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Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien

Kirchturmverbot? Burka-Pflicht? Buddha-Statuen in Klassenzimmern? Religion ist wieder ein Thema!

Moderation: Michael Eisenriegler

Re: Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien

Beitragvon Guenter Theml » 4. April 2011, 10:58

Liebe Leute,
nach Langer Zeit wieder einmal hier... und gleich mein Lieblingsthema:

1. in der Schule solle es um Wissen, und seine Vermittlung gehen.

2. Dazu gehört neben den Naturwissenschaften (bei denen sich allerdings auch viele Bereiche immer wieder im Umbruch befinden) auch Geisteswissenschaften und Theologie (Religion).

3. Die Religion ist ein multimodales Fach, weil es mit vielen Fächern sehr gut kooperieren kann und als Querschnitt über viele Wissenschaften Räume anbieten KANN (!!!) die den Kindern und Jugendlichen zu Einsichten helfen, die ihnen wirklich (persönlich u.a. als soziale Kompetenz) weiterhelfen.

4. Religion kann und wird auch jetzt schon als fächerübergreifendes Fach gesehen (Kombinationen mit Deutsch, Geschichte, Philosophie, Physik, Mathematik, Biologie sind mir bekannt).

5. Auch schon mein Bischof hat medial hörbar verkündet, dass das Kreuz verzichtbarer Bestandteil der Raumgestaltung ist. Diese soll viel mehr von Lehrkräften gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen dem Lernerfolg dienen. (daher ist auch der Präsident eigentlich verzichtbar :-))

6. Das Problem der "Hörbarkeit" derer, die keiner Religionsgemeinschaft angehören, ist, dass sie keine durch Mitgliedschaft oder Unterschrift legitimiertes Vertretungsorgan besitzen, das diese Vertretung erledigen könnte. So zweifelhaft das Engagement der Volksbegehrensbetreiber auch sein mag, sie sind formal nicht durch die 2 Millionen Nichtmitglieder der Religionsgemeinschaften legitimiert.

7. Ich sehe ein, dass Katholikenbashing momentan sehr hip ist. und es wurde schon vorher einmal erwähnt, dass die Aktivitäten der Religionsgemeinschaften nicht nur schlecht sind. Der österreichische Weg der Einbindung aller Relgionsgemeinschaften hat uns aber (im gegensatz zu vielen anderen Regionen auch in Europa) trotz heftiger Diskussionen einen sehr langen (sozialen) Frieden beschert, weil sich Religion (und Kirchen) nicht als Streitpunkt heranziehen läßt.

so das war's wiedermal

ach ja: ich werde es nicht unterschreiben.

lg
Günter
Guenter Theml
 

Re: Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien

Beitragvon Brigitte Grohmann » 4. April 2011, 11:06

Guenter Theml hat geschrieben:1. in der Schule solle es um Wissen, und seine Vermittlung gehen.

2. Dazu gehört neben den Naturwissenschaften (bei denen sich allerdings auch viele Bereiche immer wieder im Umbruch befinden) auch Geisteswissenschaften und Theologie (Religion).

Aha. Sagt wer? Was an Religion "Wissen" ist, ist in Geschichte und Psychologie bestens abgedeckt.
BTW dass Wissenschaften sich im Umbruch befinden, ist definitionsgemäß so. (Im Gegensatz zu Religionen, die gemütlich bei dem bleiben, was vor ein paar hundert oder tausend Jahren mal wer geschrieben hat.)


7. Ich sehe ein, dass Katholikenbashing momentan sehr hip ist.

Also ich bin da leider sehr unhip, oder vieleicht sogar Trendsetter, ich kritisiere sämtliche Märchengläubigen seit locker 20 Jahren.


brigitte
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fucking fuck it up because that cunt's a cunt.
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Brigitte Grohmann
 

Re: Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien

Beitragvon Susanne Ofner » 4. April 2011, 11:26

Guenter Theml hat geschrieben:Religion kann und wird auch jetzt schon als fächerübergreifendes Fach gesehen (Kombinationen mit Deutsch, Geschichte, Philosophie, Physik, Mathematik, Biologie sind mir bekannt).


Ich halte es für wichtig, SchülerInnen etwas näherzubringen, das jenseits der wissenslastigen Abprüfbarkeit etc. liegt und nichtmaterielle Werte vorstellt.
Eine konfessionsunabhängige (praktische) Auseinandersetzung mit Fragen von Ethik, sozialer Kompetenz etc. halte ich für extrem wichtig. Ich nenne das bewusst nicht Ethik*unterricht*, weil ich es gut fände, wenn das in einer anderen Struktur stattfinden kann als in dem, was traditionell als "Unterricht" gesehen wird.

Es geht mir nicht um Katholikenbashing - aber zu Religionsfreiheit im Sinn von gleichen Chancen für alle Religionen gehört für mich auch, dass nicht einzelne Konfessionen die öffentlichen Schulen als Plattform für die Verbreitung ihrer Lehre erhalten.

Ich sehe die katholische Kirche durchaus als Bandbreite, von der ich manches sympathisch finde - etwa das soziale Gewissen, das diverse Caritas-Leute couragiert verkörpern, während ich anderes unerträglich finde. Da brauche ich gar nicht die Gewaltvorfälle in den Internaten, es fällt mir auch sonst genug ein, das tiefer geht und mit der Struktur der katholischen Kirche selbst zu tun hat.
Jedenfalls: Konfessionsunterricht an Schulen - nein.
Su
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Susanne Ofner
 

Re: Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien

Beitragvon Brigitte Grohmann » 4. April 2011, 11:41

Susanne Ofner hat geschrieben:Ich sehe die katholische Kirche durchaus als Bandbreite, von der ich manches sympathisch finde - etwa das soziale Gewissen, das diverse Caritas-Leute couragiert verkörpern,

Das ist IMVHO eine Ursache-Wirkung-Umdrehung. Nicht weil diese Leute in der Kirche sind, sind sie so sozial, sondern die sind schon sozial und leben das halt in einem katholischen Rahmen aus. Wären sie nicht religiös, würden sie vielleicht bei der Tafel mitfahren oder im Integrationshaus mithelfen.


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Re: Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien

Beitragvon Susanne Ofner » 4. April 2011, 13:27

Brigitte Grohmann hat geschrieben:Das ist IMVHO eine Ursache-Wirkung-Umdrehung. Nicht weil diese Leute in der Kirche sind, sind sie so sozial, sondern die sind schon sozial und leben das halt in einem katholischen Rahmen aus. Wären sie nicht religiös, würden sie vielleicht bei der Tafel mitfahren oder im Integrationshaus mithelfen.


Ich denke durchaus, dass es von christlichen Werten beeinflusst sein kann, wenn jemand sozial sensibel ist etc. Ich kenne auch Beispiele, bei denen ich so was beobachten konnte.
Selbstverständlich ist es nicht so, dass soziales Engagement zwingend durch christliche Einflüsse entsteht.
Da sehe ich ein eher komplexes Gefüge an Einflussfaktoren, wechselseitigen Verstärkungen etc.

Mit meiner Aussage, dass ich nicht alle Kirchenorganisationen für gleich (schlecht) halte, wollte ich keine Ursache-Wirkung-Zusammenhänge darstellen.
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