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Schönborn: "Größte Austrittswelle seit der Nazizeit"

Kirchturmverbot? Burka-Pflicht? Buddha-Statuen in Klassenzimmern? Religion ist wieder ein Thema!

Moderation: Michael Eisenriegler

Schönborn: "Größte Austrittswelle seit der Nazizeit"

Beitragvon Andreas Serloth » 18. Dezember 2010, 23:42

Ah, eh. Ursache für Fall eins: Der Unrechtsstaat. Ursache für Fall zwei, analog, in dieser Diktion: Die Unrechtsmenschen Missbrauchsopfer.
*kotz*

as
Andreas Serloth
 

Re: Schönborn: "Größte Austrittswelle seit der Nazizeit"

Beitragvon Michael Suda » 19. Dezember 2010, 08:18

Die Leute treten aber in ihrer Mehrheit nicht ursächlich wegen Fällen sexueller, körperlicher oder seelischer Misshandlung in katholischen Erziehungseinrichtungen aus.

Das ist nur der Anlass, der genug Empörung liefert, um das Austrittsformular zu unterschreiben.

Sie treten aus, weil sie nicht mehr an Gott glauben, und vor allem, weil sie nicht mehr daran glauben, dass ihnen die katholische Kirche (bzw. das Christentum insgesamt, weil sonst würden sie ja eventuell zu den Evangelischen oder einer anderen christlichen Kirche wechseln) als Institution irgendeine wahre, wertvolle Form spirituellen Halts geben kann.

Früher ham sie sich halt vor diesem Schritt gefürchtet (Stichwort: "christliches Begräbnis", Gruppendruck), inzwischen ist die Kirche schon so ausgepowert, dass selbst der Chef-Kardinal mehr oder weniger zugibt, dass ihr langsam die kritische Masse fehlt, um gesellschaftliche Exklusivansprüche (Stichwort: Kreuze in den Schulklassen etc.) geltend zu machen. Und das beschleunigt die Abwärtsspirale natürlich noch......
Ich kann es nicht sagen, ich sage es nie,
bleibt auch mein Himmel versperrt.
(aus Lehárs Operette "Das Land des Lächelns")
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Michael Suda
 

Re: Schönborn: "Größte Austrittswelle seit der Nazizeit"

Beitragvon Susanne Ofner » 19. Dezember 2010, 10:32

Michael Suda hat geschrieben:Das ist nur der Anlass, der genug Empörung liefert, um das Austrittsformular zu unterschreiben.


Ja.
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Re: Schönborn: "Größte Austrittswelle seit der Nazizeit"

Beitragvon Andreas Serloth » 19. Dezember 2010, 12:48

Ich denke auch, dass die besagten Vorfälle lediglich als Katalysator wirken, einer längst bestehenden Distanz zwischen Mensch und Kirche mit dem Formalakt eines Austritts Ausdruck zu verleihen.

as
Andreas Serloth
 

Re: Schönborn: "Größte Austrittswelle seit der Nazizeit"

Beitragvon Susanne Ofner » 19. Dezember 2010, 13:51

Andreas Serloth hat geschrieben:Ich denke auch, dass die besagten Vorfälle lediglich als Katalysator wirken, einer längst bestehenden Distanz zwischen Mensch und Kirche mit dem Formalakt eines Austritts Ausdruck zu verleihen.


Und ich finde das gut.
Es ist eine Art umgekehrte Selbstreinigung der Kirche.
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Re: Schönborn: "Größte Austrittswelle seit der Nazizeit"

Beitragvon Brigitte Grohmann » 19. Dezember 2010, 14:20

Ich finde auch Schönborns Aussage nicht besonders schlimm, sondern sehr entlarvend. Die Kirche schafft jetzt locker ganz von selber, wozu es seinerzeit eine Diktatur gebraucht hat.


brigitte
If some cunt can fuck something up, that cunt will pick the worst possible time to
fucking fuck it up because that cunt's a cunt.
- Tucker's Law
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Re: Schönborn: "Größte Austrittswelle seit der Nazizeit"

Beitragvon Andreas Serloth » 19. Dezember 2010, 15:57

Warum bin ich bloß so sicher, dass diese tatsächlich ansprechende Interpretation weder bei Durchschnittskatholerern noch Fundis oder Klerus breite Zustimmung finden würde, hmmm…?

as
Andreas Serloth
 

Re: Schönborn: "Größte Austrittswelle seit der Nazizeit"

Beitragvon Michael Suda » 19. Dezember 2010, 16:23

Susanne Ofner hat geschrieben:
Andreas Serloth hat geschrieben:Ich denke auch, dass die besagten Vorfälle lediglich als Katalysator wirken, einer längst bestehenden Distanz zwischen Mensch und Kirche mit dem Formalakt eines Austritts Ausdruck zu verleihen.


Und ich finde das gut.
Es ist eine Art umgekehrte Selbstreinigung der Kirche.

Eine "Selbstreinigung", bei der sich allerdings der Horizont der katholischen Kirche u.U. noch weiter verengen könnte. Denn die Fundis, die Opus-Dei- und Engelwerk-Obskurant/inn/en, die bleiben und sehen im Austritt der Taufschein-Katholik/inn/en sogar eine Chance, die Zügel der innerkirchlichen Macht noch fester in die Hände zu bekommen.

Denen kommt es auf Mitgliederzahlen nicht an, die setzen auf eine Eliten-Kirche, finanziert von einem wirtschaftlichen Schattennetzwerk, mit Beziehungen zu allen Zweigen der wirtschaftlichen und politischen Macht. So eine Art diskreter, weltweiter "Vatikan-Lobby Inc." an Stelle einer offenen Weltkirche, die den Drahtziehern und der katholischen Hierarchie ein gewisses Maß an Macht und Einfluss auf Dauer sichert.

Und der Rest fährt ohnehin zur Hölle, also lasset sie fahren.....
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bleibt auch mein Himmel versperrt.
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Re: Schönborn: "Größte Austrittswelle seit der Nazizeit"

Beitragvon Susanne Ofner » 19. Dezember 2010, 16:29

Michael Suda hat geschrieben:Eine "Selbstreinigung", bei der sich allerdings der Horizont der katholischen Kirche u.U. noch weiter verengen könnte. Denn die Fundis, die Opus-Dei- und Engelwerk-Obskurant/inn/en, die bleiben und sehen im Austritt der Taufschein-Katholik/inn/en sogar eine Chance, die Zügel der innerkirchlichen Macht noch fester in die Hände zu bekommen.

Denen kommt es auf Mitgliederzahlen nicht an, die setzen auf eine Eliten-Kirche, finanziert von einem wirtschaftlichen Schattennetzwerk, mit Beziehungen zu allen Zweigen der wirtschaftlichen und politischen Macht. So eine Art diskreter, weltweiter "Vatikan-Lobby Inc." an Stelle einer offenen Weltkirche, die den Drahtziehern und der katholischen Hierarchie ein gewisses Maß an Macht und Einfluss auf Dauer sichert.


Ich verstehe die Argumentation, baue aber darauf, dass die katholische Kirche an praktischem Einfluss weiter verlieren wird.
Irgendwann gibts auch keine Mitglieder mehr, die Opus dei und ähnliche üble Auswüchse mit Geld versorgen und ihnen Macht geben.
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Susanne Ofner
 

Re: Schönborn: "Größte Austrittswelle seit der Nazizeit"

Beitragvon Michael Eisenriegler » 19. Dezember 2010, 16:48

Susanne Ofner hat geschrieben:
Michael Suda hat geschrieben:Eine "Selbstreinigung", bei der sich allerdings der Horizont der katholischen Kirche u.U. noch weiter verengen könnte. Denn die Fundis, die Opus-Dei- und Engelwerk-Obskurant/inn/en, die bleiben und sehen im Austritt der Taufschein-Katholik/inn/en sogar eine Chance, die Zügel der innerkirchlichen Macht noch fester in die Hände zu bekommen.

Denen kommt es auf Mitgliederzahlen nicht an, die setzen auf eine Eliten-Kirche, finanziert von einem wirtschaftlichen Schattennetzwerk, mit Beziehungen zu allen Zweigen der wirtschaftlichen und politischen Macht. So eine Art diskreter, weltweiter "Vatikan-Lobby Inc." an Stelle einer offenen Weltkirche, die den Drahtziehern und der katholischen Hierarchie ein gewisses Maß an Macht und Einfluss auf Dauer sichert.


Ich verstehe die Argumentation, baue aber darauf, dass die katholische Kirche an praktischem Einfluss weiter verlieren wird.
Irgendwann gibts auch keine Mitglieder mehr, die Opus dei und ähnliche üble Auswüchse mit Geld versorgen und ihnen Macht geben.

Ich fürchte, ich muß Kollegen Suda in dieser causa recht geben: Ehemals mächtige Organisationen, die an Einfluß verlieren tendieren zu Radikalisierung und Sektierertum. Und bis der Kirche das Geld ausgeht können wir lange warten, die können auch ohne Mitglieder noch ein paar Jahrhunderte durchhalten...

cu,

M.
Bitte keine Supportfragen an mich schicken, sondern ausschließlich an Admin! Danke!
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