Muzicant für Moscheen ohne Minarette
Kirchturmverbot? Burka-Pflicht? Buddha-Statuen in Klassenzimmern? Religion ist wieder ein Thema!
Moderation: Michael Eisenriegler
Muzicant für Moscheen ohne Minarette
von Andreas Beer » 8. September 2010, 14:29
Kann mir jemand diese Einschränkung erklären?
Er meint, dass im modernen Informationszeitalter diese nicht notwendig sind. Aber sie sind ja nicht nur als Muezzinrufplatz gedacht, sondern auch als sichtbares Zeichen.
Die Lösung "Moscheen ohne Minarette" klingt wieder so typisch österreichisch: ihr dürft ja welche haben, aber es soll nicht bemerkbar sein.
Er meint, dass im modernen Informationszeitalter diese nicht notwendig sind. Aber sie sind ja nicht nur als Muezzinrufplatz gedacht, sondern auch als sichtbares Zeichen.
Die Lösung "Moscheen ohne Minarette" klingt wieder so typisch österreichisch: ihr dürft ja welche haben, aber es soll nicht bemerkbar sein.
--
Die einzige Buchhandlung mit Tiefstpreisgarantie! http://www.meinebuchhandlung.at
Die einzige Buchhandlung mit Tiefstpreisgarantie! http://www.meinebuchhandlung.at
Re: Muzicant für Moscheen ohne Minarette
von Brigitte Grohmann » 8. September 2010, 15:11
Eifersucht einer Religion auf die andere?
brigitte
brigitte
If some cunt can fuck something up, that cunt will pick the worst possible time to
fucking fuck it up because that cunt's a cunt.
- Tucker's Law
fucking fuck it up because that cunt's a cunt.
- Tucker's Law
Re: Muzicant für Moscheen ohne Minarette
von Peter Thomas Suschny » 11. September 2010, 15:55
Müssen alle Kirchen Glockentürme haben?
Einige Läutwerke wurden meines Wissens nach durch Tonbandanlagen ersetzt.
Und: ich habe zwar Muzicant nie gewählt bei IKG-Wahlen, aber das ist sicher keine Frage der Eifersucht von einer Religion auf andere, einige jüdische Syngaogen in Wien wurden eben nicht freistehend, sondern in die bestehende Häuserzeile eingebaut, ich denke da nicht nur an die "Stadttempel" genannte Synagoge Seitenstettengasse (die übrigens 1938 nicht angezündet wurde, wegen des Risikos für die umliegenden Bauten), auch das Lokal in 1150 Wien, Storchengasse 21 oder 22 (kann ich jetzt nicht definitiv sagen), wo zwischen 1955 und 1974 der Hashomer Hazair untergebracht war, ist ein jüdisches Gebetshaus gewesen, das in eine Wohnhaus integriert war; sogenannte "Storchenschul", siehe auch die Ausstellung im Jahre 2008 "Das Dreieck meiner Kindheit" auf Spuren jüdischen Lebens in 1150 Wien, Herklotzgasse 21 mit den Gebäuden HKG 21, Storchenschul und Tempel Turnergasse, veranstaltet von den Architekten, die dort untergebracht sind.
Einige Läutwerke wurden meines Wissens nach durch Tonbandanlagen ersetzt.
Und: ich habe zwar Muzicant nie gewählt bei IKG-Wahlen, aber das ist sicher keine Frage der Eifersucht von einer Religion auf andere, einige jüdische Syngaogen in Wien wurden eben nicht freistehend, sondern in die bestehende Häuserzeile eingebaut, ich denke da nicht nur an die "Stadttempel" genannte Synagoge Seitenstettengasse (die übrigens 1938 nicht angezündet wurde, wegen des Risikos für die umliegenden Bauten), auch das Lokal in 1150 Wien, Storchengasse 21 oder 22 (kann ich jetzt nicht definitiv sagen), wo zwischen 1955 und 1974 der Hashomer Hazair untergebracht war, ist ein jüdisches Gebetshaus gewesen, das in eine Wohnhaus integriert war; sogenannte "Storchenschul", siehe auch die Ausstellung im Jahre 2008 "Das Dreieck meiner Kindheit" auf Spuren jüdischen Lebens in 1150 Wien, Herklotzgasse 21 mit den Gebäuden HKG 21, Storchenschul und Tempel Turnergasse, veranstaltet von den Architekten, die dort untergebracht sind.
Re: Muzicant für Moscheen ohne Minarette
von Michael Suda » 11. September 2010, 17:18
Peter Thomas Suschny hat geschrieben:[hier gekürzt] einige jüdische Syngaogen in Wien wurden eben nicht freistehend, sondern in die bestehende Häuserzeile eingebaut, ich denke da nicht nur an die "Stadttempel" genannte Synagoge Seitenstettengasse (die übrigens 1938 nicht angezündet wurde, wegen des Risikos für die umliegenden Bauten), auch das Lokal in 1150 Wien, Storchengasse 21 oder 22 (kann ich jetzt nicht definitiv sagen) [hier auch]
Das war aber nicht immer ganz freiwillig so! Der Stadttempel z.B. wurde um 1815 auf Grundlage der religionsrechtlichen Vorschriften im Gefolge des Toleranzpatents Kaiser Josephs II. geplant und gebaut, und diese erlaubten tolerierten nicht-katholischen Religionsgemeinschaften nur Andachts- und Versammlungsstätten ohne Turm oder andere von außen gut sichtbare Erkennungszeichen. Auch die evangelische Stadtkirche A.B. in der Dorotheergasse hatte deswegen ursprünglich keinen Turm und keine prägnante Fassade.
Toleranz =|= Gleichstellung!
Ich kann es nicht sagen, ich sage es nie,
bleibt auch mein Himmel versperrt.
bleibt auch mein Himmel versperrt.
(aus Lehárs Operette "Das Land des Lächelns")
Re: Muzicant für Moscheen ohne Minarette
von Peter Thomas Suschny » 11. September 2010, 18:19
Michael Suda hat geschrieben:Das war aber nicht immer ganz freiwillig so! Der Stadttempel z.B. wurde um 1815 auf Grundlage der religionsrechtlichen Vorschriften im Gefolge des Toleranzpatents Kaiser Josephs II. geplant und gebaut,
Toleranz =|= Gleichstellung!
Ja, das stimmt, aber wenn wer zum Beispiel heute nicht befördert wird, weil Jude, wird er sich auch schwer tun, das zu beweisen ...
Wobei Josef II generell kein Freund der Religionen war, nicht einmal der eigenen römisch-katholischen gegenüber, 1795 oder so war schon ein Pontifex in Wien, der ausgesucht unfreundlich behandelt worden sein soll und als der aus Wien abgereist ist, hat der Kaiser noch das Kloster Maria Brunn bei uns geschlossen, heute forstliche Bundesanstalt (und beliebter Seminar-Ort, bin einmal nach Hause gefahren und versammelte ÖVP-Prominenz stand gerade dort - war auch am Abend im Fernsehen).
Zuletzt geändert von Dieter Henkel am 12. September 2010, 12:00, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: OT-Teile in kleinerer Schrift
Grund: OT-Teile in kleinerer Schrift
5 Beiträge
• Seite 1 von 1
- Foren-Übersicht
- Alle Cookies des Boards löschen • Delete style cookies • Time zone: Europe/Vienna [ Sommerzeit ]

