Burkaverbot? Wirklich nur frauenfreundlich?
Kirchturmverbot? Burka-Pflicht? Buddha-Statuen in Klassenzimmern? Religion ist wieder ein Thema!
Moderation: Michael Eisenriegler
Burkaverbot? Wirklich nur frauenfreundlich?
von Peter Thomas Suschny » 30. April 2010, 09:08
Also ich halte mich da gerne raus, denn
1. Was käme dann weiter: Kopftuchverbot? (FPÖ-Forderung, dabei gab und gibt es ja auch hier das Kopftuch, egal ob zum Cabriofahren oder nach dem Friseur ...)
2. Als nächster folgt dann das Verbot eine Kippa zu tragen (so nennt meine Familie jedenfalls das kleine
Käppchen, das man in der Synagoge trägt, wie man es
schreibt, ist Spekulation, mein Religionswissen
stammt vom niederländischen Verfasser moderner
Bibeln (+ ca. 1964) Anne de Vries (ja, Männernamen)
"Die Bibel unserer Kinder" und was man so liest
3. Ist die Burka WIRKLICH IMMER ein Symbol der
Frauenunterdrückung oder tragen das manche auch,
um vielleicht nicht immer von lüsternen Blicken
belästigt zu werden? In Wien sah ich übrigens erst einmal eine Burka-Trägerin, ist sowieso ehrlich gesagt hierzulande nicht wirklich ein Thema
1. Was käme dann weiter: Kopftuchverbot? (FPÖ-Forderung, dabei gab und gibt es ja auch hier das Kopftuch, egal ob zum Cabriofahren oder nach dem Friseur ...)
2. Als nächster folgt dann das Verbot eine Kippa zu tragen (so nennt meine Familie jedenfalls das kleine
Käppchen, das man in der Synagoge trägt, wie man es
schreibt, ist Spekulation, mein Religionswissen
stammt vom niederländischen Verfasser moderner
Bibeln (+ ca. 1964) Anne de Vries (ja, Männernamen)
"Die Bibel unserer Kinder" und was man so liest
3. Ist die Burka WIRKLICH IMMER ein Symbol der
Frauenunterdrückung oder tragen das manche auch,
um vielleicht nicht immer von lüsternen Blicken
belästigt zu werden? In Wien sah ich übrigens erst einmal eine Burka-Trägerin, ist sowieso ehrlich gesagt hierzulande nicht wirklich ein Thema
Re: Burkaverbot? Wirklich nur frauenfreundlich?
von Harald Silvio Frassine » 30. April 2010, 11:41
also ich wunder mich auch, wieso justament führende sozialdemokratInnen jetzt die burka verbieten wollen, weil sie frauenfeindlich sei! - als freiheitsbeschränkend galt dereinst auch der büstenhalter, weswegen feministinnen in den frühen 1970er-jahren feierlich ihre BHs verbrannten.
also sollte man nicht statt oder zusätzlich zur (islamischen?) burka den (christlichen?) BH verbieten?
also sollte man nicht statt oder zusätzlich zur (islamischen?) burka den (christlichen?) BH verbieten?
Re: Burkaverbot? Wirklich nur frauenfreundlich?
von Peter Thomas Suschny » 30. April 2010, 14:51
Harald Silvio Frassine hat geschrieben:also sollte man nicht statt oder zusätzlich zur (islamischen?) burka den (christlichen?) BH verbieten?
Die Gefahr ist allerdings für Brillenträger gegeben, denn da könnte dann ein lockeres "Nasenfahrrad" schon einmal in ein tieferes Dekolleté hineinfallen ;-)))
Wobei ich als Berufskraftfahrer sowieso die warme Jahreszeit für viel gefährlicher als den Winter halte, denn bei Eis und Schnee fahrt man langsam, aber bei Minirock ist die Anzahl der Laternenpfähle und ähnliches plötzlich viel zu hoch :-)))
Re: Burkaverbot? Wirklich nur frauenfreundlich?
von Peter Thomas Suschny » 30. April 2010, 14:54
Harald Silvio Frassine hat geschrieben: - als freiheitsbeschränkend galt dereinst auch der büstenhalter, weswegen feministinnen in den frühen 1970er-jahren feierlich ihre BHs verbrannten.
So streng waren die? Im Winter hat er ja einen Unterleiberl ähnlichen Wärmeeffekt. Ich kann mich nur erinnern, dass es die Zeit war (aber erst ab 1975 so was), wo wir Burschen dann im Sommer immer öfter auf das Unterleiberl verzichteten, zuvor mit unter 13 waren wir ja noch artig ...
Re: Burkaverbot? Wirklich nur frauenfreundlich?
von Brigitte Grohmann » 30. April 2010, 16:38
Harald Silvio Frassine hat geschrieben:also ich wunder mich auch, wieso justament führende sozialdemokratInnen jetzt die burka verbieten wollen, weil sie frauenfeindlich sei! - als freiheitsbeschränkend galt dereinst auch der büstenhalter, weswegen feministinnen in den frühen 1970er-jahren feierlich ihre BHs verbrannten.
also sollte man nicht statt oder zusätzlich zur (islamischen?) burka den (christlichen?) BH verbieten?
Wer allen Ernstes nicht checkt, was der UNterschied zwischen einem freiwillig getragenen und einem aus der Auslegung eines Märchenbuchs aufgezwungenen Kleidungsstück ist, dem empfehle ich Hammerls aktuellen Artikel.
http://www.profil.at/articles/1016/574/ ... efigverbot
Man kann allerdings argumentieren, dass mit einer Strafbestimmung die falschen bestraft werden.
brigitte
If some cunt can fuck something up, that cunt will pick the worst possible time to
fucking fuck it up because that cunt's a cunt.
- Tucker's Law
fucking fuck it up because that cunt's a cunt.
- Tucker's Law
Re: Burkaverbot? Wirklich nur frauenfreundlich?
von Peter Thomas Suschny » 30. April 2010, 17:37
Brigitte Grohmann hat geschrieben:Wer allen Ernstes nicht checkt, was der UNterschied zwischen einem freiwillig getragenen und einem aus der Auslegung eines Märchenbuchs aufgezwungenen Kleidungsstück ist, dem empfehle ich Hammerls aktuellen Artikel.
http://www.profil.at/articles/1016/574/ ... efigverbot
brigitte
Die Frau Hammerl ist schon in Ordnung, keine Frage.
Nur frage ich mich: sind alle Burka-Trägerinnen gezwungen oder gibt es auch freiwillige Burka-Trägerinnen?
Hammerl bringt ja in ihrer Geschichte etwas, was
natürlich kaum überzeugend argumentiert werden kann: das eine Frau freiwillig im Käfig sitzt, würde ja kaum eine machen, ebenso nicht an der Leine gehen, Männer ja vice versa auch nicht, sieht man einmal vom berühmten Experiment der Frau Valie Export mit Peter Weibel 1968 oder 1969 ab, aber da war ja der Herr Weibel FREIWILLIG im Rahmen eines Kunstwerks an der Leine, genauso wie sich Frau Export 1968 mit ihrem Tasttheater auf ihren Busen greifen ließ (war damals natürlich mit 6 Jahren nicht dabei, aber man liest es ja und die Fotos sind in fast jeden Artikel, der Frau Exports bemerkenswerte Kunst zeigt, dabei).
Re: Burkaverbot? Wirklich nur frauenfreundlich?
von Kurt Radowisch » 30. April 2010, 17:49
Was heißt schon Zwang?
Natürlich wird keine Frau mit vorgehaltener Waffe gezwungen, sich zu verschleiern.
Aber die indirekten Zwänge (Ehegatte, Väter, Brüder, Familie und Kultur . . . "Du bringst Schande und Unehre über die Familie!"), die sind nicht so offen sichtbar, aber nichtsdestotrotz vorhanden.
LG Kurt
Natürlich wird keine Frau mit vorgehaltener Waffe gezwungen, sich zu verschleiern.
Aber die indirekten Zwänge (Ehegatte, Väter, Brüder, Familie und Kultur . . . "Du bringst Schande und Unehre über die Familie!"), die sind nicht so offen sichtbar, aber nichtsdestotrotz vorhanden.
LG Kurt
Re: Burkaverbot? Wirklich nur frauenfreundlich?
von Peter Thomas Suschny » 30. April 2010, 18:40
Kurt Radowisch hat geschrieben:Was heißt schon Zwang?
Natürlich wird keine Frau mit vorgehaltener Waffe gezwungen, sich zu verschleiern.
Aber die indirekten Zwänge (Ehegatte, Väter, Brüder, Familie und Kultur . . . "Du bringst Schande und Unehre über die Familie!"), die sind nicht so offen sichtbar, aber nichtsdestotrotz vorhanden.
LG Kurt
Ich verstehe Dich und will hier auch gar nicht vorhandene Unterdrückung kleinreden, würde das ja auch von der eigenen Gattin nicht fordern, aber gibt es freiwillig verschleierte Frauen auch? Mir hat wer mal erzählt - so, ich hoffe, das ist kein Unsinn - das die verheiratete Frau in Indien an dem Punkt auf der Stirn erkennbar ist (zumindest in einer Kaste, die das so als Sitte hat).
D. h., wenn ich richtig schlußfolgere, sollte die indische Frau mit dem Punkt bereits vor anlassigen Gaffern geschützt sein (also insgesamt, es gibt ja auch hier Männer, vor allem unter Alkohol, die Frauen mit deutlich getragenem Ehering angaffen, ich war mal mit einer langjährigen Bekannten auf dem Josefstädter Straßenfest, ich kenne die seit 1972, es kreuzen sich immer wieder unserer Wege: 72 - 74 Pfadis, 77 bis 82 war sie ind der selben HAK, 77/78 Parallellklasse, ann in meiner Ex-Klasse, aber ich besuchte einmal die Woche die alten Freunde zur gemeinsamen Heimfahrt, denn ich war in eine andere HAK gewechselt, seit 2005 bin ich in der Grünen Wirtschaft - und sie auch.
Damals wollte auch einer ständig was von ihr, der bei uns am Tisch saß, sie hat ihn aber erfolgreich gezeigt, dass sie nichts will, d. h. er hat immer nur versucht, ihren Ohrschmuck anzugreifen und es war Polizei in der Nähe, wäre er wirklich aufdringlich geworden, denn ich bin nicht der Schlägertyp, Hilfe hätte ich natürlich sofort für sie geholt, wenn er handgreiflich geworden wäre).
Also: ist die Burka ein Symbol "Danke, ich bin gebunden" oder immer nur eines der Unterdrückung?
Wer weiß das? Es haben sich ja auch mohamedanische Frauen skeptisch zum Verbot in Belgien geäußert.
Re: Burkaverbot? Wirklich nur frauenfreundlich?
von Harald Silvio Frassine » 30. April 2010, 18:57
Brigitte Grohmann hat geschrieben:Harald Silvio Frassine hat geschrieben:als freiheitsbeschränkend galt dereinst auch der büstenhalter, weswegen feministinnen in den frühen 1970er-jahren feierlich ihre BHs verbrannten.
also sollte man nicht statt oder zusätzlich zur (islamischen?) burka den (christlichen?) BH verbieten?
Wer allen Ernstes nicht checkt, was der UNterschied zwischen einem freiwillig getragenen und einem aus der Auslegung eines Märchenbuchs aufgezwungenen Kleidungsstück ist, dem empfehle ich Hammerls aktuellen Artikel.
http://www.profil.at/articles/1016/574/ ... efigverbot
mit der argumentation müsste man aber auch katholischen nonnen den schleier wegnehmen!
und ad BH und märchenbuch: im afrika südlich der sahara waren es christliche missionare, die den frauen einredeten, den oberkörper zu bedecken.
Re: Burkaverbot? Wirklich nur frauenfreundlich?
von Kurt Radowisch » 30. April 2010, 19:22
Peter Thomas Suschny hat geschrieben:
Mir hat wer mal erzählt - so, ich hoffe, das ist kein Unsinn - dass die verheiratete Frau in Indien an dem Punkt auf der Stirn erkennbar ist (zumindest in einer Kaste, die das so als Sitte hat).
D. h., wenn ich richtig schlußfolgere, sollte die indische Frau mit dem Punkt bereits vor anlassigen Gaffern geschützt sein . . .
Bei uns gibt es ja auch so was Ähnliches:
Je nachdem, wo und wie frau beim Dirndl die Schürzenmasche trägt, kennt der Fachmann, ob die Betreffende noch offiziell zu haben (weil ledig), nur heimlich zu haben (weil vergeben) oder schon wieder zu haben (weil verwitwet) ist.
LG Kurt
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