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eVoting

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eVoting

Beitragvon Stefan Mackovik » 22. Juli 2010, 10:07

Ein Thema, dass zu meinem Leidwesen nicht verstummen will und in regelmässigen Abständen in die Medien kommt ist das des eVoting - also der elektronischen Stimmabgabe bei demokratischen Wahlen.

Aktuell folgender Artikel im Standard: http://derstandard.at/1277338585417/E-V ... Klick-Wahl

Ich habe, gerade als Softwareentwickler und EDV- kundiger ein massives Problem mit der Vorstellung, künftig an einer Maschine mein Stimme abzugeben.

Da wäre einmal die Tatsache, dass laut Artikel "13 von 16 Staaten, die bisher über das Internet wählen ließen" dafür Software einer privaten Firma, nämlich Syctl, verwendeten. Ich halte es für sehr bedenklich, dass man eine staatliche Aufgabe wie die Abhaltung bzw. Durchführung von freien, anonymen, demokratischen Wahlen abgibt.

Aber selbst wenn man sich zB als Option zB Open Source Software anbieten würde, deren Programmcode ja für jeden einsichtig wäre, wäre ich gegen eine elektronische Stimmabgabe. Denn Programmcode ist nur von einer sehr beschränkten Anzahl von Menschen in der Bevölkerung les-, bzw. verstehbar. Das Auswerten von Papierstimmzettel ist dagegen von einer sehr großen Anzahl von Menschen nachvollziehbar. Und die Manipulationsmöglichkeiten sind an einer Maschine naturgemäß größer als bei einer herkömmlichen Wahl.

Ich werde mich jedenfalls vehement gegen jede Art der elektronischen Stimmabgabe wehren, und hoffe, dass "eVoting mindestens noch eine Dekade auf sich warten lassen" wird, wie Robert Krimmer von e-voting.cc sagt, sondern dass es NIE kommen wird.

Und das Argument, dass dass bei eVoting mehr Leute von Ihrem Wahlrecht Gebrauch machen würden, zieht für mich auch nicht: wer zu faul ist, eine Wahlkarte zu beantragen oder in die Wahlurne zu gehen, der ist demokratisch unreif und hat sein Recht damit aus meiner Sicht von vorneherein verwirkt.
Alfons Haider hat recht.
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Stefan Mackovik
 

Re: eVoting

Beitragvon Gerald König » 22. Juli 2010, 16:37

Bezüglich Sicherheit verlasse ich mich ob eigener Wissenslücken auf die Aussagen von IT-Experten.

Die ÖH-Wahlen sind wohl nicht ideal abgelaufen - aber jeder Neuversuch kämpft mit Anfangsproblemen.

Die Sache hat aber (insbesondere für Nebenschauplätze wie Betriebsratswahlen, AK-Wahlen, WK-Wahlen oder ÖH-Wahlen) durchaus einen Reiz - insbesondere, wenn man dadurch auch Kosten sparen kann (und den klassischen Gang zur Urne nicht ausschließt).

Demokratische Unreife würde ich übrigens auch so manchen Wahlkartenwählern und Urnengängern unterstellen;-)

lgg
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Gerald König
 

Re: eVoting

Beitragvon Dieter Henkel » 23. Juli 2010, 00:21

Ich bin ebenfalls absolut gegen e-Voting. Prof. Peter Purgathofer (TU Wien) hat die Gründe, die dagegen sprechen, in einem Vortrag sehr schön dargestellt: http://www.bizeps.or.at/news.php?nr=9487
Dieter Henkel
 

Re: eVoting

Beitragvon Susanne Ofner » 23. Juli 2010, 08:09

Für mich klingen Stefans Argumente sehr einsichtig.
Su
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Re: eVoting

Beitragvon Michael Suda » 25. Juli 2010, 21:16

Susanne Ofner hat geschrieben:Für mich klingen Stefans Argumente sehr einsichtig.

Ja, für mich auch.

Besonders das, dass die Transparenz des Wahlaktes leidet. Simplifikation des Wählens, Reduktion des Wahlaktes auf das Reinschieben einer Chipcard, Eintippen eines PIN-Codes und Mausklick auf einen virtuellen "Stimmzettel", jedoch um den Preis, dass nur mehr eine Handvoll Software-Entwickler wirklich nachvollziehen kann, ob das Ergebnis stimmt - nicht mit mir!
Ich kann es nicht sagen, ich sage es nie,
bleibt auch mein Himmel versperrt.
(aus Lehárs Operette "Das Land des Lächelns")
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Michael Suda
 

Re: eVoting

Beitragvon Brigitte Grohmann » 25. Juli 2010, 21:23

Ich schliese mich den Kritikern an. Für mich ist es die Nachvollziehbarkeit, die fehlt. Zetteln kann man zählen und wieder nachzählen. Bei ein paar Bytes in irgendeinem Kastl muss man sich drauf verlassen, dass da eh alles passt. Das halte ich für eine demokratische Katastrophe.


brigitte
If some cunt can fuck something up, that cunt will pick the worst possible time to
fucking fuck it up because that cunt's a cunt.
- Tucker's Law
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Brigitte Grohmann
 

Re: eVoting

Beitragvon Kurt Radowisch » 26. Juli 2010, 11:49

Gerald König hat geschrieben:
Demokratische Unreife würde ich übrigens auch so manchen Wahlkartenwählern und Urnengängern unterstellen;-)

lgg


Ich sehe nicht ganz ein, wieso mir, wenn ich einen Mörder-Aufwand betreibe, nur um von Stuttgart oder Trippstrill aus an einer österreichischen Wahl teilnehmen zu können, demokratische Unreife unterstellt wird.
(Wahlkarte besorgen und dann im Ausland den ganzen Zirkus mit Zeugen und das Kuvert zu einer bestimmten Uhrzeit versiegeln etc . . ., und dann das Ganze in Marsch setzen, so daß es in A rechtzeitig bei der Wahlbehörde einlangt!)

Ich habe erst EINE österreichische Wahl versäumt. das war die Stichwahl vom Klestil; da habe ich für die erste Wahl extra meinen Urlaub verschoben, aber für die Stichwahl habe ich ihn nicht noch einmal verschoben.

LG Kurt
Kurt Radowisch
 

Re: eVoting

Beitragvon Gerald König » 26. Juli 2010, 13:56

sehr löblich.

aber lies bitte den satz nochmals, dann das ";-)" - und dann wirst du vielleicht verstehen...

lgg
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Gerald König
 

Re: eVoting

Beitragvon Kurt Radowisch » 26. Juli 2010, 21:34

Gerald König hat geschrieben:sehr löblich.

aber lies bitte den satz nochmals, dann das ";-)" - und dann wirst du vielleicht verstehen...

lgg


Habe schon verstanden. Ich wollte es nur genauer darlegen, für Leute, die - ach vergiß es, die gehen sowieso zu keiner Wahl.

LG Kurt
Kurt Radowisch
 


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