Mütter-Töchter und Rollenbilder
Über große Töchter und große Söhne, HausherrInnen und MitgliederInnen, Pensionsantrittsalter und Seniorenermäßgungen, gegenderte Sprache und Newspeak, GleichbehandlunganwältInnen und die Abteilung VI/6.
Moderation: Susanne Ofner
Mütter-Töchter und Rollenbilder
von Julia Braunegg » 8. Februar 2010, 17:27
Grad so mein Gefühl wurde von einer Bloggerin wunderbar auf den Punkt gebracht:
So many mothers say they want their daughters to be independent, but what they really hope is that they’ll find a well-compensated banker or lawyer and settle down between the ages of 25 and 28 in Greenwich, Darien, or That Town, USA, to raise babies, do the grocery shopping, and work out in relative comfort for the rest of their lives. I know this, because I employ their daughters. They raise us to think they want us to have careers, and they send us to college, but even they don’t really believe women can be autonomous.
Kelly Cutrone (via holleewoodworld) (via jessicachu) (via cricketcrickettumbleweed) (via shalon) (via sexismandthecity) (via thepoliticalpartygirl) (via vindyc) (via rosasparks) (via bmckinney) (via stfuconservatives)
Was tun? Ist das so? Geht's wem anderen auch noch so? Ich hab in letzter Zeit gerade das Gefühl sehr stark, bei mir ists vor Allem aber mein Vater, der so widersprüchliche Signale sendet, und vollkommen davon überzeugt ist, das widerspricht sich nicht. Was kann man als Tochter tun, ausser auf Durchzug zu schalten?
Jul
So many mothers say they want their daughters to be independent, but what they really hope is that they’ll find a well-compensated banker or lawyer and settle down between the ages of 25 and 28 in Greenwich, Darien, or That Town, USA, to raise babies, do the grocery shopping, and work out in relative comfort for the rest of their lives. I know this, because I employ their daughters. They raise us to think they want us to have careers, and they send us to college, but even they don’t really believe women can be autonomous.
Kelly Cutrone (via holleewoodworld) (via jessicachu) (via cricketcrickettumbleweed) (via shalon) (via sexismandthecity) (via thepoliticalpartygirl) (via vindyc) (via rosasparks) (via bmckinney) (via stfuconservatives)
Was tun? Ist das so? Geht's wem anderen auch noch so? Ich hab in letzter Zeit gerade das Gefühl sehr stark, bei mir ists vor Allem aber mein Vater, der so widersprüchliche Signale sendet, und vollkommen davon überzeugt ist, das widerspricht sich nicht. Was kann man als Tochter tun, ausser auf Durchzug zu schalten?
Jul
When your mouth drops open, click the shutter. -Harold Feinstein
Re: Mütter-Töchter und Rollenbilder
von Julia Braunegg » 8. Februar 2010, 17:33
öhm... und ich bin draufgekommen, Kelly Cutrone ist keine Bloggerin. Dennoch. Word.
When your mouth drops open, click the shutter. -Harold Feinstein
Re: Mütter-Töchter und Rollenbilder
von Kurt Radowisch » 8. Februar 2010, 17:36
Dazu fällt mir ein Lied von Gitte Henning ein:
"Ich will 'nen Cowboy als Mann!"
Später sang sie dann:
"Ich bin stark!"
LG Kurt
"Ich will 'nen Cowboy als Mann!"
Später sang sie dann:
"Ich bin stark!"
LG Kurt
Re: Mütter-Töchter und Rollenbilder
von Brigitte Grohmann » 8. Februar 2010, 17:41
Ich hatte wohl Glück, bei mir war nie was davon zu bemerken. Die grundlegende Message meiner Eltern an mich war immer "Hauptsache, du bist glücklich". Jaichweiss, beneidenswert ;-)
Grundsätzlich halte ich das o.e. Phänomen in angelsächsichen Ländern für viel weiter verbreitet. Das Frauenbild, das mir dort implizit entgegenschlägt, ist IMVHO in vielem konservativer als das im katholischen Österreich.
brigitte
Grundsätzlich halte ich das o.e. Phänomen in angelsächsichen Ländern für viel weiter verbreitet. Das Frauenbild, das mir dort implizit entgegenschlägt, ist IMVHO in vielem konservativer als das im katholischen Österreich.
brigitte
If some cunt can fuck something up, that cunt will pick the worst possible time to
fucking fuck it up because that cunt's a cunt.
- Tucker's Law
fucking fuck it up because that cunt's a cunt.
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Re: Mütter-Töchter und Rollenbilder
von Julia Braunegg » 8. Februar 2010, 17:47
Das ist prinzipiell sicher richtig.
Dennoch faselt mein Vater von nächster Generation, und dass ich mir einen Job suchen soll, den ich auch von zu Hause aus machen kann, aber es soll bitte nicht Eventmanagement sein, das ist für mich viel zu minder, ich sollt schon bitte UN-Generalsekretärin oder Nobelpreisträgerin sein. Und wir sollen uns aber bitte schon überlegen, dass der Vater meiner Kinder so viel verdienen muss, dass ich auch zu Hause bleuiben kann... ich mein gehts noch?
Wenn man Weltspitzenklasse in irgendwas (nach Vaters Sicht) Sinnvollem von zu Hause aus neben der Kindererziehung werden könnte, dann hätt ich meinen Vater als Kiddie vielleicht nicht so sehr gefürchtet, wenn er denn mal aufgetaucht ist, überarbeitet und übelgelaunt...
Jul
Dennoch faselt mein Vater von nächster Generation, und dass ich mir einen Job suchen soll, den ich auch von zu Hause aus machen kann, aber es soll bitte nicht Eventmanagement sein, das ist für mich viel zu minder, ich sollt schon bitte UN-Generalsekretärin oder Nobelpreisträgerin sein. Und wir sollen uns aber bitte schon überlegen, dass der Vater meiner Kinder so viel verdienen muss, dass ich auch zu Hause bleuiben kann... ich mein gehts noch?
Wenn man Weltspitzenklasse in irgendwas (nach Vaters Sicht) Sinnvollem von zu Hause aus neben der Kindererziehung werden könnte, dann hätt ich meinen Vater als Kiddie vielleicht nicht so sehr gefürchtet, wenn er denn mal aufgetaucht ist, überarbeitet und übelgelaunt...
Jul
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Re: Mütter-Töchter und Rollenbilder
von Michael Suda » 8. Februar 2010, 21:41
Julia Braunegg hat geschrieben: Was tun? Ist das so? Geht's wem anderen auch noch so? Ich hab in letzter Zeit gerade das Gefühl sehr stark, bei mir ists vor Allem aber mein Vater, der so widersprüchliche Signale sendet, und vollkommen davon überzeugt ist, das widerspricht sich nicht. Was kann man als Tochter tun, ausser auf Durchzug zu schalten?
Ich bin zwar keine Tochter ;-) aber ein Mann mit sehr liberalen, großzügigen Eltern aus der 68er-Generation, die ich heiß liebe, denen ich viel verdanke, aber die mich rollenbildmäßig recht beliebig aufgezogen haben. Ihr Motto war, rückblickend, wohl in vieler Hinsicht: "Das Kind entwickelt sich schon von selber, wenn man ihm nur seinen Weg lässt". Klassisches männliches oder weibliches Rollenverhalten wurde nicht betont (ich durfte z.B. auch mal weinen und bekam auch eine Puppe zum Teddybären), auf Sinn für Gleichberechtigung und Respekt vor dem anderen Geschlecht aber sehr wohl Wert gelegt. Mein männlicher "Peer" fürs Rollenverhalten irl war daher weniger mein Vater als mein Opa mütterlicherseits. Aber der hatte schon rein zeitlich nicht so viel Einfluss auf meine Erziehung.
Ich bin aber sicher nicht der "ideale Mann" geworden, von dem Feministinnen in den 1970ern vielleicht geträumt haben, eher ein lange Zeit orientierungsloser Spätentwickler, zwar mit dem Wunsch nach Selbständigkeit aber ohne effektive Durchsetzungsfähigkeit (die entwickelt man nicht von selber, die muss man sich in Auseinandersetzung mit anderen - Eltern, Erwachsenen, Gleichaltrigen - erwerben), und mit deutlichen Defiziten im sozialen, insbesondere erotischen Umgang mit Frauen.
Ich kann es nicht sagen, ich sage es nie,
bleibt auch mein Himmel versperrt.
bleibt auch mein Himmel versperrt.
(aus Lehárs Operette "Das Land des Lächelns")
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