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You can´t sink a Rainbow Warrior

Erderwärmung, Verkehrspolitik, Energiewende - oder auch nicht?

Moderation: Harald Silvio Frassine

You can´t sink a Rainbow Warrior

Beitragvon Peter Thomas Suschny » 4. Juli 2010, 10:29

Okay, das 25-Jahr-Gedenken des feigen Attentats des französischen Geheimdienstes auf ein Greenpeace-Schiff ist erst am 10. Juli so weit, aber einmal möchte ich schneller als die Medien an dieses Thema erinnern.
Die Franzosen waren mir außenpolitisch nie aufregend sympathisch, später bin ich dann dahintergekommen, dass der meine Kindheit begleitende Vietnamkrieg ja auch ursprünglich von den Franzosen mit verantwortet wurde und als 1974 George Pompidou starb (an frühere Politiker-Ableben kann ich mich nur noch an Robert Kennedy 1968 bzw. Gamal Abdel Nasser 1970 erinnern), machten meine Eltern eher einen erleichterten Eindruck, immer dann, wenn einer dahin ging, der als Antisemit und/oder Gegner Israels galt reagier(t)en sie so.
Aber Israel - wenn auch ein kleines Land - ist sicher wehrhafter als ein friedlich im Hafen liegendes Schiff einer NGO.
Ist mir auch anlässlich der so eben zu Ende gegangenen Sanierung des Spittelberger Theaters am Neubau (oder im Neubau? Jedenfalls "Auf der Wieden") eingefallen, denn ein Jahr später, im Sommer 1986, sahen wir ein Theater-Stück von der kritischen Gruppe "Trittbrettl" und die nahmen schon knapp bevor überhaupt Grüne ins Parlament einzogen, schon die Müllpolitik auf die Schaufel und ein Höhepunkt vor der Pause war ein auf französisch getrimmter Fernsehen-Koch, der meinte, dass er da eine Suppe kocht, wo er alles so hineinhaut "und wenn dann noch ein paar Greenpeace auf der Oberfläche schwimmen et voilà" und schnell wurde mit einem Riesen Holzlöffel in einem 60-Liter-Kommunalmüll-Gefäß, das den Suppentopf darstellte, an den Rändern geschlagen, um zu symbolisieren, wie die Franzosen so agieren.
Da wurde mir erstmals das Thema Umweltschutz mehr als über das, was wir bei den Pfadfindern so gehört und gelernt hatten, richtig bewusst.
Peter Thomas Suschny
 

Re: You can´t sink a Rainbow Warrior

Beitragvon Harald Silvio Frassine » 4. Juli 2010, 10:33

und die moral: staaten halten sich nicht ans völkerrecht! - usa verminen nicaraguanische häfen und überfallen grenada, frankreich versenkt ein greenpeace-schiff und tötet einen fotografen, und israel kapert in internationalen gewässern. alles irgendwie unbefriedigend für einen wie mich, der an das gute glaubt...
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Harald Silvio Frassine
 

Re: You can´t sink a Rainbow Warrior

Beitragvon Peter Thomas Suschny » 4. Juli 2010, 11:04

Harald Silvio Frassine hat geschrieben:und die moral: staaten halten sich nicht ans völkerrecht! - usa verminen nicaraguanische häfen und überfallen grenada, frankreich versenkt ein greenpeace-schiff und tötet einen fotografen, und israel kapert in internationalen gewässern. alles irgendwie unbefriedigend für einen wie mich, der an das gute glaubt...


Ist zwar OT zum Thema Rainbow-Warrior, aber ich habe das Thema "Israel" hier nicht los getreten, also hier eine ausführliche Antwort, die hoffentlich ein wenig einmal was zu Recht rückt, was da an Falschinformationen durch die Medien Österreichs und vermutlich sogar durchs Internet geistert:
Ich mische mich nicht gerne in alles drein, aber das Thema "Israel" ist schon interessant: ich bringe Dir gerne - wenn sie nicht schon wer daheim weggeworfen hat - die jüngste "Die Gemeinde" mit: schon klar, dass die Mehrheit der Juden auf Seite Israels ist (John Bunzel, der Historiker und Erbe des Bunzl & Biachs-Vermögens, was ich so weiß, außer mit dem Buch "Hoppauf Hakoah" um 1988, wo er zwar bewiesen hat, dass er kein Antisemit ist, aber halt immer Gegner von Israel), aber zu den 4 Schiffen dieser Flotte: ist Dir vielleicht auch schon aufgefallen, dass genau auf einem Boot 9 Menschen erschossen wurden?
Ja?
Dann beantworte doch für Dich folgende Fragen:
1. Warum auf den anderen 3 nicht?
2. Warum die nächste Ladung auf einem irischen Schiff rund eine Woche später völlig unblutig von den Israelis gestoppt wurde?
3. Warum sind auf einer angeblichen Friedensmission Männer mit Messern unterwegs? Tafelmesser waren das jedenfalls keine
4. Wenn die Türkei - vor den Islamisten, die seit rund 2000 regieren und einem möglichen EU-Beitritt, den ich nach wie vor befürworte, mehr im Weg stehen, als ihm nutzen - meint, sie muss einseitig immer mehr die guten Beziehungen zu Israel aufs Spiel setzen: wieso reisen aus einem Land Menschen ohne Pass und bewaffnet in angeblich friedlicher Mission zum Blockade brechen?
5. Wieso machen sich intelligente Menschen wie Henning Mankel freiwillig zu Sprechern von fehlgeleiteten Menschen, die türkische Islamisten (also Religionsfanatiker, die mit den Taliban genauso sympathisieren wie mit den Hamas-Terroristen) unterstützen?
6. Wieso leben Palästinenser trotz immer wieder geschaffener Annäherungen mit Israel (siehe auch Friedensvertrag 1993, der dann Arafat, Rabin und Peres den Friedensnobelpreis einbrachte) nach 62 Jahren, die Israel jetzt existiert, noch immer in vielen Teilen in Armut? Vielleicht denke einmal nach, wer die Menschen dort hindert, so wie Ägypten und Jordanien auch mit Israel einen Frieden dauerhaft zu schließen?
OT-Ende.
Peter Thomas Suschny
 

Re: You can´t sink a Rainbow Warrior

Beitragvon Peter Thomas Suschny » 11. Juli 2010, 15:12

Harald Silvio Frassine hat geschrieben:und die moral: staaten halten sich nicht ans Völkerrecht!


Und jetzt bekommen die Hamas-Terroristen endlich die Unterstützung von einem Gaddafi-Sohn, das ist ein Bruder von jenen zweien von denen
1. einer 2008 in der Schweiz Hotel-Mitarbeiter misshandelte und dafür eingesperrt wurde (eh nicht lange) und Papa Oberst Muamar dafür 2 völlig unbeteiligte Schweizer als Geiseln hielt und der alte Völkerrechts-Freund Oberst G. verlangte lange Zeit sogar die Zerstörung der Schweiz dafür.
2. ein anderer gestern um 18h00 in den Radio Wien Nachrichten zu hören war, der wollte bei Sampdoria Genua Fußball spielen, wurde abgelehnt (was nutzt der Herr Papa, wenn man nicht kicken kann?) und reiste zuvor mit einem Riesen-Tross an. Und weil er ein
bisserl eine beleidigte Leberwurst ist, hinterließ er dem Hotel eine offene Rechnung von bescheidenen 390.000 Euro. Dafür könnten wahrscheinlich 500 Gaza-Bewohner einen Monat schön leben, jeder dann um 780 Euro.

Tja, abgesehen davon, dass ich die Beilage "Gaza-Flotille" und die Hintergründe zur "Die Gemeinde" heute wieder gefunden habe, Israel hat nämlich seit 2001 insgesamt 4 bewaffnete Schiffe aufgebracht, alle mit Hilfslieferungen für Gaza (und daher gegen Israel, denn wer in Sachen Frieden unterwegs ist, darf keine Waffen außer seine Fäuste dabei haben).

Green Peace hingegen IST friedlich.

Die Hilfsorganisationen hingegen fallen reihenweise auf solche hinein, die vermutlich so viel mit Frieden zu tun haben, wie der seinerzeitige Wiener Unterliga-Verein "FC Friedensstadt" (das ist das Lainzer Gebiet zwischen Hermes-Straße und Hörndlwald, in den Jahren nach dem 1. Weltkrieg als "Friedensstadt" errichtet.
Peter Thomas Suschny
 

Re: You can´t sink a Rainbow Warrior

Beitragvon Harald Silvio Frassine » 11. Juli 2010, 20:42

wer in Sachen Frieden unterwegs ist, darf keine Waffen außer seine Fäuste dabei haben

meines wissens waren die schiffe nicht pro-frieden sondern pro-palästinenser. es stand messer und eisenstangen gegen gewehre und bajonette, und es stand legitime verteidiger (in internationalen gewässern!) gegen illegitime angreifer.

(am blödesten an der israelischen aktion find ich ja, dass sie nur hätten warten müssen, bis die schiffe in palästinensischen gewässern gewesen wären, denn dort darf die besatzungsmacht im rahmen ihrer besatzungspflicht, für ruhe und ordnung zu sorgen, sehr wohl schiffe durchsuchen - israel wäre also im recht gewsen und die schiffspassagiere hätten das dulden müssen.)
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Harald Silvio Frassine
 

Re: You can´t sink a Rainbow Warrior

Beitragvon Peter Thomas Suschny » 12. Juli 2010, 17:48

Harald Silvio Frassine hat geschrieben:
(am blödesten an der israelischen aktion find ich ja, dass sie nur hätten warten müssen, bis die schiffe in palästinensischen gewässern gewesen wären, denn dort darf die besatzungsmacht im rahmen ihrer besatzungspflicht, für ruhe und ordnung zu sorgen, sehr wohl schiffe durchsuchen - israel wäre also im recht gewsen und die schiffspassagiere hätten das dulden müssen.)


Am blödesten an diesem Statement finde ich nur die Tatsache, dass bei jeder Aktion VOR dem Gaza-Streifen ähnlich wie bei jedem israelischen Vergeltungsschlag tatsächlich jede Menge durchaus unschuldige Kinder, Frauen, Männer, alte Leute, sprich Unbeteiligte jeder Art zum Schaden kommen könnten, bei einem Abfangen irgendwo in einem internationalen Gewässer ist die Wahrscheinlichkeit viel höher, dass es die Terroristen trifft und niemanden anderen - oder hast Du gehört, dass sich Henning Mankel verletzt hat oder ebenfalls mitfahrende amerikanische Juden, die meinen, man muss sich mit den Terroristen auf ein Packl hauen, um den Nethanyahu zum Einlenken zu bewegen.
Ich erinnere mich, meine Schwester hatte einen Freund 1981, braver Katholik und erst im Sommer 1981 mit ihr in Israel und Ägypten (per Bahn über YU, GR, ZYP angereist, dort teilweise mit Leihauto unterwegs), der war auch verärgert, als Israel in einer sozusagen Nacht-und-Nebel-Aktion den einzigen irakischen Atomreaktor vor dessen Inbetriebnahme dem Erdboden gleichmachten, nachher hingegen hielt er viel von Israel und die Welt - auch die Iraner, die 1980 vom Irak überfallen wurden, damals noch mit Duldung der Reagan-USA, die ja auch die Talliban gegen Najib Bullah (dem Verbündeten der Sowjetunion in Afghanistan bei deren Einmarsch 1979) unterstütze.
Im ersten Golfkrieg, Irak - Iran (1980 - 88) waren dann die Iraner, auch wenn sie es nie zugeben würden, den Israelis dankbar, denn sonst wären ihre Zivilisten im März 1988 nicht mit Senfgas sondern mit Atombomben beworfen worden wären.
Ich muss Dir, bekennenden Ablehner selbst der friedlichen Nutzung von Kernenergie, wohl nicht erklären, was da alles passieren würde, Gegenden, die mit Senfgas beworfen wurden, strahlen sicher nicht ein paar hundert Jahre ...
Peter Thomas Suschny
 

Re: You can´t sink a Rainbow Warrior

Beitragvon Peter Thomas Suschny » 12. Juli 2010, 17:56

Peter Thomas Suschny hat geschrieben:oder ebenfalls mitfahrende amerikanische Juden, die meinen ...


So behauptete dass jedenfalls die Vertreterin der Deutschen Linkspartei, ich habe ihren Namen vergessen, in der ORF-Sendung "Im Zentrum", sei aber getrost, dass ich mir auch den Namen vom israelischen Botschafter in Ö nicht gemerkt habe, gerade der Betreiber der Internet-Zeitschrift Samuel "Schmulik" Laster, denn der hat sich immer, wenn er 1977/78, als es in Wien einen "Betar" wieder gab (der sich aber im Gegensatz zu den Betar-Leuten 1933 - 1938 nicht mit dem Vaterländischen Gruß begegnete, das ist übrigens die gestreckte rechte Hand mit gespreitzten Victory-Zeichen, schau einmal auf Bilder vom Aufmarsch der Vaterländischen Front von damals und die Ostmärkischen Sturmscharen waren übrigens linientreue Angehörige der VF und keine Nazis, wie das der Kurier-Journalist Hans-Henning Scharsach einmal in den 90ern in völliger zeitgeschichtlicher Ahnungslosigkeit behauptete, ebenso wie der Bund Jüdischer Frontkämpfer, die 1934 eine Trauerfeierlichkeit nach der Ermordung von Dollfuß beim misslungenen Nazi-Putsch durchführten, ich kenne Fotos aus einem Wiener Synagogen-Buch des jüdischen Historikers Pierre Genée) so vorgestellt "Mein Namen ist Schmuel Laster, wie der Laster" und meine mittlere Schwester sagte immer "Nein, Du heißt Laster wie das Laster" ;-)))
Peter Thomas Suschny
 

Re: You can´t sink a Rainbow Warrior

Beitragvon Harald Silvio Frassine » 12. Juli 2010, 23:28

oder ebenfalls mitfahrende amerikanische Juden, die meinen ...

So behauptete dass jedenfalls die Vertreterin der Deutschen Linkspartei

hab ich auch wo gelesen, eine holocaust-überlebende u.a. - muss ziemlich alt sein...
ad terroristInnen: ist einfach so, dass terrororganisationen unter palästinenserInnen derzeit keinerlei rekrutierungsprobleme haben. schließt aber sicher nicht aus, palästinenserInnen unterstützen zu dürfen, oder?
und ja, unter den passagieren waren auch islamistInnen, wie auch islamistInnen im palästinensischen nationalrat sitzen. anderswo sitzen auch radikale im parlament.
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Harald Silvio Frassine
 

Re: You can´t sink a Rainbow Warrior

Beitragvon Peter Thomas Suschny » 13. Juli 2010, 05:21

Harald Silvio Frassine hat geschrieben:hab ich auch wo gelesen, eine holocaust-überlebende u.a. - muss ziemlich alt sein...
ad terroristInnen: ist einfach so, dass terrororganisationen unter palästinenserInnen derzeit keinerlei rekrutierungsprobleme haben. schließt aber sicher nicht aus, palästinenserInnen unterstützen zu dürfen, oder?
und ja, unter den passagieren waren auch islamistInnen, wie auch islamistInnen im palästinensischen nationalrat sitzen. anderswo sitzen auch radikale im parlament.


Es gibt auch Holocaust-Überlebende, die 72 sind (im Jahr 1938 geboren), der Wiener Schriftsteller Robert Schindel ist 66, Jahrgang 1944, Vater wurde ermordet, Mutter hat überlebt, er selber ebenso.
Mich stören nicht die Verbal-Radikalen, sondern solche, die andere mit Messern, Schlägern, usw. attackieren, was nicht heißt, dass ich die Blauen sympathisch finde ...
Peter Thomas Suschny
 


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