Können die alle nicht mehr bauen?
Tratsch, Klatsch und alles, was dem p.t. Publikum sonst noch Freude bereitet. Bitte beachtet, dass man für die Beschimpfung von Bundesländern nach § 248 StGB ein Jahr lang in den Bau wandern kann! :-)
Können die alle nicht mehr bauen?
von Peter Thomas Suschny » 1. August 2010, 16:12
Also es vergehen kaum mehr als 2 bis 3 Wochen, wo nicht wieder der ORF (und die Konkurrenten natürlich auch) über Haus-(Teil-)Einstürze in Wien berichten, der jüngste in Wien 1140, Kendlerstraße (sogar Risse in der U 3 Röhre wurden entdeckt).
Okay, ich bin kein Statiker und masse mir nicht mehr an, als ein Kartenhaus zusammenzubringen (und die stürzen gerne ein), aber ich arbeite auch nie am Bau und würde wohl daheim auch bestenfalls selber tapezieren oder Fensterrahmen streichen (und das nicht ohne Helfer/in).
Wieso aber passiert das jetzt so gehäuft? Stark-Regen, früher manchmal auch "Landregen" genannt, vielleicht weil es eine Landplage war, mit 2 oder 3 Tagen Dauerregen sind doch auch nichts mehr neues, vielleicht strahlt die Sonne jetzt wirklich öfters und stärker und es bilden sich heftigere Regengüsse, aber wie gesagt gab es die immer wieder einmal.
Nicht nur der heurige Mai war ein sehr verregneter, wir zogen 1972 in eine neue Bleibe (Haus in Hietzing) und da ich damals 10 Jahre alt war und in der 4. Voksschule und daher ohnedies alles bereits gelaufen, war der Juni 1972 eigentlich der Monat, wo ich täglich im Freien spielen konnte, im Gegensatz zum Juni 1971 kam auch nie ein Auto in den Hof gefahren (bestenfalls einmal am Tag mein Vater) und deshalb habe ich den ebenso als sehr verregnet in Erinnerung, täglich musste ich hinein, eben weil es regnete; ich kann mich sogar noch dunkel an Auswirkungen erinnern, als Mutter und Schwester erzählten, mit der Straßenbahn nicht mehr weitergekommen zu sein, weil die Schienen überflutet.
Also: was ist los mit unseren Baustatikern, können die alle nichts mehr?
Okay, ich bin kein Statiker und masse mir nicht mehr an, als ein Kartenhaus zusammenzubringen (und die stürzen gerne ein), aber ich arbeite auch nie am Bau und würde wohl daheim auch bestenfalls selber tapezieren oder Fensterrahmen streichen (und das nicht ohne Helfer/in).
Wieso aber passiert das jetzt so gehäuft? Stark-Regen, früher manchmal auch "Landregen" genannt, vielleicht weil es eine Landplage war, mit 2 oder 3 Tagen Dauerregen sind doch auch nichts mehr neues, vielleicht strahlt die Sonne jetzt wirklich öfters und stärker und es bilden sich heftigere Regengüsse, aber wie gesagt gab es die immer wieder einmal.
Nicht nur der heurige Mai war ein sehr verregneter, wir zogen 1972 in eine neue Bleibe (Haus in Hietzing) und da ich damals 10 Jahre alt war und in der 4. Voksschule und daher ohnedies alles bereits gelaufen, war der Juni 1972 eigentlich der Monat, wo ich täglich im Freien spielen konnte, im Gegensatz zum Juni 1971 kam auch nie ein Auto in den Hof gefahren (bestenfalls einmal am Tag mein Vater) und deshalb habe ich den ebenso als sehr verregnet in Erinnerung, täglich musste ich hinein, eben weil es regnete; ich kann mich sogar noch dunkel an Auswirkungen erinnern, als Mutter und Schwester erzählten, mit der Straßenbahn nicht mehr weitergekommen zu sein, weil die Schienen überflutet.
Also: was ist los mit unseren Baustatikern, können die alle nichts mehr?
Re: Können die alle nicht mehr bauen?
von Peter Thomas Suschny » 1. August 2010, 16:14
Zwecks Ergänzung: regelmäßig ist natürlich nicht die Statik des Hauses selber schuld, sondern entweder baut eine Firma Trennwände ein oder nebenan wird eine Baugrube ausgehoben und die ist in keinster Weise gesichert, wenn der Himmel auf 24 + Stunden seine Schleusen geöffnet hat ...
Re: Können die alle nicht mehr bauen?
von Kurt Radowisch » 1. August 2010, 19:49
Bei allem, was man für oder gegen die Nazis sagen kann:
Bauen haben sie können!
Ihre Bauten sind nicht einmal mit Dynamit kleinzukriegen.
Die werden ungefähr so lang stehen wie die Pyramiden.
Wegen mangelnder Abrißfähigkeit wurden sie schon in Aquarien oder Archive umgewandelt.
Das extremste Beispiel ist der Berliner Schwerlastkörper (genaueres bitte bei Wikipedia!)
Der wird immer noch da sein, wenn alles Andere längst den Bach (welchen?) runter ist.
LG Kurt
Bauen haben sie können!
Ihre Bauten sind nicht einmal mit Dynamit kleinzukriegen.
Die werden ungefähr so lang stehen wie die Pyramiden.
Wegen mangelnder Abrißfähigkeit wurden sie schon in Aquarien oder Archive umgewandelt.
Das extremste Beispiel ist der Berliner Schwerlastkörper (genaueres bitte bei Wikipedia!)
Der wird immer noch da sein, wenn alles Andere längst den Bach (welchen?) runter ist.
LG Kurt
Re: Können die alle nicht mehr bauen?
von Kurt Radowisch » 1. August 2010, 19:55
Peter Thomas Suschny hat geschrieben:
Also: was ist los mit unseren Baustatikern, können die alle nichts mehr?
Das Ganze scheitert daran, daß alle (öffentlichen) Auftraggeber immer den Billigstbieter beauftragen.
Und dann wir die Hütte eben "billig" gebaut.
Unser Labor (1993 eröffnet) krankt an undichtem Dach, ebensolchen Fenstern, klemmenden Türstöcken (weil die schweren vorschriftsmäßigen Brandschutztüren für die billigen Zargen einfach zu schwer sind), defekten Fußböden (sollten flüssigkeitsdicht und chemikalienfest sein) etc. etc.!
Hauptsache die öffentliche Hand hat billig eingekauft und viel erspart. (?)
LG Kurt
Re: Können die alle nicht mehr bauen?
von Peter Thomas Suschny » 1. August 2010, 22:02
Kurt Radowisch hat geschrieben:Bei allem, was man für oder gegen die Nazis sagen kann:
Bauen haben sie können!
LG Kurt
Mit Verlaub: Du redest von Bunkeranlagen, nicht von Wohnhäusern, errichtet z. B. 1870 - 1920, noch längst nicht vom Zahn der Zeit angeknabbert oder schon ein paar Mal saniert und daneben hebt wer eine Baugrube aus, die wird bei Regen unterspült und dann stürzt dieses Haus, statisch ordentlich errichtet, ein.
Mir geht es nicht um jeden Einsturz: in der Heumühlgasse, wo eine Pfadfinderschwester mit ihrem neuen Mann wohnt (der alte starb vor einigen Jahren) und beiden Kinder ebenso, stürzte Anfang Jänner ein Haus teilweise ein, da konnten die Baupläne nicht mehr detailliert Auskunft geben, dass da 2 Wände standen, dass soll dem Vernehmen nach nicht oft der Fall gewesen sein, ein Taxifahrer kam mit dem blanken Schrecken unverletzt davon, dass Taxi war schwer in Mitleidenschaft gezogen.
Nur haben sich in den letzten 3 bis 4 Jahren solche Fälle gehäuft, wo ganz offensichtlich die Baugrube nicht ordentlich gesichert war, inklusive eine Baustelle der Fernwärme Wien im Mai in der Vorgartenstraße (oder war es die Engerthstr., egal), also eine Baustelle, wo nicht ein paar dubiose Firmen billige Pfuscher beschäftigen, weil ein nicht sehr finanzstarker Bauarbeiten beauftragender Mensch schnell seine Maisonette umgebaut haben will.
Re: Können die alle nicht mehr bauen?
von Peter Thomas Suschny » 1. August 2010, 22:09
Kurt Radowisch hat geschrieben:
Das Ganze scheitert daran, daß alle (öffentlichen) Auftraggeber immer den Billigstbieter beauftragen.
Hauptsache die öffentliche Hand hat billig eingekauft und viel erspart. (?)
LG Kurt
Nicht nur die öffentliche Hand (siehe Fernwärme Baustelle), sondern auch einige Privatbauten, die gefährden dann aber viele unschuldige Menschen, ist genauso grob fahrlässig, wie voll betrunken Auto zu fahren, Glück für die Umwelt, wenn Du dann nur selber draufzahlst.
Und der Gipfel der Dummheit ist das erst 1998 neu errichtete neue Tierschutzhaus Wien nahe Teufelsmühle, Triester Straße, Vösendorf.
Die stets oberwichtige Frau Loubé, damals auch schon hoch betagt, ließ sich kräftig über den Tisch ziehen, hat wohl keine Profis als Bausachverständige bestellt und die ehemalige grüne Klubobfrau Madeleine Petrovic, seit einiger Zeit Tierschutzverein-Präsidentin darf alle paar Wochen zu Recht beklagen, dass NIEMAND von den Verantwortlichen und -innen je auf die Idee kam, dass dort von 1920 bis 1960 die Vösendorfer Raffinerie stand, Dir als aktiven Chemielaboranten brauche ich da wohl nicht viel erzählen, was da zu tun ist: zuerst die Deponie ausbaggern, alles ordnungsgemäß entsorgen und dann erst zum Bauen beginnen, dass könnten wohl auch Deine wie meine Kinder kaum blöder bewerkstelligen (okay, ich klammere meine 4 jährige aus, aber die 14-jährige und der 16-jährige würden zuerst ein paar andere Menschen fragen, bevor sie darauf los bauen ließen).
Re: Können die alle nicht mehr bauen?
von Kurt Radowisch » 1. August 2010, 22:50
Peter Thomas Suschny hat geschrieben:
Der Gipfel der Dummheit ist das erst 1998 neu errichtete neue Tierschutzhaus Wien nahe Teufelsmühle, Triester Straße, Vösendorf.
Die stets oberwichtige Frau Loubé, damals auch schon hoch betagt, ließ sich kräftig über den Tisch ziehen, hat wohl keine Profis als Bausachverständige bestellt und die ehemalige grüne Klubobfrau Madeleine Petrovic, seit einiger Zeit Tierschutzverein-Präsidentin darf alle paar Wochen zu Recht beklagen, dass NIEMAND von den Verantwortlichen und -innen je auf die Idee kam, dass dort von 1920 bis 1960 die Vösendorfer Raffinerie stand, Dir als aktiven Chemielaboranten brauche ich da wohl nicht viel erzählen, was da zu tun ist: zuerst die Deponie ausbaggern, alles ordnungsgemäß entsorgen und dann erst zum Bauen beginnen, das könnten wohl auch Deine wie meine Kinder kaum blöder bewerkstelligen (okay, ich klammere meine 4 jährige aus, aber die 14-jährige und der 16-jährige würden zuerst ein paar andere Menschen fragen, bevor sie darauf los bauen ließen).
Full Ack!
Aber wer hätte das denn bezahlt?
Altlasten sanieren kostet viel Geld! Ich weiß da von Böden, die kann man nach dem Abbaggern 1:1 der ÖMV schenken, da ist genug Öl drin.
Beim Tierschutzhaus ist es so, daß die Böden nicht nur mit Altlasten verseucht sind, die dort eigentlich weggeräumt hätten gehört, sondern durch diese Altlasten ist die Bodenfeuchtigkeit dermaßen aggressiv, daß jedes Fundament über kurz oder lang zersetzt wird.
Aber noch einmal: wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld?
LG Kurt
Re: Können die alle nicht mehr bauen?
von Michael Suda » 2. August 2010, 07:20
Peter Thomas Suschny hat geschrieben:[hier gekürzt] Und der Gipfel der Dummheit ist das erst 1998 neu errichtete neue Tierschutzhaus Wien nahe Teufelsmühle, Triester Straße, Vösendorf.
Die stets oberwichtige Frau Loubé, damals auch schon hoch betagt, ließ sich kräftig über den Tisch ziehen, hat wohl keine Profis als Bausachverständige bestellt und die ehemalige grüne Klubobfrau Madeleine Petrovic, seit einiger Zeit Tierschutzverein-Präsidentin darf alle paar Wochen zu Recht beklagen, dass NIEMAND von den Verantwortlichen und -innen je auf die Idee kam, dass dort von 1920 bis 1960 die Vösendorfer Raffinerie stand, [hier gekürzt]
Die stand aber eh nicht dort, wo jetzt das Tierschutzhaus steht.
Und wo sie damals die Chemieabfälle vergraben haben, war halt auf keinem Plan verzeichnet - wohl mit guten Gründen! -, Altlastenkataster gab es damals, als die Anlage geplant worden ist, meines Wissens noch keinen. Also hätte man das ganze Gelände auf bloßen Verdacht hin mit Sondierungsbohrungen überziehen müssen, was ein Mordsgeld gekostet hätte....
Ich kann es nicht sagen, ich sage es nie,
bleibt auch mein Himmel versperrt.
bleibt auch mein Himmel versperrt.
(aus Lehárs Operette "Das Land des Lächelns")
Re: Können die alle nicht mehr bauen?
von Peter Thomas Suschny » 2. August 2010, 18:04
Kurt Radowisch hat geschrieben:Full Ack!
Aber wer hätte das denn bezahlt?
Altlasten sanieren kostet viel Geld! Ich weiß da von Böden, die kann man nach dem Abbaggern 1:1 der ÖMV schenken, da ist genug Öl drin.
LG Kurt
Das Problem ist aber, dass das bekannt war, das Tierschutzhaus war jahrzehntelang am Klehselplatz und wurde abgesiedelt wegen Platzmangel, heute ist dort ein Senioren-Wohnheim, davon gibt es mehrere in Wien, Tierschutzhaus hingegen nur eines, es war übrigens auch kein Gedränge notwendig, nur die Frau Loubé war eine größere Fehlbesetzung, als wenn die Edith Klinger von der Krone-Tierschutzecke übernommen hätte, die hätte das wohl mit Ombudsmann Zilk und Krone-Herausgeber Dichand gemanagt, von Haus aus einen besseren Platz zu bekommen, Vösendorf war nicht zwingend notwendig, der vorher dort untergebracht Oldtimer-Restaurator und Film-Verleiher Hans Pusch hatte es nicht so eilig, das Areal herzugeben, bei dem war nichts betoniert, daher musste dort vorher nicht geräumt werden.
Re: Können die alle nicht mehr bauen?
von Peter Thomas Suschny » 2. August 2010, 18:12
Michael Suda hat geschrieben:Die stand aber eh nicht dort, wo jetzt das Tierschutzhaus steht.
Und wo sie damals die Chemieabfälle vergraben haben, war halt auf keinem Plan verzeichnet - wohl mit guten Gründen! -, Altlastenkataster gab es damals, als die Anlage geplant worden ist, meines Wissens noch keinen. Also hätte man das ganze Gelände auf bloßen Verdacht hin mit Sondierungsbohrungen überziehen müssen, was ein Mordsgeld gekostet hätte....
1. Die Teufelsmühle ist das Gasthaus davor in der Ketzergasse, ich habe die nur zwecks Orientierung hingeschrieben, auf dem Areal saniert wie erwähnt Hans Pusch seine durchaus interessanten Autos, obwohl ihm einige nachdichteten, er sei ein Brauner, vermutlich weil auch "Horch" dabei waren, war er sehr wohl ein paar Mal beim Oldtimer-Jackob auf Besuch, der Israeli ist (und es auch jedem unter die Nase bindet ;-)) ).
2. Wie schon Kurt geantwortet, war der Standort dort nicht zwingend notwendig, man hätte es genauso gut in Floridsdorf oder Donaustadt ansiedeln können, einziger Vorteil an dem Standort ist die nahe Badner Bahn-Station Vösendorf, viel eher hat man nach der Devise "Die teppaten vom Tierschutzverein sollen froh sein, dass sie was bekommen, Tierschutz ist nur Geldverschwendung" und ähnlichem Unsinn mehr gehandelt.
Ich erinnere mich noch an die Breitenleer Straße 100, das gehörte Mobil, der ehemaligen Tankstellenbetreiber- bzw. heute noch Motoröl-Erzeuger-Firma ("Mobil - um Pferdelängen voraus!" ;-) ) und wurde ca. ab 1998 oder 1999 still gelegt, damals schrieb ein gewisser Heinz Blüml auch hier in der BB, der nicht allzu weit von dort wohnte und als Bauingenieur nicht völlig daneben ist, was so was betrifft und der hat mir damals schon geschrieben, dass die aus Kostengründen nicht so schnell was mit dem Grundstück dort anfangen werden und so ist es bis heute.
Abgesehen davon hat man ja zu ähnlichen Zeiten begonnen, die Fischer-Deponie nahe Wiener Neustadt zu räumen, also wieso nicht die Raffinerie ebenso, weil die schon 1960 geschlossen hat und die Fischer-Deponie erst Mitte der 1980er? Macht wenig Logik.
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