! USA Fleischkonzerne drängen nach Europa!
Europa als politische Union, Europa als geografischer Ort, Europa als Idee. Und warum darf eigentlich Israel zum Song Contest und Wales zur Fußball-EM? Und was hat das alles mit Ost-Anatolien zu tun?
Moderation: Brigitte Grohmann
! USA Fleischkonzerne drängen nach Europa!
von Johann Novacek » 17. Jänner 2011, 10:58
Das hat extreme Folgen!
Kennt jemand schon Aktionen dagegen???
von http://www.software-systems.at/php/fea.cms_newsletter_public_show.html?year=2011&id=3 :
USA Fleischkonzerne drängen nach Europa:
Europa ist nun auch im Visier des US-Fleischkonzerns SMITHFIELD. Unter dem Scheinmantel der „Versorgungssicherheit“ forciert Smithfield Schweinemastanlagen in Polen und Rumänien. Die Bevölkerung befürchtet Umweltkatastrophen und gesundheitliche Beeinträchtigung durch Gülle, aggressiven Staub und starke Geruchsbelästigung. Gleichzeitig werden die bäuerlichen Infrastrukturen durch Monokultur zerstört.Tatsächlich sind gesundheitliche Folgen bereits sichtbar. Trotzdem werden die Folgen von Smithfield als „Kollateralschäden“ bezeichnet und hingenommen. Das verantwortungslose Verhalten dieses Konzerns soll als Beispiel aufzeigen, wie dzt. die industrialisierte landwirtschaftliche Entwicklung auf Kosten ärmlicher bäuerlicher Infrastrukturen in Polen und Rumänien stattfindet und Menschen und Tiere der Profitsucht geopfert werden, ohne dass staatlich regionale oder EU-Stellen für Regulative sorgen, um bevorstehende Katastrophen, welche sich zwangsläufig daraus ergeben, zu verhindern.
Zahme Vögel singen von Freiheit,wilde fliegen.
WOZU sich ärgern über etwas,das man ändern kann? WOZUsich ärgern über etwas,das man NICHTändern kann?
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Re: ! USA Fleischkonzerne drängen nach Europa!
von Brigitte Grohmann » 17. Jänner 2011, 11:14
1. Ich bezweifle, dass die polnischen Bauern bisher alle ihre glücklichen Schweinderln totgestreichelt haben. Soviel zu "auf Kosten der Tiere".
2. Ich verstehe nicht, wieso grad um die Bauern so ein Aufsehen gemacht wird. Tausende Kleinbetriebe müssen schließen, weil sie mit großen und noch größeren nicht mithalten können. Da wird schultergezuckt. Nur in der Landwirtschaft sind wir viel sensibler.
brigitte
2. Ich verstehe nicht, wieso grad um die Bauern so ein Aufsehen gemacht wird. Tausende Kleinbetriebe müssen schließen, weil sie mit großen und noch größeren nicht mithalten können. Da wird schultergezuckt. Nur in der Landwirtschaft sind wir viel sensibler.
brigitte
If some cunt can fuck something up, that cunt will pick the worst possible time to
fucking fuck it up because that cunt's a cunt.
- Tucker's Law
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Re: ! USA Fleischkonzerne drängen nach Europa!
von Johann Novacek » 17. Jänner 2011, 11:56
Brigitte Grohmann hat geschrieben:1. Ich bezweifle, dass die polnischen Bauern bisher alle ihre glücklichen Schweinderln totgestreichelt haben. Soviel zu "auf Kosten der Tiere".
2. Ich verstehe nicht, wieso grad um die Bauern so ein Aufsehen gemacht wird. Tausende Kleinbetriebe müssen schließen, weil sie mit großen und noch größeren nicht mithalten können. Da wird schultergezuckt. Nur in der Landwirtschaft sind wir viel sensibler.
Ad1) Grundsätzliche Unterscheidung zwischen Massentierhaltungsbetrieben und traditionellen oder sogar biologisch geführten ist wohl angebracht.
Ad2) Es geht nicht nur um die Bauern, sondern um die "Machtübernahme" und "Folgeschäden" durch US-Konzerne in ganz Europa!
Und außerdem sind die Bevölkerungs/Wirtschaftsstrukturen z.B. in Rumänien ganz anders als bei uns.
Erwerbstätige Bevölkerung in Rumänien:
Landwirtschaft: 31,6%
Industrie 30,7%
Dienstleistung 37,7% (2004)
(Österreich:
Landwirtschaft: 3%
Industrie 27%
Dienstleistung 70% (2005))
Quelle:http://www.ipicture.de/daten/
Zum Thema siehe z.B den Film "Unser täglich Brot" http://www.unsertaeglichbrot.at/jart/projects/utb/website.jart und "Septemberweizen"
oder auch "Der Geist des Geldes" http://de.sevenload.com/videos/sKF2Dk1-Der-Geist-des-Geldes
und mehr: http://www.google.at/#hl=de&xhr=t&q=der+geist+des+geldes&cp=3&pf=p&sclient=psy&newwindow=1&aq=0&aqi=&aql=&oq=der+geist+des+geldes&pbx=1&fp=7e7a2615ae34b198
etc
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Re: ! USA Fleischkonzerne drängen nach Europa!
von Johann Novacek » 17. Jänner 2011, 12:34
Nachtrag:
Polen:
Landwirtschaft: 16,1%
Industrie 29%
Dienstleistung 54,9% (2002)
Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze 17% (2003)
Österreich
Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze 5,9% (2004)
Rumänien:
Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze 25% (2005)
Polen:
Landwirtschaft: 16,1%
Industrie 29%
Dienstleistung 54,9% (2002)
Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze 17% (2003)
Österreich
Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze 5,9% (2004)
Rumänien:
Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze 25% (2005)
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Re: ! USA Fleischkonzerne drängen nach Europa!
von Michael Suda » 17. Jänner 2011, 16:38
Polen und Rumänien haben halt in Punkto Strukturwandel noch einiges nachzuholen. Das wird auch passieren, ob wir's da wollen oder nicht.
Ich glaube auch nicht, dass polnische oder österreichische Schweinemäster oder Groß-Fleischhacker grosso modo "ökologischer" oder "artgerechter" halten und schlachten.
Aber klar, wenn's gegen die "bösen Amis" geht...
Ich glaube auch nicht, dass polnische oder österreichische Schweinemäster oder Groß-Fleischhacker grosso modo "ökologischer" oder "artgerechter" halten und schlachten.
Aber klar, wenn's gegen die "bösen Amis" geht...
Ich kann es nicht sagen, ich sage es nie,
bleibt auch mein Himmel versperrt.
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(aus Lehárs Operette "Das Land des Lächelns")
Re: ! USA Fleischkonzerne drängen nach Europa!
von Brigitte Grohmann » 17. Jänner 2011, 16:50
Johann Novacek hat geschrieben:Ad1) Grundsätzliche Unterscheidung zwischen Massentierhaltungsbetrieben und traditionellen oder sogar biologisch geführten ist wohl angebracht.
Es ist halt leider nicht wahr, dass traditionelle Landwirte ihre Tiere immer gut behandeln. Spaltenböden, Käfighennen, Anbindehaltung, ...
Ad2) Es geht nicht nur um die Bauern, sondern um die "Machtübernahme" und "Folgeschäden" durch US-Konzerne in ganz Europa!
Mir sind Agrarkonzerne mit patentiertem Saatgut und antibiotikagemästeten Tieren sowieso suspekt. Mir ist es aber völlig egal, ob diese Konzerne in den USA, in Frankreich oder in China sitzen.
brigitte
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Re: ! USA Fleischkonzerne drängen nach Europa!
von Johann Novacek » 17. Jänner 2011, 17:47
Michael Suda hat geschrieben:Polen und Rumänien haben halt in Punkto Strukturwandel noch einiges nachzuholen. Das wird auch passieren, ob wir's da wollen oder nicht.
WAS willst du bei DER Armutsquote "strukturwandeln"????
Aktuelle Daten und Forschung belegen eindeutig, dass gerechtere Gesellschaften für alle gut sind - und dass ungerechte Gesellschaften alle krank machen. http://www.misik.at/texte-aus-dem-standard-wien/mehr-gleichheit-macht-glucklich.php
Und ist das (d)ein "Lösungsvorschlag"/Forumsbeitrag:
"... da kann man nichts machen, also reden wir nicht darüber?"
Michael Suda hat geschrieben:Ich glaube auch nicht, dass polnische oder österreichische Schweinemäster oder Groß-Fleischhacker grosso modo "ökologischer" oder "artgerechter" halten und schlachten.
Aber klar, wenn's gegen die "bösen Amis" geht...
Wo steht was von bösen Amis???
Thema verfehlt?? Dieser Konzern kommt eben aus USA.
Die effektive Macht von Großkonzernen unterscheidet sich ja wohl doch "etwas" von deiner/meiner und der von Kleinstbetrieben, oder?
DenkAnsätze zur optimalen Größe und gegen Mono- und Oligopole gibts ja auch genügend. PraxisBeispiele sowieso.
Und es geht um unser aller (Um-)Welt und wirtschaftliche Chancen und LebensmittelQUALITÄT und nicht "nur" um Bauern, oder?
Aber lies dir doch den ursprünglichen Beitrag durch und dann nimm von über 9Mio Einwohnern in Rumänien 3Mio BAuern/Menschen und die "strukturwandelst" du dann gegen einige Großkonzerne????
Welches WerteSystem hast du?
Ich weiß ja nicht wie sicher dein Arbeitsplatz oder deine soziale Sicherheit sind, aber z.B. in Rumänien haben die Menschen dagegen kaum was.
Schau dir doch die beiden Filme an, deren Link ich gepostet habe und dann ...?
Bildung und Hilfe zur Selbsthilfe sind gefragt!
EntwicklungsUnterstützung.
Brigitte Grohmann hat geschrieben:Es ist halt leider nicht wahr, dass traditionelle Landwirte ihre Tiere immer gut behandeln. Spaltenböden, Käfighennen, Anbindehaltung, ...
graduelle Unterschiede und Tendenzen zählen nicht???
Brigitte Grohmann hat geschrieben:Mir sind Agrarkonzerne mit patentiertem Saatgut und antibiotikagemästeten Tieren sowieso suspekt. Mir ist es aber völlig egal, ob diese Konzerne in den USA, in Frankreich oder in China sitzen.
Stimm ich dir voll zu, vor allem da die Kapitaleigentümer eh unabhängig von "was drauf steht" sind! Es geht um unkontrollierte und unkontrollierbar gemachte Macht [plakativ wieder "groß gegen klein"]
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WOZU sich ärgern über etwas,das man ändern kann? WOZUsich ärgern über etwas,das man NICHTändern kann?
WOZU sich ärgern über etwas,das man ändern kann? WOZUsich ärgern über etwas,das man NICHTändern kann?
Re: ! USA Fleischkonzerne drängen nach Europa!
von Brigitte Grohmann » 17. Jänner 2011, 22:04
Johann Novacek hat geschrieben:Brigitte Grohmann hat geschrieben:Es ist halt leider nicht wahr, dass traditionelle Landwirte ihre Tiere immer gut behandeln. Spaltenböden, Käfighennen, Anbindehaltung, ...
graduelle Unterschiede und Tendenzen zählen nicht???
Diese Tendenzen kamen ausschliesslich durch den Druck der Konsumenten. Solange die Konsumenten in anderen Ländern nicht genug Geld haben, um tierfreundlich erzeugte Produkte zu kaufen, wirds das dort auch nicht spielen. Obwohl bei uns Bio-Henderln überteuert sind, aber ganz so billig wie aus konventioneller Haltung wirds nicht gehen. Und die großen Höfe und Firmen können halt viel billiger anbieten. Was machts für einen Unterschied für die Tiere, ob sie in einem kleinen polnischen oder großen amerikanischen Stall schlecht behandelt werden?
Ich hab BTW grad eine interessante Doku gesehen. Ein traditioneller britischer Farmer hat eine Milchkuh"fabrik" besucht und war beeindruckt, weil die Kühe seiner Ansicht nach glücklich aussahen und das ganze Ding bei weitem nicht so schlimm war, wie er befürchtet hatte.
brigitte
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Re: ! USA Fleischkonzerne drängen nach Europa!
von Michael Suda » 17. Jänner 2011, 22:30
Johann Novacek hat geschrieben:[hier gekürzt]Michael Suda hat geschrieben:Ich glaube auch nicht, dass polnische oder österreichische Schweinemäster oder Groß-Fleischhacker grosso modo "ökologischer" oder "artgerechter" halten und schlachten.
Aber klar, wenn's gegen die "bösen Amis" geht...
Wo steht was von bösen Amis???
Thema verfehlt?? Dieser Konzern kommt eben aus USA. [hier auch]
Bene, darf ich ein paar Zeilen aus dem von dir gebrachten Zitat wiederholen (Unterstreichungen von mir)?
Europa ist nun auch im Visier des US-Fleischkonzerns SMITHFIELD. Unter dem Scheinmantel der „Versorgungssicherheit“ forciert Smithfield Schweinemastanlagen in Polen und Rumänien. Die Bevölkerung befürchtet Umweltkatastrophen und gesundheitliche Beeinträchtigung durch Gülle, aggressiven Staub und starke Geruchsbelästigung. Gleichzeitig werden die bäuerlichen Infrastrukturen durch Monokultur zerstört.Tatsächlich sind gesundheitliche Folgen bereits sichtbar. Trotzdem werden die Folgen von Smithfield als „Kollateralschäden“ bezeichnet und hingenommen.
Darf ich noch ein Zitat von dir selbst dazumixen?
Es geht nicht nur um die Bauern, sondern um die "Machtübernahme" und "Folgeschäden" durch US-Konzerne in ganz Europa!
Na, wenn das keine antiamerikanische Kampfschreibe ist....ob das Zitat von wegen "Kollateralschäden" stimmt, kann ich nicht sagen. Tendenz, jedenfalls nach meiner Lesart: Schon wieder kommt ein böser US-Großkonzern (vermutlich auch noch Inhaber irgendwelcher Bio- und Gentech-Patente, als ob in Frankreich oder Deutschland ansässige Konzerne es brüsk ablehnen würden, solch Teufelszeug zu erwerben!) und macht mit seiner Gier die Klein- und Biobauern in good old Europe platt.
Jaja, du hast schon Recht, dieser Konzern kommt aus dem USA. Aber das liest sich für Klischeefreundinnen und -freunde doch gleich viel sämiger und glatter, wenn man den Herkunftsstaat betont. Ganz Europa, und nicht etwa nur irgendeine vielleicht wegen Smithfield vor der Pleite stehende Schweinemast-Kooperative Częstochowa reg. Gen.m.b.H., ist da gleich "im Visier"!
Was mir daran nicht gefällt: der Ton, nicht die Musik! In der Sache bin ich gar nicht so weit weg von dir. Aber wir werden nach meiner Überzeugung den weiteren Siegeszug der industriellen Landwirtschaft genauso wenig aufhalten können wie das Ende des 19. Jahrhunderts erfundene Genossenschaftswesen das weitgehende Verschwinden des Kleinbauerntums im 20. Jahrhundert.
Bestenfalls können wir abfedern, einige grobe Gefahren dämpfen, die von der Sache ausgehen.
Ich kann es nicht sagen, ich sage es nie,
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(aus Lehárs Operette "Das Land des Lächelns")
Re: ! USA Fleischkonzerne drängen nach Europa!
von Friedrich Stockhammer » 22. Jänner 2011, 07:11
Brigitte Grohmann hat geschrieben:1. Ich bezweifle, dass die polnischen Bauern bisher alle ihre glücklichen Schweinderln totgestreichelt haben. Soviel zu "auf Kosten der Tiere".
2. Ich verstehe nicht, wieso grad um die Bauern so ein Aufsehen gemacht wird. Tausende Kleinbetriebe müssen schließen, weil sie mit großen und noch größeren nicht mithalten können. Da wird schultergezuckt. Nur in der Landwirtschaft sind wir viel sensibler.
brigitte
Ganz einfach - bei den Bauern geht es um Unsere Grundbedürfnisse!
Industrielle Landwirtschaft bei der Fondsmanager in USA entscheiden
NEIN DANKE!
cu
Fritz
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