Die Briten verstehen?
Europa als politische Union, Europa als geografischer Ort, Europa als Idee. Und warum darf eigentlich Israel zum Song Contest und Wales zur Fußball-EM? Und was hat das alles mit Ost-Anatolien zu tun?
Moderation: Brigitte Grohmann
Die Briten verstehen?
von Stefan Mackovik » 14. Dezember 2011, 12:29
Hallo!
Angesichts des Verhaltens von Cameron beim letzten EU- Gipfel und der Reaktion der Bevölkerung darauf (die Konservativen sind seitdem im Umfragehoch) stellt sich mir wieder einmal die Frage, wie die Insulaner ticken, warum sie sich scheinbar nicht als Europäer fühlen bzw. was sie überhaupt noch in der Union hält?
Nicht, dass ich die Beschlüsse der EU bezüglich Euro für uneingeschränkt gut halte, aber ein Effekt der Verweigerung durch Cameron ist, dass es jetzt statt einer EU- Regelung, die durchs EU- Parlament hätte überprüft werden können jetzt bloss zwischenstaatliche Verträge geworden sind, was demokratiepolitisch bedenklich ist.
Stefan
Angesichts des Verhaltens von Cameron beim letzten EU- Gipfel und der Reaktion der Bevölkerung darauf (die Konservativen sind seitdem im Umfragehoch) stellt sich mir wieder einmal die Frage, wie die Insulaner ticken, warum sie sich scheinbar nicht als Europäer fühlen bzw. was sie überhaupt noch in der Union hält?
Nicht, dass ich die Beschlüsse der EU bezüglich Euro für uneingeschränkt gut halte, aber ein Effekt der Verweigerung durch Cameron ist, dass es jetzt statt einer EU- Regelung, die durchs EU- Parlament hätte überprüft werden können jetzt bloss zwischenstaatliche Verträge geworden sind, was demokratiepolitisch bedenklich ist.
Stefan
Alfons Haider hat recht.
Re: Die Briten verstehen?
von Gerald König » 14. Dezember 2011, 13:28
So wie ich das verstanden habe, geht es da primär um Sonderrechte für den Finanzplatz London-City - und die wollten sich die Konservativen nicht nehmen lassen.
Populistisch erfolgreich, wie sich zeigt - wohl weniger gut für Europa, wo Cameron jetzt im Europa-Winkerl steht...
Könnte aber in Zukunft häufiger vorkommen, dass nicht alle Mitglieder der EU einer Meinung sind - das ist wohl oft auch legitim und bedarf wohl auch neuer Regeln...
lgg
Populistisch erfolgreich, wie sich zeigt - wohl weniger gut für Europa, wo Cameron jetzt im Europa-Winkerl steht...
Könnte aber in Zukunft häufiger vorkommen, dass nicht alle Mitglieder der EU einer Meinung sind - das ist wohl oft auch legitim und bedarf wohl auch neuer Regeln...
lgg
Re: Die Briten verstehen?
von Brigitte Grohmann » 14. Dezember 2011, 20:31
Die Konservativen haben grad mal eine 2%punkte Vorsprung auf die Konkurrenz, ein Umfragehoch schaut anders aus.
Cameron will im Land harte Sparmassnahmen durchdrücken. Da schadet der Außenfeind nicht. Wie man an der Umfrage aber sieht, funktioniert nichtmal das so recht. Sein Glück, dass sein Koalitionspartner so eine Flasche ist und die grad die letzte Chance vergibt, mehr als eine Fußnote der Geschichte zu werden.
Und zum Thema "Briten": die Insel ist schwer gespalten. Schottland würde sich wohl abspalten und der EU beitreten, wenn England rauswill.
brigitte
Cameron will im Land harte Sparmassnahmen durchdrücken. Da schadet der Außenfeind nicht. Wie man an der Umfrage aber sieht, funktioniert nichtmal das so recht. Sein Glück, dass sein Koalitionspartner so eine Flasche ist und die grad die letzte Chance vergibt, mehr als eine Fußnote der Geschichte zu werden.
Und zum Thema "Briten": die Insel ist schwer gespalten. Schottland würde sich wohl abspalten und der EU beitreten, wenn England rauswill.
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If some cunt can fuck something up, that cunt will pick the worst possible time to
fucking fuck it up because that cunt's a cunt.
- Tucker's Law
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Re: Die Briten verstehen?
von Livia Rohrmoser » 15. Dezember 2011, 01:03
Brigitte Grohmann hat geschrieben:Und zum Thema "Briten": die Insel ist schwer gespalten. Schottland würde sich wohl abspalten und der EU beitreten, wenn England rauswill.
No, da bin ich aber auch nicht so sicher, ob alle Schotten das so sehen. Schottland alleine ist noch ein bisschen kleiner und einsamer und schwächer als mit London im Hintergrund.
Livia
Männer sind Schweine. Aber jede will doch ab und zu mal Schwein haben.
Re: Die Briten verstehen?
von Brigitte Grohmann » 15. Dezember 2011, 07:23
Doch, schau dir alle Umfragen an, auch welches Leiberl dort die Konservativen haben.
Ja klar sehen das nicht "alle" so. Aber >50% reicht. Schottland überlegt zB auch, einige von Camerons Grauslichkeiten mit kreativen Gesetzesauslegungen auszubremsen (die Studiengebühren zB).
brigitte
Ja klar sehen das nicht "alle" so. Aber >50% reicht. Schottland überlegt zB auch, einige von Camerons Grauslichkeiten mit kreativen Gesetzesauslegungen auszubremsen (die Studiengebühren zB).
brigitte
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Re: Die Briten verstehen?
von Livia Rohrmoser » 15. Dezember 2011, 12:29
Naja, wundern würde es mich nicht. Schon historisch bedingt. Bin mir nur nicht sicher, ob die wissen, worauf sie sich einlassen. Abgesehen davon ist die Frage, wie so eine Trennung technisch ablaufen könnte. London wird Schottland nicht gerne gehen lassen.
Immerhin: Bürgerkrieg in der UK wie in Ex-Jugoslawien kann ich mir auch nicht wirklich vorstellen. Hoffentlich liegt das nicht an meiner mangelnden Fantasie.
Livia
Immerhin: Bürgerkrieg in der UK wie in Ex-Jugoslawien kann ich mir auch nicht wirklich vorstellen. Hoffentlich liegt das nicht an meiner mangelnden Fantasie.
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Re: Die Briten verstehen?
von Michael Suda » 23. Dezember 2011, 22:16
Stefan Mackovik hat geschrieben: [hier gekürzt] Nicht, dass ich die Beschlüsse der EU bezüglich Euro für uneingeschränkt gut halte, aber ein Effekt der Verweigerung durch Cameron ist, dass es jetzt statt einer EU- Regelung, die durchs EU- Parlament hätte überprüft werden können jetzt bloss zwischenstaatliche Verträge geworden sind, was demokratiepolitisch bedenklich ist.
Tja, wer ändert aber da jetzt eigentlich die Spielregeln mitten im Spiel, das Vereinigte Königreich oder der Rest der Spieler?
Ich kann es nicht sagen, ich sage es nie,
bleibt auch mein Himmel versperrt.
bleibt auch mein Himmel versperrt.
(aus Lehárs Operette "Das Land des Lächelns")
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