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Interessante Sichtweise der EU

Europa als politische Union, Europa als geografischer Ort, Europa als Idee. Und warum darf eigentlich Israel zum Song Contest und Wales zur Fußball-EM? Und was hat das alles mit Ost-Anatolien zu tun?

Moderation: Brigitte Grohmann

Interessante Sichtweise der EU

Beitragvon Peter Manfredini » 2. April 2010, 11:18

Robert Menasse ist ja nicht gerade als unkritischer Geist bekannt. Umso mehr überrascht sein Interview im Kurier, in dem er zugibt, dass sich – im Zuge von Recherchen für ein neues Buchprojekt – seine Sichtweise der EU nach vielen Gesprächen mit Beamten in Brüssel ziemlich radikal gewandelt hat.

Zum Nachlesen:
http://kurier.at/nachrichten/1990531.php

Die Quintessenz in etwa: Nicht die Brüsseler Bürokratie – deren MitarbeiterInnen er als weltoffen, pragmatisch und weitblickend lobt – bringt die EU in Verruf, sondern die nationalen Politiker, die auf Kosten des Projekts wählerschielenden Populismus und Egozentrik betreiben.

Nicht uninteressant, und ich mag den Typen sowieso.

Dini
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Peter Manfredini
 

Re: Interessante Sichtweise der EU

Beitragvon Peter Thomas Suschny » 6. April 2010, 18:53

Stimmt, weiß ich schon seit einiger Zeit, als ich nämlich hörte, was es mit der oft zitierten Gurken-Verordnung auf sich hat.
Da wird doch immer wieder behauptet, die EU mischt sich in jeden noch so uninteressanten Lebensbereich ein, eben den Krümmungsgrad der Salatgurken.
Das liegt aber nicht an Brüssel (denen es vermutlich blunzenegal ist), sondern daran, was die Groß-Fuhrwerk-Betreiber so wollen: je gerader die Gurken gewachsen, desto mehr bringt man in den Laderaum hinein, daher wundere ich mich (und das ist jetzt ernst gemeint), warum die nicht schon längst verlangen, die guten Äpfel eckig zu züchten, denn die gingen dann leichter hinein, die runden muss man ja wieder in Tragekartons hinein geben (die Gurken zwar auch, aber die werden übereinander geschlichtet. die Äpfel benötigen hingegen eine Mulde, wo sie im Karton drinnen liegen, nur die billigen Äpfel landen im Plastiksack zu 1 oder 2 Kg.
Peter Thomas Suschny
 

Re: Interessante Sichtweise der EU

Beitragvon Dieter Henkel » 6. April 2010, 22:22

Peter Thomas Suschny hat geschrieben:Stimmt, weiß ich schon seit einiger Zeit, als ich nämlich hörte, was es mit der oft zitierten Gurken-Verordnung auf sich hat.
Da wird doch immer wieder behauptet, die EU mischt sich in jeden noch so uninteressanten Lebensbereich ein, eben den Krümmungsgrad der Salatgurken.

Diese Verordnung gab es in Österreich schon lange vor dem EU-Beitritt.
Dieter Henkel
 

Re: Interessante Sichtweise der EU

Beitragvon Dieter Henkel » 7. April 2010, 10:16

Peter Thomas Suschny hat geschrieben:Äpfel eckig zu züchten, denn die gingen dann leichter hinein, die runden muss man ja wieder in Tragekartons hinein geben

Dazu passend heute ein Bericht auf orf.at über eckige Melonen:
http://orf.at/100331-49635/49636txt_story.html
"Die Früchte werden 60 Tage lang in quadratischen und vor allem lichtdurchlässigen Glasboxen gezüchtet. Die eckige Form hat den praktischen Zweck, die Melonen besser stapelbar und einfacher transportfähig zu machen."
Dieter Henkel
 

Re: Interessante Sichtweise der EU

Beitragvon Susanne Ofner » 7. April 2010, 11:56

Das alles geht jetzt eigentlich sehr weit weg vom Ausgangsposting ...

Ich schätze an dem Artikel/an Menasse, dass er bereit war, sich mit seinen eigenen Vorurteilen auseinander zu setzen und vor Ort nachzuschauen, ob seine Einschätzung hinsichtlich EU überhaupt richtig ist.

Was seine Erkenntnisse betrifft: nun ja, ich denke, auch eine Recherche in österreichischen Ministerien (oder in Behörden in sonst einem EU-Land) würde zeigen, dass dort gearbeitet wird und dass dort Leute sitzen, die sich in einer Materie sehr gut auskennen - und dass dieses Fachwissen oft genug medial unbeachtet bleibt, weil nur einzelne Sager von PolitikerInnen wahrgenommen und veröffentlicht werden.
Su
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Susanne Ofner
 

Re: Interessante Sichtweise der EU

Beitragvon Peter Thomas Suschny » 7. April 2010, 20:49

Dieter Henkel hat geschrieben:Diese Verordnung gab es in Österreich schon lange vor dem EU-Beitritt.


Da siehst Du, wie oberflächlich die Berichterstattung ist, denn das wird nach der Devise "Der Jud/Zigeuner/....(setze ein, was beliebt) ist schuld" auf die EU geschoben.
Peter Thomas Suschny
 

Re: Interessante Sichtweise der EU

Beitragvon Peter Thomas Suschny » 7. April 2010, 20:52

Susanne Ofner hat geschrieben:Das alles geht jetzt eigentlich sehr weit weg vom Ausgangsposting ...

Ich schätze an dem Artikel/an Menasse, dass er bereit war, sich mit seinen eigenen Vorurteilen auseinander zu setzen und vor Ort nachzuschauen, ob seine Einschätzung hinsichtlich EU überhaupt richtig ist.


Ich habe schon ewig & 3 Tage keinen KURIER mehr gelesen, aber ich habe von Haus aus wenig Vorurteile bezüglich EU gehabt, Menasses Bruder Peter habe ich dagegen gerade ausführlicher in "Nu" gelesen und wie er geätzt hat, die Rosenkranz hat in Österreich schlechte Karten, mit dem jüdischen Namen wird sie keiner wählen, sie soll es vielleicht in Israel probieren :-)))
Peter Thomas Suschny
 

Re: Interessante Sichtweise der EU

Beitragvon Friedrich Stockhammer » 22. Jänner 2011, 08:32

Peter Manfredini hat geschrieben:Robert Menasse ist ja nicht gerade als unkritischer Geist bekannt. Umso mehr überrascht sein Interview im Kurier, in dem er zugibt, dass sich – im Zuge von Recherchen für ein neues Buchprojekt – seine Sichtweise der EU nach vielen Gesprächen mit Beamten in Brüssel ziemlich radikal gewandelt hat.

Zum Nachlesen:
http://kurier.at/nachrichten/1990531.php

Die Quintessenz in etwa: Nicht die Brüsseler Bürokratie – deren MitarbeiterInnen er als weltoffen, pragmatisch und weitblickend lobt – bringt die EU in Verruf, sondern die nationalen Politiker, die auf Kosten des Projekts wählerschielenden Populismus und Egozentrik betreiben.


Leider ist der Artikel nicht mehr online ....
Robert Menasse schätze ich als Querdenker!

Das nicht die EU MitarbeiterInnen Schuld sind, dämmert mir schon lange .... die EU wird IMHO oft nur zum Kaschieren der eigenen Unzulänglichkeiten missbraucht!
cu
Fritz
Friedrich Stockhammer
 

Re: Interessante Sichtweise der EU

Beitragvon Livia Rohrmoser » 23. Jänner 2011, 00:48

Peter Thomas Suschny hat geschrieben:Menasses Bruder Peter habe ich dagegen gerade ausführlicher in "Nu" gelesen und wie er geätzt hat, die Rosenkranz hat in Österreich schlechte Karten, mit dem jüdischen Namen wird sie keiner wählen, sie soll es vielleicht in Israel probieren :-)))


Das geht zwar jetzt auch am Thema vorbei, aber ich kann es mir nicht verkneifen, meine Meinung anzubringen, dass der gute Herr Menasse damit seinerseits wieder antisemitische Klischees bedient.
Livia
Männer sind Schweine. Aber jede will doch ab und zu mal Schwein haben.
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Livia Rohrmoser
 

Re: Interessante Sichtweise der EU

Beitragvon Friedrich Stockhammer » 23. Jänner 2011, 08:03

Livia Rohrmoser hat geschrieben:Das geht zwar jetzt auch am Thema vorbei, aber ich kann es mir nicht verkneifen, meine Meinung anzubringen, dass der gute Herr Menasse damit seinerseits wieder antisemitische Klischees bedient


Wenn du es so siehst hast du recht, IMHO sind die Menasses aber keine Antisemiten.

Diese Wahl ist sowieso Schnee von gestern und die besagte Dame ist scheinbar in politischer Vergessenheit verschwunden ...
cu
Fritz
Friedrich Stockhammer
 

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