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USA schmieden Strategie gegen Produktpiraterie

Österreichische Außenpolitik, Weltinnenpolitik, Globalisierung, UNO, WTO, GATT und der ganze Rest.

USA schmieden Strategie gegen Produktpiraterie

Beitragvon Friedrich Stockhammer » 24. Juni 2010, 06:44

Das passt die Vorratsdatenspeicherung genau herein ...
Die USA will schon wieder mal »Weltgendarm« (getrieben von den US
Konzernen) spielen :->>

Heise-News
USA schmieden Strategie gegen Produktpiraterie
http://www.heise.de/newsticker/meldung/USA-schmieden-Strategie-gegen-Produktpiraterie-1028018.html
[Zitat]
.
.....
Als dritter Punkt ist die verbesserte Zusammenarbeit zwischen
Strafverfolgungsbehörden vorgesehen. Dafür soll unter anderem eine
gemeinsame Datenbank eingerichtet werden, um einschlägige Fälle der
Verletzung von Copyright-, Patent- oder Markenrechten zu sammeln und
Ansprechpartner zu benennen. In Ländern mit besonders
besorgniserregender Entwicklung der Produktpiraterie soll speziell
geschultes Ermittlungspersonal stationiert werden. Trainingseinheiten
mit "internationalen Organisationen und der Wirtschaft" müssten besser
koordiniert werden.

Diese Forderungen spielen bereits in den vierten Bereich der
internationalen Rechtsdurchsetzung hinein. Dabei sollen US-Botschaften
und Wirtschaftsagenturen vor allem gegen Webdienste mit illegalen
Nutzungsmöglichkeiten vorgehen, da diese die "nationale wirtschaftliche
Sicherheit" gefährdeten. Auch müsse die Kooperation mit ausländischen
Polizeikräften gestärkt und der Schutz "amerikanischen geistigen
Eigentums" über internationale Handelsvereinbarungen wie das geplante
Anti-Piraterie-Abkommen ACTA zu erhöht werden.

Unter dem Aufhänger der "Absicherung unserer Lieferkette" fasst der Plan
Maßnahmen etwa zur Zertifizierung rechtmäßiger Online-Apotheken oder zur
Bekämpfung der "Internetpiraterie" zusammen. Die Verwaltung setzt sich
dabei vor allem für Anstrengungen von Providern ein, unter Wahrung der
Meinungsfreiheit und der Privatsphäre der Nutzer gegen "wiederholte
Rechtsverletzungen" vorzugehen.

90 Forscher, zivilgesellschaftliche Einrichtungen und
Bürgerrechtsorganisationen machen unteressen im Vorfeld der nächsten
ACTA-Verhandlungsrunde kommende Woche in der Schweiz gegen das geplante
Anti-Piraterie-Abkommen mobil. Sie haben eine noch zur Zeichnung offen
stehende Erklärung ins Netz gestellt, wonach das Abkommen entgegen der
Behauptungen der Verhandlungspartner die die Grundrechte der Nutzer
beschneide und Zugangsanbieter für die Handlungen ihrer Kunden haftbar
machen würde. (Stefan Krempl) / (vbr)

[/Zitat]

Der volle Beitrag
http://www.heise.de/newsticker/meldung/USA-schmieden-Strategie-gegen-Produktpiraterie-1028018.html
cu
Fritz
Friedrich Stockhammer
 

Re: USA schmieden Strategie gegen Produktpiraterie

Beitragvon Michael Eisenriegler » 24. Juni 2010, 08:54

Ich find's spannend, daß da die Grenzen zwischen Straf- und Zivilrecht immer mehr aufgelöst werden. Ist die Lobby stark genug wird das Strafrecht geändert. Ziemlich besorgniserregend.

cu,

M.
Bitte keine Supportfragen an mich schicken, sondern ausschließlich an Admin! Danke!
Bild
Michael Eisenriegler
 

Re: USA schmieden Strategie gegen Produktpiraterie

Beitragvon Brigitte Grohmann » 24. Juni 2010, 09:26

Ich finde, dass hier einiges sehr unterschiedliches (bewusst?) in einen Topf geworfen wird. Gegen "piratierte" Medikamente kann man IMVHO gar nicht streng genug vorgehen, da gehts um Leben und Tod. Ist natürlich ein praktischer Aufhänger, um alle anderen Rechte gleich mitreinzupacken.


brigitte
If some cunt can fuck something up, that cunt will pick the worst possible time to
fucking fuck it up because that cunt's a cunt.
- Tucker's Law
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Brigitte Grohmann
 

Re: USA schmieden Strategie gegen Produktpiraterie

Beitragvon Stefan Neuwinger » 24. Juni 2010, 14:41

>Ich finde, dass hier einiges sehr unterschiedliches
>(bewusst?) in einen Topf geworfen wird. Gegen
>"piratierte" Medikamente kann man IMVHO gar nicht
>streng genug vorgehen, da gehts um Leben und Tod.
ja, aber umgekehrt als Du glaubst.
weil der kern der medikamenten-produktpiraterie ist
nicht das gefälschte viagra, an dem der impotente
hansi sterben könnte, sondern die tatsache, daß für
einen großteil der entwicklungsländer, also der
menschheit, die preise der originalmedikamente
schlicht unbezahlbar sind und sich ihre gesamte
pharmazeutische versorgung deshalb auf basis von
generika, also (kostenhalber lizenzlos produzierten)
nachbauten = fälschungen der originalmedikamente
abspielt, und dagegen versucht die pharmaindustrie
seit mittlerweile jahrzehnten anzugehen. wobei ihr
die tatsache, daß im erfolgsfall millionen von men-
schen einfach krepieren würden, weil sie keine ge-
nerika mehr bekämen und originalmedikamente nicht
bezahlen könnten, vollkommen wurscht ist, solang
sie sich nur noch mehr kohle in die taschen
stopfen können.
man möge in diesem zusammenhang übrigens auch mal
einen blick darauf riskieren, wo denn nämlich der
großteil der ganzen kohle hinrinnt, die unser
gesundheitssystem ja ach so teuer und unbezahlbar
macht.
s
Stefan Neuwinger
 

Re: USA schmieden Strategie gegen Produktpiraterie

Beitragvon Brigitte Grohmann » 24. Juni 2010, 15:16

Nein, nicht nur. Es kommen auch in westlichen Ländern gefälschte Medikamente in den Handel, teilweise in richtige Apotheken. Und ein unwirksames Leider-nein-Krebsmittel (ja das hats gegeben) wünsch ich niemandem. Bleibt die Frage, ob die nachgebauten Versionen in den Entwicklungsländern dieselben sind, die in GB auftauchen; meine Vermutung ist stark: ja.


brigitte
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- Tucker's Law
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Brigitte Grohmann
 

Re: USA schmieden Strategie gegen Produktpiraterie

Beitragvon Stefan Neuwinger » 24. Juni 2010, 20:42

>Nein, nicht nur. Es kommen auch in westlichen
>Ländern gefälschte Medikamente in den Handel,
>teilweise in richtige Apotheken. Und ein
>unwirksames Leider-nein-Krebsmittel (ja das hats
>gegeben) wünsch ich niemandem.
aha, wußte ich nicht.
dennoch, mit weniger überzogenen medikamentenpreisen
(oder markenhandtascherlpreisen) würde sich auch die
fälschung sowohl nachfrage- als auch angebotsseitig
weniger auszahlen, problem gelöst...
s
Stefan Neuwinger
 

Re: USA schmieden Strategie gegen Produktpiraterie

Beitragvon Brigitte Grohmann » 24. Juni 2010, 20:49

Ich glaub ja, dass grad die Handtascherlpiraterie genau null Dollar an Schaden verursacht. Wer sich ein Handtascherl um 5 Euro kauft, will sich halt keins um 500 kaufen, auch wenns das um 5 nicht mehr gibt.


brigitte
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Brigitte Grohmann
 

Re: USA schmieden Strategie gegen Produktpiraterie

Beitragvon Stefan Neuwinger » 24. Juni 2010, 23:05

>Ich glaub ja, dass grad die Handtascherlpiraterie
>genau null Dollar an Schaden verursacht. Wer sich
>ein Handtascherl um 5 Euro kauft, will sich halt
>keins um 500 kaufen, auch wenns das um 5 nicht mehr
>gibt.
ganz exakt so schauts aus.
außerdem find ich das ehrlich gesagt auch eine zumu-
tung, wenn jemand wie z.b. ich, der keine ahnung von
so kram hat, sich irgendwo im urlaub ein dämliches
leiberl kauft und dann womöglich tausende euro strafe
zahlen muß, ich mein oida, ich kenn ja großteils net
mal die dämlichen originalmarken, ich bin ja bitte
net verpflichtet, jede beschissene modemarke zu ken-
nen, damit ich weiß, ob was, was ich kaufe, womög-
lich irgendeine fälschung von irgendwas davon sein
könnte. bzw bin ichs offenbar eben doch.
aber was solls. auch nur ein weiterer pixel im
gesamtbild einer vollkommen geisteskranken welt
(was den teil betrifft, für den die menschen zu-
ständig sind jedenfalls)
s
Stefan Neuwinger
 


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