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Ehe light

Über große Töchter und große Söhne, HausherrInnen und MitgliederInnen, Pensionsantrittsalter und Seniorenermäßgungen, gegenderte Sprache und Newspeak, GleichbehandlunganwältInnen und die Abteilung VI/6.

Moderation: Susanne Ofner

Ehe light

Beitragvon Brigitte Grohmann » 14. August 2010, 22:28

Ich bin sehr für einen Partnerschafts vertrag a la PACS. Aber nicht im Zusammenhang mit der Obsorge. Dafür sollte es einen Vertrag mit dem Kind geben. Wenn der Vater nicht unterschreibt, dass er sich um das Kleine kümmert, oder die Mutter widerspricht, gibts keine Obsorge. Wird ganz einfach am Standesamt oder wo man das Kind erstmal meldet vorgelegt. Und dann schauen wir, wie sie wieder winseln, die Herren Väterrechtler, wenn sie sich auf einmal zu etwas verpflichten müssen.


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Re: papa von anfang an!

Beitragvon Harald Silvio Frassine » 14. August 2010, 22:40

d'accord: wenn schon nicht automatische rechtsfolge der vaterschaft, dann eben ein weiterer wisch auf dem standesamt.
dass der mann unterschreibt und die frau widersprechen kann, ist auch ganz analog zur vaterschaft.

der partnerschaftsvertrag, der mit dem thema obsorge eigentlich nix zu tun hat (machma dazu einen eigenen thread?), enthielte in der vorgeschlagenen form übrigens keinen unterschied zu den im abgb geregelten pflichten von eheleuten, und ich vermute auch dass ebenfalls vorausgesetzt wird, dass beide ledig sind - somit null unterschied zur ehe.
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Re: papa von anfang an!

Beitragvon Brigitte Grohmann » 14. August 2010, 23:51

Da ich irgendwann ein Semester bürgerliches Recht über mich ergehen lassen musste *schauder*, kann ich mich deutlich erinnern, dass die Ehe etliches mehr an Pflichten mit sich bringt. zB sind Kinder explizit vorgesehen und AFAIR ist eine Ehe sogar nichtig, wenn beide sich vorher einig sind, dass sie keine Kinder wollen. Ausserdem besteht eigentlich eine Pflicht zum Zusammenwohnen, zur Treue und noch etliches anderes lustiges, und vieles könnte ich nicht guten Gewissens unterschreiben :-)
Mir geht der Vorschlag aber schon zu weit. Ich würde zB keine vertraglichen Vereinbarungen zum Unterhalt wollen. Der Gedanke, dass man einen Partner nach Ende der Partnerschaft weiter erhalten soll, ist mir ehrlich unverständlich; dieses vorgestrige Modell der Versorger-Partnerschaft will die Frauenministerin wirklich in ein "modernes Femilienrecht" miteinbeziehen?

(und jetzt darfst abtrennen, ich bin zu faul dazu *g*)

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Re: papa von anfang an!

Beitragvon Harald Silvio Frassine » 15. August 2010, 11:32

§ 90 ABGB

(1) Die Ehegatten sind einander zur umfassenden ehelichen Lebensgemeinschaft, besonders zum gemeinsamen Wohnen, sowie zur Treue, zur anständigen Begegnung und zum Beistand verpflichtet.

(2) Im Erwerb des anderen hat ein Ehegatte mitzuwirken, soweit ihm dies zumutbar, es nach den Lebensverhältnissen der Ehegatten üblich und nicht anderes vereinbart ist.

(3) Jeder Ehegatte hat dem anderen in der Ausübung der Obsorge für dessen Kinder in angemessener Weise beizustehen. Soweit es die Umstände erfordern, vertritt er ihn auch in den Obsorgeangelegenheiten des täglichen Lebens.
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Re: papa von anfang an!

Beitragvon Michael Suda » 15. August 2010, 22:13

Brigitte Grohmann hat geschrieben:Da ich irgendwann ein Semester bürgerliches Recht über mich ergehen lassen musste *schauder*, kann ich mich deutlich erinnern, dass die Ehe etliches mehr an Pflichten mit sich bringt. zB sind Kinder explizit vorgesehen und AFAIR ist eine Ehe sogar nichtig, wenn beide sich vorher einig sind, dass sie keine Kinder wollen. [Rest gekürzt]

Das ist nicht mehr so und war meines Wissens auch nie ganz so. Früher war einseitige "Verweigerung der Fortpflanzung" ("wenn der andere sich ohne triftigen Grund beharrlich weigert, Nachkommenschaft zu erzeugen oder zu empfangen, oder wenn er rechtswidrig Mittel zur Verhinderung der Geburt anwendet oder anwenden läßt.") allerdings ein Scheidungsgrund. Dieser, der ehemalige § 48 des Ehegesetzes, wurde durch das Eherechts-Änderungsgesetz 1999 beseitigt. Wenn sich aber beide einig waren, keine Kinder zu wollen (und sie etwa einvernehmlich verhüteten), war die Ehe aber natürlich auch vorher gültig und unanfechtbar.

Das mit der Nichtigkeit der Ehe mangels Kinderwunsches könnte allerdings für das katholisch-kirchliche Eherecht gelten (ich habe das CCC allerdings nie studiert). Da geht es, so weit ich weiß, fast immer um "Irrtum" über das Wesen der Ehe, und zu dem gehört nach katholischem Rechtsverständnis immer noch unabdingbar der Wunsch nach Nachkommenschaft.
Ich kann es nicht sagen, ich sage es nie,
bleibt auch mein Himmel versperrt.
(aus Lehárs Operette "Das Land des Lächelns")
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Re: papa von anfang an!

Beitragvon Brigitte Grohmann » 15. August 2010, 23:03

Na bin ich froh, dass ich das falsch in Erinnerung hab.
BTW
"In dem Ehevertrage erklären zwey Personen verschiedenen Geschlechtes gesetzmäßig ihren Willen, in unzertrennlicher Gemeinschaft zu leben, Kinder zu zeugen, sie zu erziehen, und sich gegenseitig Beystand zu leisten."
Ich finde diese alte Orthographie ganz entzückend :-)


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Re: Ehe light

Beitragvon Peter Thomas Suschny » 18. August 2010, 18:48

Brigitte Grohmann hat geschrieben:Ich bin sehr für einen Partnerschafts vertrag a la PACS. Aber nicht im Zusammenhang mit der Obsorge. Dafür sollte es einen Vertrag mit dem Kind geben. Wenn der Vater nicht unterschreibt, dass er sich um das Kleine kümmert

brigitte


Nur eine Frage: Ehevertrag mit der Frau finde ich ja noch nachvollziehbar (sie opfert sich auf, denn das erste halbe bis eineinhalb Jahre nach der Geburt muss fast immer gestillt werden, wenn Kinder nicht an einer Milchpumpe hängen, weil die Mutter nicht ausreichend produziert), aber wie willst Du den Grad des "Mein Mann kümmert sich nicht ausreichend" bzw. das dann von ihm behauptete Gegenteil messen?

Wie soll das gehen, dass ein alleine fahrender Transporteur die Kinder täglich um Punkt 11, 12 oder wie immer von der Schule abholt, wenn er soeben nach Linz liefert? Bei unser Jüngsten sollte ich die einmal Freitag vor der Karwoche abholen, als plötzlich (kein Schmäh) wer um 10h00 am Vormittag eine Palette mit Energiesparlampen aus der Nähe von Budapest benötigte?

In meinem Geschäft bleibt jedenfalls kaum was über, um die Fixkosten hinreichend zu decken, kaum rennt es einmal halbwegs, ist wieder das Auto kaputt; zwischen 1992 und 1997 versuchte ich es mit einer Dame bzw. 6 Herren als Chauffeur/in für ein zweites Auto, um die Uni noch fertigzustellen, sogar zwischen 93/94 15 Monate mit 2 Chauffeuren und selber als Portier, um dort zu lernen - Fazit daraus: was ich in der Firma dort verdiente, reichte, um es in die eigene zu stecken, wenn ich das Geld im Prater verblödelt hätte, wäre es auch eine Idiotie gewesen, aber ich hätte es ausschließlich für mich auf den Schädel geschlagen.

Ganz zu schweigen davon, dass ich meinen ältesten 1998 täglich zum Kindergarten brachte, das war auch für meine Gattin per pedes (sie hat weder Führerschein noch Auto) zu Mittag mit unserer mittleren Tochter im Kinderwagerl zum Abholen bewältigbar; dann jedoch ließ sie sich vom Vater eines Kindergartenfreundes den Floh ins Ohr setzen, dass sein Sohn nicht mehr dort hin will, aus Smpathie zu dem Mario meldete meine Frau ohne Konsultation meinerseits den Sohn in einen anderen Kindergarten im 13. an, mit meinem Auto knapp eine Viertelstunde, jedoch mit Öffis umsteigen und 20 Minuten Fußzeit und (meine Frau hat ständige rheumatische Schäden, da sie als kleines Kind mit Mutter und Oma in einem feuchten Keller wohnte) für meine Gattin 20 Minuten Gehzeit zum Öffi (ich schaffe es in der halben Zeit, Anm.)
Fazit: Marios Vater holte unseren Sohn täglich ab, verlangte dafür stets 100,-- Schilling (also bescheidene S 2.000,-- jeden Monat) von meiner Gattin und hat meinen Sohn insgesamt ganz nachhaltig verpatzt, meine mittlere Tochter ist halb so frech und unwillig, die Mittlere ist immerhin 14 und auch voll in der Pubertät und ist halb so anstrengend, das kann also sicher kaum daran liegen, dass ich so viel falsch gemacht habe.

Oder sehe ich das nur aus Männer-Sicht?
Peter Thomas Suschny
 

Re: Ehe light

Beitragvon Harald Silvio Frassine » 18. August 2010, 19:12

Oder sehe ich das nur aus Männer-Sicht?

bei mir gehts ähnlich chaotisch zu, aber sehn das frauen nicht ganz ähnlich?
den zusammenhang mit partnerschaftsverträgen versteh ich übrigens nicht.
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Harald Silvio Frassine
 

Re: Ehe light

Beitragvon Peter Thomas Suschny » 18. August 2010, 21:14

Harald Silvio Frassine hat geschrieben:den zusammenhang mit partnerschaftsverträgen versteh ich übrigens nicht.


Den habe ich aber nicht konstruiert.
Ich habe eher in die Richtung gedacht, dass ich es in Ordnung finde, wenn sich Frauen mittels Vertrag absichern, bevor sie in den Ehestand treten, was die finanziellen Ansprüche betrifft, falls sie - Kinder, die die Ehe hervorbringt, vorausgesetzt - in der Karriere stark zurückgeworfen wird und ihm fällt dann mit Mitte der 50 ein, er nimmt sich jetzt eine 20-jährige und lässt die Ex-Gattin unversorgt angelehnt.

Streitereien bei Trennungen hingegen, dass er sich "zuwenig um das Kind/die Kinder gekümmert hat", sind heikel zu lösen.

Wäre die Ehe meiner Eltern gescheitert: meine Mutter ist aus freien Entschlüssen zu Hause geblieben und mein Vater hatte einen Atombehörde-Job, dass die Daheimgebliebene sich meist mehr um die Kinder kümmert, vor allem wenn sie klein sind, ergibt sich zwangsläufig. Gelernt hat mein Vater aber mit allen 3 Kindern, weil er selber als Schüler gut gelernt hat und meine Mutter gar nicht gut.
Fällt bei meinen Kindern eher flach: Mathe habe ich selber nie gut können, Deutsch kann ich allerlei Fehler mit der Verwechslung von als und wie, Dativ und Akkusativ, ... ausbessern, schon im Gespräch.
Rechtschreibung hingegen keinen Schimmer.
Und wenn ich mit den Kindern auf Englisch kommuniziere, haben sie eher starke Lücken im Wortschatz, war aber bei mir in dem Alter nicht so viel anders, richtig Englisch habe ich erst in der HAK gelernt, nicht in der Unterstufe.

Was das historische Wissen betrifft, erschüttert mich vor allem mein Sohn, so wie wohl meinen Vater mein Chemie-Wissens-Defizit arg mitnahm ...
Peter Thomas Suschny
 

Re: Ehe light

Beitragvon Harald Silvio Frassine » 18. August 2010, 21:49

verstehe, es geht um das sich-absichern, speziell wenn kinder ins spiel kommen.

also zur ehe-light denk ich mir: das einzige was dafür spricht, ist dass es das für gleichgeschlechtliche paare schon gibt, und es nur fair und gleichberechtigt wäre, das auch für heteros zuzulassen.
aber simpler wär natürlich eine einzige eheform für alle (das wollte halt die övp nicht...), insbesondere wenn (bis auf witwen-/witwerpension!) eh das gleiche drinsteckt.
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