USA: Zurück in die Stadt
Erderwärmung, Verkehrspolitik, Energiewende - oder auch nicht?
Moderation: Harald Silvio Frassine
USA: Zurück in die Stadt
von Dieter Henkel » 20. Juni 2010, 15:41
http://orf.at/100512-51136/index.html
"Idyllische Einfamilienhäuser mit Gärtchen im Vorort sind, glaubt man Filmen und Serien, der Traum jeder amerikanischen Jungfamilie. Dass die Realität längst nicht mehr dem Klischee entspricht, belegt nun eine Analyse der US-Volkszählungsdaten. Besserverdiener und Jungfamilien ziehen wieder lieber in die Großstadt. Stadtplaner sehen jedoch auch Gefahren dieser Entwicklung: Im Gegenzug drohen nämlich manche der früher so angesagten Vororte zu Problemvierteln zu verkommen.
Die Bevölkerungsstruktur in den amerikanischen Vororten hat sich in den letzten Jahren wesentlich gewandelt: Die klassischen Speckgürtelbewohner - junge, gut situierte Familien - fühlen sich wieder stärker von den urbanen Angeboten der Großstadt angezogen und lassen die Vorortidylle hinter sich.
Eine neue Analyse der Volkszählungsdaten der Jahre 2000 bis 2008 durch die Brookings Institution, einen überparteilichen Thinktank mit Sitz in Washington, schlüsselt die Daten über den Bevölkerungswechsel in den US-Vororten auf.
[...]
Der Brookings-Bericht nennt das vergangene Jahrzehnt die "Dekade der Abrechnung". Politische Entscheidungsträger werden darin aufgefordert, ihre veralteten Vorstellungen der US-Städte zu überdenken und sich mit den Problemen, die die dramatischen Veränderungen der Bevölkerungsstruktur mit sich bringen, auseinanderzusetzen.
So empfiehlt der Bericht unter anderem die Schaffung von erschwinglichem Wohnraum und sozialen Einrichtungen in den Vorstädten sowie eine bessere Verkehrsplanung zur Verknüpfung der Ballungsräume. Zusätzlich schlägt Brookings die Schaffung einer neuen Behörde für eingewanderte US-Amerikaner vor, die auf die Bedürfnisse der schnell wachsenden Communitys mit Migrationshintergrund eingehen kann.
[...]
Die US-Regierung fasst nun offenbar auch radikale Lösungen ins Auge, um dem Problem Herr zu werden. Laut dem britischen "Telegraph" könnten ganze Stadtviertel geschleift werden, um die mittlerweile überdimensionierten Städte gesundzuschrumpfen und den weiteren Verfall zu stoppen. Gesamte Straßenzüge könnten demnach von Planierraupen niedergewalzt werden und renaturiert werden.
"Clean and green" nennt sich das entsprechende Vorzeigeprojekt in Flint, der Urheimat von GM und einer der am stärksten von der Krise und von der Abwanderung betroffenen Städte im "Rostgürtel". Das Programm bedeutet einen Bruch im bisherigen Denken, das vom "Big is Beautiful" und "Wachstum bedeutet Zukunft" geprägt ist.
[...]
Kildee versucht daher, das Stadtzentrum wieder attraktiver zu machen und die Stadt insgesamt zu verkleinern, aber damit gleichzeitig lebendiger zu machen.
Erreicht wird das mit einer "Land Bank", die durch Überschuldung und ausstehende Steuerzahlungen zum Verkauf stehende Immobilien aufkauft, anstatt sie Spekulanten zu überlassen. In Gegenden, wo es Sinn ergibt, werden neue Projekte hochgezogen, in anderen Fällen werden die Häuser niedergerissen und die Gründe begrünt. Etwaigen verbliebenen Bewohnern in Problemgegenden wird zugleich ein lukratives Angebot zum Umsiedeln gemacht.
1.100 Häuser wurden laut "Telegraph" mittlerweile in Flint im Rahmen dieser Initiative bereits dem Erdboden gleichgemacht. Tausende weitere Häuser sollen laut Kildee noch folgen.
In manchen Gegenden machten sich bereits Wiese und Bäume breit - dass dort noch bis vor Kurzem Häuser standen, sei kaum noch zu erkennen."
Dazu passend habe ich diese Woche eine sehr interessante Dokumentation über Portland gesehen, in der über den Weg der Stadt weg vom Auto, hin zum Öffentlichen Verkehr und einer Reaktivierung des Stadtzentrums erzählt wurde. Diese Sendung gibt es online anzusehen.
"Idyllische Einfamilienhäuser mit Gärtchen im Vorort sind, glaubt man Filmen und Serien, der Traum jeder amerikanischen Jungfamilie. Dass die Realität längst nicht mehr dem Klischee entspricht, belegt nun eine Analyse der US-Volkszählungsdaten. Besserverdiener und Jungfamilien ziehen wieder lieber in die Großstadt. Stadtplaner sehen jedoch auch Gefahren dieser Entwicklung: Im Gegenzug drohen nämlich manche der früher so angesagten Vororte zu Problemvierteln zu verkommen.
Die Bevölkerungsstruktur in den amerikanischen Vororten hat sich in den letzten Jahren wesentlich gewandelt: Die klassischen Speckgürtelbewohner - junge, gut situierte Familien - fühlen sich wieder stärker von den urbanen Angeboten der Großstadt angezogen und lassen die Vorortidylle hinter sich.
Eine neue Analyse der Volkszählungsdaten der Jahre 2000 bis 2008 durch die Brookings Institution, einen überparteilichen Thinktank mit Sitz in Washington, schlüsselt die Daten über den Bevölkerungswechsel in den US-Vororten auf.
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Der Brookings-Bericht nennt das vergangene Jahrzehnt die "Dekade der Abrechnung". Politische Entscheidungsträger werden darin aufgefordert, ihre veralteten Vorstellungen der US-Städte zu überdenken und sich mit den Problemen, die die dramatischen Veränderungen der Bevölkerungsstruktur mit sich bringen, auseinanderzusetzen.
So empfiehlt der Bericht unter anderem die Schaffung von erschwinglichem Wohnraum und sozialen Einrichtungen in den Vorstädten sowie eine bessere Verkehrsplanung zur Verknüpfung der Ballungsräume. Zusätzlich schlägt Brookings die Schaffung einer neuen Behörde für eingewanderte US-Amerikaner vor, die auf die Bedürfnisse der schnell wachsenden Communitys mit Migrationshintergrund eingehen kann.
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Die US-Regierung fasst nun offenbar auch radikale Lösungen ins Auge, um dem Problem Herr zu werden. Laut dem britischen "Telegraph" könnten ganze Stadtviertel geschleift werden, um die mittlerweile überdimensionierten Städte gesundzuschrumpfen und den weiteren Verfall zu stoppen. Gesamte Straßenzüge könnten demnach von Planierraupen niedergewalzt werden und renaturiert werden.
"Clean and green" nennt sich das entsprechende Vorzeigeprojekt in Flint, der Urheimat von GM und einer der am stärksten von der Krise und von der Abwanderung betroffenen Städte im "Rostgürtel". Das Programm bedeutet einen Bruch im bisherigen Denken, das vom "Big is Beautiful" und "Wachstum bedeutet Zukunft" geprägt ist.
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Kildee versucht daher, das Stadtzentrum wieder attraktiver zu machen und die Stadt insgesamt zu verkleinern, aber damit gleichzeitig lebendiger zu machen.
Erreicht wird das mit einer "Land Bank", die durch Überschuldung und ausstehende Steuerzahlungen zum Verkauf stehende Immobilien aufkauft, anstatt sie Spekulanten zu überlassen. In Gegenden, wo es Sinn ergibt, werden neue Projekte hochgezogen, in anderen Fällen werden die Häuser niedergerissen und die Gründe begrünt. Etwaigen verbliebenen Bewohnern in Problemgegenden wird zugleich ein lukratives Angebot zum Umsiedeln gemacht.
1.100 Häuser wurden laut "Telegraph" mittlerweile in Flint im Rahmen dieser Initiative bereits dem Erdboden gleichgemacht. Tausende weitere Häuser sollen laut Kildee noch folgen.
In manchen Gegenden machten sich bereits Wiese und Bäume breit - dass dort noch bis vor Kurzem Häuser standen, sei kaum noch zu erkennen."
Dazu passend habe ich diese Woche eine sehr interessante Dokumentation über Portland gesehen, in der über den Weg der Stadt weg vom Auto, hin zum Öffentlichen Verkehr und einer Reaktivierung des Stadtzentrums erzählt wurde. Diese Sendung gibt es online anzusehen.
Re: USA: Zurück in die Stadt
von Andreas Beer » 20. Juni 2010, 16:57
Apropos US Städte: habe ich schon erwähnt, dass ich in meiner Pension in Celebration hausen werde?
http://architecture.about.com/od/planne ... ration.htm
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--
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Re: USA: Zurück in die Stadt
von Brigitte Grohmann » 20. Juni 2010, 18:16
Mehrfach. Und ich hab mich jedesmal gegraust ;-)
brigitte
brigitte
If some cunt can fuck something up, that cunt will pick the worst possible time to
fucking fuck it up because that cunt's a cunt.
- Tucker's Law
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Re: USA: Zurück in die Stadt
von Andreas Beer » 20. Juni 2010, 18:37
Sorry, ich höre mich so gerne posten ;)
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Re: USA: Zurück in die Stadt
von Stefan Neuwinger » 20. Juni 2010, 20:40
>Apropos US Städte: habe ich schon erwähnt, dass ich
>in meiner Pension in Celebration hausen werde?
na da werden wir uns im alter nicht begegnen, weil ich
zieh dann nach getscho...
8o))
s
>in meiner Pension in Celebration hausen werde?
na da werden wir uns im alter nicht begegnen, weil ich
zieh dann nach getscho...
8o))
s
Re: USA: Zurück in die Stadt
von Peter Thomas Suschny » 27. Juni 2010, 15:42
Stefan Neuwinger hat geschrieben:na da werden wir uns im alter nicht begegnen, weil ich
zieh dann nach getscho...
8o))
s
Wieso, legst Du dann Deinen Internet-Anschluss zurück?
SCNR
Re: USA: Zurück in die Stadt
von Peter Thomas Suschny » 27. Juni 2010, 15:43
Herr Neuwinger als Tauben fütternder Alt-Hippie im Park ;-))
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