SPÖ- und FPÖ-Websites gehackt
Vorratsdatenspeicherung, Urheberrecht, ORF, you name it!
Moderation: Andreas Beer
SPÖ- und FPÖ-Websites gehackt
von Michael Suda » 1. Juli 2011, 07:25
Angeblich war's "Anonymous".....sicher, weil beiden Parteien ja maßgeblicher Einfluss auf die Netzpolitik zukommt!
Nein, das waren aus meiner Sicht rein einheimische Nachahmungstäter, die einfach ein bekanntes "Label" verwenden.
"Cui bono?" kann man da nur fragen. Wem nützt's? Sicher eher denen, die neue Cybercrime-Delikte kreieren oder in den Cyberwar ziehen möchten. Wäre doch toll, wenn Norbert Darabos in so einem Fall gleich seine Cyber-Brigade in Marsch setzten könnte! Oder wie wär's mit einem neuen Straftatbestand "Demokratie-Sabotage" (= Hackerangriff auf eine Partei-Homepage)?
Nein, das waren aus meiner Sicht rein einheimische Nachahmungstäter, die einfach ein bekanntes "Label" verwenden.
"Cui bono?" kann man da nur fragen. Wem nützt's? Sicher eher denen, die neue Cybercrime-Delikte kreieren oder in den Cyberwar ziehen möchten. Wäre doch toll, wenn Norbert Darabos in so einem Fall gleich seine Cyber-Brigade in Marsch setzten könnte! Oder wie wär's mit einem neuen Straftatbestand "Demokratie-Sabotage" (= Hackerangriff auf eine Partei-Homepage)?
Ich kann es nicht sagen, ich sage es nie,
bleibt auch mein Himmel versperrt.
bleibt auch mein Himmel versperrt.
(aus Lehárs Operette "Das Land des Lächelns")
Re: SPÖ- und FPÖ-Websites gehackt
von Livia Rohrmoser » 1. Juli 2011, 07:40
Vielleicht haben sie auch nix vom BZÖ gelernt. Die waren nicht allzu schwierig zu knacken.
http://scoop.at/Web/BZOe-Homepage-gehac ... -Quelltext
Livia
http://scoop.at/Web/BZOe-Homepage-gehac ... -Quelltext
Livia
Männer sind Schweine. Aber jede will doch ab und zu mal Schwein haben.
Re: SPÖ- und FPÖ-Websites gehackt
von Georg Kraml » 3. Juli 2011, 04:27
Michael Suda hat geschrieben:Angeblich war's "Anonymous".....sicher, weil beiden Parteien ja maßgeblicher Einfluss auf die Netzpolitik zukommt!
Nein, das waren aus meiner Sicht rein einheimische Nachahmungstäter, die einfach ein bekanntes "Label" verwenden.
Wenn sie sich Anonymous nennen, dann sind sie auch Anonymous. Anonymous war vom ersten Tag an ein Label, dass allen und keinem gehört; in gewisser Hinsicht ist das genau der Punkt.
"Cui bono?" kann man da nur fragen.
Zu erwachsen gedacht. Das waren ein paar Kinder, die Spaß daran hatten, jemandem den Stinkefinger zu zeigen. Mehr nicht, versprochen.
Re: SPÖ- und FPÖ-Websites gehackt
von Michael Suda » 3. Juli 2011, 10:11
Georg Kraml hat geschrieben:[hier gekürzt]Michael Suda hat geschrieben:"Cui bono?" kann man da nur fragen.
Zu erwachsen gedacht. Das waren ein paar Kinder, die Spaß daran hatten, jemandem den Stinkefinger zu zeigen. Mehr nicht, versprochen.
Was aber nichts daran ändert, dass sich jetzt sicher einige in der SPÖ von "finsteren Mächten aus dem Internet" bedroht vorkommen und mit zunehmender Sympathie über die "Cyber-Defence"-Ideen aus den Häusern Darabos oder Mikl-Leitner nachdenken werden.
Die FPÖ sowieso, aber zur Ehre der Effen muss man auch sagen, dass die offenbar - aus einschlägiger Erfahrung wohl - besser vorbereitet waren und den Hacker-Angriff schnell zurückschlagen konnten.
Krieg oder Quasi-Krieg bedeutet aber immer "Kriegsrecht" und damit Restriktionen im verbleibenden zivilen Sektor. Und die von manchen prophezeiten "Cyber-Kriege" (gut, das Defacement einer Partei-Homepage würden auch die größten einschlägigen Alarmisten wohl noch nicht da drunter buchen) hätten es wie der "Krieg gegen den Terrorismus" so an sich, dass sie allumfassend und allgegenwärtig wären (jeder kann Kombattant, alles kann strategisches oder taktisches Ziel sein).
Wer so etwas als "Spiel" sieht (Stichwort: Spaß-Guerilla), wird über das, was er da mit-auslöst, am Ende nicht lachen! Denn die an die SPÖ gesendete Botschaft war klar: "Gehorcht, denn wir können eure Kommunikation jederzeit lahmlegen!" Eine politische Partei muss so etwas nicht als Spaß sondern als ernste Bedrohung auffassen. Also wird man Druck machen, würde mich also nicht wundern, wenn "Austro-Anonymous" bald Manschetten trägt, außer es handelt sich um einen ausgebufften Profi. Und auch dann wären die Folgen keine guten, denn dann würde eben die Bereitschaft der SPÖ steigen, die Pseudonymität im Netz noch schneller und gründlicher zu beseitigen und die staatliche Kontrolle auszubauen.
Willkommen in der Erwachsenenwelt! ;-(
Ich kann es nicht sagen, ich sage es nie,
bleibt auch mein Himmel versperrt.
bleibt auch mein Himmel versperrt.
(aus Lehárs Operette "Das Land des Lächelns")
Re: SPÖ- und FPÖ-Websites gehackt
von Georg Kraml » 3. Juli 2011, 14:20
Michael Suda hat geschrieben:Was aber nichts daran ändert, dass sich jetzt sicher einige in der SPÖ von "finsteren Mächten aus dem Internet" bedroht vorkommen und mit zunehmender Sympathie über die "Cyber-Defence"-Ideen aus den Häusern Darabos oder Mikl-Leitner nachdenken werden.
Das wird so sein, ja. Daran werden die Kinder halt nicht gedacht haben. Oder es war ihnen einfach wurscht. Oder es ist ein Teil dessen, worauf sie es angelegt haben. Es könnte ihnen darum gegangen sein, sich in Pose werfen zu können: macht doch, was ihr wollt; schaut nur her, wie wurscht uns das ist.
Wer so etwas als "Spiel" sieht (Stichwort: Spaß-Guerilla), wird über das, was er da mit-auslöst, am Ende nicht lachen! [...] Also wird man Druck machen, würde mich also nicht wundern, wenn "Austro-Anonymous" bald Manschetten trägt, außer es handelt sich um einen ausgebufften Profi.
Da liegst du falsch, glaub ich. Wenn sie nicht vollkommen deppert waren, sind sie entweder über TOR gefahren oder haben sich einfach einen anonymen access point gesucht. Sowohl das eine oder das andere sollte eigentlich reichen, um sie nach menschlichem Ermessen unauffindbar zu machen. Beim heutigen Stand der Technik muss man bei Gott kein ausgebuffter Profi mehr sein, man darf sich im Starbucks nur einfach nicht direkt vor die Kamera setzen.
Der ausgebuffte Profi ist der, der vor dem Starbucks im Auto sitzt und über TOR fährt.
Re: SPÖ- und FPÖ-Websites gehackt
von Michael Suda » 3. Juli 2011, 19:44
Georg Kraml hat geschrieben:[hier gekürzt]Michael Suda hat geschrieben: Also wird man Druck machen, würde mich also nicht wundern, wenn "Austro-Anonymous" bald Manschetten trägt, außer es handelt sich um einen ausgebufften Profi.
Da liegst du falsch, glaub ich. Wenn sie nicht vollkommen deppert waren, sind sie entweder über TOR gefahren oder haben sich einfach einen anonymen access point gesucht. Sowohl das eine oder das andere sollte eigentlich reichen, um sie nach menschlichem Ermessen unauffindbar zu machen. Beim heutigen Stand der Technik muss man bei Gott kein ausgebuffter Profi mehr sein, man darf sich im Starbucks nur einfach nicht direkt vor die Kamera setzen.
Der ausgebuffte Profi ist der, der vor dem Starbucks im Auto sitzt und über TOR fährt.
Du hast Recht, den Trick mit dem TOR hätte sogar ich bringen können.
Aber was glaubst, was dann kommt? Wahrscheinlich der Versuch, anonyme Access Points zu verbieten, eventuell der Versuch, die Nutzung bestimmter Software wie TOR zu verbieten oder zu beschränken.
Und jede technische Schranke kann irgendwann überwunden, jeder Code geknackt werden, jede technische Spur zurückverfolgt werden, auch TOR. Jeder Krieger, auch der Cyber-Krieger, entwirft stets neue Pläne für den letzten Angriff oder die gestrige Verteidigung, aber das, was morgen kommt, kann schon ganz anders sein.
Auch den Staat und seine Möglichkeiten zu unterschätzen, kann ein Fehler sein.
Ich kann es nicht sagen, ich sage es nie,
bleibt auch mein Himmel versperrt.
bleibt auch mein Himmel versperrt.
(aus Lehárs Operette "Das Land des Lächelns")
Re: SPÖ- und FPÖ-Websites gehackt
von Michael Suda » 4. Juli 2011, 23:38
Austro-Anonymous twittert den Medien was ins Ohr: Wir sind keine "Hacker" (ORF-Online)
Ich kann es nicht sagen, ich sage es nie,
bleibt auch mein Himmel versperrt.
bleibt auch mein Himmel versperrt.
(aus Lehárs Operette "Das Land des Lächelns")
Re: SPÖ- und FPÖ-Websites gehackt
von Georg Kraml » 5. Juli 2011, 02:24
Michael Suda hat geschrieben:Austro-Anonymous twittert den Medien was ins Ohr:
Woa, hast du dir die Wall von denen angeschaut? Poser.
Re: SPÖ- und FPÖ-Websites gehackt
von Georg Kraml » 5. Juli 2011, 03:11
Michael Suda hat geschrieben:Aber was glaubst, was dann kommt? Wahrscheinlich der Versuch, anonyme Access Points zu verbieten, eventuell der Versuch, die Nutzung bestimmter Software wie TOR zu verbieten oder zu beschränken.
Weiß nicht so recht. Die Technologie hinter anonymen access points wird sich nicht verbieten lassen. Jedes aktuelle smarthone unterstützt tethering, aus jedem aktuellen hub schaut hinten eine Antenne raus, und so weiter, und so fort. Man müsste die halbe Fertigungskette lokal replizieren. Man könnte als sehr wahrscheinlich höchstens die Anwendung dieser Technik zur Bereitsstellung von anonymen access points verbieten. Ich schätze, dass das in etwa die selbe Wirkung hätte wie das bestehende Verbot von file sharing, oder wie die diversen nationalen Kryptoverbote in den Neunzigern. Gar keine.
Maschinenstürmerei durch Regierungen würde so gut wie sicher um Nichts besser funktionieren als Maschinenstürmerei durch die Unterhaltungsmafia. Ich weiß, Regierungen und Gesetzgeber haben Schwierigkeiten, sich das einzugestehen, aber wissenschaftlicher Fortschritt lässt sich nicht wegverbieten. Oft versucht, nie funktioniert.
jede technische Schranke kann irgendwann überwunden, jeder Code geknackt werden, jede technische Spur zurückverfolgt werden, auch TOR. Jeder Krieger, auch der Cyber-Krieger, entwirft stets neue Pläne für den letzten Angriff oder die gestrige Verteidigung, aber das, was morgen kommt, kann schon ganz anders sein.
Vorsicht, rutschige Platitüden. Du übersiehst zwei Faktoren:
(1) Egal, ob das jetzt ein Angriff auf einen kryptographischen Hash ist oder eine neue Form von traffic analysis: eine Schwachstelle wird zuerst einmal fünf bis zehn Jahre lang nur vermutet. Der Existenzbeweis, der dann irgendwann irgendwem gelingt, ist meistens nichtkonstruktiv, dh. er beweist die Existenz des Algorithmus, zeigt aber nicht auf, wie dieser aussieht. Bis der Algorithmus dann tatsächlich entdeckt ist, vergeht ohne Weiteres noch ein Jahrzehnt.
Jede kompetent gebaute Kryptoprodukt, von GPG bis TOR, schützt mich gegen Angriffe, die frühstens in zehn Jahren überhaupt existieren werden und frühstens in fünfzehn tatsächlich gefährlich werden könnten.
(2) Ein Einbrecher kann sich nie sicher sein, ob er nicht doch irgendwo eine Schuppe oder ein Mikrogramm Transpiration hinterlassen hat, aus dem sich Jahre später mit neuer Technologie doch noch ein bisschen DNA herausholen lässt. Der Hacker hat im Prinzip absolute, endgültige Kontrolle darüber, welche Spuren er hinterlässt. Mit entsprechender Sorgfalt ist es durchaus möglich, mit buchstäblich absoluter Sicherheit, mit buchstäblich mathematischer Gewissheit unauffindbar zu sein.
Um zum Beispiel TOR zurück zu kommen: die Verbindung von meiner Kiste zu der des Opfers ist verschlüsselt und läuft über (mindestens!) drei zufällig ausgewählte TOR-Computer. Jeder kennt nur den Computer unmittelbar vor und unmittelbar nacht ihm in der Kette. Keiner dieser Computer schreibt Verbindungsdaten mit. Um mich zu erwischen, müsstest du also schon vor meinem Angriff alle drei davon kompromittiert haben. Rückwirkend geht da einfach nichts, da können dir im Nachhinein noch so viele schlaue Tricks einfallen. Keine Spuren, keine Fährte.
Re: SPÖ- und FPÖ-Websites gehackt
von Michael Suda » 5. Juli 2011, 06:33
Georg Kraml hat geschrieben:Michael Suda hat geschrieben:Aber was glaubst, was dann kommt? Wahrscheinlich der Versuch, anonyme Access Points zu verbieten, eventuell der Versuch, die Nutzung bestimmter Software wie TOR zu verbieten oder zu beschränken.
Weiß nicht so recht. Die Technologie hinter anonymen access points wird sich nicht verbieten lassen. [Rest gekürzt]
Danke für die interessanten technischen Erläuterungen!
Aber deine Argumentation ist tw. wiederum zu technisch.
Natürlich kann ein restriktiver Staat die Technologie nicht "abschaffen" im Sinne von vollständig unterdrücken & deportieren. Natürlich könnte man weiter "konspirative" Access Points betreiben. Aber nach einem Verbot bzw. eher einer Registrierungspflicht (für User des Access Points) könntest Du nicht mehr einfach vor dem Starbucks einparken und dich dort pseudonym ins Netz hängen.
Denn wenn dein Rechner das dortige offene WLAN mit seinen technischen Spezifikationen erkennen kann, dann kann das der Rechner der "Cyber Patrol" des BVT oder AbwA in unserem mehr oder weniger alptraumhaften Zukunftsszenario auch.
Und anschließend kriegt der Starbucks-Betreiber, wenn er keine lückenlosen Benutzerlogs vorlegen kann, a Straf'. Oder die Hardware wird konfisziert. Wegen "Betriebs einer Anlage mit der Eignung, die Sicherheit des Datenverkehrs zu gefährden", oder wie die das dann auch immer nennen würden.
So gehe ich mit dir jederzeit eine Wette ein, dass in ein paar Jahren in Österreich keine unregistrierten SIM-Cards mehr verkauft werden dürfen. Wie auch sonst nirgends in Europa......
Ich kann es nicht sagen, ich sage es nie,
bleibt auch mein Himmel versperrt.
bleibt auch mein Himmel versperrt.
(aus Lehárs Operette "Das Land des Lächelns")
- Foren-Übersicht
- Alle Cookies des Boards löschen • Delete style cookies • Time zone: Europe/Vienna [ Sommerzeit ]

