Austroleaks - Das Protokoll der Landeshauptleutekonferenz
Für alle Politikfelder, für die es derzeit kein eigenes Forum gibt. Vielleicht wird ja eines daraus...
Moderation: Andreas Beer
Austroleaks - Das Protokoll der Landeshauptleutekonferenz
von Michael Eisenriegler » 19. Dezember 2010, 23:06
Christian Rainer zitiert im morgigen Profil aus einem Protokoll der Landeshauptleutekonferenz, das tiefe Einblicke in die Reformunwilligkeit dieses seltsamen Gremiums gibt. Der Artikel ist bereits hier online.
Wenn man diesem Protokoll glauben darf, dann gibt es anscheinend nicht das geringste Bewusstsein bei diesen Leuten, daß die Stimmung im Lande am kippen ist. H.C. Strache ist in der Kanzlerfrage vorne und gemeinsam mit seinen orangen Stiefgeschwistern bereits größte Fraktion in diesem Land. Das scheint die Landeshauptleute genausowenig zu beeindrucken wie die Koalition und die vielen anderen Besitzstandswahrer. Was ist das für ein Land, in dem grantige Greise wie Androsch, Fischler und Raidl die Speerspitze der Reformkräfte bilden?
M.
Wenn man diesem Protokoll glauben darf, dann gibt es anscheinend nicht das geringste Bewusstsein bei diesen Leuten, daß die Stimmung im Lande am kippen ist. H.C. Strache ist in der Kanzlerfrage vorne und gemeinsam mit seinen orangen Stiefgeschwistern bereits größte Fraktion in diesem Land. Das scheint die Landeshauptleute genausowenig zu beeindrucken wie die Koalition und die vielen anderen Besitzstandswahrer. Was ist das für ein Land, in dem grantige Greise wie Androsch, Fischler und Raidl die Speerspitze der Reformkräfte bilden?
M.
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Re: Austroleaks - Das Protokoll der Landeshauptleutekonferen
von Daniel Breuss » 20. Dezember 2010, 00:10
macht ohne weitsicht ist nix anderes als wie wenn jemand an einem goldbarren festklammert während er ertrinkt.
genau das geschieht in der österreichischen politik seit jahrzehnten. gedacht wird (maximal) bis zur nächsten wahl, und dann wundern sich alle, wenn 10 jahre später das kartenhaus einstürzt.
genau das geschieht in der österreichischen politik seit jahrzehnten. gedacht wird (maximal) bis zur nächsten wahl, und dann wundern sich alle, wenn 10 jahre später das kartenhaus einstürzt.
Re: Austroleaks - Das Protokoll der Landeshauptleutekonferen
von Michael Suda » 20. Dezember 2010, 07:55
In Wahrheit gibt es niemanden, der außerhalb des Systems steht.
Damit das nicht missverstanden wird: Ich wünsche mir keinen Bundeskanzler oder Landeshauptmann Hazeh, aber eine kleine Demonstration der Fähigkeit oder Unfähigkeit der Effen im Umgang mit der Macht würde für ein gewisses heilsames Gleichgewicht sorgen.
Ich sehe im Übrigen nichts "am kippen". Was ist Schlimmes daran, wenn die Menschen nach soundsovielen, verschleißenden Jahren an der Macht die Regierungsparteien wechseln möchten?
Damit das nicht missverstanden wird: Ich wünsche mir keinen Bundeskanzler oder Landeshauptmann Hazeh, aber eine kleine Demonstration der Fähigkeit oder Unfähigkeit der Effen im Umgang mit der Macht würde für ein gewisses heilsames Gleichgewicht sorgen.
Ich sehe im Übrigen nichts "am kippen". Was ist Schlimmes daran, wenn die Menschen nach soundsovielen, verschleißenden Jahren an der Macht die Regierungsparteien wechseln möchten?
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bleibt auch mein Himmel versperrt.
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(aus Lehárs Operette "Das Land des Lächelns")
Re: Austroleaks - Das Protokoll der Landeshauptleutekonferen
von Susanne Ofner » 20. Dezember 2010, 08:57
Mich überrascht nichts von dem, was in dem Artikel drinnensteht.
Leider.
Leider.
Su
Re: Austroleaks - Das Protokoll der Landeshauptleutekonferen
von Michael Eisenriegler » 21. Dezember 2010, 01:05
Michael Suda hat geschrieben:Damit das nicht missverstanden wird: Ich wünsche mir keinen Bundeskanzler oder Landeshauptmann Hazeh, aber eine kleine Demonstration der Fähigkeit oder Unfähigkeit der Effen im Umgang mit der Macht würde für ein gewisses heilsames Gleichgewicht sorgen.
Diese Demonstration der Unfähigkeit wurde bereits abgeliefert, ohne nachhaltigen Erfolg beim Wahlvolk. Das Land hat die Gorbachs, Grassers etc. zwar mit Schrammen überlebt, aber wiederholen müssen wir dieses Experiment nicht unbedingt...
Ich sehe im Übrigen nichts "am kippen". Was ist Schlimmes daran, wenn die Menschen nach soundsovielen, verschleißenden Jahren an der Macht die Regierungsparteien wechseln möchten?
Wäre eh nicht schlimm, wenn es denn vernünftige Alternativen gäbe. Aber bei allen Varianten, die sich zur Zeit arithmetisch ausgehen würden, ist mir die derzeitige beim Arsch am Liebsten.
Ich verstehe auch nicht, warum es in diesem Land keinen Platz für eine Linkspartei oder eine vernünftige liberale Fraktion gibt. Wenn das Theater die nächsten drei Jahre so weiter geht hat die "große" Koalition das nächste mal ohnehin keine Mehrheit mehr. In der letzten Sonntagsfrage hat sie gerade noch 52%...
cu,
M.
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Re: Austroleaks - Das Protokoll der Landeshauptleutekonferen
von Michael Suda » 21. Dezember 2010, 07:49
Michael Eisenriegler hat geschrieben:Michael Suda hat geschrieben:Damit das nicht missverstanden wird: Ich wünsche mir keinen Bundeskanzler oder Landeshauptmann Hazeh, aber eine kleine Demonstration der Fähigkeit oder Unfähigkeit der Effen im Umgang mit der Macht würde für ein gewisses heilsames Gleichgewicht sorgen.
Diese Demonstration der Unfähigkeit wurde bereits abgeliefert, ohne nachhaltigen Erfolg beim Wahlvolk. Das Land hat die Gorbachs, Grassers etc. zwar mit Schrammen überlebt, aber wiederholen müssen wir dieses Experiment nicht unbedingt...
Dem widerspreche ich insofern, als einige inferiore, während der längst vergangenen schwarz-blauen Bundesregierung als Minister/innen über die Bühne getorkelte Laiendarsteller/innen keinen Beweis für den aktuellen geistigen Pegelstand der FPÖ liefern. "So bist auf ewig Du verdammt!", dieses Prinzip gilt in der Politik nicht. Wahlniederlagen sind immer Bewährungsstrafen.
Nicht, dass ich unbedingt die Probe aufs Exempel machen möchte! Außerdem "fürchte" ich mich vor intellektuell wachen, fähigen, potenziellen FPÖ-Ministern mehr als vor der Aussicht auf eine "Ehrenrunde" der Clowns um Gorbach & Co!
[hier gekürzt] Ich verstehe auch nicht, warum es in diesem Land keinen Platz für eine Linkspartei oder eine vernünftige liberale Fraktion gibt. Wenn das Theater die nächsten drei Jahre so weiter geht hat die "große" Koalition das nächste mal ohnehin keine Mehrheit mehr. In der letzten Sonntagsfrage hat sie gerade noch 52%...
Ist eben so. Weil die Leute so jemanden nicht (in ausreichender Zahl) wählen.
Außerdem sehnen sich die Leute m.E. weniger nach Reformen als nach Beständigkeit. Beispiel Euro: größtes währungspolitisches Reformprojekt aller Zeiten, kaum is es vorbei, stellt sich heraus, dass es sooooooooooo einen Rattenschwanz an neuen "Reformzwängen" nach sich zieht. Solche Projekte haben die Leute satt, die wollen Kontinuität, Verlässlichkeit, Halt, einen Anker.
Ich nehme das sehr schweren Herzens zur Kenntnis, denn es gibt Dinge, wo ich auch gerne Reformen hätte.
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(aus Lehárs Operette "Das Land des Lächelns")
Re: Austroleaks - Das Protokoll der Landeshauptleutekonferen
von Susanne Ofner » 21. Dezember 2010, 08:03
Michael Suda hat geschrieben:Dem widerspreche ich insofern, als einige inferiore, während der längst vergangenen schwarz-blauen Bundesregierung als Minister/innen über die Bühne getorkelte Laiendarsteller/innen keinen Beweis für den aktuellen geistigen Pegelstand der FPÖ liefern. "So bist auf ewig Du verdammt!", dieses Prinzip gilt in der Politik nicht. Wahlniederlagen sind immer Bewährungsstrafen.
Nicht, dass ich unbedingt die Probe aufs Exempel machen möchte! Außerdem "fürchte" ich mich vor intellektuell wachen, fähigen, potenziellen FPÖ-Ministern mehr als vor der Aussicht auf eine "Ehrenrunde" der Clowns um Gorbach & Co!
Ich glaube, dass die "Leistungen" der damaligen schwarz-blauen Regieurng den heutigen WählerInnen der FPÖ schlicht wurscht sind. Sie erinnern sich nicht, wollen sich nicht erinnern, finden alles halb so wild, und der Grasser war ja doch ein smarter Mensch, der uns das Budget saniert hat, und sie alle haben tapfer den pöhsen EU-"Sanktionen" getrotzt.
Ich weiß es nicht, ich kenne dazu keine Umfragedaten oder irgendwas, aber ich glaube nicht, dass die schwarz-blaue Performance von der Bevölkerungsmehrheit als wirklich inferior empfunden wird. Eher wird die Meinung stark vertreten sein, dass "die derzeitigen Kasperln eh um nix besser sind." Ein Grund, deswegen nicht die FPÖ zu wählen, lässt sich IMO daraus keinesfalls ableiten.
Dass intellektuell wache, geschickt agierende FPÖ-Leute noch viel gefährlicher sind als die lauten Schreier a la Strache - da geb ich dir recht.
Su
Re: Austroleaks - Das Protokoll der Landeshauptleutekonferen
von Brigitte Grohmann » 21. Dezember 2010, 11:35
Nur, wo seht Ihr intellektuell wache, fähige FP-ler...?
brigitte
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If some cunt can fuck something up, that cunt will pick the worst possible time to
fucking fuck it up because that cunt's a cunt.
- Tucker's Law
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Re: Austroleaks - Das Protokoll der Landeshauptleutekonferen
von Michael Suda » 21. Dezember 2010, 12:48
Brigitte Grohmann hat geschrieben:Nur, wo seht Ihr intellektuell wache, fähige FP-ler...?
In der ersten und zweiten Reihe? Wenige. Aber, seien wir mal ehrlich: unsere Parlamente bestehen mehrheitlich aus "Hinterbänkler/inne/n". Virtuosität ist gar nicht, Intellektualität wenig gefragt. Intellektuelle sind i.d.R. bloß schwerer kontrollierbar.
Zurück zu den Effen: unter den "schlagenden" Verbindungsleuten, die laut Medienberichten in der FPÖ wieder stärker den Ton angeben, sollte es schon den einen oder anderen geben, der den Satz "Die Welt Vorarlbergs ist zu klein für mich!" fehlerlos ins Englische übersetzen kann (oder so) und nicht nach 25 Tagen entnervt aus seinem Ministerium flüchtet. *grins*
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Re: Austroleaks - Das Protokoll der Landeshauptleutekonferen
von Brigitte Grohmann » 21. Dezember 2010, 12:52
Aber man braucht intellektuell (das sei durch zusammenhängende Sätze abgedeckt) _und_ fähig. Das schaffen derzeit nichtmal die größeren Parteien. Oder gluabt jemand ernsthaft, Pröll habe irgendeine Befähigung zum Finanzminister?
brigitte
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