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Religion/Gender: UNESCO und die Kirche

Über große Töchter und große Söhne, HausherrInnen und MitgliederInnen, Pensionsantrittsalter und Seniorenermäßgungen, gegenderte Sprache und Newspeak, GleichbehandlunganwältInnen und die Abteilung VI/6.

Moderation: Susanne Ofner

Religion/Gender: UNESCO und die Kirche

Beitragvon Julia Braunegg » 4. Jänner 2011, 13:39

Aus derstandard.at
In seiner Ansprache zum Festtag der Heiligen Familie hat Demetrio Fernández González, der Bischof der spanischen Stadt Córdoba, vor einer bisher unbekannten Gefahr gewarnt: die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) strebe an, in den nächsten 20 Jahren den Anteil Homosexueller an der Weltbevölkerung auf 50 Prozent zu erhöhen.

Dies habe er kürzlich von Kardinal Ennio Antonelli, dem "Familienmister" des Vatikans, erfahren. Wie die UNESCO dies bewerkstelligen will, verschweigt Bischof Demetrio: "verschiedene Programme" seien jedenfalls vorbereitet, um die 'Ideologie der Geschlechtergleichheit' durchzusetzen, die "bereits an unseren Schulen zu finden" sei.

Dieser Ideologie zufolge würden dann Menschen "nicht mehr als Mann oder Frau geboren", sondern könnten "ihr Geschlecht nach Lust und Laune wechseln", warnt der Bischof. (red)


Quelle:
http://derstandard.at/1293369893402/Bis ... ell-machen


Ich bin jetzt nicht sicher, ob das in 'Religion' oder in 'Gender' gehört. Soll ich mich jetzt für meine homosexuellen FreundInnen freuen, dass sie es in Zukunft leichter haben werden, eineN PartnerIn zu finden?

...und Geschlecht nach Lust und Laune wechseln find ich super - im wehrpflichtigen Alter weiblich, zum ersten Job (wegen des besseren Gehaltes) bitte männlich. Ich wär sofort dabei.

Unglaublich, dass der sich das in der Öffentlichkeit sagen traut.

Jul
When your mouth drops open, click the shutter. -Harold Feinstein
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Re: Religion/Gender: UNESCO und die Kirche

Beitragvon Susanne Ofner » 4. Jänner 2011, 13:58

Julia Braunegg hat geschrieben:Unglaublich, dass der sich das in der Öffentlichkeit sagen traut.


Unpackbar, was für Idioten es gibt.
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Re: Religion/Gender: UNESCO und die Kirche

Beitragvon Brigitte Grohmann » 4. Jänner 2011, 14:16

Ich find das super. Jede dieser Aussagen hilft, den Verein als das zu sehen, was er ist, eine Ansammlung von Menschenfeinden. Je deutlicher das zu sehen ist, desto besser.


brigitte
If some cunt can fuck something up, that cunt will pick the worst possible time to
fucking fuck it up because that cunt's a cunt.
- Tucker's Law
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Re: Religion/Gender: UNESCO und die Kirche

Beitragvon Susanne Ofner » 4. Jänner 2011, 14:30

Auf eine Art ist das, was er sagt, unglaublich lustig.

Die Weltmacht UNESCO als Handlangerin des Bösen, Schwulenproduzentin mit Gender-Switching-Technologie.
So an Schas muss sich erst amal wer erfinden trauen.
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Re: Religion/Gender: UNESCO und die Kirche

Beitragvon Michael Suda » 4. Jänner 2011, 15:27

Julia Braunegg hat geschrieben:Aus derstandard.at
[Zitat gekürzt] Dieser Ideologie zufolge würden dann Menschen "nicht mehr als Mann oder Frau geboren", sondern könnten "ihr Geschlecht nach Lust und Laune wechseln", warnt der Bischof. (red)


[hier gekürzt]...und Geschlecht nach Lust und Laune wechseln find ich super - im wehrpflichtigen Alter weiblich, zum ersten Job (wegen des besseren Gehaltes) bitte männlich. Ich wär sofort dabei.

Unglaublich, dass der sich das in der Öffentlichkeit sagen traut.

Wieso, er hat es doch aus zuverlässiger Quelle? Oder glaubst Du am Ende gar seiner Eminenz Kardinal Antonelli nicht jedes Wort? Dem "Familienminister" des Vatikan, ich bitte dich!!! Wenn's der ned weiß......

Und dabei bin ich sogar eine der diabolischen Persönlichkeiten, die dafür eintreten würden, die Angstträume dieser Eminenzen mehr oder weniger ausgeprägt Wirklichkeit werden zu lassen.
Ich kann es nicht sagen, ich sage es nie,
bleibt auch mein Himmel versperrt.
(aus Lehárs Operette "Das Land des Lächelns")
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Re: Religion/Gender: UNESCO und die Kirche

Beitragvon Susanne Ofner » 4. Jänner 2011, 15:56

Michael Suda hat geschrieben:Und dabei bin ich sogar eine der diabolischen Persönlichkeiten, die dafür eintreten würden, die Angstträume dieser Eminenzen mehr oder weniger ausgeprägt Wirklichkeit werden zu lassen.


Ich bin mir nur nicht sicher, ob die Möglichkeiten der UNESCo dafür ausreichen :-)
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Re: Religion/Gender: UNESCO und die Kirche

Beitragvon Michael Suda » 4. Jänner 2011, 23:22

Julia Braunegg hat geschrieben:...und Geschlecht nach Lust und Laune wechseln find ich super - im wehrpflichtigen Alter weiblich, zum ersten Job (wegen des besseren Gehaltes) bitte männlich. Ich wär sofort dabei.

Du wirst hoffentlich nicht lachen, aber transsexuellen Menschen wurde in den letzten Jahren in Sache erleichterter Personenstandswechsel immer wieder ernsthaft entgegengehalten, wenn man keine mehrjährige Hormonbehandlung samt plastisch-chirurgischen OPs mehr "zur Abschreckung" (die Phrase wurde natürlich bewusst nicht verwendet) verlangen würde, könnten Männer um die 60 sich massenweise auf Frau "umschreiben" lassen, um so mit durchschnittlich höheren Pensionsansprüchen das niedrigere Pensionsalter für Frauen in Anspruch zu nehmen und so die Pensionskassen zu leeren. Und einmal über 65 würden sie dann halt wieder in den Personenstand "Mann" zurückwechseln.

Also ich würde wirklich gerne die Probe aufs Exempel erleben, wie viele Männer sich das antäten! *ggg*

Michael Suda hat geschrieben:Und dabei bin ich sogar eine der diabolischen Persönlichkeiten, die dafür eintreten würden, die Angstträume dieser Eminenzen mehr oder weniger ausgeprägt Wirklichkeit werden zu lassen.

Susanne Ofner hat geschrieben:Ich bin mir nur nicht sicher, ob die Möglichkeiten der UNESCo dafür ausreichen :-)

Ich dachte auch nicht so sehr an eine fünfzigperzentige Quote an homosexuellen Frauen wie Männern als an "ihr Geschlecht nach Lust und Laune wechseln"! Das geht zur Not auch ohne UNESCO! ;-)

Aber offenbar kreisen jüngst auch einige schwarze UNO-Hubschrauber über dem Vatikan. Und die machen die Kardinäle nervös, so als ob die Kondome, Reizwäsche oder Viagra-Probepackungen abwerfen könnten!
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Re: Religion/Gender: UNESCO und die Kirche

Beitragvon Julia Braunegg » 5. Jänner 2011, 14:06

Michael Suda hat geschrieben:Julia Braunegg hat geschrieben:
...und Geschlecht nach Lust und Laune wechseln find ich super - im wehrpflichtigen Alter weiblich, zum ersten Job (wegen des besseren Gehaltes) bitte männlich. Ich wär sofort dabei.

Du wirst hoffentlich nicht lachen, aber transsexuellen Menschen wurde in den letzten Jahren in Sache erleichterter Personenstandswechsel immer wieder ernsthaft entgegengehalten, wenn man keine mehrjährige Hormonbehandlung samt plastisch-chirurgischen OPs mehr "zur Abschreckung" (die Phrase wurde natürlich bewusst nicht verwendet) verlangen würde, könnten Männer um die 60 sich massenweise auf Frau "umschreiben" lassen, um so mit durchschnittlich höheren Pensionsansprüchen das niedrigere Pensionsalter für Frauen in Anspruch zu nehmen und so die Pensionskassen zu leeren. Und einmal über 65 würden sie dann halt wieder in den Personenstand "Mann" zurückwechseln.


Also nein, ich lache nicht, ich hoffe, mein Kommentar ist angekommen, wie ich ihn meinte: Zynisch/kritisch/satirisch.

Ich wusste nicht, dass das allen Ernstes als Gegenargument herhalten muss. Ich fand es einfach so unglaublich hanebüchen, diese Aussage vom nach Lust und Laune Geschlecht wechseln. Ich hab in meiner Umgebung einige Male das Kämpfen mit der neu entdeckten Identität Homosexuell hautnah miterlebt. Schmerzhaft, schwierig, dauert, dauert, dauert. Für transsexuelle (sagt man jetzt transident?) Menschen muss es nochmal mehr ein Oberhammer sein, extrapolier ich jetzt. Allen Ernstes zu glauben, jemand tut sich das wegen 5 Jahren Pension an... mir fehlen die Worte.

Aber offenbar kreisen jüngst auch einige schwarze UNO-Hubschrauber über dem Vatikan. Und die machen die Kardinäle nervös, so als ob die Kondome, Reizwäsche oder Viagra-Probepackungen abwerfen könnten!


*kreisch* Reizwäsche!

Jul
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Re: Religion/Gender: UNESCO und die Kirche

Beitragvon Susanne Ofner » 5. Jänner 2011, 16:09

Julia Braunegg hat geschrieben:Ich wusste nicht, dass das allen Ernstes als Gegenargument herhalten muss. Ich fand es einfach so unglaublich hanebüchen, diese Aussage vom nach Lust und Laune Geschlecht wechseln.


Mir war auch nicht bekannt, das so was wirklich als Argument vorgebracht wird.
Das kann nur von Leuten kommen, die sich über die Frage noch nie eine Sekunde lang Gedanken gemacht haben - oder die vor solchen Identitätsfragen dermaßen viel Angst haben, dass sies mit besonders depperten Sagern verdecken müssen.
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Re: Religion/Gender: UNESCO und die Kirche

Beitragvon Michael Suda » 5. Jänner 2011, 16:10

Julia Braunegg hat geschrieben:Also nein, ich lache nicht, ich hoffe, mein Kommentar ist angekommen, wie ich ihn meinte: Zynisch/kritisch/satirisch.

Genau so, keine Sorge!

Ich wusste nicht, dass das allen Ernstes als Gegenargument herhalten muss. Ich fand es einfach so unglaublich hanebüchen, diese Aussage vom nach Lust und Laune Geschlecht wechseln.

Meiner Meinung nach war es eine klare Bezugnahme auf die inzwischen national und international (EGMR) gefestigte Rechtsansicht, dass eine deutliche, absehbar irreversible Annäherung an die soziale Rolle und das äußere Erscheinungsbild des biologischen Nicht-Geburtsgeschlechts genügt, um die rechtliche Personenstandszuordnung zu korrigieren. Aber sehr viele Details sind da noch im Fluss (einschließlich auf nationaler Ebene der Frage, wie viel davon man gesetzlich regeln sollte).

Ich hab in meiner Umgebung einige Male das Kämpfen mit der neu entdeckten Identität Homosexuell hautnah miterlebt. Schmerzhaft, schwierig, dauert, dauert, dauert. Für transsexuelle (sagt man jetzt transident?)...
Wie man da sagt, ist anscheinend eine ewige Streitfrage. Transsexuell ist aber wissenschaflich afaik der hier immer noch übliche Hauptbegriff.
...Menschen muss es nochmal mehr ein Oberhammer sein, extrapolier ich jetzt. Allen Ernstes zu glauben, jemand tut sich das wegen 5 Jahren Pension an... mir fehlen die Worte.


Ich weiß das von Betroffenen und Aktivist/inn/en, die u.a. an Gesprächen mit diversen Behörden und politischen Stellen beteiligt waren. Dort herrscht teilweise die Vorstellung, wenn ein Mann sich für den Personenstandswechsel nicht mehr kastrieren lassen muss (denn das ist Teil jeder "klassischen" geschlechtsangleichenden OP bei MzF-Transsexuellen), würde er sich einfach eine Perücke aufsetzen, sich die Beine rasieren, den BH ausstopfen, mal kurz auf dem Standesamt zwecks Ausstellung einer neuen Geburtsurkunde vorbeischauen, um dann bei der PVA eine saftige Pension zu lukrieren. Und mit 65 würde er zurückswitchen, da er noch einmal Vater werden möchte....die "Tunte" als Sozialbetrüger und Schlitzohr gewissermaßen. :-(

Dass auch nach liberalster derzeitiger Ansicht zu dieser Frage zumindest eine länger dauernde Phase des Alltagslebens in der Genderrolle als Frau bzw. Mann geboten ist, bevor der Personenstandswechsel bewilligt werden kann, muss man da den Leuten erst ins Hirn hämmern!
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