Volksbefragung
Einzug, Zuzug, Nachzug, Flucht. Assistenzeinsatz vs. Rehaugen. Deutsche im Hörsaal, Tschetschenen in Traiskirchen und Türken am Bau. Oder umgekehrt?
Moderation: Julia Braunegg
Volksbefragung
von Georgina El-Nagashi » 3. Februar 2010, 02:13
Wien will's wissen - Volksbefragung nur für Österreicher_innen!
http://www.wien.gv.at/wahlinfo/werdarf.htm
Alle Bewohner_innen dieser Stadt sind betroffen,
warum dürfen nicht alle mitreden?
Gerade bei der Frage eins Hausbesorger_innen anzustellen wäre es besonders wichtig alle (Migrant_innen auch) mitbestimmen zu lassen!
http://www.wien.gv.at/wahlinfo/werdarf.htm
Alle Bewohner_innen dieser Stadt sind betroffen,
warum dürfen nicht alle mitreden?
Gerade bei der Frage eins Hausbesorger_innen anzustellen wäre es besonders wichtig alle (Migrant_innen auch) mitbestimmen zu lassen!
Re: Volksbefragung
von Stefan Mackovik » 3. Februar 2010, 07:14
Hm, das weiss die SPÖ allein.
Genauso wie die nur weiss, warum man Suggestivfragen stellt, oder warum diese Fragen gekommen sind. Obwohl die Antwort dazu ken ich schon: in Wirklichkeit ist das ein SPÖ- Wahlkampfgag.
Stefan
Genauso wie die nur weiss, warum man Suggestivfragen stellt, oder warum diese Fragen gekommen sind. Obwohl die Antwort dazu ken ich schon: in Wirklichkeit ist das ein SPÖ- Wahlkampfgag.
Stefan
Alfons Haider hat recht.
Re: Volksbefragung
von Helmuth Korn » 3. Februar 2010, 07:28
Rein vom Gefühl her werd ich nicht mitbestimmen weils eigentlich keine Mitbestimmung ist. Die wesentlichen Probleme/Sorgen der Stadt bleiben davon unberührt.
Re: Volksbefragung
von Harald Silvio Frassine » 3. Februar 2010, 07:56
ich wär auch versucht, nicht hinzugehn, nachdem in meinem (15.) bezirk ein viertel oder so nicht mitstimmen dürfen...
Re: Volksbefragung
von Harald Silvio Frassine » 3. Februar 2010, 14:46
(habe die diskussionsbeiträge zum thema "u-bahn") nach "Umwelt" verschoben
Re: Volksbefragung
von Dieter Henkel » 9. Februar 2010, 16:42
Edit: Beiträge zum Thema Opernball & Haider nach /viewtopic.php?f=48&t=563 verschoben
Re: Volksbefragung
von Brigitte Grohmann » 9. Februar 2010, 16:44
Dieter der Verschiebenator *gg*
brigitte
brigitte
If some cunt can fuck something up, that cunt will pick the worst possible time to
fucking fuck it up because that cunt's a cunt.
- Tucker's Law
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- Tucker's Law
Re: Volksbefragung
von Stefan Mackovik » 12. Februar 2010, 12:12
Interesannter Blogartikel zum Thema gewissen Herrn Michael Eisenriegler:
Quelle: http://www.wienwillswissen.at/blog/arti ... ernativen/
Quelle: http://www.wienwillswissen.at/blog/arti ... ernativen/
Hingehen? Gibt's Alternativen?
Demokratie darf sich nicht darauf beschränken, alle vier Jahre ein Kreuzerl zu machen, heißt es zu Recht immer wieder. Aber machen fünf zusätzliche Kreuzerl zwischendurch wirklich einen Unterschied? Nein. Aber es ist eine Frage des Prinzips.
Seit der Wiedererrichtung der Demokratie im Jahre 1945 ist die durchschnittliche Beteiligung an Wahlen kontinuierlich gesunken. Offensichtlich hatten die Menschen nach dem Ende der Nazi-Diktatur größere Hochachtung für die soeben wieder errungenen Freiheiten, als sie heute haben. Aber damals wie heute gilt das Wort von Winston Churchill aus 1947: "Democracy is the worst form of government, except for all those other forms that have been tried from time to time.". Im Klartext: Derzeit gibt es keine bessere Staatsform, aber es gibt jede Menge schlechtere. Und das sollten wir uns von Zeit zu Zeit ins Gedächtnis rufen, wenn es wieder modern ist, am - sprichwörtlichen oder realen - Stammtisch über Parteien und Politiker herzuziehen oder gar das Parlament als "Quatschbude" zu verunglimpfen.
Natürlich, und das hat auch Churchill richtig erkannt, ist die Demokratie nicht perfekt. Sie ist genausowenig perfekt, wie alles, was von Menschen gemacht wird. Korruption, Unfähigkeit und Freunderlwirtschaft finden sich auf allen Ebenen des Staates: Wo Menschen sind, da menschelt es eben. Das ist aber kein Grund, sich von der Demokratie abzuwenden, ganz im Gegenteil: Demokratie beinhaltet auch das Recht auf Kontrolle, und diese Kontrolle ist nicht nur die Aufgabe der jeweiligen Opposition und der Medien, sondern jedes einzelnen Staatsbürgers in seinem oder ihrem Bereich. Je mehr Menschen auf allen Ebenen zum demokratischen Prozess beitragen, desto besser wird dieser funktionieren.
Was hat das alles mit der Volksbefragung "Wien will's wissen" zu tun? Volksbefragungen und Volksabstimmungen sind wichtige demokratische Instrumente. Sie sind in unserer demokratischen Tradition nicht so tief verankert und so häufig gebraucht wie in der Schweiz, aber sie sind eine sinnvolle Ergänzung der repräsentativen Demokratie.
Fast genauso wichtig wie der konkrete Ausgang der Volksbefragung ist aber die Beteiligung daran. Wenn viele Menschen ihre Stimme abgeben ist das ein Signal für sich, ein Signal, dass Demokratie in unserem Land auch tatsächlich gelebt wird. Eine niedrige Beteiligung würde nur jene stärken, die totalitäre Systeme bevorzugen oder jenen Recht geben, die glauben, daß "eh alles egal" ist. Nichts liegt mir ferner, als diese Einstellungen unterstützen.
Ich werde also meine fünf Kreuzerln machen - und mich auch zwischen den Urnengängen weiterhin politisch engagieren. Eine Volksbefragung ist gut und wichtig, aber kein Ersatz für gelebtes demokratisches Engagement in einer Partei, Gewerkschaft, Interessensvertretung oder NGO. Für mich gehört beides zusammen.
Alfons Haider hat recht.
Re: Volksbefragung
von Stefan Mackovik » 12. Februar 2010, 12:16
...meine Replik darauf:
Quelle: http://blog.crazybird.net/?p=141
Quelle: http://blog.crazybird.net/?p=141
Will’s Wien wirklich wissen?
Seit Wochen wirbt nun schon die Wiener SP für ihre “Volksbefragung”. Die Meinungen darüber, wie die Landesregierung mit diesem direkt-demokratischen Instrument gehen dabei in der öffentlichen Diskussion weit auseinander.
In seinem Blog-Beitrag “Hingehen? Gibt’s Alternativen?” “auf wienwillswissen.at begründet Michael Eisenriegler, bekannter Neue-Medien- Unternehmer und SP- Mitglied, warum er es für wichtig hält, an der Volksabstimmung teilzunehmen.
Da ist von Demokratie die Rede, die sich nicht darauf beschränken solle, alle 5 Jahre ein Kreuzerl zu machen und von der Wichtigkeit der Instrumente der Volksbefragung und der Volksabstimmung.
Grundsätzlich bin ich ebenfalls der Meinung, dass Demokratie mehr sein kann, nein sein MUSS, als alle paar Jahre wählen zu gehen. Aber ob fünf Kreuzerl so viel mehr Beteiligung an der Demokratie bedeuten als eines, wage ich dann doch eher zu bezweifeln. ECHTE Beteiligung heißt für mich vielmehr, sichan NGOs zu beteiligen, sich in Parteien organisieren, seine Meinung zu einem Thema öffentlich zu machen und mit seiner Umwelt zu diskutieren.
Aus meiner Sicht gibt es außerdem gute Gründe, warum das Mittel der Volksbefragung bzw. -abstimmung nur sparsam eingesetzt werden sollte. Einerseits ist das die Tatsache, dass es sehr manipulativ eingesetzt werden kann. Das beste Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit ist dabei das Ergebnis der Volksabstimmung über das Minarett- Verbot in der Schweiz – das war Populismus im schlechtesten Sinne, denn die Menschen stimmten in Wahrheit über alles Mögliche ab, Minarette zählten dabei aber wohl zu den weniger triftigen Gründen für das “Ja”.
Zweiter Punkt: eine Volksabstimmung ist kein Ersatz für mutige Politik. Das sei am Beispiel des Volksbefragungs- Punktes “Citymaut” erklärt: mangels Wissen über die konkrete Ausformung einer Citymaut, und aufgrund der Tatsache, dass man grundsätzlich eher ablehnt, was man nicht kennt wird die Frage mit ziemlicher Sicherheit mehrheitlich mit “Nein” beantwortet werden. In London hat man die Citymaut eingeführt – und zwar OHNE vorherige Abstimmung. Laut Umfragen war zu Beginn die Mehrheit der Bevölkerung dort auch GEGEN die Maut. Mittlerweile hat sich das Blatt gewendet und es gibt große Zustimmung für die Maßnahme – man hat sich daran gewöhnt und schätzen gelernt.
In Wirklichkeit könnte man also eine Volksabstimmung auch als Entscheidungsfähigkeit der poltischen Kräfte bewerten – nach dem Motto: “Ich traue mich nicht, also frag ich lieber das Volk”.
Zurück zur Wiener Volksabstimmung. Die ist leider offensichtlich ein Wahlkampfgag der SPÖ, denn anders ist nicht zu erklären, warum gerade DIESE fünf Fragen ausgewählt wurden, und warum sie teilweise so manipulativ gestellt werden. So ist zum Zusatztext am Stimmzettel(!) zu lesen “In Wien konnte durch die Verkehrspolitik [...] in den letzten Jahren der Autoverkehr in der Stadt deutlich reduziert werden.” – also nach dem Motto: “in Wien geht der Autoverkehr zurück – und wollen sie IMMER NOCH eine Citymaut? Naaaa?”.
Die Frage ist, ob diese SPÖ- Strategie, statt für mehr Demokratie zu sorgen, nicht sogar eher die direkt- demokratischen Instrumente beschädigt und diskreditiert. Jedenfalls sieht alles stark nach einem zu offensichtlichen PR- Schlager im Wahljahr aus.
Trotz allem habe auch ich von meinem Wahlrecht Gebrauch gemacht – und nicht so gestimmt, wie es die SPÖ sich vielleicht wünscht. Leider hege ich Zweifel daran, dass das mehr Leute tun werden – unter anderem auch deshalb, weil sie aus Protest gegen die manipulative Befragung dieser fernbleiben werden.
Alfons Haider hat recht.
Re: Volksbefragung
von Thomas Wagner » 21. Februar 2010, 21:28
Grundsätzlich bin ich sehr gegen solche Formen der "direkten" Demokratie. Wie schon Stefan erwähnt hat, ist in meinen Augen diese Form der Demokratie keine wirkliche: Wenn ich die Frage stellen kann, kann ich mir die Antwort aussuchen.
"Ratten übertragen Krankheiten, sind auch für die Pest verantwortlich, die nächste Pest kann auch Sie töten. Soll in Wien gegen diese Krankheitsüberträger vorgegangen werden?"
wird eine massiv andere Antwort erhalten als:
"Rattengift kann, wenn es Kinder in die Hände bekommen, auch Kinder töten. Sollen trotzdem in Wien 100 Tonnen an Rattengift ausgestreut werden?"
Die Wiener SP hat ja, wenn wir uns ehrlich sind, die Fragen nicht großartig anders gestellt. Warum ich diese Volksbefragung trotzdem mitgemacht hab ist in Wirklichkeit eine politische. Einerseits gehts bei den 5 Punkten nicht wirklich um Richtungsentscheidungen einer Partei, also nichts wo ich der Meinung wäre: He, ich zahl Euch mit meinen Steuern um zu entscheiden, also entscheidet gefälligst. Da gehts um Themen bei denen eigentlich bei keiner Partei ideologisch schon fix ist wofür sie stimmen würd. Die Themen betreffen einen zwar, sind aber kein Beinbruch wenns anders läuft.
Anderseits ists schon so: Ich bin kein SP Wähler, ich hab Bundesweit noch nie SP gewählt, so wie es aussieht werd ich das in näherer Zukunft auch nicht. Allerdings leben wir in der lebenswertesten Stadt der Welt, insofern können die Roten in Wien nicht so eine schlechte Politik machen. Insofern ist die Teilnahme an der Volksbefragung eigentlich ein kleines Danke schön an die Wiener SP... ;) Ich hab lieber eine SP, die mit einer populistischer Volksbefragung bei 0815 Themen den Wahlkampf beginnt, als eine FP, die triumphiert weil nur 5 Prozent der Wiener mitgemacht haben. Da muß ich sagen, da lass ich mich liebend gerne von der SP einspannen.
"Ratten übertragen Krankheiten, sind auch für die Pest verantwortlich, die nächste Pest kann auch Sie töten. Soll in Wien gegen diese Krankheitsüberträger vorgegangen werden?"
wird eine massiv andere Antwort erhalten als:
"Rattengift kann, wenn es Kinder in die Hände bekommen, auch Kinder töten. Sollen trotzdem in Wien 100 Tonnen an Rattengift ausgestreut werden?"
Die Wiener SP hat ja, wenn wir uns ehrlich sind, die Fragen nicht großartig anders gestellt. Warum ich diese Volksbefragung trotzdem mitgemacht hab ist in Wirklichkeit eine politische. Einerseits gehts bei den 5 Punkten nicht wirklich um Richtungsentscheidungen einer Partei, also nichts wo ich der Meinung wäre: He, ich zahl Euch mit meinen Steuern um zu entscheiden, also entscheidet gefälligst. Da gehts um Themen bei denen eigentlich bei keiner Partei ideologisch schon fix ist wofür sie stimmen würd. Die Themen betreffen einen zwar, sind aber kein Beinbruch wenns anders läuft.
Anderseits ists schon so: Ich bin kein SP Wähler, ich hab Bundesweit noch nie SP gewählt, so wie es aussieht werd ich das in näherer Zukunft auch nicht. Allerdings leben wir in der lebenswertesten Stadt der Welt, insofern können die Roten in Wien nicht so eine schlechte Politik machen. Insofern ist die Teilnahme an der Volksbefragung eigentlich ein kleines Danke schön an die Wiener SP... ;) Ich hab lieber eine SP, die mit einer populistischer Volksbefragung bei 0815 Themen den Wahlkampf beginnt, als eine FP, die triumphiert weil nur 5 Prozent der Wiener mitgemacht haben. Da muß ich sagen, da lass ich mich liebend gerne von der SP einspannen.
Für mich gilt die Unschuldsvermutung!
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