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Gymnasium für alle

Ganztagsschule, Neue Mittelschule, Audimaxismus und die Folgen

Moderation: Susanne Ofner

Gymnasium für alle

Beitragvon Gerald König » 21. Mai 2010, 10:59

Richtiggehend schockiert war man gestern scheinbar in der ÖVP, als Wissenschaftsministerin Karl sich in klarsten Worten für eine gemeinsame Schule der 10-14-jährigen aussprach.

Und da fällt doch glatt noch der übliche Verdächtige aus den eigenen Reihen (Christoph Leitl, WK-Präsident) der Blockiererpartei (zumindest in der Frage "Gesamtschule") in den Rücken.

Ich fürchte alledings, dass es beim kurzfristigen Frohlocken der Unterrichtsministerin (Schmid, SPÖ) bleiben wird und wiedereinmal gar nix passiert.

Noch mehr fürchte ich mich vor neuen TV-Auftritten des Lehrergewerkschafters Walter Riegler - welcher in mir (längst verloren geglaubtes) Aggressionspotential erweckt.

Die VP ist übrigens in einer unlängst im Profil veröffentlichten Umfrage wieder hinter die SP zurückgefallen. Gegenwärtig hat die SP offensichtlich die besseren Themen.

lgg
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Gerald König
 

Re: Gymnasium für alle

Beitragvon Michael Eisenriegler » 21. Mai 2010, 12:30

Ich finde das sehr spannend, was da gerade in der ÖVP abgeht. Wenn Wirtschaftsvertreter zu Linksüberholern mutieren, dann ist das doch reichlich seltsam, oder?

Noch spannender finde ich aber, daß Leitl jetzt einen Schulterschluß zwischen Sozialpartnern, Wissenschafts- und Unterrichtsministerin propagiert. Was ist die Message? Liebe ÖVP, ihr könnt's mich kreuzweise?

Die Betonierer in der ÖVP argumentieren ja mittlerweile nicht einmal mehr, warum sie keine Gesamtschule wollen. Das ist reines Rückzugsgefecht, das merkt man ja schon an der Aggression der sogenannten Lehrervertreter. Wer nichts mehr zu sagen hat muß umso lauter bellen.

cu,

M.
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Re: Gymnasium für alle

Beitragvon Stefan Mackovik » 21. Mai 2010, 12:54

Das Problem ist, dass sich in der ÖVP meist die Leute durchsetzen, die alles lassen wollen, wie es is - sprich: die Bewahrer - was ja durchaus Sinn macht, wenn man beachtet, dass sich die Herrschaften als "Konservative" bezeichnen.

Übrigens regt mich die Frau Eva Scholik von der AHS- Lehrergewerkschaft (natürlich auch GÖD) genauso auf.

Wenn ich an meine Schulzeit zurück und darüber nachdenke, welche Privilegien vieler unserer AHS- Lehrer damals schamlos ausgenützt haben - eine Lehrerin ging trotz jährlich drei Monaten Ferien konsequent während der Schulzeit auf Kur - dann sollten sich Lehrergewerkschafter wesentlich kompromissbereiter zeigen.

Sicher gab's auch genug engagierte Lehrer (die ich rückblickend aber alle eher ins linke Spektrum einreihen würde), aber das Problem ist, dass sie engagiert sein KÖNNEN, es aber keineswegs sein MÜSSEN um ihren Job zu behalten.

Ich bin zwar grundsätzlich ein Anhänger gewerkschaftlicher Arbeit, aber im Fall der Lehrer würde ich mir fast wünschen, dass eine Regierung an der Macht wäre, die "drüberfährt" und notwendige Schritte zu einem guten Bildungssystem setzt. Das Problem ist, dass das wohl mit großen Teilen der ÖVP nicht möglich sein wird.
Alfons Haider hat recht.
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Re: Gymnasium für alle

Beitragvon Siegi Lindenmayr » 21. Mai 2010, 13:16

Solange in der ÖVP Schüssel (plus Bartenstein) die Fäden zieht, wird sich bei denen nie was ändern. Pröll & Co sind ja nur Marionetten der schwarz-blau-Fraktion in der VP. Politik der verbrannten Erde.
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Re: Gymnasium für alle

Beitragvon Gerald König » 21. Mai 2010, 13:30

Stefan Mackovik hat geschrieben:Ich bin zwar grundsätzlich ein Anhänger gewerkschaftlicher Arbeit, aber im Fall der Lehrer würde ich mir fast wünschen, dass eine Regierung an der Macht wäre, die "drüberfährt" und notwendige Schritte zu einem guten Bildungssystem setzt. Das Problem ist, dass das wohl mit großen Teilen der ÖVP nicht möglich sein wird.


Es gibt Beispiele dafür, dass Gewerkschafter (von welcher Fraktion auch immer) groben Schaden anrichten können.

Die AUA ist ein Beispiel aus der Wirtschaft - in der Bildungspolitik verhindern Betonierer seit Jahrzehnten den Anschluss an Europastandards...

lgg
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Re: Gymnasium für alle

Beitragvon Harald Silvio Frassine » 21. Mai 2010, 17:33

nicht allgemein-verschwommen "die gemeinsame schule der 10-14jährigen" sondern viel konkreter "gymnasium für alle" hat die ministerin gefordert - das ist doch ein supertolles entgegenkommen gegenüber den gewerkschafterInnen, heißt es doch auch gehaltlich das maximum, nämlich gymnasiallehrerInnengehalt für alle unter- und oberstufenlehrerInnen!!! -
also was daran gewerkschafterInnen auszusetzen haben, versteh ich wirklich nicht!!!
und noch ein detail: das gymnasium ist ja mit 14 nicht aus, d.h. das wär keine angleichung an europäische, sondern an us-standards!!!
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Harald Silvio Frassine
 

Re: Gymnasium für alle

Beitragvon Michael Eisenriegler » 21. Mai 2010, 18:14

Harald Silvio Frassine hat geschrieben:und noch ein detail: das gymnasium ist ja mit 14 nicht aus, d.h. das wär keine angleichung an europäische, sondern an us-standards!!!

Also an die US-Standards möcht' ich mich lieber nicht angleichen... :-)

Im Ernst: Ich halte auch die gemeinsame Schule der 10-18jährigen für durchaus argumentierbar, allerdings würde ihre Einführung das de-facto-Ende der Lehre bedeuten und somit einen grundlegenden Umbau unserer Gesellschaft voraussetzen. Ich hab' nix dagegen, aber mein sozialdemokratisches Gemüt sagt mir, daß wir zunächst mal das tun sollten, was vor der Nase liegt, nämlich diese elenden Hauptschulen abschaffen und durch eine zeitgemäße Gesamtschule ersetzen. Ob das Ding dann "integrierte Mittelschule", "Gymnasium", "Sir Karl Popper-Schule" oder Baumschule heißt ist mir egal, das ist eher eine Frage des Marketings.

cu,

M.
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Re: Gymnasium für alle

Beitragvon Brigitte Grohmann » 21. Mai 2010, 19:02

Ich würde das Lehre-System beibehalten. Es ermöglicht eine Alternative für Kinder/Jugendliche, die einfach nicht in die Schule gehen wollen, sondern was arbeiten. Andernfalls würden sie die Schule abbrechen und mit nichts dastehen.


brigitte
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Re: Gymnasium für alle

Beitragvon Harald Silvio Frassine » 21. Mai 2010, 20:37

wenn lehre, dann aber mit 2. oder 3. berufsschultag, denn allgemeinbildung ist einfach eine gesellschaftliche notwendigkeit.
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Harald Silvio Frassine
 

Re: Gymnasium für alle

Beitragvon Brigitte Grohmann » 21. Mai 2010, 22:00

Ja aber was machst du mit jungen Leuten, die einfach nicht in die Schule gehen wollen, oder eher praktisch und wenig intelektuell begabt sind (um nicht zu sagen nicht so gscheit)?


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