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Stadt begrünen zur Temperatursenkung

Erderwärmung, Verkehrspolitik, Energiewende - oder auch nicht?

Moderation: Harald Silvio Frassine

Stadt begrünen zur Temperatursenkung

Beitragvon Dieter Henkel » 23. Juli 2010, 09:43

Kein Wunder, dass es derzeit vermehrt Berichte gibt, wie man in den Städten die Temperatur im Sommer auf Dauer senken kann. Und es ist auch kein Wunder, wie man das bewerkstelligen kann - mehr Grünflächen und Frischluftkorridore.
http://orf.at/stories/2004803/2004787/

Dazu braucht es keine Experten, dazu würde schon der Hausverstand reichen. Man merkt es sehr gut, wenn man durch eine Straße geht, in der kein Baum steht und dann in eine wechselt, wo zwischendurch welche Schatten spenden. Dass sich das auch auf die Temperatur am Abend auswirkt, ist wohl auch klar.

Im Kurier war auch ein entsprechender Artikel mit einem sehr interessanten Wärmebild, das den Punkt verdeutlicht.
Dieter Henkel
 

Re: Stadt begrünen zur Temperatursenkung

Beitragvon Julia Braunegg » 23. Juli 2010, 11:37

Nett. Ich bin dafür. Und Eichhörnchen gibts dann auch mehr!

=)

Jul
When your mouth drops open, click the shutter. -Harold Feinstein
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Julia Braunegg
 

Re: Stadt begrünen zur Temperatursenkung

Beitragvon Brigitte Grohmann » 23. Juli 2010, 11:50

Mehr Grünflächen klingt ja super, nur wie machen wir das? Jedes vierte Haus niederreissen? Es ist halt das Merkmal einer Stadt, dass dort viele Gebäude dicht nebeneinanderstehen.
Interessant erscheinen mir durchgehend begrünte Dächer, oder auch die originelle Idee, Dächer weiss zu streichen.
If some cunt can fuck something up, that cunt will pick the worst possible time to
fucking fuck it up because that cunt's a cunt.
- Tucker's Law
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Brigitte Grohmann
 

Re: Stadt begrünen zur Temperatursenkung

Beitragvon Gerald König » 23. Juli 2010, 11:55

Wenn im Winter wieder das Herannahen der nächsten Eiszeit diskutiert wird, hat die Stadtwärme auch so ihre Vorteile (zumindest in Sachen Heizkosten).

Die Flächenwidmungen der letzten Jahre sind ohnehin schon intelligenter geworden (siehe z.B.
http://www.aspern-seestadt.at/) - und Wien darf man getrost als "Grüne Stadt" bezeichnen.

Aber ein bisserl was (mehr an Grün) geht immer...

lgg
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Gerald König
 

Re: Stadt begrünen zur Temperatursenkung

Beitragvon Peter Thomas Suschny » 23. Juli 2010, 18:25

Brigitte Grohmann hat geschrieben:Mehr Grünflächen klingt ja super, nur wie machen wir das? Jedes vierte Haus niederreissen? Es ist halt das Merkmal einer Stadt, dass dort viele Gebäude dicht nebeneinanderstehen.


Viele Bäume fallen Auto-Parkplätzen zum Opfer, das Auto ist leider zum Fetisch geworden und die Politik (außer die Grünen) macht nichts, überhaupt nichts dagegen, sondern verstärkt das noch.
Auch parteilose Raumplaner (z. B. Prof. Reinhard Seyss und Sohn Bernhard, inzwischen auch schon 40, Vater Seyss ist 63) warnen ständig vor solchen Tendenzen, dass eine Shopping City nach der anderen errichtet wird, was den Auto-Mobilitätszwang noch steigert.
Und Alleen zu pflanzen ist auch kein Mirakel, kürzlich musste ich zu einem Kunden vom 10. Bezirk rüber auf den Gaudenzdorfer Gürtel und ich fuhr die Strecke Kundratstraße - Längenfeldgasse, fast durchgehend schattig weil von Bäumen bestanden, die noch intakt sind, wenn man bei ca. 35 bis 40 Grad je nach Sonneneinstrahlung im PKW-Stau hinter den anderen steht, weiß man das sehr zu schätzen, Häuser müssen dazu sicher keine abgerissen werden.
Und nach den Wien-Wahlen wird bei uns aus der ehemaligen, im Geiste der späten 1960er-Jahre (50. Jahr Jubiläum Republik Österreich 1969) errichtete, für sämtliche Anrainer offene Kinder-Wohnanlage "Stadt des Kindes" in Luxus-Wohnungen verwandelt mit 260 Wohneinheiten, da wurde sehr wohl viel gerodet, weil es bis heute keine geeignete Zufahrtsstraße dorthin gab, für diese Straßenerweiterung sollte man aber auch gleich den 49er über Hütteldorf und Maria Brunn nach Hadersdorf-Weidlingau verlängern, statt mit Bussen, die den ganzen Tag im PKW-Stau stehen und ganz lausige Fahrzeiten haben und das in einem Teil, der immerhin seit 1938 zu Wien gehört (also 16 Jahre länger als die Donaustadt, wo es wenigstens viele Busbeschleunigungs-Spuren gibt).
Peter Thomas Suschny
 

Re: Stadt begrünen zur Temperatursenkung

Beitragvon Peter Thomas Suschny » 23. Juli 2010, 18:29

Gerald König hat geschrieben:Wenn im Winter wieder das Herannahen der nächsten Eiszeit diskutiert wird, hat die Stadtwärme auch so ihre Vorteile (zumindest in Sachen Heizkosten).
Aber ein bisserl was (mehr an Grün) geht immer...

lgg


Die Stadtwärme wirst Du sowieso nicht so schnell los, ansonsten haben die Grünen seit einiger Zeit eine Wärmebildkamera, da hast Du jede Menge Gemeindebauten, die noch immer ganz massiv die Straßen beheizen, sprich Geld und Energie zum Fenster rauspulvern.
Wien baut momentan sehr viel neues, da muss noch viel mehr Geld in die Sanierung des Altbaubestandes hineingesteckt werden, dass das bei privaten Spekulationsobjekten nicht von oben hinauf oktroyiert werden darf, kann ich verstehen, aber bei Gemeindebauten kann das *bundesdeutscher Ausdruck* ratz-fatz gehen.
Peter Thomas Suschny
 

Re: Stadt begrünen zur Temperatursenkung

Beitragvon Harald Silvio Frassine » 23. Juli 2010, 21:26

Wien darf man getrost als "Grüne Stadt" bezeichnen.

transdanubien ist grün. die gürtelnahen bezirke hingegen sind unwirtliche felswüsten, die im sommer die hitze speichern.
und ja, langfristig müssen baulücken frei bleiben: lebenswerte städte haben ihren stadtwald, ihren mönchs- oder uhrturmberg.
Politik ist zu wichtig, um sie den PolitikerInnen zu überlassen. Skype Me™!
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Harald Silvio Frassine
 

Re: Stadt begrünen zur Temperatursenkung

Beitragvon Brigitte Grohmann » 23. Juli 2010, 22:14

Die Innenbezirke sind weder unwirtlich noch Felswüsten. In meinem Innenhof wachsen mir die Pappeln und Kiefern über den Kopf, und ich bin im 7. Stock. Und so ist es in so gut wie jedem Haus, zoom einmal in ein Luftbild rein. Dazu gibt es auch innerhalb des Gürtels Parks und Alleen. Ich liebe meine Felswüste.


brigitte
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- Tucker's Law
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Brigitte Grohmann
 

Re: Stadt begrünen zur Temperatursenkung

Beitragvon Kurt Radowisch » 23. Juli 2010, 23:38

Julia Braunegg hat geschrieben:Nett. Ich bin dafür. Und Eichhörnchen gibts dann auch mehr!

=)

Jul


Die Eichhörnchen sind ja wirklich süß. Und sie sind zutraulich und kommen auf den Tisch und auf die Hand. Bei uns (21.) machen sich interessanterweise die dunkelgrauen mehr breit und nicht die rotbraunen, warum weiß ich nicht.
Frag mich jetzt bitte nicht, welche Art heimisch ist, und welche "zuagrast".
Ich bin schon froh, wenn sie sich mit den Katzen einigermaßen vertragen und sich nicht gegenseitig als Bereicherung des Speiseplans betrachten.
Meine Katzen schleppen sowieso schon alles mögliche mehr oder weniger zerlegte Getier nach Hause (schwer zu erkennen, ob das zu Lebzeiten Federn oder Haare hatte), legen es mir vor die Füße, schnurren laut und wollen dann gelobt werden. (Braver Kater! - WÜRG!)
Man glaube nicht, daß Eichhörnchen - obwohl Nagetiere - reine Vegetarier sind. Ein Vogelnest ist schnell ausgeräumt, Eier oder Nestlinge, egal, und auch sonstiges Kleingetier, wie etwa Eidechsen, wird gerne genommen.
Was ich noch lustig finde, ist das: Katzen sind doch bestimmt nicht ungeschickt, wenn es ums Bäume Klettern geht. Aber wenn die Katze das Eichhörnchen auf den Baum verfolgt, könnte man glauben, die Katze ist ein Kittpatzen, den man irgendwie blind in den Baum geworfen hat, und wenn man Glück hat, bleibt er irgendwo kleben.

LG Kurt
Kurt Radowisch
 

Re: Stadt begrünen zur Temperatursenkung

Beitragvon Kurt Radowisch » 24. Juli 2010, 00:09

Brigitte Grohmann hat geschrieben:
Die Innenbezirke sind weder unwirtlich noch Felswüsten. In meinem Innenhof wachsen mir die Pappeln und Kiefern über den Kopf, und ich bin im 7. Stock. Und so ist es in so gut wie jedem Haus, zoom einmal in ein Luftbild rein. Dazu gibt es auch innerhalb des Gürtels Parks und Alleen. Ich liebe meine Felswüste.

brigitte


Wenn dir die Bäume im 7. Stock noch über den Kopf wachsen, dann hast du echt ein Problem.

In Wien DARFST du (per Gesetz) einen Baum, der gewisse Ausmaße (40 cm Umfang in 1m Höhe) überschritten hat, nicht einmal so einfach kappen. Kein Heimgärtner will einfach alles blank roden, aber selbst dann, wenn der Baum durch sein Wachstum Schäden verursacht (etwa mit den Wurzeln schon den Brunnen aushebt), muß man in Wien immer noch um Genehmigung ansuchen, nur um den Baum endlich loszuwerden.
Ich hatte eine Birke, die war schon "wech", sprich, sie drohte zusammenzubrechen und wer weiß wen zu erschlagen.
Fällungsbewilligung wurde keine erteilt, und wenn ich nicht einen bei der Feuerwehr gut kenne, steht (oder liegt!) der Baum heute noch.
Die Feuerwehr hat dann die Birke wegen "Gefahr im Verzug" umgelegt. (Da war die Bewilligung plötzlich formlos da, aber nur gegen Pflanzung von 5 (fünf!) Ersatzbäumen, und das wurde auch kontrolliert!)
Nicht, daß ich was gegen Bäume hätte, aber ich habe mehr Bäume auf meinen 1000 m2 stehen, als für diese kleine Fläche gut wäre.
Das Wiener Baumschutzgesetz bewirkt nur, daß jeder darauf bedacht ist, keinen Baum über ein gewisses Maß wachsen zu lassen, denn sonst wird man ihn nie wieder los!
Paradoxerweise gilt das Wiener Baumschutzgesetz nicht für Obstbäume. Und als Ersatz für eine bewilligte Fällung dürfen auch keine Obstbäume gepflanzt werden. (Also pflanzt man halt irgendwas, wartet die Kontrolle ab, und dann kann man den Jungbaum eh noch mit der Hand ausreißen, häckseln und gleich kompostieren.)
Ich habe eine wild aufgegangene Eiche. Soll ich den Baum übermorgen oder nächstes Jahr entsorgen (um dem Baumschutzgesetz zu entgehen), oder soll ich das Ding wachsen lassen, auch wenn es mir die Fassade zerstört, und mich damit trösten, daß der Baum immer noch da stehen wird, wenn wir uns allesamt schon die Erdäpfel von unten ansehen?

LG Kurt
Kurt Radowisch
 

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