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Grünpartei oder konkrete Utopie?

Erderwärmung, Verkehrspolitik, Energiewende - oder auch nicht?

Moderation: Harald Silvio Frassine

Grünpartei oder konkrete Utopie?

Beitragvon Harald Silvio Frassine » 15. Februar 2010, 18:12

hat das überhaupt einen sinn, dass umweltschützerInnen zwecks minderheitenfeststellung zu wahlen antreten, statt sich irgendwo massiert anzusiedeln und den gewollten zustand vorzuleben?

ist es überhaupt realisitisch, die gesamtgesellschaft zu einer nachhaltigen wirtschaftsweise zu bekehren?

umgekehrt: sind insellösungen realistisch?
Politik ist zu wichtig, um sie den PolitikerInnen zu überlassen. Skype Me™!
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Harald Silvio Frassine
 

Re: Grünpartei oder konkrete Utopie?

Beitragvon Kurt Radowisch » 15. Februar 2010, 21:06

Zu deinem Posting (bitte nimm es nicht persönlich):
Für mich erschweren nicht nur große Buchstaben mitten im Wort das Lesen, sondern auch das konstante Kleinschreiben am Wortanfang, egal, ob es sich nun um Hauptwörter oder einen Satzanfang handelt oder nicht.
Interessanterweise stört mich das nur bei deutschen Texten, bei englischen oder französischen nicht, wahrscheinlich, weil es dort eben so ist.

Ich glaube, daß der Großteil der Bevölkerung nur dann zu umweltgerechtem Verhalten zu bringen ist, wenn dieses sich in klingender Münze auszahlt. ZB: Wenn Solarzellen auf dem Dach zu einer spürbaren und nachvollziehbaren Verringerung der Stromrechnung beitragen etc.

LG Kurt
Kurt Radowisch
 

Re: Grünpartei oder konkrete Utopie?

Beitragvon Helmuth Korn » 16. Februar 2010, 10:00

Harald Silvio Frassine hat geschrieben:hat das überhaupt einen sinn, dass umweltschützerInnen zwecks minderheitenfeststellung zu wahlen antreten, statt sich irgendwo massiert anzusiedeln und den gewollten zustand vorzuleben?

ist es überhaupt realisitisch, die gesamtgesellschaft zu einer nachhaltigen wirtschaftsweise zu bekehren?

umgekehrt: sind insellösungen realistisch?


ich halte es für realistischer sich in der grünen partei einzubringen als etwas kommunenartiges aufzubauen.

sich in einer kommune einzuigeln entfernt dich von der gesellschaft, von den problemen aber auch von gesellschaftlichen spielregeln........und irgendwann wachst du als zweiter otto mühl auf.

soweit ich das sehe haben die grünen sehr interessante konzepte unterschiedlichster mitwirkung, ist für jeden was dabei, ob man damit glücklich wird steht auf einem anderen blatt.

eine andere möglichkeit ist natürlich sich mit leuten aus dem eigenen wohnbezirk zusammenzutun und in eine bezirksorganisation der grünen oder roten zu gehen und diese...quasi übernehmen.
Helmuth Korn
 

Re: Grünpartei oder konkrete Utopie?

Beitragvon Harald Silvio Frassine » 16. Februar 2010, 22:38

sich in einer kommune einzuigeln entfernt dich von der gesellschaft, von den problemen aber auch von gesellschaftlichen spielregeln

naja, eben eine gegenkultur. die gesellschaft besteht ja aus lauter subkulturen.
aber alle grünwählerInnen österreichs ergäben wohl die bevölkerung eines kleinen bundeslandes, und da ließe sich schon einiges bewegen! an verkehrskonzepten, bei der energieversorgung, im bildungswesen... - eben endlich einmal als mehrheit agieren, statt ständig niedergestimmt zu werden und immer nur in der verhinderungsposition zu sein!
die frage ist ja auch: will ich politisch für künftige generationen aktiv sein, oder will ich selber auch schon ökologisch leben können?
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Re: Grünpartei oder konkrete Utopie?

Beitragvon Brigitte Grohmann » 16. Februar 2010, 22:46

Würden tatsächlich nur Ökofreaks die Grünen wählen, könntest du damit maximal ein mittleres Dorf besiedeln. Gerade wahre Ökos bemängeln doch an den Grünen, dass sie sich vom Umweltgedanken zu sehr entfernt haben und auch in anderen Politikfeldern engagieren.


brigitte
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- Tucker's Law
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Re: Grünpartei oder konkrete Utopie?

Beitragvon Andreas Beer » 16. Februar 2010, 23:43

so gut ich es auch prinzipiell bei manchen themen finde, dass sich die grünen nicht nur im umweltbereich engagieren, so sehr sehe ich auch das problem dabei: sie ecken damit bei vielen wählern an und die - auch wenn sie teilweise "grün denken" - sich mit ein paar pseudogrünen überlegungen bei den anderen parteien begnügen.
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Re: Grünpartei oder konkrete Utopie?

Beitragvon Harald Silvio Frassine » 17. Februar 2010, 05:49

ich denke dass "wahre ökos" nix dagegen hätten, wenn in einem autonomen greenland nicht nur der footprint *) stimmt, sondern auch die arbeitswelt humanisiert, die bildung demokratisiert und die verwaltung dezentralisiert würde.
also nochmal: warum nicht verwirklichen statt nur propagieren und eventuell irgendwann mitregieren?

*) http://www.mein-fussabdruck.at/
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Re: Grünpartei oder konkrete Utopie?

Beitragvon Stefan Mackovik » 17. Februar 2010, 07:04

Ich bin einer von den Grünwählern,die diese Partei NICHT wählen würden, wenn sie sich nur mit "Grünthemen" beschäftigen würden -eil mir Umweltschutz zwar wichtig, Menschenrechte, Verteilungsgerechtigkeit und ANtifaschismus aber wichtiger sind

Und ich würd in kein "grüne Gegengesellschaft" vulgo Dorf übersiedeln, weil schon zu viele dieser Kommunen NICHT funktioniert haben.

Stefan
Alfons Haider hat recht.
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Re: Grünpartei oder konkrete Utopie?

Beitragvon Peter Thomas Suschny » 13. März 2010, 10:38

Es gab ja schon öfters Utopien, wenn ich so an Volkswirtschaft zurückdenke, wo ich extra "Lehrgeschichte" bzw. auch "Theoriegeschichte" genannt als Spezialgebiet belegte (auch wenn ich nur zweimal schriftlich antrat und nie zur mündlichen gekommen bin).
Die Utopisten aller Art haben meistens im 18. bzw. 19. Jahrhundert sozialdemokratischen Ideen nachgehangen, da im Zeitalter der Vor-Industrialisierung grüne Ideen kaum notwendig waren, denn die Umwelt war ja vor Beginn der sog. industriellen Revolution insgesamt schon nachhaltig und es wurden kaum Ressourcen verschwendet; Menschenrechtsverletzungen gab es natürlich schon damals, aber das Interesse über solche Themen war ein anderes.

Ich weiß jetzt, 16 Jahre nach meinem letzten Antreten in VWL eher nur noch die Namen der großen Theoretiker wie Pierre Proudhon oder Thomas Morus auswendig (hmm, weil ich dort in der Gegend wo er eine Gasse hat, Tetrapak sammel, überlege ich gerade, wer Novalis war, aber der war eher Philosoph als Ökonom).

Was aber GRÜNE Ideen betrifft, so kann ich Dir am ehesten raten, unter den altbewährten "Freunden" Google bzw. Wikipedia über das dänische Experiment "Christiania", eine 1971 realisierte typische 68er-Idee in Kopenhagen nachzulesen; in einem volkswirtschaftlichen Werk, wie ich die gelesen habe, fehlt das naturgemäß (noch), denn die wurden ja alle Anfang der 80er-Jahre verfasst, denn die Gegenwart endete dort wenn nicht in den 60ern, dann in den 70ern mit der Realsierung von den Gedanken John Maynard Keynes, die ja in Österreich ("Austrokeynesianismus" zwischen 1953 und 1983 real durchgeführt wurden, nicht nur von Bundeskanzler Kreisky, sondern auch von Raab, Gorbach und Klaus, seinen Amtsvorgängern aus den Reihen der ÖVP.
Neuere Erkenntissse, wie John Kenneth Galbraith, Jan Tinbergen oder auch von konservativerer Sicht Friedrich August von Hayek und Milton Friedman waren eher in Makroökonomischen Werken als in der Lehrgeschichte angesiedelt.
Die letzten beiden Österreicher wirkten zwischen den 1920ern und 1930ern, ich erinnere mich neben Josef Alois Schumpeter noch an Ludwig von Mieses.


Harald Silvio Frassine hat geschrieben:ich denke dass "wahre ökos" nix dagegen hätten, wenn in einem autonomen greenland nicht nur der footprint *) stimmt, sondern auch die arbeitswelt humanisiert, die bildung demokratisiert und die verwaltung dezentralisiert würde.
also nochmal: warum nicht verwirklichen statt nur propagieren und eventuell irgendwann mitregieren?

*) http://www.mein-fussabdruck.at/
Peter Thomas Suschny
 

Re: Grünpartei oder konkrete Utopie?

Beitragvon Harald Silvio Frassine » 13. März 2010, 11:43

allerdings meinte ich nicht theoretische, sondern konkrete utopien, entsprechend dem slogan der beginnenden alternativbewegung ende der 1970er-jahre (forum alternativ 1979 praterwiese):
"utopien werden erst durch verwirklichung konkret!"

und eine verwirklichte utopie muss ja nicht gleich ein anderes wirtschaftssystem sein, es kann auch eine andere familienstruktur, eine alternativschule oder eine andere technologie sein.

christiania z.b., ich war mal dort, war(ist?) vor allem in bezug auf selbstverwaltung eine konkretisierte utopie, außerdem teilweise architektonisch, dann in bezug auf frauen und schwulen-/lesbenrechte (eigene baracken), und ansonsten gabs dort haschisch in riesenlaiben zu kaufen.
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Harald Silvio Frassine
 

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