagen, ich sage es nie,
bleibt auch mein Himmel versperrt.
(aus Lehárs Operette "Das Land des Lächelns")
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Michael Suda
 

Re: Bettelverbot?

Beitragvon Brigitte Grohmann » 6. September 2010, 10:27

Wenn's so war: sehr gut, dass die erwischt wurden!


brigitte
If some cunt can fuck something up, that cunt will pick the worst possible time to
fucking fuck it up because that cunt's a cunt.
- Tucker's Law
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Brigitte Grohmann
 

Re: Bettelverbot?

Beitragvon Gerald König » 6. September 2010, 10:29

die zwei zuletzt geposteten links zur "beweisführung" verdeutlichen:
die wahrheit liegt wohl wieder einmal irgendwo in der mitte.
lgg
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Gerald König
 

Re: Bettelverbot?

Beitragvon Klaus Werner-Lobo » 6. September 2010, 10:38

ich freu mich sogar sehr wenn die polizei (endlich) gegen ausbeuterische strukturen vorgeht. für das was da steht reicht das strafrecht völlig aus, da braucht man kein gesetz gegen die opfer, im gegenteil. oder will wer von euch (wie im iran) z.b. ein vergewaltigtwerdensverbot?
Klaus Werner-Lobo
 

Re: Bettelverbot?

Beitragvon Michael Eisenriegler » 6. September 2010, 11:30

Michael Suda hat geschrieben:Aber im Ernst: eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, eine Bande ist noch kein Beweis für die mafiose Unterwanderung der Gesellschaft oder einer sozialen Gruppe.

Ich weiß auch nur das, was in dem Artikel stand. Ich hab' das Link kommentarlos hier hereingestellt, nachdem es ja zum Thema passt. Abgesehen davon sind Festnahmen natürlich noch kein Beweis und mein Vertrauen in das rumänische Rechtssystem ist auch nicht ohne Einschränkungen. Aber interessant ist es allemal...

cu,

M.
Bitte keine Supportfragen an mich schicken, sondern ausschließlich an Admin! Danke!
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Michael Eisenriegler
 

Re: Bettelverbot?

Beitragvon Siegi Lindenmayr » 6. September 2010, 13:10

Im Sender ARD gab es eine gut recherchierte Story, interessant für Wien ist der 2. Teil über Dresden

http://www.mdr.de/fakt/7430624-0.html#inhalt-funktion

http://www.mdr.de/fakt/7429525.html

Ja, und auf die Wiener Sache hat schon Mikee hingewiesen. Das war auch der Grund, warum sich die Polizei in letzter Zeit zurückgehalten hat, sie hätten damit nur die Ermittlungen erschwert.

http://www.krone.at/Wien/Bettel-Mafia_hielt_ihre_Opfer_in_Wien_wie_Sklaven-40_in_einer_Wohnung-Story-218766

http://www.oe24.at/oesterreich/chronik/Bande-brachte-Bettler-nach-Wien/1655395

Als einer der Moderatoren in diesem Forum enthalte ich mich vorläufig weiterer Kommentare ;-)
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Siegi Lindenmayr
 

Re: Bettelverbot?

Beitragvon Peter Thomas Suschny » 6. September 2010, 17:53

Bei so Banden ist das ganz in Ordnung.

Aber von jedem/r Bettler/in - auch und gerade aus dem Osten - anzunehmen, sie sind kriminelle Schnorrer/innen: da könnte dann wohl jede/r behaupten, dass jeder Mann ein potentieller Vergewaltiger sein, wenn er nicht gerade ein Zeugnis eingesteckt hat, dass er sowieso kastriert ist.

Und genauso sinnlos die von mir schon irgendwo erwähnte Werbung, "Freier, Ihr habt die Wahl": wenn ein Mann ganz offensichtlich Sex mit einer/m Minderjährigen hat, dann habe ich kein Problem, wenn der belangt wird, hingegen kann nicht jeder, der Sex gegen Entgelt haben will, als potentiell Krimineller (oder Kriminalität bewusst in Kauf nehmender Mensch) gesehen werden, ich würde es auch von den zahlenmäßig wohl raren Frauen, die Sex gegen Entgelt mit einem Mann haben wollen, auch nicht annehmen, dass sie daheim einen Gefährten hat, den sie hintergehen will (und falls doch geht es mich übrigens auch nichts an, erst wenn sie den Mann, den sie kauft, absichtlich verletzt oder gar tötet oder mit einem minderjährigen Knaben Sex hat, ist sie straffällig).
Irgendwo muss meiner Meinung nach die immer wieder sich berechtigt in solche Angelegenheiten einmischende Staatsgewalt auch Grenzen haben.
Sollte hingegen die Behörde auch solche strafen, die zwecks "Fleischbeschau" in manchen Gegenden sinnlos mit dem Auto kreisen (ich sah das vor gut einem Jahrzehnt oder noch etwas länger nahe des Max Winter-Platzes, als ich im Sommer etwas zu einer Änderungsschneiderei in die Hakortstraße lieferte und dann mangels Folge-Auftrag dort parkte, meine Zeitung gelesen habe und über den Rand linste, es waren die ewig selben Autos, alle originellerweise mit Kindersitz hinten auf der Rückbank, die dort inflationär kreisten), habe ich überhaupt kein Problem; das Auto kann dort überall problemlos geparkt werden - Kurzparkscheine hineinlegen und seinem Hobby zu Fuß frönen, so meine Sicht.
Peter Thomas Suschny
 

Re: Bettelverbot?

Beitragvon Michael Suda » 6. September 2010, 18:49

Peter Thomas Suschny hat geschrieben:Bei so Banden ist das ganz in Ordnung.

Aber von jedem/r Bettler/in - auch und gerade aus dem Osten - anzunehmen, sie sind kriminelle Schnorrer/innen: da könnte dann wohl jede/r behaupten, dass jeder Mann ein potentieller Vergewaltiger sein, wenn er nicht gerade ein Zeugnis eingesteckt hat, dass er sowieso kastriert ist.

Und genauso sinnlos die von mir schon irgendwo erwähnte Werbung, "Freier, Ihr habt die Wahl": [Rest - Stuwer-Gschichteln - gekürzt]

Bitte mach einen eigenen Thread "Prostitution in Wien - Notwendigkeit oder Übel?" auf, aber tua da ned sooooo verwassern!
Ich kann es nicht sagen, ich sage es nie,
bleibt auch mein Himmel versperrt.
(aus Lehárs Operette "Das Land des Lächelns")
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Michael Suda
 

Re: Bettelverbot?

Beitragvon Peter Thomas Suschny » 6. September 2010, 19:00

Michael Suda hat geschrieben:Bitte mach einen eigenen Thread "Prostitution in Wien - Notwendigkeit oder Übel?" auf, aber tua da ned sooooo verwassern!


Mir ging es nur um eine ähnlich Menschen verachtende Grundhaltung, keine Verwässerungsabsicht; wer (zumindest bis zum Versuch, das auf 2 kleine Bereiche in 1150 einzuschränken) vor 10 Jahren auf der Äußeren Mariahilfer Straße und in den nahen Gassen unterwegs war und wer es ab ca. 2008 wieder war, merkt, dass fast nur noch blutjunge Mädchen (+/- 20 Jahre) aus dem Osten unterwegs sind.
So - und jetzt nichts mehr zu dem Thema "Prostitution"
Peter Thomas Suschny
 

Re: Bettelverbot?

Beitragvon Raphael Wegmann » 9. September 2010, 16:57

Siegi Lindenmayr hat geschrieben:Im Sender ARD gab es eine gut recherchierte Story

Was soll man von einem Gemeinderat halten, der hier eine tendenziell antiziganistische "Dokumentation" bewirbt und sich auch im Rathaus auf eine Fernsehsendung berufen hat um für das Bettelverbot zu werben? Als wäre das alleine nicht schlimm genug, so dürfte Hr. Lindenmayr außerdem auf seiner Fernsehcouch immer wieder eingenickt sein. Jedenfalls hat er im Rathaus den Polizeisprecher Dr. Goldgruber sehr selektiv zitiert, denn dieser hatte im Club2 auch angemerkt: "Wir haben die selbe Definition ('gewerbsmäßig') im Strafrecht zu beurteilen."

Sogar in der von ihm hier verlinkten "Dokumentation" wird darauf hingewiesen, dass keinesfalls alle Bettler die Grenze zwischen gutem Marketing und Betrug überschreiten. Hr. Lindenmayr hat das entweder überhört, oder es ist ihm einfach egal, dass die von ihm mitbeschlossene Gesetzesnovelle auch diese Menschen kriminalisiert.

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Wundert sich denn niemand, warum der Kurier gegen die Opfer dieses Verbrechens eine rechtliche Handhabe sucht?

Ich möchte an dieser Stelle der Polizei zur Aufklärung des Falles von anscheinend (Unschuldsvermutung) mehrfacher schwerer Nötigung vom vergangenen Sonntag gratulieren. Warum dieser Fall das Bettelverbot rechtfertigen soll, bleibt ein Rätsel. Jemand, der 80 "betagte und behinderte" Menschen zum Betteln nötigt und damit laut Zeitungsberichten mehrere tausend Euro pro Tag einnimmt, der sitzt nämlich selbst sicherlich nicht auf der Straße. Dafür kriminalisiert das Bettelverbot die Opfer dieses Verbrechens. Hr. Lindemayr, was passiert mit den 80 Opfern dieses Verbrechens? Warum sollen diese Menschen eingesperrt werden, wenn sie - befreit von ihren Peinigern - jetzt für sich selbst "gewerbsmäßig" betteln sollten?

Weil Sie ein großer Freund des bewegten Bildes sein dürften, möchte ich Ihnen diese ZDF-Reportage ans Herz legen:
http://www.youtube.com/watch?v=slt59zl4giI
Raphael Wegmann
 

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