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Internet, Überwachung, Patente, Urheberecht

Vorratsdatenspeicherung, Urheberrecht, ORF, you name it!

Moderation: Andreas Beer

Re: Internet, Überwachung, Patente, Urheberecht

Beitragvon Friedrich Stockhammer » 2. Juni 2011, 18:51

Livia Rohrmoser hat geschrieben:Und welche Maßnahmen empfiehlst du?


Ich weiß leider auch kein Patentrezept .....

Protest einbringen wo es nur geht, z.B. Abgeordnete aller Parteien im Parlament und EU-Abgeordnete per eMail anschreiben.

Schaun was NGOs (ATTAC etc.) und AVAAZ https://secure.avaaz.org/de/ in dieser Hinsicht anbieten.

https://www.vibe.at/
http://www.ccc.de/
http://www.attac.at/
http://www.attac.de/

Bitte wer noch mehr Links kennt, bitte hier auflisten!
cu
Fritz
Friedrich Stockhammer
 


kino.to: Polizeiaktion gegen Filmpiraten

Beitragvon Friedrich Stockhammer » 9. Juni 2011, 14:16

Das ist der korrekte und rechtsstaatliche Weg und nicht die versuchten Internetsperren.

kino.to: Polizeiaktion gegen Filmpiraten
http://www.heise.de/newsticker/meldung/kino-to-Polizeiaktion-gegen-Filmpiraten-1257486.html

Mit Razzien in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden haben Ermittlungsbehörden am heutigen Mittwoch zum Schlag gegen Hintermänner des populären Filmportals Kino.to ausgeholt. 13 Personen wurden festgenommen, nach einer weiteren werde noch gefahndet, teilte die zuständige Generalsstaatsanwaltschaft Dresden mit. Gegen die Betreiber der Website und ihre Helfer werde wegen Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung zur gewerbsmäßigen Begehung von Urheberrechtsverletzungen ermittelt.
.....

Den vollen Beitrag siehe Link

Passt auch ins Themengebiet rein:
Russischer Präsident fordert Urheberrechtsreform
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Russischer-Praesident-fordert-Urheberrechtsreform-1256952.html

Der russische Präsident Dmitri Medwedew drängt auf ein flexibleres Copyright-System für das russischsprachige Internet. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur RIA Novosti hat der Kreml-Chef das Kommunikationsministerium Russlands angewiesen, Änderungen am nationalen Urheberrechtsgesetz zu entwerfen. Diese sollten es Autoren und anderen Werkschaffenden ermöglichen, "die Nutzung ihrer Inhalte auf Basis freier Lizenzen zu erlauben". Das Bestreben gehe in Richtung des "Creative Commons"-Ansatzes, der es Kreativen gestattet, ihre Werke mit zusätzlichen Verwendungsfreiheiten zu versehen und so etwa eine "Remix-Kultur" im Netz zu beflügeln.

Die Idee für die Urheberrechtsreform kam Medwedew nach einem Dialog mit bekannten russischen Bloggern und Online-Journalisten. Der Präsident soll das federführende Ministerium in diesem Zusammenhang auch beauftragt haben, die Haftungsfreiheiten für Online-Foren zu erhöhen und die bisherige Verantwortlichkeit für Inhalte auch Dritter zu entschärfen.

Ende Mai hatte Medwedew bereits die "konservative Haltung" der Chefs der anderen G8-Staaten beim Schutz der Rechte an immateriellen Gütern scharf kritisiert. Die jüngste Erklärung des Bunds der führenden Industrieländer beziehe sich auf internationale Konventionen, die 50 oder 100 Jahre alt seien und die komplexen Beziehungen zwischen Rechteinhabern und Nutzern nicht mehr zuverlässig abbilden könnten, meinte der Präsident. Seinen Kollegen legte der Twitter-Fan nahe, das Internet stärker selbst zu nutzen und mehr Verständnis dafür zu entwickeln. (Stefan Krempl) / (vbr)



http://www.news.de/medien/855187997/man-hat-der-hydra-den-kopf-abgeschlagen/1/
Vorsichtige Entwarnung
Die rechtlichen Fragen rund um die gestrige Polizeiaktion sind derweil noch nicht abschließend geklärt. Vorsichtige Entwarnung für Kino.to-Nutzer gibt der Rechtsanwalt Udo Vetter in seinem Lawblog: «Vom letzten Satz auf der neu designten Startseite von kino.to sollten sich Nutzer der Seite nicht zu sehr verängstigen lassen», so Vetter. «Es ist keineswegs ausgemacht, dass das bloße Betrachten von Streams, wie sie kino.to angeboten hat, eine Urheberrechtsverletzung darstellt.» Es fehle an der notwendigen Vervielfältigung des Films, da auf dem Rechner des Nutzers keine Kopie gespeichert werde.


http://www.lawblog.de/index.php/archives/2011/06/08/kino-to-offline/
cu
Fritz
Friedrich Stockhammer
 

Re: Internet, Überwachung, Patente, Urheberecht

Beitragvon Dieter Henkel » 9. Juni 2011, 16:14

"Der Hydra den Kopf abgeschlagen" finde ich witzig - Für jede Seite, die (mit großem Aufwand) geschlossen wird, entstehen zwei neue. Die Content-Anbeiter sollten sich vielleicht überlegen, wie sie ihre Angebote zeitgemäß anbieten, so dass sich die Leute lieber den Film oder Serie legal besorgen als illegal herunterladen.
Dieter Henkel
 

Re: Internet, Überwachung, Patente, Urheberecht

Beitragvon Friedrich Stockhammer » 9. Juni 2011, 16:51

Dieter Henkel hat geschrieben:"Der Hydra den Kopf abgeschlagen" finde ich witzig - Für jede Seite, die (mit großem Aufwand) geschlossen wird, entstehen zwei neue. Die Content-Anbeiter sollten sich vielleicht überlegen, wie sie ihre Angebote zeitgemäß anbieten, so dass sich die Leute lieber den Film oder Serie legal besorgen als illegal herunterladen.


Genau das wird in einen Beitrag vorgeschlagen ... die Filmindustrie ist jetzt dort wo vor Jahren die Audio Industrie war!
cu
Fritz
Friedrich Stockhammer
 

Re: Internet, Überwachung, Patente, Urheberecht

Beitragvon Georg Kraml » 9. Juni 2011, 21:23

Friedrich Stockhammer hat geschrieben:Lassen wir uns die Freiheit nicht wegnehmen!

Ich mach jetzt mal den advocatus diaboli und behaupte, dass unsere Freiheit gar nicht so richtig in Gefahr ist. Im Gegenteil, die technische Entwicklung arbeitet durchaus gegen den Staat.

Vor zehn Jahren oder so wäre die Vorratsdatenspeicherung sicher ein Problem gewesen und mit ernsten chilling effects einhergegangen; heute kann ich Tor installieren oder mich notfalls anonym in ein Cafe mit Hotspot setzen. Bundestrojaner etc. hätten eine gewisses Drohpotential haben können, als es für den Normalkonsumenten noch keine echte Alternative zu Windows gab; heute kann absolut jeder ein sicheres Betriebssystem fahren.

Seitensperren können kein Material mehr unterdrücken, seit Torrents keine Tracker mehr brauchen. Strafdrohungen für Filesharer müssen niemand mehr schrecken, seit man Torrents im Transit und Festplatten im Computer transparent verschlüsseln kann.

Zur technischen Entwicklung kommt die soziale. Die Sysadmins Mitte 30, von denen verlangt wird, dass sie die eigenen User überwachen und verpetzen, unter beträchtlichem Aufwand zuverlässige Backups von betrieblich nutzlosem Logschrott anlegen, auf Geheiß der Justiz stundenlang mühsame Datenbankabfragen vornehmen, ganz ohne den einen oder anderen unschuldigen Tippfehler? Die sind alle zur Zeit Microsofts und der ersten großen Massenabmahnwellen sozialisiert worden und stehen der Justiz durchaus mit einer größeren inneren Distanz gegenüber, als das bei unfreiwilligen Blockwarten in früheren Jahrzehnten der Fall war. Und die Generation, die in den nächsten Jahren nachrücken wird, ist zusätzlich noch von der schmierigen Kinderporno-Diskussion angewidert.

Vor einem Regime mit solchen Geheimpolizisten muss man sich nur begrenzt fürchten.
Georg Kraml
 

Re: Internet, Überwachung, Patente, Urheberecht

Beitragvon Michael Suda » 27. Jänner 2012, 23:24

Ob dieser Protestaufruf gegen die VDS funktionieren wird, bin ich aber gespannt:

Anonymous kündigt Protestaktion in mehreren Städten Österreichs an (Der Standard/APA, 26. Jänner 2012)

Zum einen weiß keiner, wer da eigentlich zu einer Demo aufruft (Wer meldet die wohl an?), zum anderen müssen die Teilnehmer/innen damit rechnen, dass an jeder in Frage kommenden Ecke Stapozist/inn/en mit Digicams warten, um endlich ein paar Bildeln von möglichen AnonAustria-Aktivist/inn/en zu machen.

Eine Doppelstrategie nach dem Motto: DDOS-Krieger/in bei Nacht, ehrbare/r Ausüber/in des Versammlungsrechts bei Tag, könnte zum Scheitern verurteilt sein. Man muss sich eben entscheiden, welchen Weg man wählt.

Vielleicht ist es aber auch nur ein Hoax, der die Sicherheitsbehörden zu teuren Überstunden und Wochendendiensten zwingen soll.
Ich kann es nicht sagen, ich sage es nie,
bleibt auch mein Himmel versperrt.
(aus Lehárs Operette "Das Land des Lächelns")
Bild
Michael Suda
 

Re: Internet, Überwachung, Patente, Urheberecht

Beitragvon Michael Suda » 30. Jänner 2012, 07:24

25 Leute waren es laut Medienberichten angeblich. Mit Masken. Wenn das AnonAustria war ("...we are legion. Expect us.") dürfte klar sein, dass man vor den dazugehörigen Computern mehr Respekt haben muss als vor den Aktivist/inn/en.

Ich denke, ihre nächste "Demo" machen die wieder online.
Ich kann es nicht sagen, ich sage es nie,
bleibt auch mein Himmel versperrt.
(aus Lehárs Operette "Das Land des Lächelns")
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Michael Suda
 

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