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Familie mit autistischem Kind vor Delogierung

Für alle Politikfelder, für die es derzeit kein eigenes Forum gibt. Vielleicht wird ja eines daraus...

Moderation: Andreas Beer

Familie mit autistischem Kind vor Delogierung

Beitragvon Andreas Beer » 4. November 2010, 23:18

Vorausschickend sage ich gleich, dass ich weder theoretische noch praktische Erfahrung mit Autisten habe (zumindest mit keinen von denen ich "offiziell" weiß, dass sie welche sind) und daher auch nicht weiß, wie sehr sich das auswirken kann.
Wenn aber die Überlieferungen teilweise richtig sind, dann verstehe ich aber beide Seiten. Sowohl die Familie als aUch die Nachbarn, die in der eigenen Wohnung keine Ruhe haben.
Die Geschichte mit den tätlichen Angriffen sehe ich auch etwas differenziert. Heute im Radio sprach eine Dame von einem Verein, dessen Namen ich mir nicht gemerkt habe, irgendwie in der Richtung Verein zur Hilfe der Menschen mit autistischen Problemen, dass sie dies deshalb ausschliesse, weil keine Anzeige erstattet worden sei. Da möchte ich aber nicht wissen, was die gleiche Dame gesagt hätte, wenn dann wirklich Anzeige erstattet worden wäre.
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Andreas Beer
 

Re: Familie mit autistischem Kind vor Delogierung

Beitragvon Peter Thomas Suschny » 5. November 2010, 09:45

Die Situation ist auch sehr eigenwillig: die Familie lebt in einer in den 50ern oder 60ern errichteten Art Reihenhaus-Siedlung (vermutlich die älteren Gemeindebauten in "Kriegerheimstätten", also nahe SMZO, wenn die Bilder in Wien heute nicht täuschen), lauter Leute, die zuletzt vor rund 30 Jahren kleine Kinder hatten, die jetzt alle ausgezogen sind) und wohl besonders ungeschickt angelegt, man hört es vermutlich 2 Häuser weiter, wenn eine/r im Schlafzimmer niest.
Das verstärkt noch den Effekt, in diesem Fall ist tatsächlich anzunehmen, dass besagter Jugendlicher etwas unangenehm auf die Umgebung ist, ohne dass die seine Delogierung betreibenden Nachbar/innen speziell rassistisch eingestellt sind.
Wohneinheiten für Familien mit ähnlichen Problemen wären wünschenswert, als bei uns 2008 die ehemalige "Stadt des Kindes" stark verwüstet wurde, weil nur ein Kern erhalten bleibt für neue Wohnungen und Reihenhäuser, wurde argumentiert, dass die Erziehungsmethoden für Kinder aus schwierigen Verhältnissen halt 1999/2000, als dort die letzten Kinder mit Betreuer/innen ausgezogen sind, sich seit den späten 60ern (1969 wurde es geplant, 1970 - 74 errichtet) in rund 30 Jahren gewandelt haben.
Es werden wieder kleine Wohnungen verwendet, kein gemeinsames Wohnen. Zwar ist besagter Jugendlicher aus einer guten Familie, keine schwierigen Verhältnisse, Eltern leben gemeinsam, Schwester ebenso, alle halten zu ihm, niemand ist Trinker/in, aber eben solche traurigen Fälle wären genau in so was wie "Stadt des Kindes" besser aufgehoben, weil da mehr Menschen mit ähnlichen Problemen aufwachsen.
Und noch geschwind als Ergänzung: die Stadt des Kindes war bewusst kein "Gestörten-Ghetto", da sie eine offene Struktur hatte, d. h. jede/r konnte von der Straße hinein und das Schwimmbad war genauso wie der Theatersaal von der Allgemeinheit genutzt worden (es dürfte wohl viel Betreuungspersonal tätig gewesen sein, trotz der offenen Struktur sind nie Fälle bekannt geworden, wo wer wild Fremder Kinder zu Sex genötigt hätte oder umgekehrt ein aggressives Kind von dort wen verprügelt hätte).
Peter Thomas Suschny
 

Re: Familie mit autistischem Kind vor Delogierung

Beitragvon Andreas Serloth » 5. November 2010, 11:57

Wo ist eigentlich meine Antwort von gestern Abend hinverschwunden???

as
Andreas Serloth
 

Re: Familie mit autistischem Kind vor Delogierung

Beitragvon Martin Polak » 5. November 2010, 12:15

Ich kann da auch beide Seiten verstehen.
Ich habe (praktische) Erfahrungen mit verschiedenen Autisten und auch mit Jahrelanger extremer Lärmbelastung (allerdings nicht durch einen Autisten) und kann deshalb sagen:
Lärmbelastung ist wirkliche Folter. (Damals gings um einen Hund, der fast täglich, über Jahre hinweg, von 5:30 bis ~9:00 wie ein Wolf heulte, auf eine Art, dass man nicht einmal eine normale Unterhaltung führen konnte.) Ich dachte damals ernsthaft, nachdem Gespräche, Beschwerden und Anzeigen über Jahre hinweg fruchtlos waren, an Gift o.ä. (Erlösung kam durch das Wegziehen).

Weiters habe ich einige Autisten erlebt, die ähnliche Lautstärken entwickeln können (und auch oft entwickelt haben), und das auch noch relativ lang und zu nahezu beliebigen Tages- und Nachtzeiten.

Insofern -- ein schwieriges Problem, das gelöst werden muß. Jeder, der keine Ahnung von permanenter Lärmbelastung (dadurch entstehendem Schlafentzug, Konzentrationslosigkeit, ...) hat, hat hier leicht reden. Nicht völlig Grundlos wurde sowas zuweilen als Foltermethode verwendet.

Martin
Martin Polak
 

Re: Familie mit autistischem Kind vor Delogierung

Beitragvon Peter Thomas Suschny » 5. November 2010, 14:51

Andreas Serloth hat geschrieben:Wo ist eigentlich meine Antwort von gestern Abend hinverschwunden???

as


Vielleicht hat sich der Sensenmann geirrt (also nicht der am Ende Deines Lebens, sondern der, der immer meine Einträge verkürzt oder verschiebt ;-)) )?
Peter Thomas Suschny
 

Re: Familie mit autistischem Kind vor Delogierung

Beitragvon Peter Thomas Suschny » 5. November 2010, 14:53

Martin Polak hat geschrieben:Ich dachte damals ernsthaft, nachdem Gespräche, Beschwerden und Anzeigen über Jahre hinweg fruchtlos waren, an Gift o.ä.
Martin


Dafür bist aber eh quicklebendig ...
Peter Thomas Suschny
 

Re: Familie mit autistischem Kind vor Delogierung

Beitragvon Dieter Henkel » 5. November 2010, 16:07

Andreas Serloth hat geschrieben:Wo ist eigentlich meine Antwort von gestern Abend hinverschwunden???

Vielleicht hast du sie nicht abgeschickt?
Dieter Henkel
 

Re: Familie mit autistischem Kind vor Delogierung

Beitragvon Andreas Serloth » 5. November 2010, 16:38

Ich bin eigentlich sehr sicher -- so sicher man halt sein kann -- sie abgeschickt zu haben. Bilde mir fest ein, ich hätte das Posting später auch unter "Neue Beiträge" gesichtet, hmmm...

as
Andreas Serloth
 


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