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Bei den Hausaufgaben helfen

Ganztagsschule, Neue Mittelschule, Audimaxismus und die Folgen

Moderation: Susanne Ofner

Bei den Hausaufgaben helfen

Beitragvon Brigitte Grohmann » 6. Februar 2010, 19:05

Wieso wird es eigentlich als normal angesehen, dass Eltern ihren Kindern bei den Aufgaben helfen? Ich hab damit gleich mehrere Probleme.
1. entweder war ich so ein kleines Genie oder der Stoff zu meiner Zeit leichter, aber mir hat nie jemand geholfen.
2. wie sollen Eltern helfen können? OK in der Volksschule noch, aber wer von uns kann heute noch ernsthaft Kurvendiskussionen, Periodensysteme oder den Subjonctif?
3. Sollte es nicht Aufgabe der Schule sein, den Schülern das Zeug beizubringen? Lehrer regen dich auf, dass sie Sozialarbeiter spielen müssen. OK. Aber im Gegenzug wird ihre ureigenste Aufgabe, die Wissensvermittlung, an die Eltern ausgelagert? Das kann's ja wohl nicht sein?


brigitte
If some cunt can fuck something up, that cunt will pick the worst possible time to
fucking fuck it up because that cunt's a cunt.
- Tucker's Law
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Brigitte Grohmann
 

Re: Bei den Hausaufgaben helfen

Beitragvon Dieter Henkel » 6. Februar 2010, 20:39

Brigitte Grohmann hat geschrieben:2. wie sollen Eltern helfen können? OK in der Volksschule noch, aber wer von uns kann heute noch ernsthaft Kurvendiskussionen, Periodensysteme oder den Subjonctif?
Kurvendiskussionen würde ich sicher noch zusammenbringen, das Periodensystem, naja kommt darauf an. Aber WTF ist Subjonctif?
Dieter Henkel
 

Re: Bei den Hausaufgaben helfen

Beitragvon Brigitte Grohmann » 6. Februar 2010, 21:09

QED :-)
Irgendso eine obskure französische Zeitform.


brigitte
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Brigitte Grohmann
 

Re: Bei den Hausaufgaben helfen

Beitragvon Dieter Henkel » 6. Februar 2010, 23:28

Man hat mich nie mit Französisch gequält, also gilt das nicht, bitteschön. ;-)
Dieter Henkel
 

Re: Bei den Hausaufgaben helfen

Beitragvon Harald Silvio Frassine » 7. Februar 2010, 00:23

ich find es vor allem unfair, wenn bei hausaufgaben geholfen wird, denn die fließen ja auch in die benotung ein.
das is ja quasi wettbewerbsverzerrung.
Politik ist zu wichtig, um sie den PolitikerInnen zu überlassen. Skype Me™!
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Harald Silvio Frassine
 

Re: Bei den Hausaufgaben helfen

Beitragvon Brigitte Grohmann » 7. Februar 2010, 10:44

Dieter Henkel hat geschrieben:Man hat mich nie mit Französisch gequält, also gilt das nicht, bitteschön. ;-)

Na eben! Wieso wird ganz selbstverständlich von den Eltern erwartet, den Kindern bei Dingen zu helfen, die sie selber nicht können? Bei uns ist es halt ein Subjonctif, Eltern, die selber weniger Bildung haben, aber für ihre Kinder mehr wollen, stehen da vielleicht schon viel früher an. Womit ihre Kinder wieder einen Nachteil haben. Ich reg mich jedesmal so auf, wenn ich das irgendwo les.


brigitte
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Re: Bei den Hausaufgaben helfen

Beitragvon Kurt Radowisch » 7. Februar 2010, 12:27

Harald Silvio Frassine hat geschrieben:ich find es vor allem unfair, wenn bei Hausaufgaben geholfen wird, denn die fließen ja auch in die Benotung ein.
das is ja quasi Wettbewerbsverzerrung.


Schon, aber ich bringe es einfach nicht, meinen Buben wissentlich mit einer falschen Aufgabe in die Schule gehen zu lassen. Ob es erziehungstechnisch besser ist, wenn ihn die Lehrkraft korrigiert (und ihn vor der ganzen Klasse durch den Kakao zieht, weil andere Väter doch geholfen haben), oder wenn ich das (unter vier Augen) tue, weiß ich nicht. Wichtig ist aber m.E., wenn der Bub lernt, wie's geht.

LG Kurt
Kurt Radowisch
 

Re: Bei den Hausaufgaben helfen

Beitragvon Kurt Radowisch » 7. Februar 2010, 12:43

Brigitte Grohmann hat geschrieben:
Dieter Henkel hat geschrieben:Man hat mich nie mit Französisch gequält, also gilt das nicht, bitteschön. ;-)

Na eben! Wieso wird ganz selbstverständlich von den Eltern erwartet, den Kindern bei Dingen zu helfen, die sie selber nicht können? Bei uns ist es halt ein Subjonctif, Eltern, die selber weniger Bildung haben, aber für ihre Kinder mehr wollen, stehen da vielleicht schon viel früher an. Womit ihre Kinder wieder einen Nachteil haben. Ich reg mich jedesmal so auf, wenn ich das irgendwo les.


brigitte


Subjonctif kenne ich auch nicht mehr, obwohl in meinem Maturazeugnis ein "Gut" in Französisch steht. Ich weiß nur, daß ich mit meinem Maturafranzösisch in Marseille und Umgebung dagestanden bin wie die Kuh vor dem neuen Tor.

Sachen wie Kurvendiskussionen oder Wurzelziehen mit Papier und Bleistift, das kann ich (teilweise wieder), weil ich es mit meinen Kinder immer wieder mit lerne.

PSE muß ich können, berufsbedingt. Berufsbedingt weiß ich aber auch, daß es weniger wichtig ist, das PSE auswendig zu können, als zu wissen, was man da alles herauslesen kann.
Schließlich hat es ja einen Sinn, warum da manche Elemente untereinander und andere nebeneinander stehen.
Ich kannte Mitschüler, besonders Innen, die konnten das ganze PSE mit allen Nebendaten wie Schalenkonfiguration oder Elektronegativität auswendig, hatten aber trotzdem Null Ahnung von Chemie.
Und die können ihren Kindern in diesen Fächern gar nicht helfen.

LG Kurt
Kurt Radowisch
 

Re: Bei den Hausaufgaben helfen

Beitragvon Kurt Radowisch » 7. Februar 2010, 13:02

Brigitte Grohmann hat geschrieben:Wieso wird es eigentlich als normal angesehen, dass Eltern ihren Kindern bei den Aufgaben helfen? Ich hab damit gleich mehrere Probleme.
1. entweder war ich so ein kleines Genie oder der Stoff zu meiner Zeit leichter, aber mir hat nie jemand geholfen.
2. wie sollen Eltern helfen können? OK in der Volksschule noch, aber wer von uns kann heute noch ernsthaft Kurvendiskussionen, Periodensysteme oder den Subjonctif?
3. Sollte es nicht Aufgabe der Schule sein, den Schülern das Zeug beizubringen? Lehrer regen dich auf, dass sie Sozialarbeiter spielen müssen. OK. Aber im Gegenzug wird ihre ureigenste Aufgabe, die Wissensvermittlung, an die Eltern ausgelagert? Das kann's ja wohl nicht sein?

brigitte


Die reine Wissensvermittlung läuft in den Gymnasien vielfach falsch ab, oder zumindest zeitlich schlecht abgestimmt.
Es werden 13-jährigen physikalische Tatsachen eingetrichtert (zB schiefe Ebene), die sie erst mit 16 kapieren können, weil dann erst in Mathematik die Winkelfunktionen auf dem Lehrplan stehen.
Oder gewisse mathematische Tricks, mit denen man sich das Rechnen drastisch erleichtern kann, werden von den Lehrkräften wie ein strenges Geheimnis gehütet. Wenn ich dem Kind das den geheimen Trick verrate, kommt von der Lehrkraft die erstaunte Frage: "Wer hat dir denn das verraten? Das haben wir ja gar nicht gelernt!"

LG Kurt
Kurt Radowisch
 

Re: Bei den Hausaufgaben helfen

Beitragvon Herbert Wieninger » 7. Februar 2010, 16:31

worueber wird da gejammert?
dass eltern ihren kindern in der pflichtschule (6-15 jaehrige) aus unwissenheit bei hausuebungen nicht mehr helfen koennen? zeigt entweder auf, dass der heutige ( von ministerin schmidt, der wirtschaftskammer,... geforderte) bildungsstandard fuer 14 jaehrige selbst von den eltern nicht erreicht werden kann, oder dass die kinder endlich mehr lernen duerfen als die eltern, oder dass endlich flaechendeckend und bedarfsdeckend die ganztagsschule eingefuehrt werden muss?
oder dass eltern heute auf grund der menschenfeindlichen wirtschaftsform keine zeit mehr haben sich mit den kindern lernend zusammenzusetzen?
mfg
herbert wieninger
Herbert Wieninger
 

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