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Grünpartei oder konkrete Utopie?

Erderwärmung, Verkehrspolitik, Energiewende - oder auch nicht?

Moderation: Harald Silvio Frassine

Re: Grünpartei oder konkrete Utopie?

Beitragvon Harald Silvio Frassine » 7. April 2010, 12:51

Susanne Ofner hat geschrieben:Ich bin klar für das, was du "repräsentativ-politische Ebene" nennst, denn "mit gleichgesinnten so leben, wie wir uns das vorstellen" ist letztlich nur schwer von Rückzug und, wenn man so will, innerer Emigration zu unterscheiden.

den gewünschten zustand in der realität hier und jetzt vorwegzunehmen mag eine konsequenz der resignation über die nicht-rechtzeitigkeit demokratischer prozesse sein, aber noch lang nix mit innerer emigration zu tun haben!
denn braucht es nicht die vorgelebten vorbilder zur orientierung? wird z.b. die autofreie moderne gesellschaft für die große masse erst dann vorstellbar, wenn sie irgendwo real existiert?
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Re: Grünpartei oder konkrete Utopie?

Beitragvon Susanne Ofner » 7. April 2010, 14:49

Natürlich sind gelebte Vorbilder wichtig, keine Frage. Und ich möchte auch nicht dir persönlich irgendwas unterstellen.
Ich erinnere mich halt an so manche "Aussteiger" (wie man sie früher genannt hat), deren Umorientierung schon recht oft auch Rückzugscharakter hatte nach dem Motto "ich such mir meine heimelige Ökonische".
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Susanne Ofner
 

Re: Grünpartei oder konkrete Utopie?

Beitragvon Harald Silvio Frassine » 7. April 2010, 15:00

"heimelig" ist ja ein wichtiges bedürfnis, oder? -
was mir grad klar wird: stalinistInnen hatten immer ihr mokau, peking oder tirana als bezugspunkt, sozialdemokratInnen ihr rotes wien - nur die grünen haben kein grünes "homeland"!
Politik ist zu wichtig, um sie den PolitikerInnen zu überlassen. Skype Me™!
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Harald Silvio Frassine
 

Re: Grünpartei oder konkrete Utopie?

Beitragvon Susanne Ofner » 7. April 2010, 17:31

Harald Silvio Frassine hat geschrieben:"heimelig" ist ja ein wichtiges bedürfnis, oder? -
was mir grad klar wird: stalinistInnen hatten immer ihr mokau, peking oder tirana als bezugspunkt, sozialdemokratInnen ihr rotes wien - nur die grünen haben kein grünes "homeland"!


Klar ist "heimelig" was Wichtiges, keine Frage.
Ich meinte das als Gegensatz zu "politisch".
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Re: Grünpartei oder konkrete Utopie?

Beitragvon Harald Silvio Frassine » 12. April 2010, 14:55

ah da schau her - zu konkreten utopien kann man auch "best practice"-modelle sagen...!


Podium 1, Mo., 19. April 2010, 19 Uhr
Fleischerei, Kirchengasse 44, A-1070 Vienna
fon/fax +43 1 5240738
office@experimentaltheater.com
www.experimentaltheater.com

"KRISE & KONKRETE UTOPIEN" - neue ökosoziale Projekte
Bisher ist die Bereitschaft zu tiefgreifenden Reformen des kapitalistische Finanzsystems nicht erkennbar, wobei die gegenwärtige Krise nicht nur als Krise des Finanzsektors begriffen werden kann. Welche "best-practice" Modelle und Traditionslinien können aktive Alternativprojekte heute auffinden (z.b. Mondragon im Baskenland), welche Projekte im urbanen Raum stehen welchen auf dem Land gegenüber, welche Probleme teilen sie und worin bestehen existentielle Unterschiede? Welche Voraussetzungen und Zielvorstellungen gibt es in der Peripherie und auf dem Land? Was hat sich seit der Post-Wende Zeit 1989 verändert, welche Modelle haben mit welchen Resultaten zum Erfolg geführt?
Moderatoren: Radovan Grahovac (A/HR) & Peter Kreisky
TeilnehmerInnen:
Marta Gomez (Bildende Künstlerin, Projektentwicklungen für die Genossenschaft im Baskenland), Wolfgang Hein (Vertreter von Eurosolar Austria), Florence Holzner (Bautechnikerin, Co-Initiatorin Zentrum für Neue Arbeit/Neue Kultur, Neulengbach/NÖ), Dieter Schrage (Kultur/Aktivist, Co-Organisator Solidarökonomiekongress).


"KUNSTimDIALOG" / Diskussionen in der FLEISCHEREI Frühjahr 2010
Teil der Theaterprojekte "ART OF LIFE_transition" in Kooperation mit OKTO.tv/ALTERNATIVKOST
Kuratoren: Eva Brenner (A/USA), Peter Kreisky (A)
Moderatoren: Peter Kreisky, Radovan Grahovac (A/HR)
Künstlerische Leitung FLEISCHEREI: Eva Brenner (A/USA)

Die bewährte Diskussionsreihe in der FLEISCHEREI präsentiert im Frühjahr und Herbst 2010 jeweils 4-5 Gespräche als Teil des Jahresprojekts "ART OF LIFE_transition" und nimmt damit Stellung zum aktuellen Thema "konkrete Utopien". In Einzelgesprächen - sog. "Porträts"- und auf Podien stellen engagierte Zeitgenossinnen - KünstlerInnen, AktivistInnen und WissenschaftlerInnen - neueste Entwicklungen in Kunst, Politik und Kultur vor, umreißen interessante Alternativeprojekte im ökosozialen, soziokulturellen Bereich und laden das Publikum ein zu Rede und Gegenrede.

Der Titel "ZUKUNFT BEGINNT: Krise & konkrete Utopien" suggeriert, dass es gilt, die "Krise als Chance", als Bewegung hin zur aktiven Mitarbeit an gesellschafts-politischer Erneuerung aufzufassen. Der Projektzyklus ART OF LIFE_transition will zeigen, dass zivilgesellschaftlich organisierte Gruppen und NGOs bereits aktiv an der Umkehr marktwirtschaftlich orientierter Prinzipien arbeiten und diese Projekte weltweit mit (unterschiedlichem) Erfolg praktiziert werden.

Beginnend mit der Abkehr von den sogenannten "Creative Industries" hin zur Schaffung einer "neuen Kultur" - einer "Wirtschaft der Kreativität", die erst ein neues ökosoziales Handeln ins Werk zu setzen vermag und damit positive Antworten auf die großen Herausforderungen unserer Zeit schafft - neue Armut, menschliche Isolation, Arbeitslosigkeit, Umweltkatastrophen. Es geht um "konkrete Utopien" wie Genossenschaftliches Wirtschaften, Solidarische Ökonomiemodelle, dezentrale digitale Netzwerke und Plattformen, Studentenstreiks und andere Formen des kulturpolitischen Aktionismus.
Die Frage ist: welche realen Chancen haben sie auf eine nachhaltige Veränderung westlicher/südosteuropäischer Gesellschaften?


Vorschau:

Gespräch 2, Mo., 10. Mai 2010, 19 Uhr
AUGENZEUGIN FREDA MEISSNER-BLAU IM GESPRÄCH -
Status Quo Österreichs und die Frage nach Alternativen Lebensformen
Die Politikerin Freda Meissner-Blau (geb. 11. März 1927 in Dresden) gilt als "Galionsfigur" der österreichischen Ökologiebewegung. Sie war die erste Parteivorsitzende der österreichischen Grünen.
Biographie: Freda Meissner-Blau ist Mitbegründerin der Grünen Partei Österreichs, Aktivistin und ehemalige Präsidentschaftskandidatin. Der Vater Chefredakteur einer Zeitung in Preßburg, schrieb Artikel gegen das NS-Regime, wurde als Volksschädling gebrandmarkt und emigrierte 1939 nach England. 1947 kam Freda Meissenr-Blau zurück nach Wien. Studium der Journalistik und Publizistik, arbeitete nebenher für die amerikanische Besatzungsmacht. Nächste Station Zentralafrika, später Paris, Mitarbeiterin im Social Science Departement der UNESCO, u.a. Übersetzungen von Angeboten französischer Konzerne für die Errichtung von Atomkraftwerken. 1972 Rückkehr mit ihrem 2. Mann Paul Blau nach Wien, Bildungsreferentin in der ÖMV, Fortbildungsseminare für junge Arbeiter, Beitritt zur SPÖ. Als Teil der Widerstandsbewegung Marsch nach Zwentendorf. 1986 Kandidatin der Grünbewegung um das Amt der Präsidentschaft und damit Austritt aus der SPÖ. Wichtige Wesentliche beim Einzug der Grünen in das Par
lament. Seit dem Ausscheiden aus der Politik arbeitet Freda Meissner-Blau für internationale Gremien, schreibt Bücher und hält Vorträge.

Moderatoren: Radovan Grahovac & Peter Kreisky
Anschließend Büffet & Filmprojektion - Projekte, an denen Meissner-Blau aktiv beteiligt war


Podium 2, Mo., 24. Mai 2010, 19 Uhr
"KRISE & KONKRETE UTOPIEN" - neue soziokulturelle Projekte
Bisher ist die Bereitschaft zu tiefgreifenden Reformen des kapitalistische Finanzsystems nicht erkennbar ist wobei die gegenwärtige Krise nicht nur als Krise des Finanzsektors begriffen werden kann. Das Scheitern des osteuropäischen "sozialistischen Modells" und die neue Krise des Kapitalismus, die wir zur Zeit erleben, macht die Auseinandersetzung mit Alternativen dringend notwendig - beginnend mit dem diskursiven Austausch über die in Entwicklung begriffenen alternativen sozialen und soziokulturellen Lern-, Handlungs- und Aktionsräumen.

Moderatoren: Radovan Grahovac (A/HR) & Peter Kreisky
TeilnehmerInnen: Michael Baiculescu (Mandelbaum Verlag), Gabi Gerbasits (IG Kultur Österreich, Abgesandte Betriebsrätin der AK-Wien, angefragt), Ula Schneider (SOHO in OTTAKRING), Robert Sommer (Aktionsradius Augarten, AUGUSTIN).

Gespräche Herbst 2008, "ART OF SURVIVAL"
Radovan Grahovac (HR/EU), Leo Gabriel (A)
FLEISCHEREI, 9. Oktober 2008, © Blind Spot E²

Konzept © Eva Brenner / Peter Kreisky
Infos, Fotos, Biografien: www.experimentaltheater.com
Politik ist zu wichtig, um sie den PolitikerInnen zu überlassen. Skype Me™!
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Harald Silvio Frassine
 

Re: Grünpartei oder konkrete Utopie?

Beitragvon Harald Silvio Frassine » 21. Mai 2010, 20:47

ein veranstaltungshinweis zum thema:

Die FLEISCHEREI (Kirchengasse 44, 1070 Wien, www.experimentaltheater.com) lädt ein zum 2. Podium der Gesprächsreihe KUNSTimDIALOG am Montag, 24. Mai 2010, 19 Uhr:

"KRISE & KONKRETE UTOPIEN" - neue soziokulturelle Projekte

Bisher ist die Bereitschaft zu tiefgreifenden Reformen des kapitalistische Finanzsystems nicht erkennbar ist wobei die gegenwärtige Krise nicht nur als Krise des Finanzsektors begriffen werden kann. Das Scheitern des osteuropäischen "sozialistischen Modells" und die neue Krise des Kapitalismus, die wir zur Zeit erleben, macht die Auseinandersetzung mit Alternativen dringend notwendig - beginnend mit dem diskursiven Austausch über die in Entwicklung begriffenen alternativen sozialen und soziokulturellen Lern-, Handlungs- und Aktionsräumen.

Moderatoren: Radovan Grahovac (A/HR) & Peter Kreisky

TeilnehmerInnen:
Michael Baiculescu (Mandelbaum Verlag),
Gabi Gerbasits (IG Kultur Österreich),
Ula Schneider (SOHO in OTTAKRING),
Robert Sommer (Aktionsradius Augarten, AUGUSTIN).



KUNSTimDIALOG Frühjahr 2010

ZUKUNFT BEGINNT: Krisen & konkrete Utopien"KUNSTimDIALOG" / Diskussionen in der FLEISCHEREI Frühjahr 2010Teil der Theaterprojekte "ART OF LIFE_transition" in Kooperation mit OKTO.tv/ALTERNATIVKOST

Kuratoren: Eva Brenner (A/USA), Peter Kreisky (A)
Moderatoren: Peter Kreisky, Radovan Grahovac (A/HR)
Künstlerische Leitung FLEISCHEREI: Eva Brenner (A/USA)

Der Titel "ZUKUNFT BEGINNT: Krise & konkrete Utopien" suggeriert, dass es gilt, die "Krise als Chance" als Bewegung hin zur aktiven Mitarbeit an gesellschafts-politischer Erneuerung aufzufassen! Der Projektzyklus ART OF LIFE_transition will zeigen, dass zivilgesellschaftlich organisierte Gruppen und NGOs bereits aktiv an der Umkehr marktwirtschaftlich orientierter Prinzipien arbeiten und diese Projekte weltweit mit (unterschiedlichem) Erfolg praktiziert werden - beginnend mit der Abkehr von den sog. "Creative Industries" hin zur Schaffung einer "neuen Kultur" - einer "Wirtschaft der Kreativität", die erst ein neues ökosoziales Handeln ins Werk zu setzen vermag und damit positive Antworten auf die großen Herausforderungen unserer Zeit schafft - neue Armut, menschliche Isolation, Arbeitslosigkeit, Umweltkatastrophen. Es geht um "konkrete Utopien" wie Genossenschaftliches Wirtschaften, Solidarische Ökonomiemodelle, dezentrale digitale Netzwerke und Plattformen, Studentenstreiks
und andere Formen des kulturpolitischen Aktionismus. Die Frage ist: welche realen Chancen haben sie auf eine nachhaltige Veränderung westlicher/südosteuropäischer Gesellschaften?
Politik ist zu wichtig, um sie den PolitikerInnen zu überlassen. Skype Me™!
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Re: Grünpartei oder konkrete Utopie?

Beitragvon Peter Thomas Suschny » 22. Mai 2010, 18:14

Helmuth Korn hat geschrieben:
sich in einer kommune einzuigeln entfernt dich von der gesellschaft, von den problemen aber auch von gesellschaftlichen spielregeln........und irgendwann wachst du als zweiter otto mühl auf.
eine andere möglichkeit ist natürlich sich mit leuten aus dem eigenen wohnbezirk zusammenzutun und in eine bezirksorganisation der grünen oder roten zu gehen und diese...quasi übernehmen.


Weil ich das eben entdeckte:
1. Otto Mühl ist und bleibt für mich ein guter Maler (auch wenn er heute 85 ist), der Rest seines Wirkens ist aber egozentrisches Kasperltheater gewesen, kaum irgendeine grün bewegte Kommune wird in diese Richtung geraten, Sex mit verschiedenen Partner/innen stört mich nicht, bei Otto Mühl geriet es aber zu Sex mit Minderjährigen, wofür er dann ja auch zwischen 1990 und 1997 gesessen ist.
2. Die Einbildung, mit der SPÖ, auch nur mit einer Bezirksorganisation, was zu bewegen, amüsiert mich heftig, da müsste man aber diese BO übernehmen und die wird dann bald aus der SPÖ ausgestoßen, so wie zu Recht der Wiener Akademikerbund vom restlichen AB, aber aus anderen Gründen halt; während der Wiener AB in Richtung braun oder zumindest blau abgedriftet ist, kenne ich kaum Leute in der SPÖ, die ernsthaft grün denken, die sind genauso wie ernsthaft grün denkende ÖVP-Menschen schon längst zu den Grünen abgewandert (wie z. B. seinerzeit Günther Nenning oder Freda Meissner-Blau, die Witwe nach dem bekannten Arbeiter-Zeitung-Journalisten Paul Blau, die ja so wie er ebenfalls in der SPÖ war). Ich kenne auch nirgends - bestenfalls in einzelnen Fachgruppen in der Wirtschaftskammer, wo man einen Wirtschaftsbund-Obmann/frau verhindern wollte, gibt es rot-grüne Bündnisse, wir hätten das auch in der Fachgruppe der Kleintransporteure so gemacht, aber diesmal ist keiner der Grünen Wirtschaft mehr hineingewählt worden und für die Roten zählte wieder dabei sein ist alles, aber gewonnen hat wieder der Wirtschaftsbund - rot-grüne Bündnisse in Österreich, da ist uns Deutschland eindeutig und mehrfach voraus.
Peter Thomas Suschny
 

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