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Der neue Meldezettel und der neue Personenstand

Über große Töchter und große Söhne, HausherrInnen und MitgliederInnen, Pensionsantrittsalter und Seniorenermäßgungen, gegenderte Sprache und Newspeak, GleichbehandlunganwältInnen und die Abteilung VI/6.

Moderation: Susanne Ofner

Der neue Meldezettel und der neue Personenstand

Beitragvon Georgina El-Nagashi » 6. Februar 2010, 01:22

Der neue Meldezettel spricht für sich, es wiederspiegelt aufs Neue die diskriminierende fekterische Personenstandspolitik.
http://twitpic.com/xx4ax

Wenn jemand eine eingetragene PartnerInnenschaft eingeht, verliert ihren/seinen Familiennamen und hat nur noch einen Nachnamen.
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Georgina El-Nagashi
 

Re: Der neue Meldezettel und der neue Personenstand

Beitragvon Michael Suda » 6. Februar 2010, 11:54

Georgina El-Nagashi hat geschrieben:Der neue Meldezettel spricht für sich, es wiederspiegelt aufs Neue die diskriminierende fekterische Personenstandspolitik.
http://twitpic.com/xx4ax

Wenn jemand eine eingetragene PartnerInnenschaft eingeht, verliert ihren/seinen Familiennamen und hat nur noch einen Nachnamen.

Eine subtile, kleine Bosheit, ein Nadelstich der Bürokratie eben.
Die Gründe kapiere ich selber nicht ganz....doch, einen gibt: das EPG tut alles, um nicht den Eindruck zu erwecken, eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft sei so etwas wie eine Familie. Also darf man als eingetragener Partner auch keinen Familiennamen haben. Pffff!
Wobei, was mich leicht befremdet hat, angeblich auch in Bundesministerien unter SPÖ-Führung extra interne Rundschreiben zirkulieren sollen, in denen die Standesführung/Personalabteilung auf die Beachtung dieser Vorschriften besonders aufmerksam gemacht wird.
Ich kann es nicht sagen, ich sage es nie,
bleibt auch mein Himmel versperrt.
(aus Lehárs Operette "Das Land des Lächelns")
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Michael Suda
 

Re: Der neue Meldezettel und der neue Personenstand

Beitragvon Gudrun Pürrer » 6. Februar 2010, 15:05

[quote="Georgina El-Nagashi"]Der neue Meldezettel spricht für sich, es wiederspiegelt aufs Neue die diskriminierende fekterische Personenstandspolitik.
http://twitpic.com/xx4ax

Beim Feld "Familienstand" stellt es mir jetzt schon die Haare auf, wenn ich dran denke, wie ich das in Zukunft meinen Deutsch-SchülerInnen beibringen soll!!
Das Ausfüllen von Formularen ist nämlich ein Teil der sogenannten "Integrationsprüfung" für Zuwanderer.
:-(
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Re: Der neue Meldezettel und der neue Personenstand

Beitragvon Brigitte Grohmann » 6. Februar 2010, 15:55

Was geht der Familienstand eigentlich zB den Bibliothekar an?
If some cunt can fuck something up, that cunt will pick the worst possible time to
fucking fuck it up because that cunt's a cunt.
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Re: Der neue Meldezettel und der neue Personenstand

Beitragvon Michael Suda » 6. Februar 2010, 18:34

Brigitte Grohmann hat geschrieben:Was geht der Familienstand eigentlich zB den Bibliothekar an?

Weil man den Meldezettel in der Bibliothek vorzeigen muss?
Gar nix, aber der Meldezettel bzw. eigentlich die auf Grundlage der gemäß Meldezettel im lokalen bzw. zentralen Melderegister verarbeiteten Daten erstellte "Bestätigung der Meldung" ist, im Gegensatz zu Lichtbildausweisen, ein halbwegs aktueller Nachweis des bzw. der Wohnsitze/s. Ich nehme an, Bibliotheken legen auf einen solchen Nachweis wert.
In meiner Meldebestätigung von September 2005 (immer noch aktuell) steht übrigens kein Familienstand. Aber wäre ich jetzt mit einem Mann verpartnert, stünde heute an Stelle der Datenart "Familienname" "Nachname", und ich wäre damit, rein hypothetisch natürlich, als Homosexueller geoutet.
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Re: Der neue Meldezettel und der neue Personenstand

Beitragvon Brigitte Grohmann » 6. Februar 2010, 18:44

Eben. Die Bibliothek interessiert verständlicherweise meine Adresse. Ob ich in verwitweter Ex-Partnerschaft oder sonstwas lebe, geht sie einen feuchten Staub an.
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Re: Der neue Meldezettel und der neue Personenstand

Beitragvon Michael Suda » 6. Februar 2010, 18:56

Brigitte Grohmann hat geschrieben:Eben. Die Bibliothek interessiert verständlicherweise meine Adresse. Ob ich in verwitweter Ex-Partnerschaft oder sonstwas lebe, geht sie einen feuchten Staub an.

Nochmal: Steht ja auch nicht (zwingend) drin! Früher hat man den Meldezettel in mehrfacher Ausfertigung abgegeben und hat mindestens eine davon mit Stempel ("Meldevisum") als Nachweis von Meldung und Wohnsitz zurückbekommen. Da waren natürlich früher alle Meldedaten, einschließlich des Religionsbekenntnisses, sichtbar. Jetzt bekommt man eine ausgedruckte Meldebestätigung. Zumindest in meiner 2005 in Wien erstellten solchen scheint der "Familienstand" als Datenart in der Rubrik "Personendaten" nicht auf, nur "Familienname", "Vorname", "Geschlecht", "Geburtsdatum", "Geburtsort", "Staatsangehörigkeit" und "ZMR-Zahl".
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Re: Der neue Meldezettel und der neue Personenstand

Beitragvon Brigitte Grohmann » 6. Februar 2010, 19:01

Ah jetzt versteh ich. Na ich hab noch so ein altes Ding ohne Familienstand. Leicht mittels s/w-Drucker herzustellen :-)


brigitte
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Re: Der neue Meldezettel und der neue Personenstand

Beitragvon Kurt Radowisch » 6. Februar 2010, 21:45

Bei meiner letzten Übersiedlung wollte man (damals noch) auf der Polizei unbedingt mein Religionsbekenntnis wissen.
Zitat des Wachebeamten: "Des miaß'ns' a no ausfüll'n!"
Da ich wußte, daß ich (außer sterben) gar nichts muß, habe ich das Feld justament freigelassen.
Ich hätte natürlich oB hinschreiben können, aber ich wollte nicht.

LG Kurt
Kurt Radowisch
 

Re: Der neue Meldezettel und der neue Personenstand

Beitragvon Michael Suda » 13. Februar 2010, 13:33

Kurt Radowisch hat geschrieben:Bei meiner letzten Übersiedlung wollte man (damals noch) auf der Polizei unbedingt mein Religionsbekenntnis wissen.
Zitat des Wachebeamten: "Des miaß'ns' a no ausfüll'n!"
Da ich wußte, daß ich (außer sterben) gar nichts muß, habe ich das Feld justament freigelassen.
Ich hätte natürlich oB hinschreiben können, aber ich wollte nicht.

Das Ausfüllen des entsprechenden Felds ist zwar formalgesetzlich afaik immer noch Pflicht, seit einer Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs darf man aber für entsprechenden "Ungehorsam" nicht mehr bestraft werden.
Ich kann es nicht sagen, ich sage es nie,
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