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AusländerInnen in Gemeindebauten?

Einzug, Zuzug, Nachzug, Flucht. Assistenzeinsatz vs. Rehaugen. Deutsche im Hörsaal, Tschetschenen in Traiskirchen und Türken am Bau. Oder umgekehrt?

Moderation: Julia Braunegg

AusländerInnen in Gemeindebauten?

Beitragvon Harald Silvio Frassine » 22. November 2010, 16:02

AusländerInnen in Gemeindebauten?
Was spricht dafür, was dagegen?
Oder wieso dürfen AusländerInnen Steuern zahlen, aber bestimmte Leistungen nicht beziehen?

http://derstandard.at/1289608436864/Aus ... Vassilakou und http://www.krone.at/Nachrichten/Haeupl_ ... ory-231749
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Harald Silvio Frassine
 

Re: AusländerInnen in Gemeindebauten?

Beitragvon Susanne Ofner » 22. November 2010, 16:47

Gemeindebauten haben IMO die Funktion, Wohnraum für die weniger Begüterten bereitzustellen.
Dass Staatsbürgerschaft ein Kriterium für die Berechtigung ist, halte ich für einen nicht mehr zeitgemäßen Ansatz.
Wer in Wien lebt (somit Steuern zahlt und quasi zum Stadbild von Wien dazugehört), ist Teil Bevölkerung von Wien, und Gemeindebauten sollten für die *Bevölkerung von Wien* da sein.

Ich weiß, dass so genannte "AusländerInnen" von den alteingesessenen BewohnerInnen des Gemeindebaus oft schief angeschaut werden, dass es jede Menge Vorurteile und Konfliktmöglichkeiten gibt.

Nur glaube ich *nicht*, dass diese Konflikte deswegen entstehen, weil wer einen andersfarbigen Reisepass hat.
Es hat gar nichts mit Staatsbürgerschaft zu tun, ob jemand als "Ausländer" betrachtet wird - das sieht man ja gut an den ÖsterreicherInnen mit ausländischen Wurzeln (die immer schon ein Anrecht auf Gemeindebauwohnungen hatten, weil sie ja die österreichische Staatsbürgerschaft haben).

Wir brauchen Konfliktmanagement für Gemeindebauten (und an sich auch sonstige größere Wohnbauten, in denen es Konflikte gibt) und wir brauchen Leute, die vermittelnd einwirken. Solche Leute gibt es meines Wissens auch. Wien ist da eh recht gut unterwegs.

Was typischerweise in Gemeindebauten als störend empfunden wird, ist z. B. Lärm. Wobei mich der Lärm von ÖsterreicherInnen aber genauso sehr stören würde wie der von "AusländerInnen". Ich finde z. B. lautstarke Beschallung durch orientalisch klingende Musik irre nervig, aber die Geräuschkulisse des Musikantenstadels regt mich mindestens genauso auf.
Su
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Susanne Ofner
 

Re: AusländerInnen in Gemeindebauten?

Beitragvon Peter Thomas Suschny » 22. November 2010, 17:48

Ich bin prinzipiell auch dafür, aber wie von Maria Vassilakou kritisiert worden ist, hätte das vor 20 Jahren schon sein müssen.
Helmut Zilk, durchaus kluger Handsdampf in allen Gassen (das ist positiv gemeint, ein Freund meiner Eltern hat nach dem Krieg einige Zeit mit ihm Kontakt gehabt, was ich weiß haben beide damals an Hauptschulen unterrichtet), der damals noch Bürgermeister war, der in der 2. Hälfte der 60er Jahre mit "Stadtgespräche" bahnbrechendes geleistet hat in punkto grenzübergreifenden Kontakt mit dem System Kritikern während des Prager Frühlings in der KPC, hat in diesen Belangen wenig weitergebracht.
Auch diverse Integrations-Beauftragte haben weder Werner Faymann ab 1994 noch sein Vorgänger weitergebracht, hat erst Michael Ludwig zustande gebracht, der ist meines Wissens nach zwar schon länger als Präsident des Volksbildungswerks in der SPÖ aktiv gewesen, als Stadtrat aber erst seit 2008.
Zuletzt geändert von Harald Silvio Frassine am 22. November 2010, 20:52, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: OT-Teol gekennzeichnet
Peter Thomas Suschny
 

Re: AusländerInnen in Gemeindebauten?

Beitragvon Kurt Radowisch » 23. November 2010, 00:23

Ich bin (kein Brauner, sondern ein alter Roter) für die Einschränkung, daß Gemeindebauten denen vorbehalten sein sollen, die

a) österreichische Staatsbürger sind (egal, wie lange sie das schon sind)

b) schon mindestens 5 Jahre in A wohnhaft sind und auch wirklich (auch mental) hier leben

c) sich mit unseren hier üblichen Gepflogenheiten einverstanden erklären und auch bereit sind, sich danach zu richten.

Damit meine ich nicht Katholizismus, sondern generell die hierzulande übliche Lebensweise.

Das sage ich in dem Bewußtsein, daß ich selber einer Zuwandererfamilie abstamme; meine Urururahnen stammen aus der Gegend um den Ohrider See (der ist dort, wo Kosovo an Albanien grenzt, da gibt es sogar eine Stadt (Ort, Dorf), die so heißt wie wir!!) und wenn ich meinen Urururheimatort nicht bewußt aufgesucht hätte, wüßte ich bis heute noch nicht, wo er liegt, und daß er überhaupt existiert.
Meine Familie ist schon lange hier zugewandert, und zu Zeiten des letzten Kaisers waren wir schon lange "Alte Weaner".
Aber meine Urururahnen haben sich angepaßt, assimiliert, oder wie auch sonst man das nennen will, und heute macht mir - trotz meines serbischen Namens - in Sachen Wiener Sprache höchstens H.C.-Artmann noch was vor. (Med ana schwoazzn Dintn)

LG Kurt
Kurt Radowisch
 

Re: AusländerInnen in Gemeindebauten?

Beitragvon Susanne Ofner » 23. November 2010, 08:22

Kurt Radowisch hat geschrieben:Ich bin (kein Brauner, sondern ein alter Roter) für die Einschränkung, daß Gemeindebauten denen vorbehalten sein sollen, die

a) österreichische Staatsbürger sind (egal, wie lange sie das schon sind)


Warum ist dir die Staatsbürgerschaft als Kriterium wichtig?

b) schon mindestens 5 Jahre in A wohnhaft sind und auch wirklich (auch mental) hier leben


Wer die Staatsbürgerschaft hat, lebt mindestens so lang schon hier, eher länger.
Wo wer mental lebt, kann man halt schlecht beurteilen. Wenn ich Tag und Nacht von der Südsee träume und meine Wohnung einrichte wie eine Häuschen auf Fischi, ständig Südseemusik höre etc. - wäre das dann ein Grund, mir eine Gemeindewohnung zu verweigern bzw. wieder wegzunehmen?

c) sich mit unseren hier üblichen Gepflogenheiten einverstanden erklären und auch bereit sind, sich danach zu richten.

Damit meine ich nicht Katholizismus, sondern generell die hierzulande übliche Lebensweise.


Siehe oben - ich würde es sehr schwierig finden zu beurteilen, ab wann dieses Kriterium erfüllt ist.
Was meinst du mit "die hierzulande übliche Lebensweise"?
Wenn ich mich selbst anschaue - meine Lebensweise unterscheidet sich in praktisch allem von der Lebensweise meiner Ex-Schulkollegin, die Bäuerin am Land ist. Sie ist verheiratet, ich bin es nicht. Sie hat Kinder, ich hab keine. Ihr gefällt Hansi Hinterseer, ich höre oft sehr schräge Musik. Sie hat ein Haus, ich nicht. Ich gehe oft ins Kino, sie nie. Sie trägt am Sonntag in der Kirche ein Dirndlkleid. Ich gehe nicht in die Kirche und habe kein Dirndl.

Trotzdem sind wir beide Österreicherinnen. Welche der beiden Lebensweisen ist nun die "hierzulande übliche"?
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Susanne Ofner
 


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