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Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien

Kirchturmverbot? Burka-Pflicht? Buddha-Statuen in Klassenzimmern? Religion ist wieder ein Thema!

Moderation: Michael Eisenriegler

Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien

Beitragvon Stefan Mackovik » 6. März 2011, 15:48

Zwischen 15. März und 15. Oktober 2011 hat man die Möglichkeit, dass Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien zu unterstützen.

Ich werde dies tun, da ich meine, dass vor allem die katholische Kirche in Österreich, nicht zuletzt durch das Konkordat, zu viele Pivilegien besitzt.

Warum ist es beispielsweise möglich, dass in einem Land, dass sich selbst als laizistisch bezeichnet, Religionslehrer nach wie vor von selbigen bezahlt werden? Wieso werden hochrangige Kirchenvertreter nach wie vor in viele (gesellschafts-) politische Fragen eingebunden?

Das ist dabei um so bedenklicher, als diese Vertreter nicht etwa von Mitgliedern dieser Kirche gewählt, sondern in letzter Konsequenz von einem absolutistisches regierenden Herrscher eines fremden Landes bestimmt werden.

Dazu kommen noch diverse steuerliche Privilegien (Kirchensteuer absetzbar, viele kirchliche Einstellungen grundsteuerbefreit,...)

Oder: welcher anderen Einrichtung ist es sonst erlaubt, ein eigenes Rechtssystem aufzustellen, und sich so der Rechtssprechung des Staates zu entziehen? So geschehen gerade bei der Einrichtung der Missbrauchskommision, anstatt die Fälle der unabhängigen Justiz zu übergeben.

Ich finde es äusserst doppelzüngig, wenn gerade immer öfter "der Islam" dafür gegeiselt wird, ein "politischer Islam" zu sehen, wenn nicht einmal westeuropäische Länder wie Österreich den (angeblichen) europäischen Grundwert des "Laizismus" konsequent einhalten, und ich finde es außerdem bedenklich, dass ein Vertrag aus dem Austrofaschismus, nämlich der zwischen dem Vatikan und der Republik Österreich, aus dem Jahr 1933 auch heute noch fast unverändert Gültigkeit hat.

Religion und Kirche muss endlich wirklich reine Privatsache werden!

Nähere Infos zum Volksbegehren gibt es hier: http://www.kirchen-privilegien.at/
Alfons Haider hat recht.
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Stefan Mackovik
 

Re: Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien

Beitragvon Brigitte Grohmann » 6. März 2011, 15:50

Stefan Mackovik hat geschrieben:in einem Land, dass sich selbst als laizistisch bezeichnet

Öhm, wo? Das behaupten wohl nur Optimisten...


brigitte
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Brigitte Grohmann
 

Re: Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien

Beitragvon Sonja Bettel » 6. März 2011, 16:38

Ich habe schon länger auf dieses Volksbegehren gewartet, halte es für sehr wichtig und werde es unterstützen. Die katholische Kirche hat in Österreich viel zu viel mitzureden bei Bildung, Politik und Medien. Sie hat eine vorrangige Stellung im Verhältnis zu anderen Religionen. Religionsunterricht in der Art eines Konfessionsunterrichts gehört nicht in die Schule, zumindest nicht als Gegenstand wie Deutsch, Mathematik, Geschichte usw. Stattdessen sollte ein Ethik/Philosophie/Religionsunterricht eingeführt werden, der Religionen aus der Metaebene betrachtet und erklärt, welche und warum es Religionen gibt und was diese in der Geschichte alles verursacht, verschuldet und bewirkt haben und welche Rolle sie heute spielen. Konfessionsunterricht sollen sich die Religionsgemeinschaften selbst organisieren und selbst finanzieren.
Kirchen und andere religiöse Bauwerke sollen als Kulturgüter erhalten werden, allerdings soll ihre Renovierung und Erhaltung nach gleichen Maßstäben finanziert werden, egal aus welcher Religion sie stammen, und nach gleichen Maßstäben, wie andere kulturell wertvolle Bauten, Gegenstände, Plätze, Orte und Werke.
Sonja Bettel
 

Re: Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien

Beitragvon Kurt Radowisch » 6. März 2011, 18:17

Ich habe schon 1977 gegen die Kirche unterschrieben, und zwar in Form meines Austritts am Magistrat 21.

LG Kurt
Kurt Radowisch
 

Re: Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien

Beitragvon Gerald König » 6. März 2011, 21:07

...und die steuerliche absetzbarkeit von beiträgen zu religionsgemeinschaften könnte man sich auch gleich ersparen... auch wenns nur 200 euro/person sind...

lgg
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Gerald König
 

Re: Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien

Beitragvon Kurt Radowisch » 6. März 2011, 21:58

Es ist billiger, gar keinen Kirchenbeitrag zu zahlen, als Teile davon von der Steuer abzusetzen.

LG Kurt
Kurt Radowisch
 

Re: Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien

Beitragvon Brigitte Grohmann » 6. März 2011, 22:24

Da geht's aber nicht um die Haushaltsbilanz des einzelnen, sondern darum, dass das nur eine weitere nicht ganz so verdeckte Subvention der Kirche durch alle Steuerzahler ist, religiös oder nicht.


brigitte
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Re: Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien

Beitragvon Gerald König » 6. März 2011, 22:47

genau so schauts aus.
indirekt zahlt nämlich so auch der herr radowisch nach wie vor mit;-)

lgg
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Gerald König
 

Re: Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien

Beitragvon Kurt Radowisch » 7. März 2011, 05:20

Brigitte Grohmann hat geschrieben:
Da geht's aber nicht um die Haushaltsbilanz des einzelnen, sondern darum, dass das nur eine weitere nicht ganz so verdeckte Subvention der Kirche durch alle Steuerzahler ist, religiös oder nicht.

brigitte



Richtig! Aber je weniger Leute bei der Kirche Mitglied sind, um so weniger wird es zu solchen Subventionen kommen.

LG Kurt
Kurt Radowisch
 

Re: Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien

Beitragvon Julia Braunegg » 16. März 2011, 09:09

Stefan Mackovik hat geschrieben:Oder: welcher anderen Einrichtung ist es sonst erlaubt, ein eigenes Rechtssystem aufzustellen, und sich so der Rechtssprechung des Staates zu entziehen? So geschehen gerade bei der Einrichtung der Missbrauchskommision, anstatt die Fälle der unabhängigen Justiz zu übergeben.


Fast uneingeschränkt bin ich deiner Meinung.

Im konkreten Fall haben wir da aber ein moralisches Dilemma.

Viele der Fälle, die jetzt die Kommission behandelt, sind rein strafrechtlich längst verjährt.

Fälle, bei denen das nicht so ist, werden an die Staatsanwaltschaft übergeben.

De facto ist es also so, dass die Kirche Dinge behandelt, die sonst unbehandelt blieben. Also? Was machen wir? Verbieten wir das? Dann müssen wir aber auch die Verjährungsregeln anpassen. Das geht eh nur für die Zukunft und nicht rückwirkend.

Oder wir richten selber eine Stelle ein, die sich um die Leute kümmert.

Oder wir lassen die dafür zahlen, die den Schaden quasi angerichtet haben.

Oder vielleicht gibt es auch ganz andere Lösungen?

Übrigens hat jeder Verein das Recht, sich Regeln zuzulegen, bei deren Nichtbefolgung man ausgeschlossen werden kann. Und sehr viel mehr kann die Kirche ja auch nicht, als Leut ausschließen, die sich nicht an die Regeln halten. Das ist nichteinmal Kirchenexklusiv. Und die obersten Vertreter anderer privater Vereine, die vielleicht vom Staat gefördert werden, bestimmt auch nicht der Staat/das Volk. Jeder Fußballverein der massenhaft Geld in den Sand setzt, Homophobie und Fremdenfeindlichkeit fördert oder zumindest zuläßt, wird auch trotzdem weiterhin aus Steuergeldern gefördert.

Wie komm ich jetzt eigentlich dazu, die Kirche zu verteidigen? Wäh.

Jul
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Julia Braunegg
 

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