"Twitter-Revolution", ist so was möglich?
Vorratsdatenspeicherung, Urheberrecht, ORF, you name it!
Moderation: Andreas Beer
"Twitter-Revolution", ist so was möglich?
von Michael Suda » 30. Jänner 2011, 21:36
Die Ägyptische Regierung hat sich gegen die Protestbewegung unter anderem mit der - nach ersten Berichten durchaus effektiven - Lahmlegung des Webs, einer Abschaltung von Mobilfunknetzen sowie einer Ausweisung und dem Verbot bestimmter Medien (insbesondere des arabischen Satelliten-Nachrichtensenders Al Jazeera) zur Wehr gesetzt.
Sollten die Proteste weitergehen, werden sie jedenfalls also nicht mehr über Twitter und Facebook organisiert werden können.
Wie sieht das eigentlich die Blackbox-Community? Ist das Web eher eine Gefahr für Diktatoren, oder kann man es auch instrumentalisieren, regulieren und, wenn's denn sein muss, auch strangulieren, wenn es Gegnern einen zu großen Bewegungsspielraum bietet?
Sollten die Proteste weitergehen, werden sie jedenfalls also nicht mehr über Twitter und Facebook organisiert werden können.
Wie sieht das eigentlich die Blackbox-Community? Ist das Web eher eine Gefahr für Diktatoren, oder kann man es auch instrumentalisieren, regulieren und, wenn's denn sein muss, auch strangulieren, wenn es Gegnern einen zu großen Bewegungsspielraum bietet?
Ich kann es nicht sagen, ich sage es nie,
bleibt auch mein Himmel versperrt.
bleibt auch mein Himmel versperrt.
(aus Lehárs Operette "Das Land des Lächelns")
Re: "Twitter-Revolution", ist so was möglich?
von Brigitte Grohmann » 30. Jänner 2011, 22:13
Natürlich ist es eine Gefahr, aber wie sich zeigt, kann man sich auf den Kanal nicht verlassen. Dass Unternehmen gern und willig ihre Netze abschalten, wenn irgendjemand es befiehlt. Dass man krativ bleiben muss.
Dass ich mir eine Funkfeuer-Antenne aufs Dach montieren sollte :-)
brigitte
Dass ich mir eine Funkfeuer-Antenne aufs Dach montieren sollte :-)
brigitte
If some cunt can fuck something up, that cunt will pick the worst possible time to
fucking fuck it up because that cunt's a cunt.
- Tucker's Law
fucking fuck it up because that cunt's a cunt.
- Tucker's Law
Re: "Twitter-Revolution", ist so was möglich?
von Michael Suda » 30. Jänner 2011, 22:30
Brigitte Grohmann hat geschrieben:[hier gekürzt] Dass Unternehmen gern und willig ihre Netze abschalten, wenn irgendjemand es befiehlt. Dass man kreativ bleiben muss.
Dass ich mir eine Funkfeuer-Antenne aufs Dach montieren sollte :-)
Wenn dir das aber nicht Hundertausende gleichtun (und warum sollten sie?), dann findet die Staatsmacht so etwas schon heraus und zieht dir im Ernstfall sehr schnell den Stecker.
Ich gehe nämlich davon aus, dass sämtliche Polizeitruppen der Welt inzwischen wissen, wie man "Internet" und "Twitter" buchstabiert, und wie das so funktioniert.
Ich kann es nicht sagen, ich sage es nie,
bleibt auch mein Himmel versperrt.
bleibt auch mein Himmel versperrt.
(aus Lehárs Operette "Das Land des Lächelns")
Re: "Twitter-Revolution", ist so was möglich?
von Andreas Serloth » 30. Jänner 2011, 23:34
Davon kannst ausgehen. Aber auch davon, dass sie wissen, sie schneiden sich kurz- bis mittelfristig ins eigene Fleisch, wirtschaftlich gesehen, wenn sie die neuen Kanäle zumachen. Und: "Leaks" wird's sowieso immer geben. Dreh das Internet ab, die News, die Demo-Aufrufe kommen aus dem Ausland, via Handynetzen, und, wenn gesperrt, organisieren sich andere Kanäle zur Multiplikation. Wenn's sein muss übernimmt die Rolle des "letzten Meters" ein Herold.
as
as
Re: "Twitter-Revolution", ist so was möglich?
von Brigitte Grohmann » 31. Jänner 2011, 09:27
Es ist aber viel komplizierter, hunderten die Antennenstecker zu ziehen, als einmal bei Vodafone anzurufen, "hallo Leute, Ihr habts da so Mobilverträge mit unseren Untertanen, verwendet's die mal zum Einheizen und dreht's das Werkl ab, ok? Danke ganz lieb!"
brigitte
brigitte
If some cunt can fuck something up, that cunt will pick the worst possible time to
fucking fuck it up because that cunt's a cunt.
- Tucker's Law
fucking fuck it up because that cunt's a cunt.
- Tucker's Law
Re: "Twitter-Revolution", ist so was möglich?
von Livia Rohrmoser » 31. Jänner 2011, 12:59
Michael Suda hat geschrieben:(gekürzt)
Sollten die Proteste weitergehen, werden sie jedenfalls also nicht mehr über Twitter und Facebook organisiert werden können.
Wie sieht das eigentlich die Blackbox-Community? Ist das Web eher eine Gefahr für Diktatoren, oder kann man es auch instrumentalisieren, regulieren und, wenn's denn sein muss, auch strangulieren, wenn es Gegnern einen zu großen Bewegungsspielraum bietet?
Sowohl, als auch. Natürlich. Das Web und alle seine Applikationen sind Werkzeuge wie der Faustkeil und alle anderen Werkzeuge seither: Sie können nützlich oder schädlich verwendet werden und sie können von allen verwendet werden. Insofern ist das Web grundsätzlich einmal demokratischer als etwa Panzer oder Atombomben, die die wenigsten benutzen können.
Offensichtlich - und auch das zeigt ja nicht zuletzt das ägyptische Beispiel - geht's auch ohne Web, wenn es abgeschaltet wird. Insofern waren die Maßnahmen der Regierung nicht sehr wirksam, und ich möchte so nebstbei gar nicht wissen, wie viele Leute in irgendwelchen abgelegeneren Gegenden dadurch erst auf die Situation aufmerksam gemacht wurden.
Also auch ich meine wie Andreas, dass wenn die kritische Masse da ist, sich die Organisation sehr schnell ergibt.
Dass die Unternehmen - wie Brigitte schreibt - "willig und gerne" abgedreht haben, wage ich übrigens zu bezweifeln. Sie verlieren eine ganze Menge Geld. In einem Mittagsjournal in den letzten Tagen wurde das übrigens von der Ägyptenkorrespondentin auch so geschildert, dass die Regierung einfach den Mobilfunktunternehmen gewaltige Probleme machen kann, wenn die nicht spuren, und dass sie nur deswegen spuren.
Livia
Männer sind Schweine. Aber jede will doch ab und zu mal Schwein haben.
Re: "Twitter-Revolution", ist so was möglich?
von Andreas Serloth » 31. Jänner 2011, 14:50
Zu meiner Argumentationslinie, siehe oben, passend:
http://derstandard.at/1295571163431/Aeg ... et-abdreht
as
http://derstandard.at/1295571163431/Aeg ... et-abdreht
as
Re: "Twitter-Revolution", ist so was möglich?
von Brigitte Grohmann » 31. Jänner 2011, 15:07
Also der Artikel, ich weiss nicht. Wie eh in den Kommentaren steht, Bluetooth?!
brigitte
brigitte
If some cunt can fuck something up, that cunt will pick the worst possible time to
fucking fuck it up because that cunt's a cunt.
- Tucker's Law
fucking fuck it up because that cunt's a cunt.
- Tucker's Law
Re: "Twitter-Revolution", ist so was möglich?
von Brigitte Grohmann » 31. Jänner 2011, 15:09
Livia Rohrmoser hat geschrieben:Dass die Unternehmen - wie Brigitte schreibt - "willig und gerne" abgedreht haben, wage ich übrigens zu bezweifeln. Sie verlieren eine ganze Menge Geld. In einem Mittagsjournal in den letzten Tagen wurde das übrigens von der Ägyptenkorrespondentin auch so geschildert, dass die Regierung einfach den Mobilfunktunternehmen gewaltige Probleme machen kann, wenn die nicht spuren, und dass sie nur deswegen spuren.
ich habe nicht behauptet, dass sie willig und gerne abgedreht haben. Nur dass es sehr leicht ist, Unternehmen unter Druck zu setzen.
brigitte
If some cunt can fuck something up, that cunt will pick the worst possible time to
fucking fuck it up because that cunt's a cunt.
- Tucker's Law
fucking fuck it up because that cunt's a cunt.
- Tucker's Law
Re: "Twitter-Revolution", ist so was möglich?
von Andreas Serloth » 31. Jänner 2011, 15:56
Brigitte Grohmann hat geschrieben:Bluetooth?!
Dochdoch, kamma Nachrichten damit versenden, halt nur über kurze Distanzen (bei Demos, in Menschenmengen passt's), dafür kost's nix und lässt sich eben nicht zentral abschalten. Auch zum Versand von Multimedia-Files wie Prügelvideos oder Protestsongs.
as
23 Beiträge
• Seite 1 von 3 • 1, 2, 3
- Foren-Übersicht
- Alle Cookies des Boards löschen • Delete style cookies • Time zone: Europe/Vienna [ Sommerzeit ]

