Rauf mit den Spritpreisen!
Erderwärmung, Verkehrspolitik, Energiewende - oder auch nicht?
Moderation: Harald Silvio Frassine
Re: Rauf mit den Spritpreisen!
von Dieter Henkel » 1. März 2010, 10:02
Gertrud Nemeth hat geschrieben:schönen tag noch - ich komme schon von meiner ersten guten ökologischen tat zurück - 1,5km mal 2 in den kindegarten und retour zu fuss!
Finde ich super.
sehr ungewöhnlich hier in st a, milde belächelt (die armen kinder!!)
Das ist eigentlich sehr traurig und zeigt, dass ein höherer Spritpreis dringend notwendig wäre, um ein Umdenken einzuleiten.
Es ist ja auch pervers, dass viele Leute extra in ein Fitnessstudio gehen (oder besser gesagt: fahren) um sich dort auf einem Laufband zu quälen, statt mehr Wege zu Fuß zurückzulegen...
Re: Rauf mit den Spritpreisen!
von Kurt Radowisch » 1. März 2010, 10:47
Es gibt auch Leute, die setzen sich auf einen Hometrainer und radeln 50 km im Wohnzimmer, statt einmal Deutsch Wagram und zurück zu fahren.
LG Kurt
LG Kurt
Re: Rauf mit den Spritpreisen!
von Michael Suda » 1. März 2010, 11:02
Kurt Radowisch hat geschrieben:Es gibt auch Leute, die setzen sich auf einen Hometrainer und radeln 50 km im Wohnzimmer, statt einmal Deutsch Wagram und zurück zu fahren.
Wenn ich was in Deutsch Wagram zu tun habe, würde ich mit der Schnellbahn fahren (und eventuell das Radel mitnehmen, da D W doch nicht winzigklein ist).
Du sagst ned dazu, was Inhalt deiner Kritik ist. Wenn es den Menschen nur um Bewegung und Training geht, dann is es meiner Meinung nach blunzenwurscht, ob man daheim oder im Fitnessstudio auf dem Trainer werkt, oder ob man mehr oder weniger sinnfrei nach Deutsch Wagram strampelt (und, dort angekommen, vielleicht erst einmal ein Krügerl zischt! *ggg*).
Aber man kann, und das ist der Punkt, das Radel auch als Verkehrsmittel nutzen und sich damit in einem Aufwasch auch gleich einiges an Bewegung verschaffen. In der Stadt ist man so außerdem, bei ehrlicher Rechnung, im Durchschnitt meist unschlagbar schnell.
Ich kann es nicht sagen, ich sage es nie,
bleibt auch mein Himmel versperrt.
bleibt auch mein Himmel versperrt.
(aus Lehárs Operette "Das Land des Lächelns")
Re: Rauf mit den Spritpreisen!
von Kurt Radowisch » 1. März 2010, 12:58
Wenn es mir nur um die Bewegung geht, setze ich mich trotzdem lieber auf's Fahrrad und fahre durch die Gegend (auch sinnfrei), als vom Hometrainer aus die Zimmerwand anzustarren (ebenso sinnfrei).
Ein Krügel zischen (du hast mich durchschaut) kann ich im Wohnzimmer auch.
Und in der Stadt ist man wirklich mit dem Rad schneller: keine roten Ampeln, keine störenden Einbahnen, keine Staus, zwischen den Kolonnen durch, Abschneider durch den Park etc.
Und keine Bullen, die sich ein Kennzeichen notieren.
LG Kurt
Ein Krügel zischen (du hast mich durchschaut) kann ich im Wohnzimmer auch.
Und in der Stadt ist man wirklich mit dem Rad schneller: keine roten Ampeln, keine störenden Einbahnen, keine Staus, zwischen den Kolonnen durch, Abschneider durch den Park etc.
Und keine Bullen, die sich ein Kennzeichen notieren.
LG Kurt
Re: Rauf mit den Spritpreisen!
von Brigitte Grohmann » 1. März 2010, 13:07
Grad in der Stadt würd ich nicht mit dem Rad fahren, das ist mir viel zu gefährlich. Am Land über die Felder ins Nachbardorf zum Eisessen, das ist ok :-)
brigitte
brigitte
If some cunt can fuck something up, that cunt will pick the worst possible time to
fucking fuck it up because that cunt's a cunt.
- Tucker's Law
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Re: Rauf mit den Spritpreisen!
von Susanne Ofner » 3. März 2010, 13:31
Brigitte Grohmann hat geschrieben:Grad in der Stadt würd ich nicht mit dem Rad fahren, das ist mir viel zu gefährlich. Am Land über die Felder ins Nachbardorf zum Eisessen, das ist ok :-)
brigitte
Ich habe viele Jahre lang praktisch jeden Weg in der Stadt mit dem Rad zurückgelegt. Anfangs habe ich mich gefürchtet; allmählich kam ich aber drauf, dass die Gefahr sich in Grenzen hält.
Es gibt übrigens (vom VCÖ, IIRC) eine Untersuchung, derzufolge das Zufußgehen in der Stadt das Riskanteste ist.
Warum ich das Radfahren sukzessive aufgab, lag/liegt an den Rahmenbedingungen. Irgendwann hatte ich es einfach satt, von Autos geschnitten oder mit viel zu wenig Sicherheitsabstand überholt zu werden. Ich hatte es satt, dass AutofahrerInnen ständig die Fahrrad-Übergänge auf Kreuzungen verstellten und es mir somit de facto verunmöglichten, (bei grüner Ampel) eine Kreuzung zu queren. Die stetige Zunahme des Autoaufkommens war Jahr für Jahr spürbar zu merken. Ich hatte es außerdem satt, auf Radwege verwiesen zu werden, die im Nichts enden oder saugefährlich angelegt sind.
Dann ging ich jahrelang einen großen Teil meiner Wege zu Fuß. Alle Strecken, die in weniger als 30 Minuten zu Fuß erreichbar waren, sowieso, und gelegentlich auch längere.
Jetzt liegt das Büro leider nicht mehr so günstig, und ich fahre Öffi.
Su
Re: Rauf mit den Spritpreisen!
von Kurt Radowisch » 3. März 2010, 14:07
Meine Erfahrungen sind:
Auf normalen Fahrbahnen etwas weiter links fahren als notwendig (ca. 0.5 m), ein bißchen "geigeln" (Unsicherheit vortäuschen), und schon gehen die Autofahrer auf Abstand.
Ich hatte einmal, das Problem, daß ich einen Autofahrer anzeigte, weil er den Radweg verparkt hatte, und der Polizist fragte mich, mit wie vielen Rädern das Auto auf dem Radweg stände, und ich antwortete wahrheitsgemäß: Mit gar keinem. Tatsächlich war der Radweg schmaler als die Spurbreite eines Autos, so daß dieses ÜBER dem Radweg stand, ohne AUF demselbigen zu stehen. (Praterstraße)
Übrigens: Per Gesetz ist die Verpflichtung, den Radweg zu benutzen, nur dann gegeben, wenn diese "zumutbar" ist. Dieses Wort ist mindestens so dehnbar wie ein Verhüterli beim Berstvolumentest.
Soll heißen: Ein Radweg, der im Nichts beginnt oder endet, oder nicht dorthin führt, wo der Radfahrer hin will, ist nicht zumutbar.
Und im Einspruchs/Berufungsfall muß die Behörde ihren Standpunkt BEWEISEN. Der Einsprucherheber/Berufungswerber muß nur glaubhaft machen. Endet normalerweise mit Einstellung oder Fristablauf seitens der Behörde.
LG Kurt
Auf normalen Fahrbahnen etwas weiter links fahren als notwendig (ca. 0.5 m), ein bißchen "geigeln" (Unsicherheit vortäuschen), und schon gehen die Autofahrer auf Abstand.
Ich hatte einmal, das Problem, daß ich einen Autofahrer anzeigte, weil er den Radweg verparkt hatte, und der Polizist fragte mich, mit wie vielen Rädern das Auto auf dem Radweg stände, und ich antwortete wahrheitsgemäß: Mit gar keinem. Tatsächlich war der Radweg schmaler als die Spurbreite eines Autos, so daß dieses ÜBER dem Radweg stand, ohne AUF demselbigen zu stehen. (Praterstraße)
Übrigens: Per Gesetz ist die Verpflichtung, den Radweg zu benutzen, nur dann gegeben, wenn diese "zumutbar" ist. Dieses Wort ist mindestens so dehnbar wie ein Verhüterli beim Berstvolumentest.
Soll heißen: Ein Radweg, der im Nichts beginnt oder endet, oder nicht dorthin führt, wo der Radfahrer hin will, ist nicht zumutbar.
Und im Einspruchs/Berufungsfall muß die Behörde ihren Standpunkt BEWEISEN. Der Einsprucherheber/Berufungswerber muß nur glaubhaft machen. Endet normalerweise mit Einstellung oder Fristablauf seitens der Behörde.
LG Kurt
Re: Rauf mit den Spritpreisen!
von Peter Manfredini » 6. April 2010, 13:12
Harald Silvio Frassine hat geschrieben:am land könnt ich z.b. statt eigenem kfz 1x/woche ein taxi um eur 30,- benutzen, und lebensmittel u.v.m. liefern lassen.
In der Stadt kostet Liefern-Lassen schon einen Batzen Geld (bei Merkur kriegst du zB nur das halbe Angebot, und das ist teurer), am Land stelle ich mir das noch schwieriger vor.
Und Überland-Taxi ist sicher auch teurer als in Wien.
Dini
Re: Rauf mit den Spritpreisen!
von Peter Manfredini » 6. April 2010, 13:31
Dieter Henkel hat geschrieben:Wie man an deinem Beispiel sieht, ist eine Anpassung möglich. Du würdest gar nicht glauben, was noch alles möglich ist, was du dir jetzt noch gar nicht vorstellen kannst. Zum Beispiel, dass wieder ein Nahversorgungsinfrastruktur entstehen kann, wenn die Rahmenbedingungen nur entsprechend getaltet werden. Dann braucht man nämlich plötzlich gar kein Auto mehr oder leiht es sich für die paar Mal, wo es nicht anders geht. Natürlich ist das in einem dichter besiedelten Gebiet leichter, keine Frage.
Ich bin ein "Zwangsumsteiger", weil nach meinem Auszug das Auto bei meiner Frau geblieben ist. Meine Wohnung liegt verkehrsgünstig in der Märzstraße, ich bin problemlos auf Öffis umgestiegen, habe aber nicht allzu viele Wege und keinen Anhang.
Am Öffifahren schätze ich das unkomplizierte Handling, das Zeitungslesen während der Fahrt (Zeitersparnis) und den Kontakt zur Umwelt. Wo mir das Auto abgeht (und das durchaus auch irrational und sicher nicht vollständig):
– Größere Besorgungen (Ikea usw.)
– Besuche bei meinen Eltern (Märzstraße–Perchtoldsdorf mit Öffis ca. 1 Stunde)
– "Spontanbesuche" bei Freunden
– Ausflüge aufs Land (obwohl ich eh beeindruckt bin, wo man mit der bahn locker hinkommt), zB das Dylan-Konzert in Linz wäre ohne (ausgeborgtes) Auto ohne Übernachtung schwierig
– als Lastenträger (wenn ich zB früher mehrere Einkäufe in einem Rundumschlag erledigt habe)
– schlechtes Wetter
– in Ruhe beim Fahren Musik hören und sitzen können
Bin grad am Überlegen, carsharing.at beizutreten, ist aber mMn ziemlich teuer (weil sie km _und_ Zeit verrechnen) und könnte als Quasi-Monopolist durchaus Konkurrenz vertragen.
Dini
Re: Rauf mit den Spritpreisen!
von Gertrud Nemeth » 20. April 2010, 14:04
die meldung zum tage! tata!!
st andräer kinder fahren rad!
die stellfläche im kindergarten war heute mit 25 radl übervoll, das heisst also rund 23 unnötige kurzautofahrten vermieden! :-)
also, wir werden nur belächelt, wenn meine armen kids bei schlechtem wetter gehen müssen...
wegen zustellung von lebensmitteln am land noch schnell: forget it!
der nächste merkur ist 30km entfernt, der liefert nicht. also, wenn sprit zu teuer wird (leider stimmt die tendenz wieder, ächz!), dann einkauf beim greissler im dorf - der liefert sicher!!
zwar wenigere, teurere sachen, aber naja,...
gertrud
st andräer kinder fahren rad!
die stellfläche im kindergarten war heute mit 25 radl übervoll, das heisst also rund 23 unnötige kurzautofahrten vermieden! :-)
also, wir werden nur belächelt, wenn meine armen kids bei schlechtem wetter gehen müssen...
wegen zustellung von lebensmitteln am land noch schnell: forget it!
der nächste merkur ist 30km entfernt, der liefert nicht. also, wenn sprit zu teuer wird (leider stimmt die tendenz wieder, ächz!), dann einkauf beim greissler im dorf - der liefert sicher!!
zwar wenigere, teurere sachen, aber naja,...
gertrud
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