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Marmeladepetition

Für alle Politikfelder, für die es derzeit kein eigenes Forum gibt. Vielleicht wird ja eines daraus...

Moderation: Andreas Beer

Marmeladepetition

Beitragvon pan » 31. Jänner 2010, 21:31

Ich will hier den Entwurf für eine Eingabe an der Petitionsaussschuss des Nationalrats mit euch diskutieren.

Alsdann:
Marmeladepetition
für KonsumentInnenschutz


Der Nationalrat möge beschließen:

(1) Lebensmittel, die in mehr als einem Bundesland in Verkehr gebracht werden, müssen in österreichischem Deutsch deklariert sein.

(2) Wo ein österreichisches Wort trotz anderer Bedeutung so wie ein Wort in einer anderen EWR-Sprache (z.B. engl. marmelade) ist der Bezeichnung das Kürzel für die Sprache voranzustellen, in der sie gilt.

(3) Lebensmittel, die in mehr als einem politischen Bezirk des Burgenlandes, oder aber in allen Bundesländern in Verkehr gebracht werden, müssen auch in (möglichst burgenländischem) kroatisch und in ungarisch deklariert werden.

(4) Lebensmittel, die in mehr als einem politischen Bezirk Kärntens, oder aber in allen Bundesländern in Verkehr gebracht werden, müssen auch in slowenisch deklariert werden.

(5) Sind in einem Lebensmittel Stärke oder pflanzliche Fette enthalten, so müssen deren Herkunftspflanzen angegeben werden, sofern das Lebensmittel in mehr als einem Bundesland in Verkehr gebracht wird.
pan
 

Re: Marmeladepetition

Beitragvon Michael Eisenriegler » 31. Jänner 2010, 22:03

Was soll es für einen zweifelhaften Sinn haben, den Nationalrat zu einem EU-Rechtswidrigen Beschluß aufzufordern? Und außerdem: Hamma keine anderen Probleme?

cu,

Mikee
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Michael Eisenriegler
 

Re: Marmeladepetition

Beitragvon Harald Silvio Frassine » 31. Jänner 2010, 22:11

du hast recht, das hat die frau ederer beim eu-beitritt verbockt. aber einen vertrag kann man ändern. ich will hier bewusst nicht die populistische "brüssel-ist-schuld"-schiene fahren, sondern unsere eigenen volksvertreterInnen in die pflicht nehmen! wie sie das dann umsetzen, ist deren bier.

ad andere probleme:

o) haben wir natürlich. aber ich seh einfach nicht ein, wieso auf einer packung klopapier die ich besitze, auf slowenisch, kroatisch, bisnisch, mazedonisch und serbisch völlig gleichlautend "toaletni paper" steht, während die östereichischen bezeichnungen allenthalben fehlen.

o) zum anderen sind die bundesdeutschen bezeichnungen auf manchen lebensmiteln wirklich schwer zu verstehen, denn nicht jedeR weiß, was paniermehl, pampelmusen und auberginen sind.
Politik ist zu wichtig, um sie den PolitikerInnen zu überlassen. Skype Me™!
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Harald Silvio Frassine
 

Re: Marmeladepetition

Beitragvon Michael Eisenriegler » 31. Jänner 2010, 22:19

harald.frassine hat geschrieben:du hast recht, das hat die frau ederer beim eu-beitritt verbockt. aber einen vertrag kann man ändern. ich will hier bewusst nicht die populistische "brüssel-ist-schuld"-schiene fahren, sondern unsere eigenen volksvertreterInnen in die pflicht nehmen! wie sie das dann umsetzen, ist deren bier.

Das steht aber nicht im Beitrittsvertrag, sondern ist eine Richtlinie der EU-Kommission. EU-Recht steht über heimischem Verfassungsrecht. Das Parlament hat da nichts zu beschließen.

cu,

Mikee
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Re: Marmeladepetition

Beitragvon Brigitte Grohmann » 31. Jänner 2010, 22:28

pan hat geschrieben:
(1) Lebensmittel, die in mehr als einem Bundesland in Verkehr gebracht werden, müssen in österreichischem Deutsch deklariert sein.


Also reicht es eh, wenn "Tomaten" draufsteht. Wie mir eine Userin unermüdlich erklärt :-), sagt westlich von Amstetten kein Mensch "Paradeiser".


brigitte
If some cunt can fuck something up, that cunt will pick the worst possible time to
fucking fuck it up because that cunt's a cunt.
- Tucker's Law
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Brigitte Grohmann
 

Re: Marmeladepetition

Beitragvon Andreas Beer » 31. Jänner 2010, 22:31

eh, sprache verändert sich. und unter anderem wird das österreichische deutsch verdrängt.
--
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Re: Marmeladepetition

Beitragvon Julia Braunegg » 1. Februar 2010, 09:21

Das seh ich auch so. Sprache verändert sich, und das war auch immer schon so, sonst sprächen wir immer noch indogermanisch.

Und wenn wir schon so anfangen, wo hören wir auf? Welche österreichische Bezeichnung nehmen wir denn zB bei [de] Kartoffeln her? [at1]Erdäpfel? [at2] Krumpirn?

Mal ganz abgesehen von der juristischen Kritikerinnenbrille (Stufenbau der Rechtsordnung, hat Mikee eh schon zu bedenken gegeben) ich halte es für schwierig, das durchzuführen. Und ehrlich gesagt, wenn ich in der Schweiz bin, bin ich ganz froh, dass ich im Supermarkt nicht wissen muss, wie die Butter, der Honig, etc. im jeweils lokalen Sprech heissen (Anke, Hong) und ich frag mich, ob der durchschnittliche Wiener auf Urlaub in der Südsteiermak sehr viel mit Krumpirn anfinge. Ich brech in so einem Fall gern eine Lanze für eine Standardsprache. Zuhause sag ich trotzdem Marmelade, Paradeis (ohne -er!) und Klopapier. Aber es darf für mich schon einen Unterschied geben zwischen familiärer und öffentlicher Sprache.
When your mouth drops open, click the shutter. -Harold Feinstein
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Julia Braunegg
 

Re: Marmeladepetition

Beitragvon Andreas Beer » 1. Februar 2010, 09:24

was mich ja noch interessieren würde: wie sehr die "Vergermanisierung" des österreichischen Deutsch durch die Verbreitung von Sat und Kabel TV beschleunigt wird.
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